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Der verspielte Sieg

Ullrich Sierau hätte das Zeug zu einem großen Oberbürgermeister gehabt. Nun zahlen er und die SPD die Quittung für Langemeyers Tricksereien und die eigene Feigheit.

Ich mag Ullrich Sierau. Der Mann ist hochintelligent, hat Humor, ist wortgewandt, schnell und hat Ausstrahlung. Alles Dinge, die bei einem Ruhrgebiets-Oberbürgermeister nicht selbstverständlich sind. Sierau hätte ein großer Oberbürgermeister werden können - da war ich mir immer sicher. Und da er nicht die westfälische Beschränkheit seines Vorgängers Langemeyer hat, wäre er vielleicht sogar ein Gewinn für die ganze Region geworden. Sierau und Baranowski - die beiden sind das Beste, was die SPD im Augenblick hat. Hatte, muss man jetzt sagen, denn nun ist nur noch Frank Baranowski, der OB Gelsenkirchens, übrig geblieben.

Gehen wir einmal davon aus, dass Union, Grüne und FDP im Wahlausschuss und im Rat für Neuwahlen stimmen - dass es zu Neuwahlen kommen wird, heißt das noch lange nicht. Sierau und die SPD können klagen in der Hoffnung, dass die Zeit für sie spielt. Sierau wird in diesem Fall zu einer lahmen Ente, einer "Lame Duck" in ihrer Dortmunder Variante: Nicht am Ende sondern schon am Anfang ist für Sierau alles vorbei: Keine Mehrheiten, kein Partner und dazu der im Raum stehende und nun gutachterlich bestätigte Vorwurf, nicht zu Recht im Amt zu sein. So etwas hält kein Mensch aus - eine Stadt mit den Problemen Dortmunds übrigens auch nicht.

Dabei gab es für die SPD gar keinen Grund zu tricksen. Auch mit der Haushaltskatastrophe wäre sie bei der Wahl wahrscheinlich so gut weggekommen, dass es für Rot-Grün wieder  gereicht hätte - und für Sierau zum Oberbürgermeister.

Ullrich Sierau hätte das Zeug zu einem großen Oberbürgermeister gehabt. Nun zahlen er und die SPD die Quittung für Langemeyers Tricksereien und die eigene Feigheit.

Ich mag Ullrich Sierau. Der Mann ist hochintelligent, hat Humor, ist wortgewandt, schnell und hat Ausstrahlung. Alles Dinge, die bei einem Ruhrgebiets-Oberbürgermeister nicht selbstverständlich sind. Sierau hätte ein großer Oberbürgermeister werden können – da war ich mir immer sicher. Und da er nicht die westfälische Beschränkheit seines Vorgängers Langemeyer hat, wäre er vielleicht sogar ein Gewinn für die ganze Region geworden. Sierau und Baranowski – die beiden sind das Beste, was die SPD im Augenblick hat. Hatte, muss man jetzt sagen, denn nun ist nur noch Frank Baranowski, der OB Gelsenkirchens, übrig geblieben.

Gehen wir einmal davon aus, dass Union, Grüne und FDP im Wahlausschuss und im Rat für Neuwahlen stimmen – dass es zu Neuwahlen kommen wird, heißt das noch lange nicht. Sierau und die SPD können klagen in der Hoffnung, dass die Zeit für sie spielt. Sierau wird in diesem Fall zu einer lahmen Ente, einer "Lame Duck" in ihrer Dortmunder Variante: Nicht am Ende sondern schon am Anfang ist für Sierau alles vorbei: Keine Mehrheiten, kein Partner und dazu der im Raum stehende und nun gutachterlich bestätigte Vorwurf, nicht zu Recht im Amt zu sein. So etwas hält kein Mensch aus – eine Stadt mit den Problemen Dortmunds übrigens auch nicht.

