Ruhrstadt? Vor ein paar Jahren war das einmal das Ziel ernsthafter Initiativen. Heute sammeln sich unter dem Begriff fast nur noch Abzocker. Neuesten Beispiel: Der Ruhrstadt-Pass.
Den Begriff Ruhrstadt haben sich einmal Uwe Knüpfer (Damals Chefredakteur der WAZ), Oliver Wittke (Damals OB Gelsenkirchens) und Burkhard Drescher (Damals OB von Oberhausen) ausgedacht. Das Ziel der drei war die Überwindung der kleinstädtischen Grenzen, die das Ruhrgebiet schwächen. Aus der Idee ist, wie aus so vielen anderen Initiativen, nichts geworden.
Ruhrstadt – mit dem Namen schmücken sich heute gleich scheintote Initiativen und zunehmend windige Geschäftemacher, wie versuchen, aus dem Namen Kapital zu schlagen. Mit politischen Inhalten hat das alles nichts mehr zu tun. Neuestes Beispiel ist der Ruhrstadt-Pass: Fünf Euro kostet der, ein Teil des Geldes soll gespendet werden und Rabatte bekommt man auch noch. Herausgegeben wird der Pass von der Ruhrstadt-Pass UG – haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft. Eine Trash-Rechtsform.
Aus der Werbung:
Mit Ihrem Ruhrstadt-Pass identifizieren Sie sich mit dieser Region und dokumentieren Ihren Willen, die Ruhrstadt entstehen zu lassen. Zeigen Sie mit Ihrem Ruhrstadt-Pass, egal ob Ihren Freunden daheim, im Urlaub unterwegs oder Ihren Geschäftsfreunden in aller Welt, dass Sie Bürger der Metropole Ruhrstadt sind.
Mit dem Ruhrstadt-Pass zeigt der Inhaber meiner Meinung nach etwas anderes: Dass die Schulbehörde ihm sofort sämtliche Abschlusszeugnisse abnehmen sollte, weil er sogar für das Seepferdchen nicht genug Verstand mitbringt.





