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Der Frauenblock glänzt mit den all time classics wie: „Zionisten sind Faschisten“ und „Kindermörder Israel“


Neukölln, 10. Dezember, 13:55 Uhr. 5 Minuten bevor die Kundgebung „In Solidarität mit Palästina“ losgeht sind vereinzelt die ersten „Intifada! Intifada!“ Rufe zu hören. Von unserem Gastautor Sercan Aydilek.

In der Menge wehen Fähnchen der Türkei, „Palästinas“, Pakistans, Syriens, des Irans, des sog. Jugendwiderstands, der Fatah und Embleme der Muslimbrüder sind auch vertreten.
Die „Liga für die 4. Internationale“, die sich als „marxistischer Arbeitskreis“ versteht, verteilte ihr Flugblatt mit Überschriften wie „Antideutsche Hexenjäger unterstützen Zionismus und deutschen Imperialismus“, „Anti-palästinensische Hexenjagd auf linke und jüdische Aktivistin“ und „Verteidigt Syrien gegen imperialistische Angriffe“. Also alles wie immer in Neukölln.

Als die Kundgebung dann um 14:10 Uhr beginnt, ist die Parole „Chaibar Chaibar ya yahud, jaish Mohammed sa yaoud“ – schon verstummt. Was für fremde Ohren wie eine nette Zeile aus einem arabischen Gedicht klingt, heißt übersetzt: „Juden denkt an Chaibar (Schlacht von Chaibar im Jahre 628), Mohammeds Armee wird kommen“. Mir erklärt ein Mann, der eine gelben Weste trägt und einer der Ordner zu sein scheint, dass man heute „keine Eskalation, sondern Frieden möchte“, ob die Mehrheit der anwesenden das auch sieht, bezweifel ich stark, schallen denn immer und immer wieder „Allahu Akbar“ und „Intifada! Intifada!“ Rufe aus der Menge. Hier scheint man vereint im Hass auf Israel und für die bedingungslose Hingabe für die Ummah zu sein. Kurz bevor die Menschenmassen sich in Bewegung setzen, wirkt die Stimmung aufgeheizt, aggressive Männergruppen feuern sich gegenseitig an und rufen „Allahu Akbar“ und „Intifada! Intifada!“, es kommt zu Handgreiflichkeiten unter den Teilnehmenden, einer der Störenfriede wird festgenommen. Der Demonstrationszug setzt sich in Bewegung, fein säuberlich getrennt natürlich. Vorne die jungen Männer, die Stimmung machen und Parolen brüllen, in der Mitte der Frauenblock mit kleineren Fähnchen und Kleinkindern auf dem Arm oder im Kinderwagen und hinten dann die Almans (BDS, Jugendwiderstand, F.O.R. Palestine). Auf der Sonnenallee angekommen werden Bildchen von Yassir Arafat entrollt, Schals mit dem Gesicht des türkischen Despoten Erdoğan verteilt und Banner mit der Aufschrift „Jerusalem will always be the capital of Palestine“ hochgehalten. Der Frauenblock glänzt mit den all time classics wie: „Zionisten sind Faschisten“ und „Kindermörder Israel“
Später wird in Kreuzberg, dem Ort an dem die Demo endet, von 2 Männer eine Fahne mit aufgemaltem Magen David verbrannt. Die agressive Meute grölt währenddessen „Chaibar Chaibar ya yahud, jaish Mohammed sa yaoud“ und „Tod den Juden“. Wieder mal eine Demo in Berlin, die Störungsfrei und ohne besondere Vorkommnisse verlief.

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22 Kommentare zu “Der Frauenblock glänzt mit den all time classics wie: „Zionisten sind Faschisten“ und „Kindermörder Israel“

  • #1
    mike

    stellt euch mal vor,so eine demo von bio deutschen und da würde "Tod Israel" gerufen únd Israel fahnen verbrannt. meine güte da wäre was los.

  • #2
    Helmut Junge

    @mike, wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, waren die "bio deutschen" doch dabei, und nix ist los, weil diese "bio deutschen" sich als Linke ausgeben. Nur wenn diese "bio deutschen" sich selbst als Rechte bezeichnten wäre was los. Ich denke, daß sich die Rechten oft als Linke tarnen, um solche Sprüche wie "Tod Israel" abzulassen. Das ist doch bequemer.

