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Die aktuelle Diskussion um ein Tempolimit auf den Autobahnen ist blödsinnig!

Freie Autobahnen bleiben in Deutschland häufig ein Wunschtraum. Foto: Wikipedia; Lizenz: gemeinfrei

Die Diskussionen sind wahrlich nicht neu, aber immer wieder äußerst emotional. Immer dann, wenn jemand ein Tempolimit für die Autobahnen in unserem Lande ins Spiel bringt, dann geht es hoch her. Logisch! Bedrohte persönliche Freiheiten gegen vorgebrachte Umweltinteressen, da kann man sich selbstverständlich in beiden Lagern herrlich in Rage reden.

Doch seien wir mal ganz ehrlich. Um so viel wie es zunächst scheint, geht es hier am Ende gar nicht. Das Ganze ist von beiden Lagern eher eine festgefahrene Grundsatzdebatte, eine Prinzipienfrage, ohne viel Auswirkung auf die Realität.

Wer beispielsweise im Ballungsraum Ruhrgebiet wohnt, der kann ohnehin kaum einmal schneller als die aktuell in der Diskussion befindlichen 120 Stundenkilometer fahren. Sei es durch bereits herrschende Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Teilstrecken, oder auch durch die traditionell katastrophale Verkehrslage hier im Westen der Republik.

Wenn man sich hier über etwas aufregen sollte, dann wäre es doch eigentlich die völlig ungenügende Verkehrspolitik der vergangenen Jahre, die uns überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht hat.

Und der vorgebrachte Umweltschutzgedanke? Der ist bei diesen Realitäten auch nicht so entscheidend, wie es einem die Befürworter eines strikten Tempolimits gerne glauben machen möchten.

Denn wann kann ein Bundesbürger denn auf der Autobahn aktuell wirklich mal so richtig nach Herzenslust Gas geben? Höchstens einmal tief in der Nacht oder an den verkehrsarmen Wochenenden, wenn die Straßenverhältnisse es wirklich ausnahmsweise einmal zulassen.

Und ist es dann, wenn die Möglichkeit wirklich einmal besteht, wirklich so furchtbar, wenn ein Fahrer diesem inneren Verlangen auch kurzzeitig einmal nachgibt? Ich habe in inzwischen 30 Jahren als PKW-Fahrer auf deutschen Autobahnen keine Erfahrungen gemacht, die dem widersprechen würde.

Diese aktuell wieder einmal aufbrandende Diskussion scheint in beiden Lagern völlig an den Realitäten auf unseren Straßen vorbeizulaufen. Vor diesem Hintergrund sind auch die dabei in die Debatte mit eingebrachten Emotionen völlig daneben.

Statt so viel Zeit und Energie für diesen ziemlich sinnlosen Streit aufzuwenden, wünschte man sich dieselbe Entschlossenheit und den gleichen Fanatismus, wenn es um die konkrete Lösung der tatsächlichen Verkehrsprobleme in diesem Lande geht.

Etliche Straßen und Brücken sind völlig marode, die Straßen entsprechen vielerorts bereits seit vielen Jahren nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Dazu hat auch der Nahverkehr eklatante Mängel, ist viel zu teuer und wird zudem immer schlechter angenommen.

Hierzu vernimmt man jedoch keine nennenswerte bundesweite Diskussion. Ab und an nörgelt mal jemand. Das war es dann aber auch. Warum engagiert sich in diesen Fragen, die wirklich entscheidende Verbesserungen der Lage herbeiführen könnten, kaum jemand mit der gleichen Intensität, wie das bei der Grundsatzdebatte rund um ein denkbares Tempolimit der Fall ist?

Wieder einmal schlicht nicht zu verstehen, was aktuell in dieser Republik so abgeht…

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19 Kommentare zu “Die aktuelle Diskussion um ein Tempolimit auf den Autobahnen ist blödsinnig!

  • #1
    Bochumer

    So ein Blödsinn. Für den Ausbau des ÖPNV kämpfen viele Initiativen und Vereine seit Jahren. Passiert halt nicht viel und die Diskussion ist auf niedrigem Niveau. Siehe deine Überschrift. Wie wäre es mal mit einem Erfahrungsbericht zum RRX von euch?

