Der Ruhrpilot

NRW: Rot-Grün bricht in Umfrage ein…Kölner Stadtanzeiger

NRW II: Linke warnt Rot-Grün vor Kurswechsel…RP Online

NRW III: Rot-Grün legt Etat erst Ende Februar vor…RP Online

NRW IV: „In NRW findet ein Bildungs-Staatsstreich statt“…Spiegel

NRW V: Elitenförderung statt Bildung für alle…Zeit

Dortmund: Pfänder ist „Ombudsmann PCB“…Ruhr Nachrichten

Dortmund II: Aufsichtsräte für weitere 49 Prozent Steag-Anteile…Der Westen

Duisburg: 67 statt 84 Grundschulen würden reichen…Der Westen

Unis: Musikjournalismus in Dortmund studieren…Zeit

Umland: Erneute Fragen zu PFT…Zoom

Religion: Konservative gehen auf Lammert los…Bild

Blogs: Bücher 2010 & Empfehlungen für 2011?…Muschelschubse

Lesung Pfeffer Stahl Rottstr.5

Morgen liest unser Autor  Carsten Marc Pfeffer im Rottstr. 5 Theater in Bochum.

Es gibt eigentlich nur gute Gründe, ins Rottstr. 5 Theater zu gehen: Die Stücke, die Konzerte oder die Lesungen. Eine Lesung findet morgen statt:  Carsten Marc Pfeffer und Enno Stahl tragen ihre Texte vor. Und danach wird mit einem waschechten Germanisten über die Gegenwartsliteratur diskutiert. Das Angenehme am letzteren ist, dass man dazu Bier trinken kann. Ein unglaublicher Vorteil gegenüber den Germanistikseminaren, an die ich mich erinnern kann.

Hier der offizielle Ankündigungstext – Es wird ein Abend für Schwerstintellektuelle:

Um in einer Welt der medialen Vielfalt noch literarische Texte zu schreiben, die Unmittelbarkeit erzeugen und Relevanz besitzen, bedarf es immer wieder der Suche nach neuen Formen. Enno Stahl und Carsten Marc Pfeffer begeben sich – auf ihre je eigene Art und Weise – auf die Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Enno Stahl:

Wenn es nach dem 1962 in Duisburg-Rheinhausen geborenen Schriftsteller, Essayisten, Performer und promovierten Literaturwissenschaftler Enno Stahl geht, dann kann die Literatur nicht genug verschiedenartige und innovative Schreibweisen ausbilden, um der literarischen Rede eine Präsenz zu verleihen. Schon seit Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht Stahl Romane, Novellen und Gedichte, die rigoros mit den konventionellen Formen brechen und den Versuch darstellen, Kunst und Leben zu verschalten. Stahl war zudem Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „ZeilenSprung“ (1985-1991), aus der 1988 der KRASH Verlag hervorging, dessen Programm z.B. aus „Literatur-Tapes“, „Multiples“, „Buch- und Textobjekten“ und „Kartonromanen“ bestand. Während Stahls Roman „Peewee rocks“ (erschienen 1997 KRASH-Verlag) aus „3 Gossenheften“ im Pappschuber besteht und sich durch eine atemberaubende „High Speed Prosa im Steno-Stil“ auszeichnet, besteht „Heimat & Weltall“ (2009) aus zwei Zyklen, die sowohl die frühere und aktuelle Lebenswelt als auch mögliche Zukunftsvisionen literarisch erkunden. Enno Stahl wird an diesem Abend zu seiner versprochenen „Werkschau im Ruhrgebiet“ anheben.

Carsten Marc Pfeffer

Der Bochumer Blogger, Musiker und Dramaturg Carsten Marc Pfeffer ist in der schöpferischen Zerstörung von literarischen Formen geübt und souverän. Für sein Ruhr.2010- Tagebuch „A Local Heroe´s Diary“ erfand er die „Nouvelle Digitale“, eine zeitgemäßen Internet-Literaturgattung, die den Prinzipien der Hermeneutik folgend, die Kommentarfunktion in den Textprozess miteinfließen lässt. Carsten Marc Pfeffer wird Auszüge aus seinen gefeierten Ruhrbarone-Blogs lesen. Mit dabei sind die Texte: „Ein Fest für Boris (A-Seite)“ und „Journalist in Resistance“.

Podiumsdiskussion

In einer anschließenden Podiumsdiskussion wird der Germanist Markus Tillmann mit beiden Autoren über die Situation deutschsprachiger Gegenwartsliteratur und die Suche nach neuen literarischen Formen sprechen.

Vollautomatischer Journalismus

Eine Marotte hat sich in der Fußball-Berichterstattung ausgebreitet. Man sagt nicht mehr, dies und das habe sich in der ersten Halbzeit ereignet, sondern „in Halbzeit eins“. Folglich fällt ein Tor auch nicht mehr in der 57. Minute, sondern in „Minute 57“. Wobei Pedanten trefflich darüber streiten könnten, ob dies denn exakt ein und dasselbe sei.

Aber egal. Klingt ja ungemein lässig. Wozu noch mühsam Worte beugen und ins Satzgefüge einpassen, wenn’s auch mit bloßer Nennung und Reihung getan ist?