  • #3
    Sara

    Oder noch schlimmer, Tod der Türkei oder das Verbrennen von Saudi Arabien-Flaggen.

    Einen Davidstern darf man verbrennen, wenn man aber die Shahada verbrennen würde hätten wir hier einen Bürgerkrieg.

  • #4
    David Senib

    Vor kurzem hieß es noch es gäbe keinen importierten Antisemitismus. Heute spricht u. a. ein Hr. Spahn von der CDU genau dieses aus. Falsch verstandene Toleranz führte dazu das heute auf deutschem Boden wieder einmal gegen Juden gehetzt und deren Symbole verbrannt werden dürfen.
    Der Rechtsstaat schaut ohnmächtig zu, denn die die gegen Juden hetzen werfen ihm vor bei Wahrung der Rechtsstaatlichkeit Rassistisch und Fremdenfeindlich zu sein. Viel zu oft schon mussten sie deutsche Polizeibeamte als Nazi beschimpfen lassen nur weil sie ihre Pflicht erfüllten.

    So genannte pro Palästina Demonstrationen sind in der Regel Anti Israel Demonstrationen.
    Offensichtlich gibt es nicht wirklich etwas für das man im Sinne von pro Palästina demonstrieren kann!

    Heute brennen Israelische Flaggen, mal schauen wann die erste Synagoge!

  • #5
    Walter Stach

    Diese und alle einschlägigen Diskussionen belegen für mich immer wieder und mit wachsender Tendenz -in Quantität und Qualität-, daß das Böse zum Wesen der Menschen gehört und daß es immer wieder Zeiten gibt, in denen Böses gesellschaftsfähig wird, d.h. u.a., daß die Mehrheitsgesellschaft dem Bösen nicht mehr zu widerstehen fähig und willens ist, sondern es zunächst zu relativieren beginnt und danach zu rechtfertigen versucht. In der Konsequenz "paßt" sich der vom Denken und Wollen dieser Mehrheitsgesellschaft bestimmte demokratische Staat dem an.
    Ende offen!

    "Der Galgen für Merkel". "Das Erschießen von geflüchteten Menschen an den deutschen, den europäischen Grenzen" – Beispiele aus dem Wortschatz der Menschenverachter in Deutschland.

    Das Anzünden von Wohnungen, in denen geflüchtete Menschen leben. Das Ermorden von 12 Muslime durch den NSU-Beispiele aus dem Katalog von Verbrechen der Menschenverachterr in Deutschland.

    Der in Wort und Tat sich tagtäglich äußernde menschenverachtende Hass (!!) auf ….
    z.B. auf Juden, z.B. auf Muslime, z.B. auf Schwule und Lesben, z. B. auf Nichtweiße, z.B. auf Israelis, z.B.auf Palästinenser, kurzum auf jeden Menschen, der anders ist als "man" es für "geboten hält, weil….??????

    Und immer wieder werden konkrete und unstreitig oftmals gravierende politischen Probleme , die politisch zu lösen sind, ge- bzw. benutzt, ge- bzw. mißbraucht, damit sich dieses zutiefst Böse im Menschen, damit dieser zutiefst menschenverachtende Ungeist sich in Wort und Tat offenbaren kann -ungestraft und oftmals begleitet vom Beifall der Mehrheitsgesellschaft.

    Ende offen – für die Gesellschaft und für den Staat -in Deutschland, in Europa, in den USA.

    Ich meine, daß alle Akteure in Gesellschaft und Staat, für die das Postulat von der unantastbaren Würde eines jeden Menschen ihrer Überzeugung entspricht, sich fragen müssen, ob es an ihnen liegen könnte, daß sich in "diesem unserem Lande" dieser menschenverachtender Ungeist in Wort und Tat aus gesellschaftlichen Randzonen in die Mehrheitsgesellschaft hinein ausbreiten konnte und zunehmend auszubreiten scheint -nicht zuletzt aufgrund der ungehemmt sich via Internet in den sog. sozialen Medien ungehindert austobende menschenverachtende Mob- , ein Ungeist, den Gesellschaft und Staat erfolgreich eingedämmt, eingegrenzt, unterdrückt zu haben schien, nicht zuletzt aufgrund der schrecklichen Folgen der Herrschaft dieses menschenverachtenden Ungeistes von 1933 bis 1945. Nunmehr scheint er sich erneut auf der "Siegerstraße" zu befinden!

