Der FC Liverpool zeigt dem FC Bayern München wie man sich als Verlierer würdig verhält!

Foto: Claudia Bender

Das Finale der UEFA Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool nahm am Samstagabend einen wahrhaft albtraumhaften Verlauf für die von Jürgen Klopp betreuten Engländer.

Nicht nur, dass ihr Top-Stürmer Mohamed Salah bereits nach rund einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, der LFC danach durch zwei üble Fehler von Torwart Loris Karius auf die Verliererstraße geriet, das Spiel somit letztendlich mit 1:3 verlorenging.

Am Ende stand für Klopps-Truppe ein Abend aus Pleiten, Pech und Pannen, den sicherlich kein Fußballer so je einmal erleben möchte. Schon gar nicht in einem europäischen Endspiel.

Alle die es mit dem FC Liverpool halten, hätten also tatsächlich guten Grund gehabt sich nach dem Spiel aufzuregen. Über das Foul, das Salah früh aus dem Spiel nahm, über den Schiedsrichter, der dies gar nicht ahndete, oder auch über Keeper Karius, der sich gleich mehrere Fehler erlaubte, die auf diesem Niveau so sonst einfach nicht zu sehen sind.

Doch der gesamte FC Liverpool tat genau das Gegenteil. Nach dem Schlusspfiff gratulierte man den Gegnern fair, bedanke sich beim eigenen Anhang ausgiebig für die Unterstützung und tröstete den an diesem Abend so arg enttäuschenden Karius. Der Anhang spendete dem Team im Gegenzug Trost in Form von andauerndem Applaus und Gesängen.

Damit zeigte der Klub, natürlich ohne das dies seine Absicht gewesen sein dürfte, zugleich dem FC Bayern München wie man mit Stil und Würde verliert. Und das, obwohl Liverpool nach bereits einigen Finalniederlagen zuletzt, und noch immer auf den ersten großen Titel in der Klopp-Ära wartend, sicherlich durchaus eher Grund gehabt hätte sich so zu verhalten wie es die Münchener in der Vorwoche taten.

Zu Erinnerung: Nach ihrer 1:3 Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt, hielt ein Großteil des Bayern-Teams es nicht einmal für nötig den Frankfurtern bei deren Siegerehrung durch ihre Gegenwart ihre Anerkennung zu zollen. Von einem Gang in die Fankurve oder einem würdevollen Umgang mit den Gegnern nach Schlusspfiff ganz zu schweigen. Angeblich wussten es die Beteiligten nicht besser. Jürgen Klopp und seine Jungs offenbar schon.

Die Bayern, die diese Niederlage gegen die Eintracht in einem nationalen Pokalendspiel eigentlich deutlich leichter hätten verkraften können müssen, spielten in der Vorwoche den ‚Schlechten Verlierer‘. Und es war nicht einmal ein Champions League-Finale, wo eine Niederlage in der Form wie es der LFC nun mitansehen musste, ein zerstörter Lebenstraum für so manchen Fußballprofi ist.

Umso höher muss man jetzt wohl den Engländern anrechnen, was sie am Samstagabend in Kiew ablieferten in Sachen ‚Fair Play‘ und gutem Benehmen.

Auch wenn das heute sicherlich noch niemanden dort trösten wird, für mich sind Jürgen Klopp und seine Jungs damit einer der großen Sieger in dieser Fußballsaison! Respekt dafür! Das war auch für einen neutralen Zuschauer aus der Ferne, dessen Fußballwelt zuletzt durch etliche Negativentwicklungen ins Wanken geriet, wirklich wieder einmal schön so mitzuerleben…

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5 Kommentare

  1. #1 | KlausW sagt am 27. Mai 2018 um 11:47 Uhr

    Liverpool hat -trotz des Ausgleichstores undxeinem Pfostentreffer nach einem Standard – nach dem Ausfall ihres Starstürmers nicht mehr geboten. Klopps Spiel, auf extrem schnelle und abschlussstarke Spieler zu setzen, die mit langen oder im Gegenpressing eroberten Bällen den Abschluss suchen, reicht für eine wingespiwlte Toptruppe wie Real nicht. Liverpool zeigte keinen ansehnlichen Spielaufbau und wirkte-mit Ausnahme von Mane und dem stsrken van Dyck- hölzern und ideenlos, während Madrid Ball und Gegner über weite Strecken laufen ließ. Insgesamt hat Klopp verloren, weil er seine Spielidee zu sehr auf den pfeilschnellen Salah abstellte und keinen Plan B hatte.
    Und- wer mit Karius, der eigentlich kein Torwart von internationalem Format ist- in ein CL-Endspiel gehen muss, hat in den vorangegangenen Transferperioden etwas falsch gemacht. Skurril ist es trotzdem, dass Real sowohl im Halbfinale wie im Finale von katastrophalen deutschen Torwart-nicht-leistungen profitierte –

  2. #2 | Friedrich Hain sagt am 27. Mai 2018 um 13:40 Uhr

    Sorry, aber ich find den Kommentar albern… Warum müssen Sie sich, egal worum es geht, auch hier am FCB abarbeiten, um dann noch Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
    Zum einen war es ein anderer Wettbewerb, und zum anderen unterstellen Sie im Subtext erneut, dass sich die Bayern unsportlich verhalten haben. Mehrmals haben die Spieler im Nachhinein gesagt, dass es unbeabsichtigt war, direkt nach der Siegerehrung in die Kabine gegangen zu sein. Warum kann man dies bei aller Irritation nicht mal so annehmen…
    Außerdem… wo haben die Bayern sich denn beschwert nach dem Pokalspiel. Natürlich wurde die 11er-Szene am Schluss erwähnt, aber nach kurzem Moment hat man dann auch Frankfurt gratuliert. In der Vergangenheit habe ich schon ganz andere Stimmen aus M gehört…
    Und übrigens, was wäre wohl gewesen, wenn Frankfurt den 11er L, so wie er war, nicht bekommen hätte. Sie werden wohl die ersten gewesen, die das dem Bayern-Dusel zugerechnet hätten. Den es übrigens denn bei sachlicher Betrachtung auch nicht gibt…
    Worums mir geht ist, dass man mal aufhört, im Sinne der Bestätigung des eigenen Weltbildes die Szene meint kommentieren zu müssen. Sie nennen es "Stil und Würde", ich nenne es selektive Wahrnehmung!