Doch derart maul- und tastenfaule Sportjournalisten werden sich wundern. Gerade weil auf diesem Feld die allermeisten Floskeln verwendet werden, hat das Intelligent Information Laboratory in Evanston (nahe Chicago) bei ihnen angesetzt. Das dort kreierte Programm „Stats Monkey“ ist bereits in der Lage, aus online verfügbaren Basisdaten (Teams, Spielernamen, Treffer, Zeitraster, Resultat) und fleißig gesammeltem Sportvokabular lesbare Berichte zu basteln, passende Überschrift inklusive. Natürlich lässt sich auch bestimmen, dass der hochgezüchtete Automatismus mehr oder weniger maßvoll die Perspektive dieses oder jenes Vereins einnimmt.

Gruselige Aussichten, nicht wahr? Zumal andere Institute drauf und dran sind, einfachere Wirtschafts- und Börsenberichte ohne weiteres Zutun menschlicher Journalisten zu generieren. Ja, selbst an Kinokritiken wagt man sich. Hier gibt es gleichfalls eine Datenbank mit gängigen Wendungen. Sodann werden positive mit negativen Ansichten gleichsam nach Proporz abgewogen, bis das System zu einer mittelprächtigen Meinung gelangt, die jeder persönlichen Färbung entbehrt. So war es jedenfalls bei ersten Tests. Auch da ließen sich allerdings ganz andere Befehle geben, sozusagen nach Mustertafel: „Erstelle Verriss / Formuliere Lobhudelei / Brich Polemik vom Zaun“.

Selbstverständlich haben einige Verleger bereits Interesse signalisiert. Manche dürften demnächst ins Zeitalter des Roboter-Journalismus einsteigen, zumindest probehalber. Werden Journalisten aller Sparten also nach und nach überflüssig? Die jungen US-Forscher wiegeln ab und behaupten, dass es hier lediglich ums journalistische Graubrot gehe. Medienmacher, denen lästige Arbeiten abgenommen werden, bekämen dadurch den Kopf frei für edlere Aufgaben: Kommentare, Analysen, Debatten, investigative Recherchen. Schön wär’s.

Doch wer heute im Lebensjahr fünfundzwanzig steht und Journalist werden will, darf sich jetzt ein paar zusätzliche Gedanken machen. Darauf Brief und Siegel am heutigen Wochentag eins.

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Nachtrag: Hiermit versichert der Autor, keine Maschine zu sein. *krrrrxxx*

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Der Ruhrpilot

Norbert Röttgen

NRW: Röttgen steckt in der Neuwahl-Falle…RP Online

NRW II: Doch kein schnelles Rauchverbot…Köln.de

NRW III: „Schwarz-Grün ist noch nicht tot“…RP Online

NRW IV: Schwarze Verwerfungen…Post von Horn

NRW V: Sind die erfolgreiche Städte arm dran?…Bild

NRW VI: Röttgen bietet Schulfrieden an…Westfalen-Blatt

NRW VII: Exxon hofft auf Milliardenerlöse und tausende Jobs…Handelsblatt

Ruhrgebiet: Städte und private Entsorger streiten um Müll…Der Westen

Umland: Der Kölner, der mit Antisemitismus vorm Dom nervt…Welt

Das Murren der Komissköppe und das Gezeter über den Schnellschuss-Minister

Verteidigungsminister Guttenbergs Entscheidung, Norbert Schatz als Kommandanten der Gorch Fock mit sofortiger Wirkung abzuberufen, ist von der liberalen Presse und der parlamentarischen Opposition heftig kritisiert worden. Er habe „den Kapitän der Gorch Fock gefeuert“, schreibt der Westen, „um sich selbst zu retten“. Die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online und viele andere verweisen darauf, dass Guttenberg noch am Freitag erklärt hatte, erst die Untersuchungsergebnisse abwarten zu müssen, heute dann aber eine „rasche Entscheidung“ (Spiegel) getroffen habe, die „kein Führungsstil“ (SZ) sei. Von einer „übereilten“, gar „hastigen“ Personalentscheidung spricht der Westen, die zeige, „wie sehr der Minister unter Druck steht“. Außerdem gingen die „gewiss erdrückenden Vorwürfe“ ausschließlich auf „Medienberichte“ zurück. Gemeint ist die Bildzeitung.

Auch SPD und Grüne attackierten Guttenbergs Vorgehen. Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour, der mit dem Führungsstil und den Medienberichten als Entscheidungsgrundlage den liberalen Medien offenbar die Stichworte geliefert hatte, fällte das vernichtende Urteil über Guttenberg: „Das ist beliebig“. Und SPD-Fraktionschef Steinmeier erwartet vom Minister, dass dieser nicht wieder (!) Sündenböcke suche, sondern „dass er dieses Mal Manns genug ist, seine eigenen Fehler dann auch als solche  einzugestehen.“
So können wir es im Spiegel-Online-Artikel lesen, der die Überschrift trägt: „Der Schnellschuss-Minister“. Selbstverständlich werden auch die ARD-Tagesthemen etwas zum Thema machen; angekündigt ist ein Beitrag mit dem Titel – dreimal dürfen Sie raten, richtig: „Der Schnellschuss-Minister“.

