14

Claudia Neumann im Fokus: Das ZDF produziert einen ‚Shitstorm‘ beim DFB-Supercup

Claudia Neumann. Foto: Copyright: ZDF/Peter Kneffel

So langsam nimmt das Fußballgeschehen nach der Weltmeisterschaft von Russland auch hierzulande wieder Fahrt auf. Gestern stand bereits der DFB-Supercup auf dem Programm. Beim traditionellen Kräftemessen zwischen dem Deutschen Meister Bayern München und dem Pokalsieger Eintracht Frankfurt, sportlich am Ende mit 5:0 für die Münchener eine überaus klare Sache, wurde der erste Titel der noch so jungen Saison vergeben.

Ein wirklich würdiger Rahmen die Fußballlust im Lande neu zu wecken. Sollte man meinen. Doch wenn die Kommentatorin im ZDF Claudia Neumann heißt, dann überlagert die emotionale Debatte rund um die Leistungen der Kommentatorin gerne mal die über die sportlichen Darbietungen auf dem Rasen. So dann auch gestern.

Keine fünf Minuten waren auf dem grünen Rasen in der Mainmetropole gespielt, da wimmelte es im Netz schon wieder von negativen Kommentaren in Richtung der ZDF-Reporterin. Und tatsächlich fragt man sich ja, was das ZDF wohl bewogen hat ausgerechnet der umstrittenen Neumann den ersten hochkarätigen Kommentatoren-Job der Fußball-Saison im ZDF zu geben, wo doch jedermann längst bekannt war, dass diese bei den Fans durch wiederholt schwache Leistungen am Mikrofon bei Millionen von Fußballfreunden hierzulande sehr unbeliebt ist.

In der Tat fällt es einem als Beobachter da schwer diese unlogische Entscheidung für sich selber anders zu begründen als mit der einzig möglichen Erklärung: ‚Trotz‘.

Leistungsgründe können es ja wohl nicht sein. Dafür wirkt Neumann bei ihren Live-Spielen im Spitzenbereich stets zu unwissend, verwechselt sie zu häufig die Spieler auf dem Platz, liest sie Fakten offenkundig viel zu häufig nur vom Blatt ab. Kurz zusammengefasst: Sie kann mit den besten der Zunft schlicht nicht ansatzweise mithalten.

Schon während der Fußball-WM im Vormonat waren trotz all dieser gut begründbaren und sachlichen Kritik öffentlich Gedankenspiele diskutiert worden Neumann, nachdem diese quer durch die Republik selten heftig angegangen wurde, vielfach leider auch völlig unsachlich und unterhalb der sprichwörtlichen ‚Gürtellinie‘, doch das Endspiel kommentieren zu lassen. Alleine um ein Zeichen zu setzen, dass man sich der Kritik in Gänze nicht beugen will. Es kam anders. Zur Beruhigung vieler Fußballfans im Lande.

Nun jedoch stattdessen der Einsatz beim Supercup für die einzige Frau in der entsprechenden Kommentatoren-Riege des ZDF. Nicht ganz so prominent dieser Auftritt am Sonntagabend, jedoch noch immer ein Grund unzählige Fans erneut auf die Palme zu treiben.

Wirklich sinnvoll und nachvollziehbar ist die Entscheidung der Mainzer Fernsehmacher in keinem Falle. Es kann schlicht nicht im Sinne der Sache sein, wenn ein Fußballfan am gestrigen Sonntag zuerst die zweite Liga auf Sky verfolgt hat, dann womöglich das Testspiel des BVB gegen Lazio Rom in Essen geschaut hat und dann am Abend, beim eigentlichen Fußballhighlight des Tages, die eindeutig schlechteste Kommentatoren-Leistung vorgesetzt bekommt.

Doch mit den etablierten Kräften vom Schlage eines Holger Pfandt (Sandhausen vs. HSV), Michael Born (Kiel vs. Heidenheim), Karsten Petrzika (Aue vs. Magdeburg) oder eines Sascha Roos (BVB vs. Rom) kann eine Claudia Neumann eben schlicht nicht mithalten. Und das hat nicht das geringste damit zu tun, dass sie eine Frau ist. Da geht es schlicht und einfach um Können und Talent.

Doch das hat man beim ZDF offenkundig bis jetzt nicht begriffen. Sonst hätte es diese Ansetzung am Abend zum Supercup so schlicht nicht gegeben. Der ‚Shitstorm‘ vom Sonntag somit zu erwarten und quasi hausgemacht vom ZDF. Fußballdeutschland hätte beim Kräftemessen von Meister und Pokalsieger schlicht besseres am Mikrofon verdient gehabt. Egal ob von Mann oder Frau….

RuhrBarone-Logo

14 Kommentare zu “Claudia Neumann im Fokus: Das ZDF produziert einen ‚Shitstorm‘ beim DFB-Supercup

  • #1
    Jürgen

    Weshalb sollte ich mir überhaupt dieses absolut unwichtige Spiel anschauen, wenn die Übertragung des letzten Abends der Leichtathletik-EM in Berlin wesentlich interessanter war?

    Ohne jetzt Claudia Neumann als Fußballkommentatorin bisher bewusst erlebt zu haben, sie wurde wahrscheinlich ausgewählt, weil sie eine Frau ist und das ZDF als öffentlich-rechtliche Anstalt ansonsten von den Kreisen derer die Gleichberechtigung immer und überall fordern einen Shitstorm zu erwarten hatte.

    PS: Abgesehen davon streikt gerade bei uns der Empfang des ZDF und seiner Spartenkanäle über Kabel.

