Die Kinder von Berlins unseriösesten Managern beschweren sich

Wenn aus Werbung Satire wird

Berlin hat ein Problem. Nein, Berlin hat viele Probleme. Aber eines ist die S-Bahn. Darüber hab ich was gelesen. Auch im Blog Frontmotor. Und der Herausgeber, Frank Muschalle, hat jetzt Ärger bekommen.

Frank wohnt in Berlin und betreibt das Blog Frontmotor. Regelmäßigen Leser des Ruhrpiloten kennen  Frontmotor – ich verlinke immer mal wieder dorthin. Und vor ein paar Monaten hat Frank einen Artikel mit der schönen Überschrift „Berlins unseriöseste Manager“ geschrieben:

Berlins unseriöseste Manager

Welche Gefühle der Anblick dieser Person (gemeint ist Hartmut Mehdorn) derzeit in Fahrgästen von ICEs und der S-Bahn Berlin auslöst, kann ich nur vermuten. Ob er in Wilmersdorf derzeit ruhige Stunden erlebt, weiß ich nicht.

Es folgte eine Aufzählung der bekannten Bahn-Versager: Angefangen beim damaligen Bahn-Chef Mehdorn stellt er einmal alle vor, die für das Bahn Chaos in Berlin verantwortlich sind. Schließlich kam Frank zu einem Herrn Hänisch:

„Das sind die Vorstände der DB Netz, die Personal abgebaut haben, das früher zugefrorene Weichen befreit hat. Früher war das übrigens nicht so oft nötig, da die Weichen elektrisch beheizt waren. Die Vorstände befanden, es sei billiger, Passagiere in einem ICE oder einer S-Bahn warten zu lassen, als ständig Stromrechnungen zu bezahlen. Die Herren heißen mit Namen: Oliver Kraft (Vorstandsvorsitzender) und Ralph-Peter Hänisch (Vorstand Produktion)“

Und Hänischs Sohn Benjamin ist jetzt böse:

Franks Fehler war: Er nannte das Verhalten der Bahnverantwortlichen unseriös. Genauer: „Berlins  unseriöseste Manager“. Sozusagen in der Tradition der früheren Manager der Bankgesellschaft.

Da gingen bei Hänischs Sohn Benjamin die Signale auf rot. Zwar mit einer Verspätung von einem halben Jahr, aber wann ist die Bahn schon mal pünktlich?

Ein Herr Hänisch beschwerte sich bei Paperblog, mit denen Franks Blog verbunden ist. „Beleidigend und diffamierend“ sei sein Beitrag und Hänisch verwies aufs Strafgesetzbuch und das Telemediengesetz. Paperblog prüfte den Beitrag nochmal, kam aber zu einem anderen Schluss. Frank auch: „Für den Fall, dass sich einer Bahnvorstände mal bei mir meldet, hätte ich das in Form einer Entschuldigung – Blumenstrauß oder ICE-Krawattennadel- erwartet. Für all das erlittene Leid in vollen Zügen und zugigen Bahnhöfen. Aber nein. Wenn man sie wissen
lässt, dass man von ihnen Qualität fürs Geld erwartet, fühlen sie sich provoziert und beleidigt.“ Frank entschied sich trotzdem dazu, den Beitrag bei Paperblog löschen zu lassen. „Die meisten Leser hat der Beitrag längst gehabt. Im Dezember 2010. Wozu Paperblog Ärger einhandeln, auch wenn sie auf der sicheren Seite stehen.“

Darüber bloggte Frank abermals. Allerdings in dem fatalen Irrglauben, er habe es direkt mit dem Vorstand zu tun gehabt. Darüber klärte ihn Sohn Benjamin dann auf:

Werter Herr Muschalle,

Zunächst hat nicht der „Bahnvorstand Hänisch“ sonder ich, sein Sohn, die Löschung des Beitrag beantragt, weil Sie einfach Unwahrheiten über meinen Vater geschrieben haben. Hier schreiben Sie schon wieder Unwahrheiten. Also würde ich Sie bitten diesen Beitrag zu entfernen.

