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Lieber Schalke als Gelsenkirchen Foto: Orchi Lizenz: CC BY-SA 3.0
Benennt Gelsenkirchen endlich um: und zwar in Schalke. Ja, in Schalke, so wie der Fußballverein. Von unserem Gastautor Roland W. Waniek.
Gelsenkirchen hat nämlich ein Markenproblem, ein sehr großes sogar. Es ist eine Stadt, die auf dem absteigenden Ast ist. Der Niedergang der einst so bedeutenden Schwerindustrie hat Gelsenkirchen schwer gezeichnet: höchste Arbeitslosigkeit in Westdeutschland, hohe Verschuldung, hoher Bevölkerungsrückgang, hoher HartzIV-Anteil, verödete Innenstadt, verschlissene Infrastruktur…
Nur in einem ist Gelsenkirchen ziemlich gut: in Fußball. Sein Traditionsverein Schalke 04 spielt in Deutschland und Europa meistens recht weit oben mit, und das seit vielen, vielen Jahren.
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Antisemitisches Plakat auf einer Gaza-Demonstration in Dortmund
Seit Tagen wird über die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ gestritten: Arte und der WDR (Zur Information: Das sind sogenannte „Fernsehsender„). Die beiden Sender sind der Ansicht, die Dokumentation sei nicht „ausgewogen“, wahrscheinlich kommen Juden- und Israelhasser in dem Film zu schlecht weg und wollen ihn deshalb nicht ausstrahlen. Von mir aus können sie das auch lassen: Ob der Film Nachts bei Arte oder im WDR gesendet wird oder im Archiv vergammelt, ist letztendlich egal – in beiden Fällen hätte er wohl bei den beiden zwangsfinanzierten Sendern nicht allzu viele Zuschauer. Aber der WDR und Arte könnten etwas anderes machen: Da die Doku bereits bezahlt ist, könnten sie den Film einfach freigeben. Er könnte via Youtube gezeigt werden, Blogs und anderen Webseiten könnten ihn einbinden, via Facebook und Twitter würde er viral laufen. Der WDR kann dann weiterhin ganz ausgewogen vor Wahlen Nazis eine Werbeplattform bieten und Arte irgendwas machen. Die Redakteure beider Sender können dann in aller Ruhe viele Sitzungen abhalten, Kaffee trinken und besorgt oder betroffen in der Gegend herumschauen und sich Argumente ausdenken, warum man sie denn unbedingt bezahlen muss.
Der Terror hört nicht auf und er ist religiös motiviert. Da hilft nicht, zum hundertsten Mal zu behaupten, dass er mit Religion nichts zu tun hat. Dass es eine Art neue religiöse Volksgemeinschaft geben muss, die sich durch den Terror nicht spalten lässt. Diese systematische Immunisierung von Religion verhindert eine offene Debatte und macht Reformen unmöglich.
Es gibt zwar keinen Automatismus der von der Religion in den Terror führt. Wer aber ein allmächtiges, ewiges und überirdisches Wesen braucht, um sich auf Erden einigermaßen korrekt zu verhalten, muss sich nicht wundern, dass unter seinen Mitgläubigen auch welche sind, die ihre eigenen Allmacht- und Vernichtungsphantasien in Namen dieses Wesens mit allen Mitteln in die Tat umsetzen.
Keine göttliche Totalität ohne die menschliche Bereitschaft zum totalen Denken
Wir Menschen wissen in der Mehrzahl von unserer Mangelhaftigkeit, unserer Begrenztheit und unserer Verletzlichkeit. Das macht uns anfällig für jedes noch so fragwürdige Versprechen des Gegenteils: Mangellosigkeit, Unbegrenztheit und Unverletzlichkeit. Wer uns das bietet, und sei es nur als vorgestelltes Ideal oder als imaginierter Ort, der rennt bei uns offene Türen ein. Ein Wesen, was genau das verkörpert musste also früher oder später in der Menschheitsgeschichte auftauchen.