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Bochumer: Über das Tempolimit diskutiert aktuell auf den Straßen gefühlt jeder. Über den ÖPNV und andere verkehrspolitische Themen im Vergleich dazu niemand. Finde ich aus oben beschriebenen Gründen sehr schade.

  • #3
    ke

    Ein interessanter Beitrag, der auch etwas über die aktuelle Wahrnehmung von Inhalten aussagt:
    Die Arbeitsgruppe hat nach meiner Info 130 km/h vorgeschlagen. Darauf wurden u.a. von der Umwelthilfe 120 km/h ins Gespräch gebracht.

    Herr Patzwaldt spricht jetzt direkt auch von 120 km/h. Vermutlich auch, weil die Presse den Beitrag der Umwelthilfe direkt verbreitet hat.

    Warum auch immer. Beider Grenzen sind für mich nicht nachvollziehbar. Wenn ich Dortmund über Autobahnen verlasse erreiche beide Geschwindigkeiten im Regelfall nicht.

    http://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/199048/index.html

    Natürlich ist das eine weitere Nebelkerze, die eine absurde Diskussion startet, weil es in Deutschland abgesehen vom Flugzeug real kaum Verkehrsmittel gibt, die diese Geschwindigkeit dauerhaft überschreiten. Und auch Flugzeuge sind eher langsamer unterwegs als noch vor 30 Jahren. In meiner Jugend hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich im Jahr 2019 nicht zum Mond fliegen kann und auch auf der Erde im Industrieland Deutschland kaum schnell unterwegs bin.

    BTW: In Jean Pütz‘ Facebook Beiträgen mit dem aktuellen Schwerpunkt "Grenzwerte" etc. wird genau dieses Phänomen der Geschwindigkeiten in der Presse angesprochen. Es ist schon bemerkenswert, wie sich dieser kleiner Verein in die öffentliche Diskussion bringt.

  • #4
    ke

    @2 R. Patzwaldt
    Ich haben den RRX und den ÖPNV einfach abgeschrieben. Warum diskutieren/aufregen?
    Wir haben uns dermaßen ins Abseits geregelt, dass nichts mehr möglich ist. Es ist nicht davon auszugehen, dass in meinem Leben noch etwas relevantes bzgl. der Infrastruktur passiert.
    Selbst Vorzeugeprojekte wie der BER, die überall auf der Welt erstellt werden, klappen nicht mehr.
    Der RRX oder der Metrorapid sollte zur WM fahren, und Dortmund hatte schon vor Jahrzehnten einen Bahnhofsneubau in Planung. Passiert ist nichts!

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke #3: Diese Diskussion gib es doch schon seit Jahrzehnten. Sie taucht alle paar Jahre mal wieder intensiver auf. Wie hoch das dabei diskutierte Tempolimit ist, ob 120 oder 130 km/h, ist für mich dabei auch gar nicht entscheidend. Es geht um den Sinn bzw. Unsinn dieser Streitereien vor dem Hintergrund der wirklichen Probleme in diesem Bereich. Mir zumindest 😉

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke #4: Ich glaube auch nicht daran, dass sich hier in absehbarer Zeit etwas ändert. Die ganze Verkehrspolitik in diesem Lande, speziell auch in NRW, ist ein Trauerspiel. Hier bei mir vor der Nase wird seit den 1970er-Jahren die Verlängerung der BAB 45 in Richtung Münsterland geplant (B474N). Die Fertigstellung steht auch nach über 40 Jahren derzeit noch in den Sternen. Und nahezu alle Brücken rund um Waltrop herum sind marode, teilweise komplett gesperrt. Man fasst es nicht. Das Tempolimit auf Autobahnen ist da echt noch das geringste Problem in diesem Bereich 😉

  • #7
    walter stach

    Robin,
    Du weißt, daß das Thema Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Aubobahnen in Deutschland "in diesem unserem Lande emotional mindestens auf einer Stufe steht mit Themen wie Flüchtlinge, Migration, Rassismus.