Beste Grüße Benjamin Hänisch

Diese Bahn brechende Gegendarstellung nahm Frank in seinen Blog auf.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht im Betriebsablauf

 

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32 Kommentare

  1. #1 | Frank sagt am 5. Juli 2011 um 18:36 Uhr

    @Stefan: Großen Dank für Euren Support. Ich halt Euch auf dem Laufenden..

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 5. Juli 2011 um 18:38 Uhr

    @Frank: Danke für die schöne Geschichte 🙂

  3. #3 | teekay sagt am 5. Juli 2011 um 18:55 Uhr

    Notiz an mich selber: Es gibt immer noch Leute die wirklich keine Ahnung haben, wie das Internet funktioniert. Einem ’08/15′ Bahnkritik-Artikel der ca. 6 Monate alt ist wieder Leben einzuhauchen-also das ist eine starke, sehr serioese Leistung die selbst professionellen Medienleuten seltenst gelingt!

  4. #4 | Steff sagt am 5. Juli 2011 um 20:03 Uhr

    “Berlins unseriöseste Manager“

    Die Überschrift ist beleidigend und diffamierend. Den Artikel werde ich deshalb auch nicht lesen. Wer schon so anfängt, hat mehr Schaum vorm Mund als den Willen über etwas sachlich zu informieren. Wer solche Überschriften nötig hatte, sollte überlegen, ob er einen Boxkurs besucht, um das seine Aggressionen loszuwerden. In der Öffentlichkeit stehende Personen ins Visier zu nehmen und mir der Masse zusammen mal richtig Dampf abzulassen gegen „die Manager“ garantiert allerdings Applaus in dieser Gesellschaft, während beim Boxen fraglich ist, ob Leistung genug erbracht werden kann, um an Applaus zu kommen. Vermutlich eher nicht, denn für Sportlichkeit sprechen solche Überschriften nicht.

    Einfach nur gähn solche populistischen Profilversuche auf Kosten anderer und ich würde ne höheren Betrag drauf verwetten, dass in dem Artikel nichts über den Gewinn der Bahn steht und darüber, wie viel sich die Politik – durch den Staat als Aktionär – davon abgreift und ob dies dazu führen könnte, dass die Bahn einfach an zu vielen Stellen sparen muss.

    Erbärmliche solche Artikel und wäre ich Sohn von dem Herrn, kann ich die Reaktion verstehen, auch wenn ich sie insofern nicht nachvollziehen kann, da doch offensichtlich ist, dass der Verfasser des Artikels kein Grenzempfinden hat und damit auch nicht erkennen kann, dass er einfach nur schlechtes Benehmen an den Tag legt, mit solch Überschriften.

    Auch werde ich den Beitrag über das Anschreiben des Sohnes nicht lesen. Ist doch klar, dass der Verfasser dies nutzen wird, noch mal die Sau rauszulassen.

    Armes Deutschland, denn sind doch Blogs ein Stück weit Indikator der Diskussion(un)kultur.

    Stefan, kann echt nicht verstehen, wie Du hier Applaus spenden kann. Cool ist das nicht, einfach nur schlechtes Benehmen ist das und das so billig, weil der Applaus bei gegen die da oben doch immer gewiss ist.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 5. Juli 2011 um 21:22 Uhr

    @Steff: Wer, wie die Bahn-Manager, seinen Kunden jedes Jahr erzählt, wie überrascht er durch die Tatsache ist, dass es im Sommer warm und im Winter kalt ist, wer jedes Jahr erneut verdutzt feststellt, das im Herbst die Blätter fallen, sollte nicht zu sensibel sein.

  6. #6 | CyberPunk sagt am 5. Juli 2011 um 23:35 Uhr

    @Steff: Du musst Stefan Laurin aber auch zugute halten, das er nichts über die Gehälter der „unseriösen“ Bahnmanager schreibt, und damit wie viel Kohle diese sich einverleiben, wenn du ihm schon vorwirfst das er nicht über die Kohle schreibt die der Staat sich einverleibt.

  7. #7 | Arnold Voss sagt am 6. Juli 2011 um 06:26 Uhr

    @Steff

    Kann es sein, dass sie in Berlin sehr selten S-Bahn fahren und im Winter garnicht? Ja dass sie überhaupt wenig Bahn fahren?