    Ende offen!

  • #6
    thomas weigle

    Der deutsche Antisemitismus ist ganz gewiss nicht auf den importierten AS angewiesen. Genau dies aber verkennt das Fingerzeigen auf den importierten, von muslimischen Mobs herausgepöbelten Israelhass. Wenn es hierzulande Juden an Leib, Leben und Besitz ging, waren da biodeutsche Gangster mit "Sendungsbewußtsein" bis auf wenige Ausnahmen die Täter.
    Natürlich wird der muslimisch-antiisraelische Mob auf unseren Straßen ebenfalls von einem "Sendungsbewußtsein" auf Trab gehalten, ist aber letztlich nur ein polizeiliches und geheimdienstliches Problem, dass die Politik locker lösen könnte, wenn sie es denn wollte. Aber will sie es? Ohnmächtig in Sachen politischer Straftaten war und ist dieser (Rechts)Staat eher nicht,auch wenn er hin und wieder diesen Eindruck erwecken mag

  • #7
    Gerd

    Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft ist deswegen richtig der A… geplatzt.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article171485945/Markige-Statements-der-Politiker-gegen-Antisemitismus-helfen-uns-nicht.html

    Und keiner hat seinen Rücktritt gefordert. Die Zeiten ändern sich.

  • Pingback: Wo Fahnen brannten | Ruhrbarone

  • #9
    Walter Stach

    "Menschenverachtender Hass, indem sich das Böse des Menschen artikuliert".

    Ergänzend zu meinen Anmerkungen:
    Ein von Dominik Peters mit dem Historiker Uffa Jensen bei SPIEGEL-online geführtes Interview ist überschrieben mit "Hass kann man nicht mit Gesetzen abschaffen".

    In diesem Sinne bedarf es nicht nur einer gesamtgesellschaftlichen Debatte, sondern auch konkreter Aktionen gesellschaftlich relevanter Akteure, u.a. in Sachen "politischer Bildung". Mir scheint, daß es daran mangelt, u.a. -nicht nur- in Deutschland. Und dieser Mangel existiert seit Jahrzehnten in Deutschland,in Europa, in den USA, also in der sog. westlichen Wertegemeinschaft wider ihre vorgeblich fundamentalen Prinzipien.

    Und dieser Mangel manifestiert sich in einem immer unverhohlener öffentlich in Wort und Tat
    demonstrierter Antisemitismus, aber eben nicht nur dieserhalb, sondern in jeglichem menschenverachtenden Hass gegen alles Fremde, gegen alle Fremden, gegen alle nicht den "Regeln" der Mehrheitsgesellschaft gemäß lebenden Menschen -gegen Muslime, gegen Lesben und Schwulen, gegen Nichtweiße, gegen……

    PS
    Be- und nachdenkenswert aus dem o.a. zitierten Interview ist u.a. die kritische Befassung von Uffa Jensen mit dem Begriff "Israel-Kritik".
    Ich verwende im Sinne der Jensen-Kritik deshalb nie den Begriff "Israel-Kritik", sondern spreche stattdessen seit Jahren bei Bedarf immer von "Kritik an der Politik derzeitigen israelischen Regierung".

  • #10
    nussknacker56

    Herr Stach,

    nachdem Sie zu obigem Beitrag wortreich um den heißen Brei herum- und vorbeigeredet haben sowie jede Menge andere Zutaten nivellierend hineingemischt haben (das Böse ist immer und überall) kommen sie zum Schluss doch mal wieder mit einem Ihrer wichtigsten Themen: Israelkritik. Bei Ihnen: "Kritik an der Politik derzeitigen israelischen Regierung"

    Ein ganz wichtiges und letztlich zentrales Thema. Wir müssen alle aufpassen, dass es trotz "unserer historischen Verpflichtung" nicht aus dem Blickfeld gerät. Bleiben Sie dran.

