Plastikpullen statt Champagnerflaschen – In der Dortmunder Nordstadt wohnt die neue FDP

Gestern Mittag in Dortmund. Ein Termin, auf dem man nichts erwartet. Nicht mal einen ordentlichen Kaffee. Spendenübergabe bei BoDo in der Mallinckrodtstraße. Besucher des Geierabends, dieses Ruhrgebiets-irgendwie-Karnevals, haben 5500 Euro gegeben. Die Alternativnarren, sich keines müden Gags zu schade, haben den Betrag auf 5555,- aufgerundet, schleppen den üblichen überdimensionierten Sparkassenscheck an und lassen sich im gut sortierten Buchantiquariat von der Lokalpresse ablichten.

Der Pressemann der Possenreißer, ein ansonsten recht origineller Elektronikmusiker, ist zufrieden. Die Leute von BoDo, dem Straßenmagazin, scheinen glücklich. Inmitten dieses Provinzallerleis steht Udo Muschkies (48), seine sehr schwangere Frau Moni (wesentlich jünger)  untergehakt, hält zwei mit Plastikflaschen gefüllte Müllsäcke in die Kameras und achtet darauf, dass seine Rolex gut sichtbar ist. Auf der Uhr ist es fünf nach sechs. Muschkies ist, das wissen die wenigsten, Vorsitzender des bis dato unbekannten FDP-Ortsvereins Dortmund Nordstadt. Ein Spontaninterview.

?: Herr Muschkies…

Muschkies: Sagen Sie ruhig Udo, wir sind hier nicht so…

?: Man erwartet nicht unbedingt einen FDP-Vertreter bei so einem eher linken Projekt.

Udo: Es gibt auch einen mitfühlenden Post-Neoliberalismus, für den stehen wir Liberalen in der Nordstadt. Außerdem ist für uns dings… äh… Solidarität kein Fremdwort.

? Sie überreichen den Verkäufern der Straßenzeitung zwei Säcke mit leeren Plastikflaschen. Beleidigen Sie damit nicht die Beschenkten?

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A52-Ausbau? Find ich gut :-)

Das Ruhrparlament hat gestern für den Ausbau der A52 gestimmt. Für die wirtschaftliche Zukunft des nördlichen Ruhrgebiets ist der Ausbau der B224 zur A52 wichtig.

Vor Gelsenkirchen-Buer hört die A52 auf – und südlich der A40 in Essen geht sie weiter. Damit fehlt dem Ruhrgebiet in seiner Mitte eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Die Folgen: Staus. Vor allem für das nördliche Ruhrgebiet ist das ein Problem: Wer von Marl, Gelsenkirchen-Buer oder Gladbeck nach Essen will, kann sich auf eine lange Fahrt- und Standzeit gefasst machen. Das ist nicht nur lästig, sondern kostet auch Jobs: Die Gewerbegebiete der Region sind schlecht an das Autobahnnetz angebunden. Zulieferer und Mitarbeiter müssen große Umweg fahren – oder sich durch die Staus auf der A52 quälen.

Die Bundesregierung drückt sich um die Finanzierung dieses Autobahnabschnitts, es gibt Streit um die Streckenführung und um die Frage ob die A52 in Teilen – zum Beispiel in Gladbeck – gedeckelt werden soll. Das würde Sinn machen – und ist in anderen Teilen Deutschlands längst üblich. Gestern nun hat das Ruhrparlament für den Ausbau der A52 gestimmt. Mit den Stimmen der FDP, der CDU und Teilen der SPD. Selbst Essens OB-Pass war dafür, obwohl seine   Partei in Essen sich wohl auf einem Partei am 7. April gegen den Ausbau entscheiden wird.

Die Grünen und die Linkspartei waren natürlich dagegen. Zwischen den Grünen und der SPD, die im Ruhrparlament eine Koalition bilden, ist die Stimmung nun nicht so gut.

Das der RVR sich für den Ausbau der A52 ausgesprochen hat ist ein mutiges Signal. Es zeigt, dass das Ruhrparlament in einer wichtigen Frage Position bezogen hat. Bequemer wäre es gewesen, dem Mainstream zu folgen und das Verkehrsprojekt abzulehnen.

Der Ruhrpilot

NRW: Neuwahl in immer unwahrscheinlicher..RP Online

NRW II: Verwirrung um Atomkugeln…Welt

Ruhrgebiet: Von New York lernen heißt siegen lernen…Xtranews

Ruhrgebiet II: Der rot-grüne Haussegen hängt schief im Ruhrparlament…Pottblog

Ruhrgebiet III: Tagung Stadtmarketing Forum Ruhr…REL

Bochum: „Permafrost“ zeigt ungewöhnliche Bilder des Malers Becker-Schmitz…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Hat die Symphonie-Stiftung den Rat in Bochum hinters Licht geführt?…Der Westen

Dortmund: Langemeyers Aufsichtsratsgeld kommt in die Stadtkasse…Ruhr Nachrichten

Dortmund II: Schlepper fahren Flüchtlinge bis Dortmund…Ruhr Nachrichten

Dortmund III: Kreatives Wirtschaften…Der Westen

Essen: Oberbürgermeister stimmt mit CDU pro A52…Der Westen

Duisburg: Linke stellen Systemfrage…RP Online

Umland: Aufstand gegen den Hardliner vom Rhein…Spiegel

Überwachung: Hans-Peter Friedrich will nicht mehr über Vorratsdatenspeicherung sprechen…Netzpolitik

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Nicht verteufeln, nicht bejubeln…

Eine Antwort auf Gerd Herholz‘ Beitrag zu Duisburg. Von unserem Gastautor Werner Streletz.