  3. #3 | Walter Stach sagt am 27. Mai 2018 um 17:14 Uhr

    Robin,
    als Liverpool-Fan kann ich es "natürlich" nicht unterlassen, auf den Ellenbogenschlag von Ramos gegen Karius -ca. 49 Minuten- hinzuweisen, der "unstrittig" einen Platzverweis zur Folge hätten haben müssen, wenn der Schiedsrichter…….-hat er aber nicht.

    Ansonsten ein Spiel , über das noch sehr lange geredet werden wird. Und das allein belegt, daß wir Fußball-Fans einen für uns außergewöhnlichen Abend erleben durften. Und darauf kommt es an -mir jedenfalls.
    Besonderheiten wie die beiden "Torwartfehler" von Karius, wie das Foul von Ramos an Salah -spielentscheidend?-, wie das "sensationelle Tor" – Fallrückzieher- zum 2: 1 für Real, wie…. machen große Spiele aus.

    Real muß spätestens jetzt attestiert werden, die im Verglich mit den anderen europäischen Spizenmannschaften herausragendes ist -über Jahre!!! U.a. belegt durch den dreimaligen Gewinn der Champ.lig hintereinander. Wie lange noch? Wer kann Real nachfolgen?

    Zidane..
    Nicht mehr zu bestreitin, daß er gemessen an seinen Erfolgen schon jetzt -er steht ja noch am Anfang seiner Trainerzeit- zu den "aller größten" seiner Zunft gehört.

    Ramos,
    "brutal gut" -wie heute jemand irgendwo geschrieben hat-; und das hat er gestern wieder einmal nachdrücklich bewiesen.
    Für mich derzeit weltweit d i e Führungspersönlichkeit in den internationalen Spitzenmannschaften, z.B. m.E. für Real wesentlich wichtiger als Ronaldo.

    Tuchel…
    Ein riesen Erfolg für ihn, es mit diesem Kader ins Champ.lig-Endspiel geschafft zu haben.
    Wenn von Position zu Position die individuellen Qualitäten "seiner" Spieler mit denen von Real verglichen werden , stellt man -auf hohem Niveau- doch große Qualitätsunterschiede zu Gunsten der Real-Spieler fest -läßt sich auch über einen Vergleich ihrer sog. Marktwerte feststellen.
    Umso anerkennenswerter die Leistung der Liverpooler , nicht zuletzt die ihres Trainers Klopp.

    Und die Bayern?
    Robin, die interessieren mich nach diesem großartigen Fußballabend gestern in Kiew ganz und gar nicht.

    Nur soviel:
    Ich bin als Fußball-Fan Real jahrelang kritisch, ablehnend begegnet.
    Mittlerweile respektiere ich Real als einen großartigen Verein , mit einer hochklassigen Mannschaft, mit großartigen Erfolgen, mit einer Trainerpersönlichkeit, die durch Zurückhaltung, durch Respekt vor dem "Gegner" und durch Gelassenheit als Persönlichkeit für mich vorbildlich ist..

    Meine sehr kritische, ja ablehnende Haltung gegenüber dem FCB ist dagegen seit Jahren unverändert geblieben, obwohl die Mannschaft des FCB -unbestreitbar- mit Abstand die beste in der Bundesliga ist.
    Warum?
    Robin, das könnte damit zu tun, daß vor allem die Vereinsführung -Hoeness, Rummenige-, aber auch einige Spieler des FCB mich immer wieder "gegen sie aufbringen" wegen ihres für mich oftmals arrogant wirkenden Verhaltens, u.a. dann, wenn es m.E. geboten wäre,"anständig/fair" mit Niederlagen umzugehen.
    Aber lassen wir den FCB hier 'mal außen vor.

    Gratulation an Real -"verdienter" Sieger!
    Gratulation aber auch an die Liverpooler, an Klopp, die trotz des frühen Ausfalles ihres "Besten" gegen Real nicht untergegangen ist.
    Und mitleiden mit Karius -was kann es für einen Torhüter wie ihn Schlimmeres geben.

  4. #4 | Yilmaz sagt am 27. Mai 2018 um 18:40 Uhr

    Karius raus !

  5. #5 | Klaus Lohmann sagt am 27. Mai 2018 um 19:29 Uhr

    @#2 Friedrich Hain
    "…dass es unbeabsichtigt war, direkt nach der Siegerehrung in die Kabine gegangen zu sein". Nee, is klar, da waren ja auch nur völlige Pokalneulinge auf dem Platz und Niemand von denen, nicht mal der Jupp und der Uli und der Kalla und der und der…, wusste was vom in die ganze Welt per TV übertragenen Ritual der ca. letzten 500 Pokalfinals….

    Wen bitte wollen Sie hier veralbern? Die Bauern haben sich wiederholt als schlechte, nörgelnde, vom Erfolgszwang zerfressene Mimimis gezeigt und das ist auf der ganzen Welt exklusive bayrische Voralpen auch so angekommen. "Mia san mia" hieß hier leider "Mia san Schnösel".

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