#1 | Helmut Junge sagt am 12. Januar 2022 um 11:22 Uhr

Zu:Debatte: Postkoloniale Selbstgerechtigkeit…FAZ
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/hans-christoph-buch-ueber-die-selbstgerechtigkeit-der-kritiker-der-bruecke-kuenstler-17717316.html

Tatsache ist , daß auch die Europäer selber vor langen Zeiten diesen sogenannten primitiven Kunstrichtungen gefrönt hatten. Das zeigen uns gut erhaltene archäologische Funde z.B. aus dem Schlick rund um die Reste der Pfahlbauten.
Die Künstler der Brücke z.B. haben die Schönheit dieser sogenannten primitiven Kulturen im Gegensatz zu vielen ihrer Zeitgenossen, als echte Kunst empfunden und ihren Wert erkannt, vielleicht sogar Sehnsucht nach ihrer und unserer eigenen Vergangenheit empfunden.
Manch eine(r) glaubt aber heute wieder, ähnlich wie die stumpfen Zeitgenossen der Brückekünstler, die Europäer wären immer schon mit gebügelter Hosenfalte und Krawatte herumgelaufen, und primitive Kunst sei eigentümlich für Menschen außerhalb Europas.
Das stimmt nicht, und war und entspringt vermutlich einer zutiefst rassistischen Vorstellung von der Welt. Die Brückekünstler dachten nicht so. Denn unter dem Blickwinkel nach dem Ursprung, waren nicht die Brückekünstler, sondern deren damalige und heutige KritikerInnen die eigentlichen Rassisten. Denn Letztere könnten sich von den Entdeckungen z.B. der modernen Archäologie eine bessere Weltsicht aneignen. Wenn sie diesen ehrlichen Rückblick in unsere Büglefaltenfreie eigene Vergangenheit überhaupt wollten.