Lieber Gerd!

dein Duisburg-Porträt ist wirklich fair, fundiert und fantastisch gut geschrieben. Ich hab’s sehr gern gelesen. Obwohl ich mich in und mit Duisburg beileibe nicht so gut auskenne wie Du, ist mir der Zwiespalt, den Du Duisburg gegenüber empfindest, natürlich nicht unbekannt. Im Hinblick darauf, was „meine“ Revier-Städte anbelangt: Bottrop, Marl, Bochum. Nicht verteufeln, nicht bejubeln: Das ist die einzig mögliche Haltung. Soweit man hier wohnen bleibt. Und aus dieser unausgeglichenen Gemengelage – die andrerseits ja auch so verflixt interessant ist – Humus ebenso wie Widerstand für das literarische Schreiben schöpfen. Das sollte es sein. Für mich jedenfalls. Zeiten des Übergangs waren und sind – wie Du weißt – für die Kultur meist sehr fruchtbar. Und ich glaube, dass das, was man so hölzern Strukturwandel nennt, der hoffentlich nicht mit einem Mentalitätswandel (ins Großspurig-Metropolenhafte) einhergehen wird, noch lange nicht an ein Ende gekommen ist.

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Neue RVR-Spitze gewählt

Das Ruhrparlament hat heute eine neue Regionaldirektorin und einen Planungsdezernenten gewählt.

Nein, das Wort Ära möchte ich nicht im Zusammenhang mit dem scheidenden RVR-Regionaldirektor Heinz-Dieter Klink verwenden. Eine Zeit geht zu Ende, in der er auf diesem Posten gelungert und nichts bewegt hat. Seine Nachfolgerin ist Karola Geiß-Netthöfel (SPD). Im Gespräch hat sie auf mich einen wesentlich kompetenteren und interessierten Eindruck als Klink gemacht. Von der Ruhrstadt hält sie laut WAZ nix – na gut, das Thema ist sowieso gelaufen. Visionen haben im Ruhrgebiet keine Chance, man ist ja schon froh wenn die Leute, die hier Verantwortung tragen, ordentlich ihren Job machen.  Neue Planungsdezernent ist Martin Tönnes (Grüne). Auch er ist eher ein Pragmatiker denn ein Visionär.

Für Ruhrgebietspolitik bleibt der SPD-Chef Frank Baranowski zuständig, was ok ist. Aber es gilt: Im Ruhrgebiet ist der Fortschritt eine solche Schnecke, dass der Abstand zu den anderen Regionen auch in Zukunft größer wird. Und ich habe längst aufgehört, mich darüber aufzuregen.  Es gibt wichtigeres im Leben.

Der Ruhrpilot

NRW: Rot-Grün liegt klar vorn…Welt

NRW II: „Ich habe viele Gemeinsamkeiten mit Kretschmann“…RP Online

NRW III: Warum es erstmal keine Neuwahlen gibt…Pottblog

Ruhrgebiet: „Wir brauchen keine Ruhrstadt“…Der Westen

Ruhrgebiet II: Drohende Sparmaßnahmen des Bundes gefährden Strukturwandel im Revier…Der Westen

Ruhrgebiet III: Dokumente der Anti-RWE-Demo…Bo Alternativ

Dortmund: Nazidemo im „Grevendicker Feld”…Bo Alternativ

Dortmund II: Niedergang im Norden kaum aufzuhalten…Der Westen

Dortmund III: Fußball-Fans feierten unbeirrt von Bombenfund…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Werbekampagne „I love Duisburg“…Der Westen

Umland: Verdrängungsmechanismen in Flingern…Coolibri

Medien: taz deckt auf –  WAZ auch mit Schleichwerbung?…Pottblog

Medien II: Persepolis – Eine Kindheit im Iran…Zoom

Medien III: Phoenix flieg! – Das Ruhrgebiet entdeckt sich neu…Gelsenkirchen Blog

Internet: Was eine Netz-Gemeinschaft leistet…Kaffee bei mir?

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Der Ruhrpilot

Ruhrgebiet: Anti-Atom-Demo in Essen…Der Westen

NRW: Landesregierung vermisst 2285 Brennelementkugeln…Spiegel

NRW II: CDU will Sparplan präsentieren…Welt

NRW III: Minister Jäger hält Wort – so halbwegs…Welt

NRW IV: Land will Neuverschuldung deutlich senken…Der Westen

Dortmund: Der U-Turm ist teuer und schmutzig…Ruhr Nachrichten

Dortmund II: Täter wollte BKA erpressen…Ruhr Nachrichten

Duisburg: 13 Künstler füllen das Atelierhaus Hafenkult in Duisburg mit Leben…Der Westen

Umland: Gas, frac und Wintershall…Zoom