    "Man" kann sich fragen, warum das in Deutschland so ist -im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn- und wird darauf mehrere Antworten finden können.
    "Man" kann sich auch fragen, ob hier exemplarisch das Verständnis der meisten Deutschland von Freiheit deutlich wird, nämlich Freiheit, die z.B. ich nur verstehe, begreife und vertrete im Ein-/im Gleichklang mit Verantwortund, die aber von vielen (von den meisten Mitbürgern ) verstanden zu werden scheint als Freiheit von jeglciher Verantwortung -sich selbst und der Gesellschaft gegenüber.
    Man könnte sich ferner fragen, ob…

    Nur ist das Stellen dieser Frage müßig und ein Streit über sie und über mögliche Antworten folglich sinnlos, denn -sh. einlieitend.-

    Ich war erstaunt darüber, daß trotzdem dieses Thema wieder in die öffentlichen Diskussion gelangt ist. Ich beteilige mich nicht daran, also nicht an einem irrationalen Spektakel.

    Was ich allerdings zumindest für erwähnenswert halte, ist die Reaktion des CSU-Bundesverkehrsministers auf die hier einschlägige (Teil-) Aussage von Experten , die dieses Gutachten für die Bundesregierung erstellt haben. Und weil sie in einem Teilbereich ihres "amtlichen Gutachtens" zu Erkenntnissen kommen, die dem CSU-Minister nicht passen, fällt dem dazu nicht Anderes ein als dieses Passagen als Unsinn abzutun und grundsätzlich "die Expertenrunde" in Frage zu stellen und di Experten zu diskreditieren . Ja, der Minster hat so noch einmal nachdrücklich klar gemacht, daß das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen in Deutschland für ihn, für seinesgleichen -für die Mehrheit "der" Deutschen" einem Diskurs nicht zugänglich ist.
    Soll ich dagegen opponieren?
    Nee, es wäre bloße Zeitvergeudung.

    Ich muß also bei jedem Überholvorgang auf einigen Autobahnen in Deutschland weiterhin damit rechnen, daß jemand auffährt, weil er mit 22o km angerast kam und ich ihn nicht, nicht rechtzeitig wahrgenommen habe. Meistens Typen, die diese Raserei brauchen, um ihre Männlichkeit demonstrieren zu können nebst der damit einhergehenden Protzerei mit z.B. ihrem SUV in der Preisklasse ab 80.000 €.

    Robin,
    es gibt sie noch, die Teilstrecken auf den Autobahnen in Deutschland, die frei sind von juristischen, aber regelmäßig auch von reallen Geschwindigkeitsbegrenzungen!

    Robin,
    ein Meinungsstreit über die Frage, ob "unser" BVB 2o19 deutsche Meiser wird, ist naheliegender als ein Streit darüber, ob es in Deutschland "alsbald" zu einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 13o km kommen könnte, die ich persönlich begrüßen würde, u.a. aufgrund regelmäßig positiver Erfahrungen in den Niederlanden , wo mittlerweile zunehmend die Regelhöchstgeschwindigkeit von 12o km durch 13o km Höchstgeschwindigkeit durchbrochen wird.
    "Geht doch" -geht überall- nur nicht hierzulande.

  • #8
    ke

    Ich ich mir die Reichweiten von E-Autos, den neuen LIeblingen der Politik, anschaue, hat sich das Thema schnelles Fahren sowieso erledigt.

    Schnell insbesondere in Kombination mit Wintertemperaturen funktioniert nicht nicht.

    https://www.focus.de/auto/elektroauto/efahrer-reichweiten-rechner-eine-unbequeme-wahrheit-so-weit-kommen-elektroautos-im-winter_id_10216885.html

    @7 W Stach:
    Das "Gutachten" ist doch ein Witz. Jeder weiß, welche Spritmengen beim schnellen Fahren vernichtet werden.
    Es ist doch eine rein politische Entscheidung, ob es eine Maximalgeschwindigkeit geben soll.
    Ich mache die Erfahrung, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung , insbesondere 30km/h nicht bedeutet, dass sie auch eingehalten wird. D.h. ich muss immer mit schnelleren Fahrzeugen rechnen. Es können ja auch Rettungsfahrzeuge etc. sein.

  • #9
    Gerd

    "Und der vorgebrachte Umweltschutzgedanke? Der ist bei diesen Realitäten auch nicht so entscheidend, wie es einem die Befürworter eines strikten Tempolimits gerne glauben machen möchten."

    Robin, denen geht es m.A. nicht um die Umwelt, sondern um die Verhinderung des Individualverkehrs.