Dabei gab es für die SPD gar keinen Grund zu tricksen. Auch mit der Haushaltskatastrophe wäre sie bei der Wahl wahrscheinlich so gut weggekommen, dass es für Rot-Grün wieder  gereicht hätte – und für Sierau zum Oberbürgermeister. Auch in Bochum haben SPD, Grüne und OB die Wahl gewonnen – trotz Haushaltssperre. In Oberhausen wurde SPD-Amtsinhaber Wehling wiedergewählt, obwohl sich im Oberhausener Rathaus mittlerweile kaum jemand mehr daran erinnern dürfte, wie Geld überhaupt aussieht.  Man hätte nur die Karten auf den Tisch legen, auf Schwarz-Gelb in Düsseldorf schimpfen und von der "Weltwirtschaftskrise" erzählen müssen, gegen die man machtlos sei, und die Sache wäre gut gegangen. Aber das hat man nicht getan. Und so hat man den Sieg verspielt.

Und als Wochen nach der Wahl, als alles schon von Wahlbetrug sprach, die Grünen der SPD anboten, einen Neuanfang zu machen und im Falle von Neuwahlen keinen eigenen Kandidaten aufzustellen und Sierau unterstützen, hat man auch das abgelehnt – und sich gleichzeitig darüber beklagt, dass die Grünen nicht in Nibelungentreue zur SPD und Sierau stehen, wenn es um die rechtliche Beurteilung der Kommunalwahl geht.

Nun ist es vorbei für Sierau – egal wie die Sache ausgeht. Eigentlich schade, er hätte ein großer OB werden können.

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9 Kommentare zu “Der verspielte Sieg

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  • #2
    Torti

    @Stefan

    Deiner Analyse kan ich leider nur zustimmen. Ein bisschen mehr Transparenz und Sierau hätte das alles retten können.
    Denn das in Bochum die menschgewordene Inkompetenz wiedergewählt wurde, zeigt das für Sierau mehr drin gewesen wäre. Tja, vergeigt….

  • #3
    ali

    Die Frage, was Sierau vorher wusste, ist freilich immer noch nicht geklärt, spielt laut Gutachter auch keine Rolle. Dass er etwas ahnte, ist klar. Aber das gilt auch für andere Politiker in Dortmund, unabhängig von der Partei.
    Dass er als OB gescheitert ist, ist übrigens eine gewagte These. Er hat durchaus eine Chance – wenn er sich selbst der Wiederholungswahl stellt. Denn er hat schon in den letzten Wochen gezeigt, dass er viel Positives bewegt hat und die Verwaltung besser im Griff hat. Bedanken kann er sich bei Vorgänger Langemeyer, deren Lügen und Tricksen nun allen zum Verhängnis wird. Er hat damit alles, was er für Dortmund erreicht hat, selbst zerstört.

  • #4
    Manfred Michael Schwirske

    Gutachten hin, Gutachten her, es gibt keinen demokratischen Grund und keine demokratische Legitimität dafür, Wahlen beliebig zu wiederholen.

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  • #6
    Arnold Voß

    Sierau wird sich, egal ob es zu einer Wahlwiederholung kommt oder nicht, sowieso wieder zur Wahl stellen müssen, wenn er die kommenden nicht als seine letzten Jahre in der Dortmunder Stadtpolitik ansieht, und das tut er mit Sicherheit nicht.Deswegen verstehe ich die Aufregung über das Gutachten nicht so ganz.

    Natürlich hätte er Größe bewiesen, wenn er sich gleich nach Langemeyers “Dolchstoß”,für Neuwahlen ausgesprochen hätte. Aber seine SPDler im Rat und in den Bezirksvertretungen hätten ihn zu diesem Zeitpunkt dafür gesteinigt und er wäre – wenn das nicht schon gereicht hätte – am Ende selbst wohlmöglich auch kein OB und damit garnichts mehr geworden.

    Das ist ein bisschen zuviel an politischem Heldentum, was da von ihm verlangt worden wäre, und das hätte sich an seiner Stelle auch keiner seiner Kritiker angetan.

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