Es ist nicht abzustreiten: wenn der Verteidigungsminister gestern ankündigt, erst Untersuchungsergebnisse abwarten zu wollen und heute Herrn Schatz feuert, ist es die Pflicht der Opposition wie der Presse, hier kritisch nachzuhaken. Und wenn Herr Nouripour die ganze Sache ein wenig koordiniert, kann man nur sagen: gute Arbeit. Auch wenn Herr Steinmeier es für angemessen hält, seinen häufig bemühten „Anstand“, weil es hier um Komissköppe geht, ganz martialisch durch ein „Manns genug“ zu ersetzen, mag man es als seine Sache abtun, wie er gedenkt, sich als Kanzlerkandidat der SPD zu profilieren. Wenn er jedoch mit den Wörtchen „diesmal“ und „wieder“ ganz diskret einen Vergleich zieht zum vom Oberst Klein befohlenen Luftangriff am 4. September 2009, dann beweist dies, dass Steinmeier im Grunde das Massaker von Kundus bis heute nicht verstanden hat.

Der Tod der jungen Kadettin auf der Gorch Fock war vermutlich ein Unfall, vielleicht – wie die Mutter klagt – lag auch fahrlässige Tötung vor. Ein Vergleich mit dem Gemetzel von Kundus verbietet sich von vornherein. Herrn Guttenberg zu kritisieren, kann eigentlich nie verkehrt sein. Dass er jedoch dafür kritisiert wird, dass im Zuge der Kundus-Afffäre zwei deutsche Generale ihren Job verloren hatten, stimmt allein deshalb nachdenklich, weil dabei irgendwie unter den Tisch fällt, dass bei Kundus mehr als Hundert Zivilisten ihr Leben verloren hatten. Und doch: das, was über den Kapitän Schatz zu erfahren ist, und sei es auch „nur“ aus Medienberichten, sollte allemal ausreichen, Guttenberg nicht ausgerechnet dafür zu schelten, diesen Kerl suspendiert zu haben.

Na sicher hat Guttenberg so gehandelt, um sich selbst zu retten. Was ist das denn bloß für ein bescheuerter Vorwurf?! Zweifellos zeigt sein Herumeiern in einer der gegenwärtig drei aktuellen Affären, die den Verteidigungsminister beschäftigen, dass der Superstar der deutschen Politik gnadenlos überschätzt wird. Gut so. Man mag darüber schreiben. Dass aber liberale Medien und rot-grüne Politiker den Eindruck erwecken, diesem Kommandanten Schatz könne womöglich Unrecht widerfahren sein, stellt ein unerträgliches Anbiedern an den Corpsgeist der Bundeswehrführung dar. Schnellschuss-Minister … – Bei so einem Typen wie Schatz kann man gar nicht schnell genug schießen. Und wenn Guttenberg jetzt geschossen hat, wie auch immer und warum auch immer, dann kann man ruhig einmal schreiben: gut getroffen, Kleiner!

Keine Sorge! Man macht damit keine Reklame für diesen ach so beliebten, angeblich so sympathischen Nachwuchsstar. Im Gegenteil: wer Guttenberg dafür kritisiert, diesen Schatz degradiert zu haben, macht sich gemein mit Herren, mit denen sich weder ein unabhängiger Journalist noch ein roter oder grüner Politiker gemein machen darf.

Der Ruhrpilot

NRW: Landesregierung erwägt offenbar Personalabbau…Der Westen

NRW II: Vom Wolkenkuckucksheim ins Wahllokal…Welt

NRW III: Rauchverbot im Karneval erwogen…Kölner Stadtanzeiger

NRW IV: Linker provoziert im Landtag…RP Online

Duisburg: Gericht erlaubt Abriss für Grüngürtel Bruckhausen…Der Westen

Bochum: Hot Spots für kreatives Wohnen…Bo Alternativ

Umland: Der Winter ist wieder da…Zoom

Blogs: Neues von Euroweb…Netzpolitik

Essen & Trinken: Punk Rock Grünkohl…Kochplattenteller

Kultur: Abschied vom Türken-Rokoko…Welt

Medien: Maschmeyers Großangriff auf die Pressefreiheit…FAZ

Tunesien: Die Geschichte winkt zurück…FAZ

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Demo für das Djäzz

Das Djäzz in Duisburg steht vor dem Aus. Am kommenden Samstag wird dagegen demonstriert.

Weil sich Nachbarn durch  die Geräusche der Besucher belästigt fühlen und das Duisburger Ordnungsamt einen richtig miesen Job macht droht dem Duisburger Club Djäzz das Aus. Dagegen richtet sich eine Demo am nächsten Samstag, den 29. Januar. Die Djäzz-Anhänger haben mittlerweile auch eine eigen Site. Dort findet ihre die Demoroute. Treffpunkt ist um 12.00 Uhr, vor dem Averdunk-Zentrum. In dem sitzt das Ordnungsamt.