  • #11
    Mark M

    Vor Kurzem habe ich eine Lehrerin getroffen, die mir erzählte, dass die muslimischen Schüler und deren Eltern nicht respektieren und beleidigen würden und bei jedem Gespräch ein männlicher Kollege dabei sein müsse. Als ich meinte, diese Menschen, die unsere Werte nicht akzeptieren wollen, sollte sofort wieder ausgewiesen werden, antwortete die Lehrerin: "Mit einem Nazi wie mir würde sie nicht weiter reden." Alles klar? Diesem Land ist nicht mehr zu helfen… 🙁

  • #12
    thomas weigle

    @ Mark M Zunächst mal ist dieser Lehrerin nicht zu helfen. Allerdings muss sich der Kollege und v.a. die Schulleitung fragen lassen, was sie da so treiben. Auch die Schulaufsicht ist natürlich gefordert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass v.a. bei in der GEW organisierten Lehrern solche u.ä. Vorstellungen herrschen, verbunden mit Antisemitismus der ungesündesten Art. Ich bin deshalb nach langer Mitgliedschaft aus der GEW ausgetreten. Die GEW ist jedenfalls kein verlässlicher Partner im Bekämpfen des Antisemitismus und des Israelhasses.
    Was die weiter oben erwähnte Kritik an Israel bzw.an dessen Regierung angeht, so denke ich, dass man sich nun nicht wirklich in diese Schlange der "Kritiker" einreihen muss, zieht sich diese doch mindestens einmal um den Erdball. Ich habe jedenfalls die löblichen Dinge in Israel im Fokus, da habe ich hinreichend zu reden und zu schreiben.

  • #13
    Walter Stach

    Nussknacker56
    -10-
    Nee, nee, nicht um den heißen Brei herum.
    Ich halte die lautstark und mit viel Empathie geführten Diskussionen all der Menschen über die sie erschreckenden Ausmaße menschenverachtender Aktivitäten in Deutschland, in Europa, in den USA, in der gesamten westlichen Welt letztendlich für oberflächlich, ja sogar für sinn- und zwecklos, wenn sie letztendlich nicht begründet sind auf der Überzeugung aller , daß j e d e r (!) Mensch eine unantastbare Würde hat, die zu achten und zu schützen ist -durch jedermann, durch die Gesellschaft, durch den Staat- und daß zugleich jedermann zum Bösen fähig ist, dh. konkret dazu, sich wider die Menschenwürde in Wort und Tat menschenverachtend zu verhalten, also z.B. in Wort und Tat haßerfüllt den Juden , den Mulsimen, den Nichtweißen, den Schwulen, den Lesben , den zu begegnen. Wenn es nicht die Juden, die Muslime, die Nichtweißen, die Schwulen, die Lesben p.p.geben würde, hätte sich das Böse im Menschen und mithin sein Hass anderer Subjekte zugewandt.
    Deshalb, so meine ich, hat es z.B. in der politischen Bildung zunächst darum zu gehen, daß Fundament unserer westlichen Werteordnung zu erklären -"Unantastbare Würde eines
    j e d en Menschen …" und klarzumachen, daß das jeder menschlichen Existenz innewohnende e Böse und die darin begründete Fähigikeit des Menschen zum Hass auf anderen Menschen immer wieder und unabläßlich jeden einzelnen, die Gesellschaft, in der er lebt , und den Staat, dem er angehört, zwingt, seinen Hass zu unterdrücken bzw. diesem mittels gesellschaftlicher und staatlicher Normen Einhalt zu gebieten.

    Wenn dieser Bewußtsein nicht da ist, wenn es bestenfalls in kleinen Minderheiten existiert, dann sind Diskussionen über die Ursachen und die Folgen von Hass gegen Juden, gegen Muslime, gegen Nichtweiße, gegen…und Gedanken über Problemlösungen in konkreten Konfliktfällen immer nur oberflächlicher Natur. Es sind Bemühungen, Symptome zu bekämpfen, ohne sich bewußt zu sein, ohne sich bewußt sein zu wollen, was der "eigentliche Krankheitsherd" ist.

