Der Ruhrpilot

NRW: „Betrug inszeniert“…Welt

NRW II: CDU  fordert Rücktritt  von  Ministerin Schulze…RP Online

Sarrazin: Die SPD in der Falle…RP Online

Sarrazin II: Andrea Nahles gerät in der SPD unter Druck…Welt

Sarrazin III: Berliner Erklärung zu Sarrazin…Rot steht uns gut

Gelsenkirchen: Manchester schießt Schalke zurück in die Realität…FAZ

Bochum: Neues Ingenieurs-Gebäude der RUB ist auch nicht ganz barrierefrei…Der Westen

Dortmund: Mehr Zeit für Drogen-Süchtige…Der Westen

Dortmund II: 136 Geschäfte für die Thier-Galerie stehen fest…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Nur drei Seen in Duisburg sind zum Baden freigegeben…Der Westen

Essen: Clubs ignorierten Tanzverbot an Karfreitag…Der Westen

Forschung: SETI-Projekt vor dem Aus…Welt

Internet: Ein FKK-Strand namens “Post-Privacy”…Weissgarnix

Hochzeit: Königstreu seit 30 Jahren…Zoom

Mit Energie für eine Kultur der Akzeptanz – Das Ruhrgebiet als Industriestandort

Bei der »Kulturhauptstadt« ging es natürlich in erster Linie um die Kultur. In diesem Sinne ist »Essen für das Ruhrgebiet – Kulturhauptstadt Europas« ein Erfolg gewesen. Zumindest fällt die Bilanz der federführenden RUHR. 2010 GmbH durchweg positiv aus – von der Bestürzung über die Loveparade-Katastrophe in Duisburg einmal abgesehen.  Von unserem Gastautor  Jürgen Großmann.

»Den Menschen im Ruhrgebiet wurde Lust auf Kultur gemacht«, so der Ruhr-Geschäftsführer Fritz Pleitgen. Auch die Touristikexperten sind zufrieden: 10,5 Millionen Besucher sind 2010 in die Kulturhauptstadtregion gekommen. Das entspricht einer respektablen Steigerung um 13 Prozent. Schließlich loben die Macher auch die neu entstandenen Netzwerke im Ruhrgebiet. Kooperation statt Rivalität und Kirchturmdenken. Die wesentlichen Zielgruppen konnten anscheinend erreicht werden.

Ist also alles gut in der selbsternannten Metropole Ruhr? Hat die Kulturhauptstadt wirklich die Voraussetzungen für eine positive Weiterentwicklung der Region geschaffen? »Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur« – ein Patentrezept?

Als einer der Hauptsponsoren der RUHR.2010 können auch wir durchaus zufrieden sein. In einer repräsentativen Befragung unter der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen nannten 81 Prozent der Befragten RWE als den bekanntesten Sponsor. 62 Prozent meinten, dass dieses Engagement sehr gut zum Unternehmen und zu den Kulturhauptstadt-Aktivitäten im Ruhrgebiet gepasst habe. RWE wurde als engagiertes, regional verwurzeltes Unternehmen wahrgenommen, mit positiven Auswirkungen auf unser Gesamt-Image.

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Der Ruhrpilot

Niederrheinexpress (RB 31) am Gleis 4 des Moerser Bahnhofes - Foto: Carschten via Wikipedia

NRW: Darum stockt die Sanierung der Bahnhöfe…Der Westen

NRW II: Schulpolitik als Quadratur des Kreises…Zoom

NRW III: Tausende demonstrierten in gegen Atomkraft und Krieg…Der Westen

Ruhrgebiet: Wie der Himmel über der Ruhr wieder blau wurde…Der Westen

Bochum: Bergbaustudenten feiern internationales Sportfest…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Rundlauf 2011…Kochplattenteller

Essen: Archäologen entdecken 1200 Jahre alten Fischteich an Folkwang-Uni…Der Westen

Dortmund: FZW  will  durchstarten…Der Westen

Internet: Netzgemeinde soll universelle digitale Werte entwickeln…Netzpolitik

Mobil: Erste Schritte mit Android…Pottblog

Der Ruhrpilot

Computer: Mac-Users are more liberal and like to party all Night long…Nerdcore

Debatte: Der grünen Bewegung fehlt es an Ästhetik…Welt

Ruhrgebiet: WP-Blogger-Treffen an Rhein und Ruhr…Pottblog

Bochum: Pinselstrich für die Menschenrechte…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Kurzarbeit bei Eickhoff-Tochter wegen Flaute bei Windkraftanlagen…Der Westen

