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Das Königsblog geht nach Hause

Das Königsblog wird geschlossen – ein Nachruf von unserem Gastautor Trainer Baade.

Enthusiasmus ist jener Bestandteil am Fußball, der ihn überhaupt erst zu dem macht, was er in unseren Breiten ist. Ohne Enthusiasmus gäbe es den ganzen Rummel um diese Sportart nicht, die streng genommen nur ein Spiel ist und die wir doch so ernst nehmen. Natürlich wissen wir, dass wir das Spiel nicht zu ernst nehmen dürfen — aber könnten wir uns noch so intensiv damit beschäftigen, wenn wir es nicht mehr ernst nähmen, lohnte es die Beschäftigung dann überhaupt noch? Zu ernst aber, das wäre ein Problem.

Ein Problem, welches sich langsam in den Alltag fräße und zu viel Zeit einnähme, so dass man sein eigenes Leben nicht mehr genießen könnte. Auf dass die Menschen drumherum darunter litten, egal, ob 30 Jahre älter oder 30 Jahre jünger. Aus diesem Grund entschloss sich wohl Torsten Wieland, der Betreiber des Schalker Königsblogs, dass der Fußball und sein Schreiben darüber zu viel Zeit in seinem Leben einnähmen, weshalb er genau diesen Zustand nun beendete. Königsblog ist tot, oder um es weniger dramatisch zu formulieren: Eins der besten Fußballblogs in Deutschland hat seinen Betrieb eingestellt.

Dahinter liegen sicher Gründe, die langfristig dazu führen, dass der Betreiber des Königsblogs sein Schalke-Sein besser wird genießen können. Allein, das fällt den Tausenden an Lesern seines Blogs heute schwer zu glauben. Völlig unerwartet kam die gestrige Nachricht von Torsten Wieland, dass er sein Blog einstelle. Insbesondere die Tatsache, dass sein Blog von vielen Nicht-Schalkern gelesen wurde, zeigt, welchen Stellenwert eine objektive, wohltuend analytische und gleichzeitig von Leidenschaft geprägte Herangehensweise an einen Fußballclub bundesweit haben kann. Nicht zuletzt sind Blogs, und der Enthusiasmus, aus dem sie entstehen, ein Baustein des heutigen Fanseins.

Über das besagte Schalke-Fansein hinaus war das Königsblog stets mehr als nur ein Vereins-Blog. Die vielen Hinweise auf Podcasts oder andere hörens- und lesenswerte Stücke drückten immer eine umfassendere Liebhaberei zum Fußball aus. Auf welche wir von nun an verzichten werden müssen. Jedenfalls beim täglichen Rundumgang durch die Blogs des Landes. Nicht aber verzichten müssen wir auf Torsten Wieland und seine Schalke-Liebe. Er ist ja weiterhin bei Twitter aktiv und wird sich im Netz äußern. „Schade“, ist das Wort der Stunde, und auch der FC Schalke sollte das nun sagen. Er verliert einen vorzüglichen Fürsprecher im Internet. Und alle Fußball-Anhänger eine lesenswerte Lektüre.

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