    Akzepiert denn "der " Jude, daß "der" Muslim so wie er ein Mensch ist mit einer unantastbaren Würde? Akzeptiert denn "der " Muslim , daß "der" Jude…….? Akzeptiert denn "der weiße Mann", daß der Ncihtweiße……? Akzeptiert denn "der" sog. Bio-Deutscher, daß " der" Fremde aus….so wie er ein Mensch ist mit einer unantastbaren Würde……? Akzeptiert "der " Religiöse", daß "der" Atheist und umgekehrt?

    Wäre diese Akzeptanz für jedermann selbstverständlich, würden damit zwar nicht alle denkbaren Konflikte zwischen Menschen, Staaten, Nationen undenkbar, aber ihre Lösungen würden anders angegangen und anders ausgehen als das derzeit regelmäßig der Fall ist – ua. im sog. Nahen-Osten, u.a. in Deutschland im Umgang mit geflüchteten Menschen, u.a. in den USA im Umgang mit nichtweißen Menschen, u.a. im Umgang zwischen Religiösen und Nichtreligösen weltweit , u.a. im Umgang "der " Reichen mit "den" Armen" usw.

  • #14
    Dawit Senib

    Hr. Stach
    Ich pflichte Nussknacker 56 bei, soviel Geschreibsel ohne Nährwert durfte ich selten "bestaunen".
    Ihre Wortwahl allerdings gibt mir zu denken, denn wer Menschen als Subjekte ("Wenn es nicht die Juden, die Muslime, die Nichtweißen, die Schwulen, die Lesben p.p.geben würde, hätte sich das Böse im Menschen und mithin sein Hass anderer Subjekte zugewandt").tituliert hat sich für jegliche Diskussion disqualifiziert und gezeigt wessen Geistes Kind er zu sein scheint.

  • #15
    Andreas

    @ Dawit Senib #14

    Sie schreiben über Walter Stach: "… und gezeigt wessen Geistes Kind er zu sein scheint."

    "Wessen Geistes Kind" ist Walter Stach denn?

  • #16
    thomas weigle

    Meine erste Diskussion mit @Walter Stach hatte ich hier vor fast vier Jahren über die Einzigartigkeit des Holocaust. Er stimmte damals meiner Formulierung zu, die in etwa so lautete, dass der Holocaust uns Nachgeborene dazu verpflichtet, jedem Antisemitismus und jeder Israelfeindlichkeit entschieden entgegen zu treten. Das schließt Kritik an israelischen Regierungen nicht zwangsläufig aus, muss aber auch nicht unbedingt sein, siehe #12
    Er kritisierte mich damals, weil ich die Einzigartigkeit des Holocaust nur für Deutschland gelten lassen wollte. Mittlerweile bin ich da doch sehr ins Zweifeln ob meines damaligen Standpunktes geraten

  • #17
    Helmut Junge

    @Andreas, der Dawit Senib hat den Kommentar von Walter Stach einfach nicht kapiert. Darum sucht er in dessen Text nach Wörtern, die ihm nicht gefallen und analysiert auf dieser Basis. das ist eben die postmodernistische Vorgehensweise, sich alles einfach zu machen, um dann zu moralisieren.
    Diese Vorgehensweise hilft vielen Menschen als Trost darüber, wenn sie längere komplizierte Wortbeiträge inhaltlich nicht erfassen können.
    Nebenbei bemerkt, glaube ich auch, daß Walter diesmal das im Artikel offen angesprochene Problem nicht richtig konkret behandelt. Aber das passiert vielen Kommentatoren, und auch mir oft.
    Walter ist nach meinem Kenntnisstand all die Jahre immer ein Freund Israels gewesen, allerdings zählen ihn die radikalsten Hardcore- Israelfreunde offenbar nicht zu ihrem engeren Kreis, was ihn für sie bereits verdächtig zu machen scheint. Selber Schuld, könnte man sagen, warum drückt er sich so kompliziert aus, daß einige Mitkommentatoren ihn nicht mehr verstehen.
    Walter sollte sich mal an einer deutschen Variante von Selkokieli versuchen.

  • #18
    Walter Stach

    Thomas Weigle, ,
    Helmut Junge,
    danke für Eure Bemühungen, dem Dawid Senib etwas mich Betreffendes zu erklären bzw es ihm nahe zu bringen.