  • #2
  • #3
    thomas weigle

    Gott sei Dank hat es diese herbe Niederlage nur im Spiel um den Schnippschnappcup gegeben und nicht, wie von mir befürchtet, im Pokalendspiel. Gleichwohl ist´s ärgerlich für den SGE-Fan, der ich nun mal bin. Ich habe nicht viel davon gesehen, weil ich die EM vorzog. Bei dem, was ich von Frau Neumann gehört habe, kann ich die Häme, den shitstorm allerdings nicht nachvollziehen.
    Was die Bedeutung des "Supercups" angeht, so hätte man doch dann von den Bayern als Double-Gewinner 17/18 sprechen müssen. Auch war immer nur vom "Triple" die Rede, nie von einem 4-fach Triumph.

  • #4
    ke

    Eine Leichtathletik EM im eigenen Land mit Top-Leistungen in Massensportarten wie 100m Lauf, Weitsprung, Hochsprung etc.

    Wer schaut sich da den Kommerz-Cup an, wenn Borussia nicht dabei ist?

    Das ZDF bekommt sein Geld doch auch ohne Zuschauer, warum soll man sich also dafür interessieren?

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Na ja, Fußball hatte trotz der durchaus attraktiven Konkurrenz mehr Zuschauer als die Leichtathletik gestern. 😉

    http://www.quotenmeter.de/n/102989/fussball-setzt-sich-im-sport-duell-knapp-gegen-leichtathletik-durch

  • #6
    Stefan

    Zu all den genannten Defiziten in dem geschriebenen Text klingt ihre Stimme leider einfach nur grausam. Ich hoffe, dass das ZDF nicht weitere Spiele überträgt, und wenn dann bitte mit einem besseren Kommentator..

  • #7
    teekay

    Zeigt’s dem ZDF! Schaltet Fussball konsequent aus! Von den knapp 80 Mio Menschen die sich das Endspiel nicht angeschaut haben, haben 75 Mio aus Protest an der Moderation nicht zugeschaut!

  • #8
    Gerhard Otto

    So es gelingen könnte, Frau Neumann ihren (teils durchaus abgehobenen, weil abgelesenen) Oberlehrerinnen-Duktus abzugewöhnen, könnte sie evtl. irgendwann mal ne ernst zu nehmende Kommentatorin werden.
    Kommentierung eines Fußballspiels ist kein Proseminar bzgl. Bildinterpretation im Studiengang Kunstgeschichte.
    Sie sollte einfach mal die gestelzten Formulierungen weglassen ("Antizipation der Horizontalbewegung") und lockerer labern. "Just do it like Kürten oder Valerien …".

    "D’accord" vollumfänglich mit R.P.:
    "Fußballdeutschland hätte beim Kräftemessen von Meister und Pokalsieger schlicht besseres am Mikrofon verdient gehabt. Egal ob von Mann oder Frau…."

  • #9
    Leo-Armine

    Tja, da ist vor zwei Jahren mal jemand beim ZDF auf die Idee gekommen, der Sender müsse hip sein. Und dann entdeckt er da nach mehr als 15 Jahren in der Redaktion ein Talent – und hat so viel Vertrauen in dieses Talent, daß er es nur höchst selten ans Mikrofon läßt.

    So schön das ja ist, wenn mit jenseits der 50 noch Platz für Karrieren zu sein scheint: man tut niemandem einen Gefallen damit, auch der Dame am Mikrofon nicht.
    Leider ist aber inzwischen eine sachliche Debattekaum noch möglich und außerdem kann sie, von manchen zur Ikone der Gleichberechtigung hochstilisiert, bis zur Rente den größten Unfug von sich geben.

  • #10
    Helmut Junge

    Ich ärgere mich über so vieles bei beiden Staatlichen, daß es mich in gewisser Weise amüsiert, wenn es auch mal die trifft, die sonst immer zufrieden sind. Einfach abschalten. Mach ich auch. Einschaltquoten senken, dann schaltet sich garantiert der Herr Hoeneß ein, weil ds Geschäft nicht mehr stimmt.
    Leute, einfach nicht mehr gucken, denn Frau Neumann ist unfähig, ein zu Tode langweiliges Spiel zum spannenden Knüller zu verwandeln. Sag ich doch. Nicht mehr gucken!

  • #11
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Sehe ich komplett anders, Helmut. Bei Spitzenfußball erwarte ich auch die besten Kommentatoren. Üben kann man ja unterklassig. Ist in anderen Jobs nicht anders. Die Fernsehsender lassen sich die Übertragungsrechte für Fußball viel Geld kosten. Da kann es nicht im Sinne der Sache sein, wenn man als Zuschauer und Fan geneigt ist abzuschalten, weil der eingesetzte Kommentator bzw. in diesem Falle die Kommentatorin so grausam ist.

  • #12
    thomas weigle

    Ein totes Pferd(todlangweiliges Spiel), Helmut, kann auch kein Ludger Beerbaum zum Großen Preis reiten.

  • #13
    Franz

    Ich finde Claudia Neumann absolut kompatibel imMännerfussball, weil sie absolut kompetent ist und definitiv Ahnung hat. Und nur an der Kommentatorstimme zu mägeln ist doch dämlich, nehmt euch mal auf und hört euch selber zu. Ich hör sie gerne.

  • #14
    ke

    @13 Franz:
    Ich weiß, wie meine Stimme klingt, das hat natürlich Auswirkungen auf meine Chancen bei der Berufswahl bzw. beim potenziellen Erfolg in bestimmten Berufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.