#1 | Nina sagt am 28. Juli 2019 um 13:16 Uhr

Zu dem Welt-Artikel: https://www.welt.de/regionales/nrw/article197531809/Vergewaltigt-traumatisiert-entwuerdigt.html

Sandra Norak hat furchtbare Gewalt erfahren, Missbrauch, Ausbeutung, Vergewaltigung, Nötigung, … Darüber muss man sprechen, aufarbeiten, Täter härter bestrafen, Prävention ausbauen.
Ich möchte hier aber über Prositution und Sexarbeit sprechen. Das ist etwas anderes. Das sind einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen gegen Entgelt.
Was mich in dem Welt-Artikel besonders irritiert, ist, dass Fakten ignoriert werden. Die These, dass die Mehrheit der Prostituierten als Kind Opfer gewesen seien, ist nicht belegt. Vermutlich wird Bezug genommen auf die Studie von Farley. Ende der 90er und 2003 stellte die erklärte Gegnerin von Sexarbeit Zahlen vor, die nicht repräsentativ sind. 1998 waren es 130 Befragungen in San Francisco. 2003 ergänzte Farley weitere Zahlen, so dass ihre Studie nunmehr 854 Befragungen aus 9 Ländern veröffentlichte. Pro Land durchschnittlich 95 Befragte. Daraus repräsentative Aussagen zu ziehen halte ich für nicht wissenschaftlich.
https://www.donacarmen.de/wp-content/uploads/SIND-PROSTITUIERTE-TRAUMATISIERT-FRAGEZEICHEN-1.pdf

Die 2004 in Deutschland veröffentlichte Studie des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu Gewaltbetroffenheit befragte 10.000 Frauen, darunter waren 110 Sexarbeiterinnen. Auch bei dieser Zahlenbasis kann man keine gültigen Schlüsse ziehen.
https://www.bmfsfj.de/blob/84384/5ca54bf32901232f07ab4ff4132000b6/pressemat-studie-gewalt-frauen-lebenssituation-data.pdf

Eine weitere Studie, die ebenfalls oft von Prostitutionsgegnern angeführt wird, ist die von Zumbeck 2001. Damals wurden lediglich 54 Prostituierte befragt.

Auch, wenn viele Menschen es sich nicht vorstellen können-es gibt Frauen und Männer, denen diese Arbeit liegt. Ich kann mir auch nicht jede Arbeit vorstellen. Metzger wäre nichts für mich, Chirurgie auch nicht, Psychotherapeut nein Danke. Aber Sex gegen Entgelt, das kann ich, das liegt mir.
Sexarbeiterinnen sind keine Opfer, werden aber von einem Teil der Feministinnen immer wieder dazu gemacht. Warum eigentlich?
Männer, die mit Prostituierten eine schöne Zeit verbringen, sind weder Monster noch Täter, sondern ganz normale Männer. ❤️