  8. #8 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 09:22 Uhr

    @Stefan

    Aha, und deshalb hat er kein Recht mehr darauf, dass man ihn nicht beleidigt?

    Stefan, diese Argumentation kannst Du doch selbst nicht ernst nehmen oder ist es wirklich Deine Auffassung, dass jemand, der nicht so spurt, wie andere es gerne hätte, an den Pranger gestellt werden darf und Beleidigungen hinnehmen muss.

    Ich gehe aber auch wie Du davon aus, dass es nicht juckt. Micht würde es nämlich auch nicht jucken, wenn jemand so ausfallend gegen mich wird. Der beschämt damit nur sich selbst und keinen anderen und die, welche so ein Gepoltert toll finden, sind eh nicht wirklich relevant.

    @Arnold Voss

    Ich bin eine Weile regelmäßig Bahn gefahren. Nachdem ich aber – im Winter – zwei Male auf „offener Flur“ in der Pampa ausgesetzt wurde und Stunden beschäftigt war, mit Bussen etc. an mein Ziel zu kommen – ohne dass die Bahn auch nur eine Durchsage machte, wie wir nun weiterkommen – habe ich Bahnfahren weitestgehend eingestellt.

    Nur was hat das damit zu tun, dass ich es als ganz schlechten Stil empfinde, mit solchen Überschriften zu arbeiten? Das kann man sachlich vortragen, was einem nicht passt und muss nicht die unterste verbale Schublade greifen.

    Vor allem ist es so feige, weil klar ist, der andere schießt nicht zurück und entsprechendes Klientel wird wie auf mittelarlterlichen Markplätzen die Pöbeleien bejubeln.

    @CyberPunk

    Neidisch?

    Da sind Sie in zahlreicher Gesellschaft, denn gerade deshalb freuen sich ja die ganzen kleinen Männer, wenn die Manager da oben, die alle fettere Autos fahren als sie selbst, mal so richtig einen drauf kriegen. Da freut sich das Herz des kleinen Mannes, wenn sie als schlechtestes Manager bezeichnet werden, fühlt man sich doch so mal überlegen. Gell?

  9. #9 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 09:30 Uhr

    @Steff: Ich fand die Idee von Frank sehr gut, den Peinlichkeiten der Bahn in Berlin Namen und ein Bild zu geben. er har Verantwortliche benannt. Und wer nicht will, dass er zur Verantwortung gezogen wird – auch öffentlich – sollte keinen Job mit Verantwortung übernehmen.

  10. #10 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 09:38 Uhr

    @Stefan, dass Du das toll findest, hatten wir ja sogar am Telefon. Ich finde es unterste Schublade und es stößt mich ab. Ich lese so etwas nicht. Denn ich will nicht Publikum sein von jemandem, der meint ein Recht zu haben, andere beleidigen zu können etc.

    Da befinde ich mich aber – gottlob – in Mehrheitsmeinung, denn wäre es anders, hätten wir hier die Diktatur des Pöbels.

    Sorry, aber ich habe die Leute gefressen, die meinen, der Zweck heiligt die Mittel und dass bestimmte Grenzen nur bei denen gelten, die sie als würdig dafür befinden. Und die, welche nach deren Meinung das Einhalten von Grenzen nicht verdient haben, sind sozusagen vogelfrei.

    Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Die gelten für alle oder gar nicht. Ein bißchen Würde, nämlich für die, bei denen ich denke, die haben es verdient, und bei den anderen halt nicht, funktioniert nicht. Entweder habe ich Respekt vor dem Menschen an sich oder eben nicht.

    Das ist wie bei PI. Bei denen haben auch nicht alle das Recht auf Würde. Wer so agiert ist für mich unglaubwürdig. Ob sich das gegen Moslems, Claudia Roth oder eben Manager richtet ist für mich hierbei völlig irrelevant. Wer Grenzen nicht einhält, hat für mich jede Glaubwürdigkeit verspielt.

  11. #11 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 09:42 Uhr

    Und den Sohn jetzt hier noch zu versuchen lächerlich zu machen – ich habe die Artikel immer noch nicht gelesen, was ich aber in Deinem las, reicht mir – ist Mittelalter pur. weil es der Sohn eines Managers ist, hat er auch gleich allen fairen Umgang nicht verdient. Hier könnte man jetzt philosophieren, dass die Abstammung rechtelos macht, Rechte verwirkt sind, nur weil das angebliche falsche Blut, nämlich das eines Managers, in den Adern fließt. bißchen weit hergeholt, aber schon vom Prinzip her treffend und einfach nur unanständig von dem, der so agiert oder das auch nur legitim findet.

