
Vor einigen Tagen fragten sich die Ruhrbarone, warum die Unruhen in Nordirland einen relativ geringen Widerhall in den Medien fänden und was dort eigentlich los sei. Der Brexit, die neuen Zollschranken, der britische Erfolg im Kampf gegen Corona – was ist es? Die Leser der Ruhrbarone kennen Dietrich Schulze-Marmeling als Fußballsachautor. Nicht bekannt sein dürfte, dass unserem Gastautor die Verhältnisse in Nordirland bestens vertraut sind:
Vorab: Nordirland hat schon wesentlich schwerere Unruhen erlebt. Aber die letzten Tage lieferten die Bilder, die wir aus der Provinz gewohnt sind und in den letzten Jahren etwas vermisst haben. Die hiesige Presse berichtet vom ersten Einsatz von Wasserwerfern in Nordirland. Nun, während der „Troubles“, wie die Nordiren ihren Krieg nannten, feuerte die Polizei mit Plastikgeschossen auf „rioters“.
Die SPD-Politikerin Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europaparlaments, sieht die Gefahr eines neuerlichen Bürgerkrieges. Bevor ich mich dem Eskalationspotenzial der gegenwärtigen Unruhen widme, einige Erläuterungen zu deren Ursachen. Was nicht ohne einen tieferen Blick in ein politisches Gebildes geht, das in diesem Jahr seinen 100sten Geburtstag feiert.









