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Coolibri: Alle Mitarbeiter entlassen

Wird das Coolibri eingestellt? Klar ist: Lensing Media macht  die coolibri media GmbH & Co. KG dicht. Alle Mitarbeiter von Coolibri und dem Restaurantführer „Ruhrgebiet geht aus“ entlassen. Was mit den Marken Coolibri und Ruhrgebiet geht aus passiert ist noch nicht klar. Aber ohne Redaktion sind Magazine schwer zu machen.

Coolibri wurde 1983 gegründet und erschien monatlich kostenlos. 2013 wurde der Verlag von Lensing Media übernommen. Die Ausgaben Mai, Juni und Juli erschienen nur noch als E-Paper – durch die Coronakrise waren dem Magazin die zahlreiche Inhalte, Anzeigenkunden und viele Vertriebswege wie Gaststätten und Clubs weggebrochen. Nach dem Ende von Marabo und Prinz ist damit das letzte der drei ruhrgebietsweiten Stadtmagazine offenbar am Ende.  

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8 Kommentare zu “Coolibri: Alle Mitarbeiter entlassen

  • #1
    Ruhr Reisen

    "Die Letzten beissen die Hunde"…so simpel ist das. Was ist aus Roland Scherer geworden? Mit Journalismus – und dann noch Themenschwerpunkt: Kultur und Veranstaltungen" ist kein Geld mehr zu verdienen, Schade. Andere Konzepte und Finanzieungen müssen her.

  • #2
    Felix

    Roland Scherer hat den Coolibri schon vor Jahren verkauft. Die Käufer von Lensing Media haben leider nie so richtig gewusst was mit dem Coolibri anzufangen sei – kein Wunder, in deren Portfolio sind hauptsächlich Lokalpostillen. Coolibri Online hatte zuletzt nur peinliche Listicals und insgesamt wirkte es so, als sei Lensing mit den Prädikaten "modern" und "digital" total überfordert. Wer unter sechzig liest denn noch Ruhrnachrichten? Die Bezahlschranken bei den Ruhrnachrichten für lächerliche Polizeimeldungen, so geht das in den 2010ern eben nicht mehr. Ich hoffe, die MitarbeiterInnen kommen anderswo unter.

  • #3
    Steffi Weber

    Why am I not surprised? Die guten Redakteure und Innen, die mit herzblut bei der Sache waren, sind ja alle schon vor ein paar Jahren gegangen bzw. gegangen worden. Von daher wundert mich das jetzt nicht, der Untergang ist sicher nicht nur Corona-bedingt, sondern in einem Umfeld, in dem nur noch stumpf Pressemitteilungen kopiert werden und kein eigenständiger Journalismus mehr da ist, will halt auch keiner mehr Anzeigen schalten. Farewell, oller Vogel!

  • #4
    Bebbi

    Von den skurrilen Kontakt- und Sexanzeigen, die für kurzweilige Zugfahrten sorgten, kein großer Verlust, war doch offensichtlich, dass Inhalte mit Anzeigenschaltungen in Verbindungen standen.

    Wenn von 3 eh nur noch 1 Magazin blieb, ist die Zeit der Magazine wohl langsam vorbei und wäre es nicht Corona gewesen, hätte in den nächsten Jahren anders zur Einstellung geführt.

    Doof nur für die Mitarbeiter*innen in einer Branche, die nicht gerade auf Expansionskurs ist.

  • #5
    Philipp

    Ich denke schon, dass die Einstellung ein Verlust ist.

    DIe Pandemie verstärkt den Rückzug der Menschen ins Private – Kneipen sind zu, Diskotheken sind zu, dazu kommt der Siegeszug des Internets: Filme gucken, Anziehsachen bestellen, für nichts muss man mehr das Heim verlassen – die Deutschen sind auf dem Weg in den Biedermeier 2.0, wenn sie nicht schon längst dort angekommen sind.

    Und deswegen ist jedes Fitzelchen Öffentlichkeit wichtig und sei es auch nur in der Form des aktuellen Coolibri. Denn wenn Funke mit der WAZ ab nächstem Jahr kein Geld mehr verdienen kann (https://kress.de/news/detail/beitrag/142602-exklusiv-wie-funkes-waz-geschrumpft-ist.html), was bleibt dann noch an Austausch, an Kommunikation, an demokratischer Öffentlichkeit?

    Wird dann jede Ruhrgebietsstadt ein Referat "Zeitung/Journalismus" eröffnen, um dem "Konzern Stadt" eine weitere Perle hinzuzufügen?

  • Pingback: Ruhrpott-Stadtmagazin "Coolibri" vor dem Aus | Übermedien

  • #7
    maggie szodruch

    Philip hat absolut Recht! Wo bleibt die Möglichkeit, kritisch journalistisch zu arbeiten, wenn es keine Journalbe buzw. zeitungen mehr gibt? Ich finde das Zeitungssterben eine Katastophe.

  • #8
    Bert Fühlmann

    S c h a d e, – auch wenn ich seit Jahren immer seltener reingeguckt habe, das aber auch, weil es zumindest in Duisburg immer weniger AUSLAGESTELLEN gab; der Vertrieb in Duisburg zumindest hat nicht mehr gestimmt.

    Für ein solches STADTMAGAZIN mit den Schwerpunkten MUSIK-, FILM-, THEATER-, FEST-, PARTY-Veranstaltungen, -Besprechungen, -KALENDER und KLEINANZEIGEN/ -Kontakte braucht man auch keinen besonders tollen "eigenständigen" Journalismus,
    – dessen "Qualitäts"eingebildetheit man sich in genug anderen Blättern und Onlineforen bewundern darf.
    Von daher war COOLIBRI noch immer interessant genug und entspannter. Warum
    @Steffi,
    sollte dann und in dem oben von mir skizzierten sachbezogen umfänglichen "Umfeld" "halt auch keiner mehr Anzeigen schalten" wollen? – Ja, wollte denn überhaupt wirklich (fast) keiner und kein*in mehr ?

    Doch Egomanische, hochmütig Klingende und sich mit unnötigen Fremdwörtern, Anglizistischem und natürlich "digital" Schmückende — wie unter #2, #3 und #4 — können soetwas nicht würdigen. – Dem entsprich auch die innere "Logik" vor allem @Bebbi’s Kommentar, – einfach nur arrogant und ätzend !
    Viel Spaß beim weiteren Nachtreten!

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