  12. #12 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 09:45 Uhr

    @Steff: Ich halte „unseriös“ für eine zutreffende Beschreibung, nicht für eine Beleidigung. Seriös wäre es als Unternehmen die eigenen Probleme einzugestehen und den Kunden zu erklären, wie es zu diesen Problemen gekommen ist. Und sich von den Verantwortlichen zu trennen und das Unternehmen so umzubauen, dass die Probleme künftig wenigstens seltener auftreten. Nicht seriös ist es sich jeden Winter hinzustellen und zu sagen: „Mein Gott, wir haben Schnee. Eine vollkommen neue Situation für die Bahn.“ Nicht umsonst habe ich die Geschichte mit einem alten Werbeplakat der Bahn illustriert. Zu sehen ist ein Zug im Schnee – das Wissen um den Winter scheint bei der Bahn also einmal vorhanden gewesen zu sein.

  13. #13 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 09:46 Uhr

    @Steff: Der Sohn hat sich an Frank gewandt. Er setzte ein – relativ kleines – Blog unter Druck. Das sich dann ein etwas größeres Blog einmischt ist gute Tradition. Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts zu suchen.

  14. #14 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 09:53 Uhr

    Genau das meine ich. Der darf nichts dazu sagen und wenn er was sagt, muss er wegen seines Vaters damit rechnen, gleich mit niedergemacht zu werden. Hinnehmen und schweigen, weitere Rechte gibt es nicht. Beleidigungen müssen halt hingenommen werden, weil der Vater nicht für einen Service sorgt, den Verfasser gerne hätte. Weil das so ist, zum Abschuss freigegeben und Grenzen zählen nicht mehr.

    Mal ganz unabhängig davon, dass die Deutsche Bahn zahlenmäßig ein Erfolg ist und weltweit als höchst profitables Unternehmen gilt und damit die Bezeichnung „schlechteste Manager“ offenbarend ist. Differenzieren nicht mehr erforderlich, weil ja ein Manager.

    Das ist vor allem deshalb so krank, weil die 10 % – ich meine sogar, es seien nur 2% – der Topverdiender über 80 % unserer Einkommensteuer aufbringen. Also die, auf die hier rumgehackt wird, nur weil sie mehr verdienen, den Laden am laufen halten. Aber der kleine Mann findet es halt ungerecht. Mehr als 40 Stunden will er nicht arbeiten, die Wochenenden müssen frei sein, aber dennoch ist es ja sooo ungerecht, was andere verdienen und daher immer druff ohne Differenzierung und je härter um so besser.

    Das ist wie bei PI. Da sind die Moslems an allem schuld und daher immer druff auf die.

    Macht von der totalitären Denke her keinen Unterschied. Ressentimenets gegen Gruppe, die dazu führen, dass man diesen weniger Rechte zubilligt.

  15. #15 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 09:57 Uhr

    @Steff: Falsch. Er soll sich beschweren. Aber nicht mit Druck sondern in den Kommentaren. Und wenn er Recht hat, wird Frank gegen ihn in der Diskussion kein Bein auf den Boden bekommen und seinen Artikel von alleine ändern. Und für den Fall dass Frank das in diesem Fall nicht tun würde, wäre seine Glaubwürdigkeit dahin. Aber wenn der Sohn keine guten Argumente hat ausser Druck…

  16. #16 | J.K. sagt am 6. Juli 2011 um 10:02 Uhr

    Es gibt auch verbale Gewalt, Stefan. Das weißt Du doch, oder? Und wer sich besser ausdrücken kann, hat nicht immer recht.

  17. #17 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 10:04 Uhr

    Genau. Dieser Frank darf pöbeln, weil der Zeck heiligt die Mittel, aber der Sohn soll sich an Spielregeln und darf sich nicht mit allen Mitteln zu Wehr setzten. Das dürfen nur die Franks, weil die doch in der guten Sache unterwegs sind.

