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Brief an Essener Ratsmitglieder: „Pax Christi sieht in den BDS Forderungen keine antisemitische Grundhaltung“

Pax Christi Foto: Henning Schlottmann Lizenz: CC-BY 4.0


Die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und des Essener Bürgerbündnisses wollen, das künftig weder der BDS noch ihn unterstützender Gruppen Räumlichkeiten der Stadt Essen nutzen dürfen. Mit einem Brief an die Ratsmitglieder stellt sich Pax Christi auf die Seite der Antisemiten.

Dortmund, München, Frankfurt und bald auch Essen und Bochum:  Immer mehr Städte wenden sich gegen die antisemitische BDS-Kampagne, deren Ziel es ist, Israel wirtschaftlich, kulturell und wissenschaftlich zu isolieren – und am Ende zu vernichten.

In Essen erhielten nun Ratsmitglieder einen Brief des lokalen Ablegers der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, der diesem Blog vorliegt. In dem Schreiben heißt es:

„pax christi sieht die Forderungen des BDS Aufrufs keinesfalls als grundgesetzwidrig an,
wodurch eine Abweichung vom Neutralitätsgebot der Stadt Essen gerechtfertigt wäre.“

Pax Christi stellt sich weiter hinter die Forderung des Rückkehrrechts der Palästinenser:

„Anerkennung des Rückkehrrechts der im Zuge der Staatsgründung geflüchteten
und vertriebenen palästinensischen Bevölkerung bzw. deren Entschädigung,
wie in UN-Resolution 194 von 1948 gefordert“

Die Forderung nach einem Rückkehrrecht bezieht sich jedoch nicht nur auf die – heute zumeist hochbetagten – Menschen, die 1948 geflohen sind, sondern auch auf ihre Nachkommen: Je länger der israelisch-arabische Krieg vorbei ist, je mehr Flüchtlinge gibt es. Heute zählt das UNRWA fast fünf Millionen Flüchtlinge. Fast alle wurden nicht im Siedlungsgebiet ihrer Vorfahren geboren: Sie haben ihren Flüchtlingsstatus geerbt. Man kann ihn allerdings auch anders bekommen: Via Adoption.

Fünf Millionen Palästinenser, viele davon Sympathisanten von Terrorgruppen wie der Hamas, wären das Ende Israel als jüdischer Staat, wenn sie in das Land kommen würden. Die Forderung nach einem „Rückkehrrecht“, die so harmlos daherkommt, bedeutet nichts anderes als die Vernichtung Israels als jüdische Heimstatt.  Pax Christi ist das egal: „pax christi sieht in den BDS Forderungen keine antisemitische Grundhaltung, da das Existenzrecht Israels in den Grenzen von vor 1967 nicht in Frage gestellt wird“

Doch BDS ist mit seinen Forderungen nicht nur für Israel ein Problem, wie Samuel Salzborn, Professor an der TU-Berlin und einer der führenden Antisemitismusexperten im vergangenen Jahr in diesem Blog erklärte:  „BDS macht das Leben für Juden und Jüdinnen in Deutschland gefährlicher und das auf jede erdenkliche Art und Weise. Denn BDS ist mit seiner israelfeindlichen und antisemitischen Agitation mitverantwortlich für eine aggressive Stimmung des Hasses, die die Grundlage für antisemitische Sprüche, körperliche Übergriffe oder auch das Schmieren antisemitischer Parolen ist.“

Die Ratsmitglieder in Essen tun gut daran, den Brief von Pax Christi zu ignorieren. Und die katholische Kirche sollte sich überlegen, wie lange sie die Unterstützung antisemitischer Organisationen wie dem BDS aus ihren Reihen noch dulden will. Denn als antisemitisch wurde der BDS längst auch vom Bundestag und vom nordrhein-westfälischen Landtag eingestuft.

 

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2 Kommentare zu “Brief an Essener Ratsmitglieder: „Pax Christi sieht in den BDS Forderungen keine antisemitische Grundhaltung“

  • #1
    Gerd

    "Beendigung der Besatzung, wie in der Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates von 1967 gefordert"

    1+! Die haben verinnerlicht, dass die halbe Wahrheit die beste Lüge ist. Wobei die mehr als die Hälfte weglassen.

  • #2
    Ulrich Zürn

    Ein weiterer Grund, aus der kath. Kirche auszutreten, ist die positive Einstellung des Vereins zum BDS.
    Die UN und der Iran unterstüzrn die Israel-Gegner schon genug. Ich hoffe nur, daß der neue Friedensplan von Trump Abhilfe schafft.
    Die Ablehnung der Essener Ratsparteien ist vollkommen in Ornung.

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