    Thomas Weigle -16-,
    a. )
    wir sollten nicht erneut das "Faß aufmachen", und darüber streiten, ob dem
    Holocaust, wie auch immer zu begründen, das Prädikat "einmalig" unter den Völkermorden in der Geschichte der Menschheit gebührt oder er unter den Menschheitsverbrechen ein gewaltiges, aber nicht einmaliges war; das bringt jetzt und hier m.E. nichts.

    Ich mache mir mit vielen anderen Menschen in Deutschland zunehmend Sorge darüber, daß der Holocaust in der deutschen Gesellschaft mehr denn je zu relativieren versucht oder gar versucht wird, ihn mit der Anmerkung "nur eine unter vielen negativen Vorfällen in der ansonsten großartigen deutschen Geschichte" gänzlich dem Bewußtsein der Menschen in Deutschland zu entziehen -mit welchen Mitteln und Methoden und durch wen auch immer-.
    Da diese Versuche letztendlich, und darin besteht doch ihre eigentliche Problematik, wesentlich dazu beitragen, ja zwangsläufig dazu beitragen müssen, dem akuten und dem vermutlich weiter anwachsenden Antisemitismus in Deutschland zu beflügeln, gilt es, ihnen immer wieder , überall und mit allen Möglichkeiten, die Gesellschaft und Staat haben, zu begegnen,z.B. im Zusammenhang mit "Israel-Kritik".
    Ich könnte auch vereinfacht sagen:
    Der fortwährende, ja der wohl endlose Kampf gegen den Antisemitismus in Deutschland beginnt damit, für alle Kinder und für alle Jugendlichen -auch für die aus Flüchtlingsfamilien und aus Familien mit sog. "Migrationshintergrund" den Besuch in Auschwitz zur Pflicht zu machen.
    Das würde dann zwangsläufig u.a. dazu beitragen, daß Kritik gegenüber Israel von einem anderen Verständnis ausgehen würde als das derzeit -leider – bei vielen der Fall zu sein scheint.

    Thomas Weigle,
    wir sollten
    b.)
    jetzt und hier auch nicht erneut " das Faß aufmachen" und darüber streiten, ob und inwieweit "Kritik an konkreter Politik der jeweiligen israelischen Regierung" gleichgesetzt werden kann mit "Antisemitismus" oder als Folge desselben einzustufen ist -eine Meinung, die ich nicht teile-. Und wir sollten jetzt und hier, weil müßig, auch nicht erneut darüber streiten, ob es z.B. mir als deutschem Staatsbürger nicht geboten wäre, mich wegen der Verbrechen "der" Deutschen an den Juden bei grundsätzlich berechtigt erscheinenden Kritik " an der konkreten Politik ……." Zurückhaltung zu üben. Letzteres bedenke ich jedenfalls, wenn sich mir eine solche Kritik aufdrängt.

    Helmut Junge -17-
    "….nicht richtig konkret behandelt hat" -sh. dritter Absatz.

    Ja, so ist es.

    Ich habe hier ‚mal wieder -unter 9 und unter 13-, wie schon einige Male bei den Ruhrbaronen, den dann oftmals getadelten Versuch unternommen, anläßlich eines Disputes über ganz konkrete Ereignis, darüber nachzudenken und darüber zu schreiben, was denn letztendlich ursächlich sein könnte für den jeweiligen Konflikt, hier bezogen auf den Antisemitismus . Dass nicht jedermann dieses Nachdenken für angebracht hält und die Ergebnisse meines Nachdenkens teilt, ist selbstverständlich, was ebenso selbstverständlich mich nicht davon abhät, Gleiches zu wiederholen, wenn es mir geboten erscheint.

    Helmut,
    was das sorgfältige Lesen und damit das Textverständnis angeht:

    Ich habe z. B. jetzt und hier den Eindruck, daß "man" weder meinen Zusatz unter PS im Beitrag 19 gelesen, geschweige denn verstanden und erst recht keinen Grund gesehen hat, ‚mal das ganze Interview mit Uffa Jensen nachzulesen.

