Die Sterne, Sonntag, 11. April, 20.00 Uhr, Zakk, Düsseldorf
Der Ruhrpilot
Ruhrgebiet: Lammert „Bürger des Ruhrgebiets“…Ruhr Nachrichten
NRW: Keine verlogene Wahl – eine Antwort auf die Ruhrbarone…Pottblog
NRW II: Gegen die SPD gibt es keine Mehrheit in NRW…Welt
NRW III: CDU kopiert alten Wahl-Spot mit Johannes Rau…Der Westen
NRW IV: Warum es auf NRW ankommt…FTD
NRW V: Pottblog berichtet live vom SPD-Wahlkampfauftakt…Pottblog
Ruhr2010: Der Pott im Kopf…Die Presse
Ruhr2010 II: 100 Tage Kulturhauptstadt…Der Westen
Karstadt: Staatsanwaltschaft sichtet Akten in Arcandor-Zentrale…Spiegel
Fußball: Der wahre Meister…Freitag
Fußball II: BvB-Stern für Rudi Assauer…Ruhr Nachrichten
Facebook: Drohgebärden für alle…Netzpolitik
Facebook II: So löscht man seinen Account…Zoom
Debatte: Über das selbstbestimmte Leben…Frontmotor
Ruhrbarone 1: Das Magazin am Ende der Gutenberg-Galaxis…
Fertig. Nach monatelanger Vorbereitung, viel Arbeit und viel Spaß haben wir das erste Ruhrbarone-Magazin gerade in den Druck gegeben.
Warum ein Magazin? Die Gründe sind ganz einfach: Es gibt Geschichten, die muss man auf Papier lesen. Nicht die kurzen, schnellen Meldungen, sondern die lange Stücke, wie die Texte der Wattenscheider Schule. Oder große Bildstrecken. All das gehört gedruckt. Und so etwas wollen wir lesen.
Weil kein anderer im Ruhrgebiet ein Magazin herausgibt, wie wir uns das vorstellen, haben wir es selbst gemacht. Das ist ein Wagnis. Das Ruhrgebiet ist keine Region, in der Qualität hoch geschätzt wird. Medien dürfen hier nicht viel kosten. Daran leiden Journalisten und Verleger hierzulande seit Jahrzehnten.
Wir haben es trotzdem gemacht: Ein Magazin wie ein Buch, opulent und zu einem vernünftigen Preis. Wir wollen wenigstens versuchen, einen Teil der Kosten einzuspielen. Verdienen werden wir damit sicher nichts.
Wir wollten etwas Schönes machen. Das erste Ruhrbarone-Magazin. Inhaltlich bietet es alles, was die Ruhrbarone ausmacht: Investigative Reportagen, Interviews aber auch schräge und ungewöhnliche Geschichten: zum Beispiel überraschende Hintergründe zur Linkspartei. Etwas zu Bodo Hombachs Sicht auf die Ruhrstadt. Oder die kostspielige Suche nach der Liebe des Lebens. Natürlich ist auch Jamiri dabei: er wünscht sich eine neue Facebook-Funktion.
Wir haben Vielen zu danken, die das Heft mit ihrer Unterstützung möglich gemacht haben: Ludger Claßen vom Klartext-Verlag etwa, der das verlegerische Risiko eingegangen ist, unser Heft zu produzieren, Denise Franke danken wir für das Design, allen Autoren und Fotografen für ihre Texte und Bilder – und Euch als Lesern dafür, dass Ihr uns in den vergangenen Jahren begleitet, kritisiert und angefeuert habt.
Als Dank für alle, machen wir am kommenden Mittwoch ab 20:00 Uhr eine Release-Party im Bochumer Freibad, in der Nähe des Schauspielhauses. Jeder ist willkommen. 🙂
Das Heft erscheint am kommenden Donnerstag und kann im ausgewählten Zeitschriftenhandel gekauft werden. 120 fast werbefreie Seiten kosten 8,95 Euro.
Hier gibt es einen Link zur Online-Bestellung beim Klartext-Verlag. der Link zum Amazon-Shop folgt, sobald wir ihn haben.
Stefan Laurin David Schraven
NRW 2010: Die verlogene Wahl
In einem Monat wählt NRW. Es ist die wichtigste Wahl des Jahres und sie wird Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. Doch um die Beantwortung der wirklich wichtigen Fragen drücken sich die Parteien.