Essen: Beim Schauspiel steigt der Klassiker-Anteil…Der Westen

Dortmund: Veganer Supermarkt…Welt

Umland: Noch mehr Hasenfest-Hampelei…Bundesstadt Blog

Umland II: Datenschutzfreaks…Netzpolitik

Ostern: Ein Akt der Barmherzgkeit…Kochplattenteller

Internet: Brauchen wir sowas wie “Facebook Discussions”?…2.0

Blogs: Wir sind wieder auf Empfang und Sendung…Zoom

Frohe Ostern! – Gedankensplitter zum Fest

Bild: Wikipedia (LeCornichon)

Ostern. Tja, was soll man dazu sagen?
Kindern wird erzählt, der Osterhase käme und verstecke bunte Ostereier. Das ist freilich absoluter Blödsinn. Erwachsene erzählen sich, vor gut 2000 Jahren sei ein grausam zu Tode gefolterter Sektenführer zwei, drei Tage nach seinem Ableben vom Tode auferstanden, habe danach noch das ein oder andere erledigt, um schließlich in den Himmel aufzufahren – zu Gott, der im übrigen sein Vater gewesen sein soll. Diese Story ist offenkundig dermaßen abstrus, dass einem die Geschichte von dem eierlegenden Hasen plausibler vorkommen muss.
Eine heidnische Fruchtbarkeitsstory. Der Hase, wahrscheinlich ein Karnickel – bestens bekannt für seine Rammelei samt arterhaltender Vermehrungsfreude. Das Ei, zugegebenermaßen bei Vögeln deutlich verbreiteter als bei Säugetieren, aber immerhin ein allgemeines Symbol für werdendes Leben. Heidnisch bedeutet hier wie überall: eine Gepflogenheit aus vorchristlicher Zeit. Komisch nur, dass der Osterhase erst zum Ende des 17. Jahrhunderts, also zu einer Zeit, wie sie christlicher kaum hätte sein können, erstmals gesichtet wurde – in der Literatur. Und dass der lustige Bunny in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also neulich, erst geschafft hatte, sich weltweit bekannt zu machen.

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Was das Ruhrgebiet von Woody Allen lernen könnte

Die Kultur des Trotzdem.

Als ich in der Kultstadt Wanne-Eickel, mitten im tiefsten Ruhrgebiet, in den 60gern das einzige Gymnasium für mehr als 100.000 Menschen besuchte, wurde mir im Geografieunterricht mein Heimatort als „Stadt der 1000 Züge“ präsentiert. Ich war tief beeindruckt, denn es sollten 1000 pro Tag gewesen sein. Mindestens ein ganzer Zug alle 1,5 Minuten und das 24 Stunden lang.

Dass es nicht weniger als der Anzahl von sage und schreibe 3000 Menschen bedurfte nur um den  Bahnhof meiner Stadt in Gang zu halten, war da nicht verwunderlich. Das Problem war nur, dass das keinen interessierte, der nicht in unserer Stadt lebte. Den Grund begriff ich, als ich auf Nachfragen erfuhr, dass sich der allergrößte Teil dieser Züge aus Güterwagen zusammensetzte die mit nichts als Kohle gefüllt waren.

Später hörte ich, dass den Schülern der Nachbargemeinde Gelsenkirchen ihre Heimat als die „Stadt der 1000 Feuer“ vorgestellt wurde, die im harten chemischen Kern aber nichts anderes als ihre 10 Mal Hundertfache Vergiftung bedeuteten. Mein Vater kommentierte solche Zahlen mit dem damals wie heute typischen Ruhrgebietshumor: Wer es hier schafft zu überleben, der schafft es überall. Welch herrlich böse Anspielung auf die Stadt, die schon zu seiner Jugendzeit  weltweit und unbestritten als das galt, was seine und meine Heimat heute endlich auch sein möchte: eine Metropole.

Seine Worte wurde in den frühen Achtzigern auch wissenschaftlich verifiziert, als der erste deutsche Krebsatlas veröffentlich wurde. Die diesbezügliche Sterblichkeitsrate war zu dieser Zeit im Ruhrgebiet über das Doppelte so hoch als der Spitzenwert in allen anderen Gegenden Deutschlands und viel größer als in allen anderen ähnlich großen Ballungsräumen Europas. Zu der Zeit als mein Vater  seinen ersten Metropolenvergleich wagte,  war die relative Sterblichkeit  sicher noch viel bedrohlicher. Was blieb den Menschen im Ruhrgebiet da Anderes übrig als diese Kultur des Trotzdem, die Kultur der großen Zahl, das Ausspielen der Quantität gegenüber der Qualität.

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