5

Corona: Sollten die Sommerferien ausfallen?

Strandurlaub auf Mallorca Foto: cs:Wikipedista:Li-sung Lizenz: CC BY-SA 2.5

In einem Land, in dem Datenschutzbeauftragte mehr zu sagen haben als Informatiker, viele Politiker Facebook und Twitter für das Internet halten und auch Lehrer zum Teil eine gewisse Grundskepsis gegen die Digitalisierung schick finden, war klar, dass der Online-Unterricht keine Erfolgsgeschichte werden würde.

Hört man sich um, hängt es extrem von der einzelnen Schule und dem einzelnen Lehrer ab, wie online gearbeitet wird.

Geht es um die Zukunft von Millionen Schülern ist so ein Bildungs-Roulette kein tragfähiges Konzept. Dass in dieser Pandemie ein solches noch entwickelt wird, ist nicht zu erwarten. Dumm, dass wir nicht wissen, wie lange uns Corona noch beschäftigen wird. Europa impft mit der Geschwindigkeit eines satten Faultiers. In NRW sollen bis Ende März eine Millionen Menschen geimpft werden. Das Land hat 18 Millionen Einwohner. Die Chancen, dass wir im Herbst die Pandemie hinter uns gelassen haben, ist gering. Es drohen weitere Lockdowns und Schulschließungen.

Es ist also an der Zeit, darüber nachzudenken, die Sommerferien ausfallen zu lassen. Der Sommer ist perfekt für Unterricht in Coronazeiten: Die Infektionszahlen werden niedriger sein, unterrichtet werden kann draussen oder bei offenem Fenster und wenn es zu einem Ausbruch kommt, können die Infektionsketten nachgeprüft werden.

Im Nebeneffekt würden Schulen und Lehrer Konzepte für Online-Unterricht entwickeln, weil sie so etwas nicht noch einmal erleben wollen und auch die Schulministerien wäre durch ihre Minister motiviert, ihr Bestes zu geben, denn die Reaktionen der Eltern werden nicht freundlich sein.

 

 

RuhrBarone-Logo

5 Kommentare zu “Corona: Sollten die Sommerferien ausfallen?

  • #1
    Susanne Scheidle

    An sich eine gute Idee.
    Wird aber nicht umgesetzt werden.
    Weil natürlich Eltern und Lehrer "Planungssicherheit" für den nächsten Urlaub brauchen.
    Schätze mal, das sind so die Prioritäten…

  • #2
    Angelika, die usw.

    Es ist nach meiner Beobachtung eher so, dass die Unterrichtenden (huch, ich kann doch gendern …) die fehlende Digitalisierung bedauern und interessiert/besorgt/neidisch z.B. auf die Möglichkeiten im Nachbarland NL schauen.

    Wie ist es denn in NL? Welche Möglichkeiten hat man z.B. im Grundschulbereich?
    Die niederländische Grundschule heißt Basisschool, man besucht sie früher (ab dem 4. Lebensjahr), die Grundschulzeit dauert länger und sie ist viel besser ausgestattet.
    "…Die Infrastruktur für digitales Lernen ist in den Niederlanden nahezu ideal. Die Schulen sind zum Großteil gut ausgestattet, Tablet und Laptop gehören schon in der Basisschool zum Alltag…" (siehe: https://grundschul-blog.de/digitalisierung-niederlande-1/)

    Der Sohn eines followers auf twitter (Wohnort Ruhrgebiet) besuchte mit seiner Klasse eine niederländische Schule (ich nehme an Mittelstufe). Der Vater musste sich dann anhören, dass der Sohn gerne das Land wechseln wolle, da die NL-Schule weder vergammelt gewesen und alle ("Papa, alle!") Schüler Tablets usw. gehabt hätten.

  • #3
    Berthold Grabe

    Die Mängel des Bildungssystems werden nur durch die Online Erfordernisse öffentlich sichtbar.
    Tatsächlich exisitierten schon vor Corona keine tragfähigen Unterrichtskonzepte mehr. Die Vorhandenen sind im Nirwana der Theorie entstanden und aus ideologischen Gründen nie der Praxis angepasst oder verworfen worden und entsprechend disfunktional.
    es zählt nicht, was vor Ort über die Fläche erfolgreich ist, sondern das was erfolgreich sein soll, nach Massgabe der Theoretiker.
    Deutschlands Bildungserfolge die letztlich für das Wirtschaftswunder Voraussetzung waren, gingen auf empirische Unterrichtsentwicklung der Lehrerschaft zurück.
    Sie wurden durch akademische disfunktionale Besserwisserei ersetzt.
    Wir sollten wieder auf das "Aldi System" setzen, wo nur ins Regal kam, was sich nach einem Probeangebot verkaufte. Das sparte teuren Gehinrschmalz der am Ende doch nur raten oder teure Werbung machen muss.

  • #4
    ke

    Welche Chancen bleiben denn übrig? Es gibt unterrichtsfreie Zeiten und Urlaub, den man nehmen kann. Es ist deshalb sinnvoll, die Schulgebäude auch über die gesamte Zeit zu nutzen. Ich habe sowieso nicht verstanden, wieso man die Gebäude so viele Wochen im Jahr ungenutzt vergammeln lassen hat, obwohl massiv Schule ausgefallen ist.
    Lehrer betonen auch jetzt immer, dass die Ferien unterrichtsfreie Zeiten sind, in denen natürlich auch vorbereitet wird etc. Das sollte kein Problem ausstellen. In Urlaubszeiten gibt es Vertretungen etc.

    Schulen können auch über viele andere Wege abgesichert werden. Was spricht bspw. dagegen, extrem stark zu testen? England rollt aktuell Massenschnelltests aus.
    Intelligentere Testverfahren für Massen sind in der Erprobung bzw. in anderen Ländern im Einsatz.

    Insgesamt zeigt sich nur, dass es bisher schwerfällt Fortschritte zu erkenne. Ebenfalls muss man sich ernsthaft fragen, nach welchen Kriterien Länder ihre KultusministerInnen auswählen.
    Dass ernsthaft in Gebieten mit starker Verseuchung über Unterricht nachgedacht wird, zeigt doch nur, dass man nichts verstanden hat.

    Dann hätten wir natürlich auch Unis etc. Wie viele Menschen arbeiten dort noch in Büros?

  • #5
    Thomas Baader

    Jetzt bin ich verwirrt. War Anfang/Mitte 2020 nicht darüber diskutiert worden, die Sommerferien wegen Corona zu VERLÄNGERN?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.