Es konnte allerdings nur aus einer Welt kommen, die den Menschen nur geistig zugänglich ist. Die sie selber, zumindest als Erdenwesen, nicht betreten können. Einer Welt jenseits der Menschenwelt die diese zugleich transzendierend überschreitet. Eine, an die man glauben muss, weil es für sie keine materiellen Beweise gibt. Eine, die man als aufgeklärter Mensch nur als Hypothese mit der inständigen Hoffnung auf Bewahrheitung annehmen kann. Als nur gedachte, dafür aber unbegrenzte Wahrheit.
Gott als per Definitionem unbegrenztes Wesen wir so zur Wahrheit an sich. Zur Wahrheit als Totalität die von denen, die an Gott glauben, auch ein entsprechend totales Denken erfordert. Denn nur die Unbegrenztheit des Ewigen macht das Allwissende möglich. Nur die totale Mangellosigkeit garantiert das absolute Gute. Nur das geistig Allmächtige sorgt für die völlige innere Unverletzlichkeit. Nur die Allgegenwart eines solchen Wesens birgt die Garantie, sich auf immer in sicheren Händen zu fühlen, sei die reale menschliche Welt auch noch so leidvoll.
Das damit verbundene Jenseitsversprechen funktioniert aber nur, wenn der Glauben an ein Leben nach dem Tode keinen dauerhaften Zweifel zulässt. Damit wird das Jenseits selbst zur Totalität und zugleich eins mit der Totalität Gottes. Das Jenseits verwandelt sich so von der spirituellen Transzendenz zu unbegrenzten Projektionsfläche irdischer aber zugleich unerfüllter Wünsche und damit zum Einfallstor jeglicher Manipulation im Namen Gottes.
Himmel und Hölle, oder die Totalität des Jenseits
Diese Totalität macht es ohne weiteres möglich, dass Menschen für dieses Jenseits absichtlich zu sterben bereit sind. Erst recht wenn ihnen dort die Totalität der Bedürfnisbefriedigung in Form des Paradieses in Aussicht gestellt wird. Das Jenseits wird zum Himmel, in dem man aus gutem Grunde möglichst schnell kommen möchte. Was kann es Schöneres geben als das ewige Paradies mit ewiger und allmächtiger Gottesgarantie. Erst recht, wenn man auf Erden bis dahin nichts auf die Kette bekommen hat.
Die Religionspädagogin und Publizistin Lamya Kaddor und Social-Media-Aktivist Tarek Mohamad rufen gemeinsam zu einer Demonstration gegen den Terror auf. Auf Facebook kündigte Kaddor eine Demonstration am 17. Juni in Köln an:
Kaddor ist Gründerin des Liberal-Islamischer Bundes und häufiger Gast in Talk-Shows. Nach dem Anschlägen von London schrieb sie auf Facebook: „Hiermit bekräftige ich noch einmal als muslimische Religionspädagogin: Die islamistischen Attentäter von London, Kabul, Berlin, St. Petersburg, Nizza, Paris, Orlando, Bagdad, Kairo, in Syrien, dem Jemen etc. und die Terroristen des IS sind KEINE Muslime.“ Der Islam sein eine volatile Religion ohne Oberhaupt und werde bestimmt durch die Mehrheitsmeinung seiner Anhänger und die Meinung seiner Theologen: „Und hier ist ganz klar, dass die absolute Mehrheit den Auffassung der Terroristen deutlich widerspricht.“ Auch dem letzten Muslim, so Kaddor weiter, müsse klar werden, dass die Gewalt der islamistischen Terroristen unislamisch sei.
Spannend wird sein, wie viele Muslime Kaddors Demonstrationsaufruf folgen und ob sich die großen Islamverbände diesem anschließen. Der Liberal-Islamische Bund verfügt nur über Gemeinden in Köln, Frankfurt, Berlin, Stuttgart und Hamburg. Eine weitere Gemeinde im Ennepe-Ruhr-Kreis ist im Aufbau.
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Vor über einer Woche wurde die Duisburger Schülerin Bivsi R. aus dem Unterricht geholt und zusammen mit ihren Eltern nach Nepal abgeschoben. Nun soll sich der Petitionsausschuss des Bundestages um den Fall kümmern. Auf Open-Petition hat eine Duisburgerin eine Petition mit dem Zeil gestartet, 50.000 Unterschriften für die Rückkehr Bivsis und ihrer Eltern zu sammeln. Nach wenigen Tagen sind schon über 28.000 Unterschriften zusammen gekommen.