    Ich habe in den langen Jahren meines Blogger-Daseins hier bei den Ruhrbaronen zur Kenntnis nehmen müssen, daß dieses Verhalten offenkundig zu den immanenten Bestandteilen von "Beiträgen in den sog. sozialen Netzwerken" gehört, die es deshalb im Regelfall nicht gestatten, hier von einem Diskurs zu sprechen."Ett iss wie ett iss" und ich habe damit zu leben.

    Gleiches gilt sinngemäß auch für die von mir verwandte Begrifflichkeit "Subjekt(e)" bezogen auf den/auf die Menschen.
    Ich habe diesen Begriff verwandt als Gegensatz zum Objekt (zu Objekten), denn allen Völkermorden liegt zugrunde, daß für die Mörderbanden die Ermordeten nur Objekte waren, und eben nicht als Subjekt(e) wahrgenommen wurden, also nicht "als erkennendes, mit Bewußtstein handelnde Ichs, als individuelle Träger von Zuständen und Wirkungen", von denen jeder (!!) in dieser seiner Subjektiviät ein einzigartiges, ein mit Würde ausgestattetes Wesen ist. Und das, so meine ich, scheint mir eben nicht die Auffassung der Radikalen in allen relevanten Gesellschaften im sog. Nahen Osten zu sein, aber eben auch nicht zu den unantastbaren Prinzipien zu gehören, die in der Gesellschaft in Deutschland von "jedermann" aus Überzeugung geachtet und vertreten werden.

    PS
    1.
    "Wessen Geistes Kind der Walter Stach …." -sh.14-
    Die Frage kann ich nicht beantworten. Ich denke mein Leben lang darüber nach und habe bisher keine befriedigende Antwort gefunden.

    2.
    "Geschreibsel ohne Nährwert"….sh.14-
    Den einen nährt das "Geschreibsel " eines Anderen, den anderen ganz und gar nicht; Trivialität oder?

  • #19
    Ke

    Mir gefallen die Neugier genügt Podcasts des WDRs immer besser:
    Hier ist ein Beitrag über die Stolpersteine, in dem auch gezeigt wird, wie wichtig es ist, die deutsche Geschichte insbesondere bei Jugendlichen konkret zu thematisieren. Das gilt natürlich für alle Nationalitäten in D. Dass Lehrer ernsthaft Konzentrationslagerbesuche nicht durchführten, weil einige Nicht Deutsche in den Klassen sind und deshalb die Studienfahrten nicht relevant sein sollten, ist für mich nicht nachvollziehbar.

    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-das-feature/audio–jahre-stolpersteine-von-gunter-demnig-102.html

    Ich finde hiebei auch Besuche der Konzentrationslager im Osten interessant, da bspw in Buchenwald auch über die Zeit nach dem Weltkrieg berichtet wird. Das Leid war nach dem Krieg nicht vorbei.

    Polen ist zurzeit ein schwieriges Ziel:
    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/polen-142.html

  • #20
    Helmut Junge

    Walter, das Wort "Subjekt" hat eine Mehrfachbedeutung. Es kann auch als Schimpfwort verstanden werden. Und von Postmodernisten, die an den Unis gelernt haben, daß man bei Texten überhaupt nicht auf Inhalte achten muß, sondern, daß es genügt, sie nach Wörtern abzuklopfen, um den Sprecher zu entlarven, mußt du dich nicht wundern, wenn du überführt wirst, wenn du solche Wörter benutzt.

  • #21
    nussknacker56

    Herr Stach,

    sorry, dass ich erst so spät auf Ihre Antwort reagiere – verschiedene Umstände haben mich abgehalten.

    Es fällt mir zunächst etwas schwer, auf Ihre sehr allgemein gehaltenen Aussagen einzugehen. Natürlich wäre es wünschenswert, dass jeder Mensch die Würde des Anderen respektiert. Und selbstverständlich würden bei Einhaltung einer grundsätzlichen Akzeptanz des Anderen Konflikte glimpflicher ausgehen.

    Doch der Istzustand ist ein anderer. Ich halte es für notwendig, diesen zu analysieren und sich den daraus resultierenden unangenehmen Tatsachen zu stellen. Das findet allgemein nicht statt, leider auch nicht bei Ihnen.

    Nach Ihrer Aussage trifft ein allgemeiner Hass Juden, Muslime, Nichtweiße, Schwule, Lesben gleichermaßen. Das ist schlichtweg falsch und verwässert den Kern der drängendsten Probleme bis zur Unkenntlichkeit.