  • #10
    Detlev Winkler

    @ke#4 100% agree
    Ich habe in der 2. Hälfte der 80er Raumplanung studiert. Diskutiert wurden seinerzeit heiss die Themen, die heute wieder aufgeblasen werden: Radverkehr verbessern, ÖPNV ausbauen. Alles richtig, eigentlich ist die Aufgabe einfach. Realitätscheck? Wo ist der Quantensprung in der Qualität, was hat sich verbessert, so dass Alternativen zum Auto wirklich nutzbar, vielleicht sogar attraktiv sind? Außer ein paar geplatzten Luftschlössern war da nix. Und solange nicht durchgreifende Verbesserungen im Angebot, Frequenz, Qualität, Komfort, Solidität und Verlässlichkeit des ÖPNV stattfinden, ist die "Verkehrswende" freundlich gesagt ein Phantom, unfreundlich gesagt eine Veräppelung aller, die auf Mobilität angewiesen sind.

  • #11
    Bochumer

    @ Robin:
    In der hektischen Schlagzeilenpresse wird die Diskussion üner ÖPNV nicht geführt, da hast du schon recht. Darüber hinaus schon und an vielen Stellen. Ich pendel ja zwischen Bonn und Köln und freue mich schon auf den RRX. Da passiert ja was, ebenso wie die vielen Bahnhofsrenovierungen, zum Beispiel in Bonn (läuft noch mit einer sehr nervigen Baustelle) und Bochum.
    Ohne intensive Diskussionen wäre da nix passiert.
    Unser Land ist nicht so schlecht, wie es die Schlagzeilen machen: "Negativ" ist halt ein Nachrichtenfaktor.

  • #12
    Thommy

    Thema verfehlt, Herr Patzwaldt. Dass man bei ruhigerer Fahrweise weniger Sprit als bei hektischer, ständig die Geschwindigkeit veröndernder verbraucht und damit natürlich auch umweltschonender fährt, ist eine Binse. Bei einem Tempolimit von sagen wir 120 oder 139 kmh fahten die Sutis schön brav wue an der Schnur gezogen nebrneinandwr und hinterenander Betreiber große Drängelei, keine Raserei, keine Lichthupen und keine riskanten Überholmanöver ,wenigwr Auffahru fölke und- Herr Pötzwald, ja,natprlich weniger Verkehrstote und Schwerdtverletzte auf Autobahnen. Immerhin 1/3 der im Jahr ca 3900 Cwrjevrdtiten und da.400.000 Verletzten geht auf überhöhte Geschwindigkeit -egal auf welchen Straßentyp zurück.

    Worüber soll man also diskutieren?

    Defensive Fahrweise schont Geldbeutel und Umwelt und schützt Leben.

    Raserei kostet Geld von der Anschaffung bis zur Unterhaltung des Pkws, ist umweltschädlicher und lebensgefährlich.

    Wie war also nochmal Ihre These und was haben Sie an diesem doch so klaren und einfachem Sachverhalt -auch ohne Statistiken einleuchtend, aber gerne liefere ich auch die- nicht verstanden?

    https://www.welt.de/politik/ausland/article153722917/Zahl-der-Verkehrstoten-in-Europa-erstmals-wieder-gestiegen.html

    Pressebroschuere_unfallentwicklung.pdf

  • #13
    Klaus Lohmann

    Und alle Diskutanten sowie der Rest der Republik ignorieren wieder einmal, dass wir faktisch-praktisch schon ein Tempo-130-Limit haben. Dies ist die sog. "Richtgeschwindigkeit" auf Autobahnen, wenn es auf einem Abschnitt keine explizite Temporegelung gibt.

    Heißt auf Deutsch: wenn Jemand dort mit Tempo 210 in die Leitplanke kracht und Schäden, evt. sogar gesundheitliche und nicht nur bei ihr/ihm selbst, anrichtet, dann sind Kfz-Versicherer nicht mehr zur kompletten Regulierung dieser Schäden verpflichtet. Viele Versicherer geben bei einer nicht unerheblichen Überschreitung dieser Richtgeschwindigkeit dem Fahrer pauschal eine 20%ige Mithaftung, auch wenn dieser am eigentlichen Unfall schuldlos sein sollte. Bei ganz groben Übertretungen kann so ein Fahrer auch komplett für alles haftbar gemacht werden.