Es ist ein Wahlkampf wie jeder andere. Die Versprechen und Parolen der Parteien sind austauschbar und seit Jahren die gleichen. Auch die politischen Konstellationen die antreten erinnern an die 80er und 90er Jahre. Schwarz-Gelb gegen Rot-Grün. Alles wie immer. Und das ist nichts anderes als der Versuch uns Wähler für dumm zu verkaufen, denn nichts ist wie immer.
Die Wirtschaftskrise hat längst die öffentlichen Haushalte erreicht. Das alle sparen wollen oder neue, natürlich viel gerechtere, Einnahmequellen erschließen wollen, reicht mir als Wähler nicht zu Orientierung. Denn das was da an Finanznot auf uns zukommt hat eine neue Dimension. Die Wahl sollte mir auch die Möglichkeit geben, zwischen ganz konkreten Sparkonzepten zu wählen. Das Rüttgersche „Alles kommt auf den Prüfstand“ ist mir zu nebolös.
Aber aus Angst vor der Wut der Wähler halten sich alle bedeckt. Auch die Bundesregierung, die vor der NRW-Wahl kaum ihre Spar- und Steuerpläne offen legen wird. Das ist ein Wahlbetrug, an dem sich alle Parteien beteiligen. OK, die Linke hat ein Zahlenwerk vorgelegt, aber das ist so fantastisch, dass es nicht verdient, ernst genommen zu werden.
Ich will wissen, ob der Bund die Autobahnen privatisieren will oder eine PKW-Maut einführen möchte. Welche Subventionen werden gekürzt? Geht es an die Sozialleistungen?
Ich will wissen, welche Stellen in der Landesverwaltung wegfallen, welche Leistungen es nicht mehr geben soll, um mich zwischen den Übeln entscheiden zu können. Denn besonders fröhlich werden die kommenden Jahre nicht. Neben den Krisenfolgen sind da ja noch die Schuldenbremse und die Pensionslasten. Es wird wirklich hart werden.
Und ich will Klarheit darüber wer mit wem koalieren will. Ich will nicht zwischen den Zeilen lesen müssen. Es ist ein albernes Theater so zu tun, als ob wir die Wahl zwischen Schwarz-Gelb oder Rot-Grün hätten. Die Linkspartei hat gute Chancen in den Landtag einzuziehen. Wird Kraft es mit dieser Chaotentruppe machen? Wollen die Grünen mit der CDU? Eine große Koalition ist nicht die unwahrscheinlichste Kombination. Niemand redet darüber.
Ich habe keine Lust auf die ewig gleichen Spielchen und einen Wahlkampf, bei dem die Parteien versuchen, mich für dumm zu verkaufen. Dafür ist die Situation nach der schwersten Wirtschaftskrise seit den 20er Jahren zu ernst.
Fehlfarben
Fehlfarben, Samstag, 10. April, 20.00 Uhr, Zakk, Düsseldorf
Malcom McLaren ist gestorben
Malcom McLaren, der Erfinder und Manager der Sex Pistols, ist tot. Zum Abschied ein Ständchen vom Sid Vicious.
Der Ruhrpilot
Internet: Briten beschließen Netzsperren…Zeit
NRW: Rechte Parteien schüren Ängste…Welt
NRW II: DGB-Chef Schneider soll neuer Arbeitsminister werden…Der Westen
NRW III: Regierungschef auf Imagesuche…Welt
NRW IV: van Dinthers Wahlkampfhelfer Lars Lubisch hat eine extrem rechte Vergangenheit…Wir in NRW
NRW VI: Vorsicht Wahlkampfmusik…Pottblog
Ruhr2010: Designkioske starten…Recklinghäuser Zeitung
Debatte: Die dritte Säule des Liberalismus…Weissgarnix
Ex-OB Drescher will Städten die Grundstücke abkaufen
Als Oberbürgermeister von Oberhausen konnte Burkhard Drescher wertvolle Erfahrungen beim Schuldenaufbau sammeln. Nun will er den Städten angeblich helfen, ihre Schulden abzubauen. Mit einem Erbpachtmodell.