    Fangen wir hinten an: Schwule und Lesben werden wie nie zuvor von der Mehrheit der Gesellschaft toleriert und akzeptiert. Diese Tatsache kann man unmöglich übersehen. Wer über diese beiden Gruppen herzieht, bekommt heute eine Menge Schwierigkeiten. Vor 30–50 Jahren war das noch ganz anders.

    Nichtweiße. Hier gilt das gleiche. Die meisten Menschen haben damit keine Probleme. Auch hier hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Menge getan. Dass es in einigen Bereichen nicht ausreichend ist, dass es nach wie vor Rassisten gibt, ändert nichts an der grundsätzlichen Richtigkeit dieser Aussage.

    Juden und Muslime. Diese Aussage ist dagegen geradezu absurd und hat mich bewogen, auf Ihre ersten Beiträge zu antworten (ich darf vorausschicken, dass ich weder Jude, noch Israeli und auch kein Muslim bin). Man muss schon beide Augen zumachen, um nicht zu sehen, wie z.B. französische Juden immer öfter ihr Land verlassen. Der Grund: Sie werden in stark zunehmenden Maße von muslimischen Franzosen drangsaliert. Diese Tatsache wurde auch in dem von WDR und ARTE zensierten Beitrag „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ problematisiert. Nicht nur in diesen Anstalten will man das Problem totschweigen.

    Ich war vor einigen Tagen Teilnehmer auf einer Kundgebung gegen Antisemitismus und Israelhass. Allen Beteiligten wurde nahegelegt, nach Beendigung Merkmale wie Kippa, Fahnen und anderes nicht offen zu zeigen. Glauben Sie ernsthaft, Herr Stach, dass auf den antiisraelischen Demonstration ebenfalls solche Anweisungen gegeben werden? Eben – und genau das ist nur ein(!) grundlegender Unterschied, der zeigt, wer hier wen mit Recht zu fürchten hat.

    Es ist keineswegs nur das Problem der schikanierten Minderheit, sondern letztlich das der Mehrheitsgesellschaft. Diese muss sich dieser gefährlichen Seuche stellen, sie unzweideutig benennen und mit allen Mitteln eindämmen, wenn sie verhindern will, dass eine freie Gesellschaft mittelfristig in einem Albtraum endet.

  • #22
    Walter Stach

    Helmut,
    wenn "er" es denn in dem betr. Kontext(!!) als Schimpfwort verstehen wollte, dann steht " ihm" das frei, folgen kann ich ihm dabei nach meinem Verständnis von einer Textauslegung ganz und gar nicht.

    Im übrigen……-
    Nee, nee, ich entsage der Versuchung, "ihm" gegenüber verbal ironisch/zynisch/gebührend
    zurückzuschlagen.

    Meine freie Zeit nutzte ich derzeit wohl besser, indem ich mit Freunden darüber nachdenke, was die Gesellschaft in Gänze und was wir persönlich tun können , z. B. in der Bildung, um dem anwachsenden Antisemitismus zu begegnen -egal, ob er aus völkisch-rassistischem-nationalistischem, fremdenfeindlichen Ungeist entsteht oder tiefer verwurzeltem Hass im sog. christlichen Abendland auf "die" Juden entspringt oder dem Hass von Islamisten auf "die" Juden generell und auf die in Israel lebenden speziell.
    Zudem meine ich, ist es höchste Zeit, daß in der Gesellschaft, das gilt auch für die Ruhrbarone, darüber diskutieren, ob man und wie man jeglichem Antisemitimus durch gesellschaftliche Ächtung seiner Akteure und deren Produkte begegnen kann!
    Und wir könnten hier bei den Ruhrbaronen darüber diskutieren, ob und wie der Staat seine bereits jetzt gegebenen strafrechtlichen Möglichkeiten nutzen müßte, um gegen jeden Antisemiten völlig unabhängig von seiner Motivation ,seiner Herkunft, seiner Religion "mit aller Härte des Gesetzes " vorzugehen -Null Toleranz!!. Da ist jedenfalls noch "viel Luft nach Oben"!

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