    Da es hierbei meistens um *richtig viel* Kohle geht, ist ein Vergleich mit Strafen ala Fahrverbot und viel geringeren Bußgeldern müßig, ergo gibt es eine solche Tempogrenze schon, auch wenn kaum jemand sie zur Kenntnis nimmt. Typisch "Freie Fahrt für freie Bürger"-Land halt…

  • #14
    Ke

    #12 Tommy
    Welche hektische Fahrweise? Tempomat mit Abstandsregelung an und fertig!
    Funktioniert selbst bei meinen Autos seit Jahren zuverlässig.

    Bei den Baustellenirrgärten auf Autobahnen wird es natürlich eng, wenn gerast wird. Nur ist das Rasen dann Tempo 100.

    Überhöhte Geschwindigkeit bedeutet nicht Tempo 200.
    Um Dortmund ist alles so herunterreguliert, dass jeder Fahrer vkm Land nur staut, dass Tempo 50 auf sehr breiten Strassen mit Standspur gilt, und Tempo in der Innenstadt auch oft Raserei

  • #15
    Ke

    Überhöhte Geschwindigkeit ist bspw auch Tempo 50 in der 30er Zone. Tempo 130 würde diese Zahl wohl kaum extrem reduzieren.

  • #16
    Klaus Lohmann

    @#14: "Um Dortmund ist alles so herunterreguliert"
    Zwischen den westlichen Vororten gibt es häufig solche fast ländlich anmutende, Baum-gesäumte breite Straßen. Auf einer dieser Straßen mit ebenso breiten Standstreifen, auf der Tempo 70 gilt, gab es vor einem Jahr innerhalb von gut 4 Monaten zwei Unfälle mit Schwerstverletzten, die beide auf überhöhte (also noch mehr als 70 km/h) Geschwindigkeit zurückzuführen waren.

  • #17
    ke

    @16 K Lohmann:
    Das zeigt doch nur, dass überhöhte Geschwindigkeit auch bei geringeren Höchst-Geschwindigkeiten vorkommt. Über die genauen Ursachen kann nur spekuliert werden. Würden diese Unfälle mit bspw. Tempo 30 verhindert? Auch dann kann schneller gefahren werden, wenn der Fahrer es will.
    Geschwindigkeit ist auch nicht das Problem, es ist unangepasste Geschwindigkeit.

    Die Physik kann man nur schlecht austricksen, aber wer will Tempo 5, um Todesfälle zu vermeiden?

    Die Diskussion kam doch auch jetzt eher aus Klimaschutz-Gründen, dem Totschlagargument der 2010er Jahre, auf.

  • #18
    Klaus Lohmann

    @#17: Die jetzigen "Hüter des Tempolimits Richtgeschwindigkeit", also die Versicherer, sehen den Hauptgrund für ein gesetzliches Tempolimit auf Autobahnen weiterhin in den Unfall- und Opferzahlen durch unangepasste Geschwindigkeit, insbesondere wg. der immer größer werdenden Geschwindigkeitsdifferenz auf den verschiedenen Autobahnspuren. Proll und Protz gegen Vernunft und Umsicht passt immer weniger zusammen.
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/polizeigewerkschaft-und-versicherer-fuer-tempolimits-16001643.html

    Der Umweltschutz spielt in der aktuellen Diskussion – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle.

  • #19
    walter stach

    Klaus Lohmann -18-
    danach könnte es, wenn überhaupt, evtl. doch noch wider meine Erwartungen eine Chance geben, daß Deutschland sich der europaweit geübten Praxis anschließt, und für die Autobahnen die Höchstgeschwindigkeit generell auf 13o km begrenzt, nicht weil so von der Mehrheit der Menschen gewünscht, und durchgesetzt, auch nicht etwa, weil CDU/CSU/SPD sich dank eigener Einsichten gegen den Widerstand der Auto-Lobby durchsetzen könnten, sondern weil die Versicherungswirtschaft dieses durchsetzen könnten . Um um das zu erreichen, hätte sie einige Mitteln und Möglichkeiten.
    Ich baue allerdings als Befürworter der 13o km Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auch darauf nicht. Also -sh.-7-.

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