Die Städte stehen vor dem finanziellen Kollaps und suchen händeringend nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten: Ob Katzen-, Kultur- oder Sex-Steuer, keine Idee ist zu absurd um nicht ernsthaft geprüft und diskutiert zu werden.
Mit einer neuen Idee will nun der ehemalige Oberhausener OB und Gagfah-Chef Burkhard Drescher den Städten zu Geld verhelfen. Er versucht im Auftrag von Continuum Capital den Städten ihre Grundstücke abzukaufen: „Neue Wege mit einem bewährten Instrument“, heißt es in einem Rundbrief von Dreschers Consulting-Firma BDC.
„Kommunen und kommunale Gesellschaften erhalten das Angebot, ihre Grundstücke zu verkaufen, sich für 99 Jahre das Erbbaurecht zu sichern und trotzdem Eigentümer der Gebäude zu bleiben. Die so gewonnene Liquidität kann für Investitionen oder zur Überbrückung der Haushaltskrise genutzt werden. Das Instrument Erbbaurecht wird seit vielen Jahrzehnten von Kommunen und Kirchen genutzt. Continuum Capital startet gemeinsam mit BDC eine Initiative, um dieses erprobte Finanzinstrument für Kommunen nutzbar zu machen.“
Das Modell ist im Kern ein Sale Lease Back Geschäft. Für eine kurzfristige Steigerung der Liquidität gehen die Städte eine langfristige finanzielle Belastung ein. Zudem werden gerade die Städte über diesen langen Zeitraum nicht nur im Ruhrgebiet schrumpfen. Für die Kommunen würde es Sinn machen, sich von überflüssigen Liegenschaften komplett zu trennen. Und das ohne eine Belastung durch Erbpachtzahlungen.
Ein weiteres Problem ist der Partner Continuum Capital (CC): Das Unternehmen wurde erst 2009 gegründet – nicht gerade der ideale Partner für Geschäfte die über mehrere Generationen laufen. CC sammelt seit seiner Gründung Prominente. So ist der ehemalige Eurohypo-Chef, Bernd Knobloch, Mitgesellschafter. Ebenfalls mit dabei: Michael Jung, ehemaliger Vorstandssprecher und Finanzvorstand von Vivacon. Einem Unternehmen mit großen Problemen.
Dreschers Auftrag scheint klar zu sein: Seine politischen Verbindungen sollen helfen die Herzen der Kommunalpolitiker zu öffnen. Mal schauen, welche klamme Stadt als erste Kommune schwach wird.
Springer & Jacoby: Die mit den rammelnden Karnickeln sind pleite
Am Dienstag hat die Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby Insolvenz angemeldet. Im Ruhrgebiet sorgte sie mit der RVR-Kampagne „Der Pott kocht“ für Aufsehen.
DJs in ehemaligen Zechen, die rammelnden Karnickel – mit der Springer & Jacoby Kampagne „Der Pott kocht“ ging der RVR 1998 in der Regionalwerbung neue Wege.
Die Pott-Kampagne sollte dem Ruhrgebiet ein frisches Image geben, Selbstbewusstsein zeigen und löste die legendäre Kampagne „Das Ruhrgebiet – Ein starkes Stück Deutschland“ der Düsseldorfer Agentur Butter ab. Statt „Das gibt es auch hier“ war nun das Motto „Das gibt es nur hier“. Die Kampagne sollte auch auf das Finale der Internationalen Bauausstellung 1999 hinweisen.
Im Ruhrgebiet sorgte die Arbeit von Springer & Jacoby für Aufregung. Pott – das wollte man ja nicht mehr sein und nun wurde mit genau diesem Wort auch noch geworben. Ich fand die Pott-Kampagne damals gut. Sie war unkonventionell und provokativ. Was niemand ahnte: Es sollte die letzte Werbekampagne für das Ruhrgebiet sein. Der KVR und sein Nachfolger, der RVR, haben sich längst aus dem Regionalmarketing verabschiedet, dass im Ruhrgebiet mit Butter-Kampagne miterfunden wurde. Man setzte auf die PR-Wirkung von Projekten wie die Kulturhauptstadt. Da man aber auch für Ruhr2010 keine Nachfolgeprojekt hat, wird das Revier ab 2011 in ein Kommunkationsloch fallen.
Christian King
Christian King, Freitag, 9. April, 20.00 Uhr, Spatz und Wal, Unna