    Wie gut, dass diese Franks hier nichts zu sagen haben, sonst hätten wir das nächste totalitäre Regime, in dem nur wenige Rechte haben, nämlich nur Franks Gesinnungsgenossen und der Rest muss sich fügen.

  18. #18 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 10:09 Uhr

    @Steff: Komm mal runter. Es geht hier nicht um die Rettung der Demokratie sondern um Bahn-Manager die im Job versagt haben. Und Frank hat ihnen Namen und ein Gesicht gegeben. Wie gesagt: Wer mit sowas nicht klar kommt sollte keinen Job annehmen, in dem er Verantwortung übernimmt.

  19. #19 | Steff sagt am 6. Juli 2011 um 10:32 Uhr

    @Stefan

    Genau, wie auch Politiker alles ertragen müssen und dann wundern sich bestimmte Personen, warum kein Mensch mehr in die Politik geht und warum Manager sich hinstellen und sagen, das Wetter war schuld…klar, mit Wahrheiten kann man in diesem Lande ja echt punkten und muss nie riskieren, der Meute zum Fraß vorgeworfen zu werden.

    Und ja, ich rege mich über so ein Gebahren auf, weil ich es einfach unanständig finde. Es ist nicht nur unanständig, es ist auch feige, auf andere drauf zu hauen in der Annahme, nichts zurück einstecken zu müssen – weil man ist ja kein herausragender Manager – und wie die Reaktionen dann ausfallen, wenn jemand zurück schlägt, kann man ja Deinem Beitrag hier entnehmen.

    Wie kommst Du überhaupt drauf, dass jemand, der Verantwortung in so einem Job übernimmt kein Recht mehr auf Persönlichkeitsschutz hat und sich Beleidigungen gefallen lassen muss. Wie kommst Du drauf, dass Frank ein Recht hat, andere zu beleidigen und zu diffarmieren? Dass Du sogar so weit diese Rechte siehst, dass die betroffenen Personen damit zu rechnen haben?

    Ich sehe das anders. Keiner muss sich beleidigen lassen und keiner hat mehr Rechte als andere. Und die nehmt Ihr Euch heraus, indem Ihr meint, ein Recht zu haben, so zuschlagen zu dürfen.

    – und seid empört, dass der Sohn sich wehrt, indem er nicht nur einen Komentar in Euren Komentarspalten schreibt.

    Stefan, das ist ein Messen mit zweierlei Maß, das einfach unanständig ist.

    So, und jetzt klinke ich mir hier aus. Denn offensichtlich hat es keinen Zweck und Du bleibst dabei, dass Frank ein Recht dazu hat, Grenzen zu überschreiten, weil er sich über etwas ärgert.

    Daher noch abschließend. Ich schlage drei Kreuze, dass dieser Frank in der Minderheit ist, sonst hätten wir Anarchie hier, in der das Recht der am lautesten Pöbelnden gelten würde.

    Herzliche Grüße

  20. #20 | Stefan Laurin sagt am 6. Juli 2011 um 10:51 Uhr

    @Steff: Das Wetter ist nicht schuld. Es wurde in die falsche Technik investiert und an der Qualität gespart. Und dafür sind Leute verantwortlich. Und die Verantwortlichen verstecken sich hinter dem Wetter. Und das ist nicht seriös. Ausserdem haben wir bislang weder einen Mangel an Politiker noch an Managern. Ich besorg dir innerhalb von zehn Minuten für jede Partei drei die in den Bundestag wollen. Und die nicht schlechter oder besser sein werden als die Leute, die da heute sitzen. Es fehlen Ingenieure und Techniker.

  21. #21 | crusius sagt am 6. Juli 2011 um 12:36 Uhr

    Zur Sache: Die Krise der Berliner S-Bahn kommt den Mutterkonzern, die Deutsche Bahn AG, immer teurer zu stehen. So hat die hauptstädtische Nahverkehrstochter im Vorjahr ein Rekorddefizit von 222,2 Millionen Euro eingefahren, gab S-Bahn-Chef Peter Buchner am Montag bekannt. Mit dem Fehlbetrag aus dem Jahr 2009 summieren sich die Verluste in den vergangenen zwei Jahren auf deutlich über 300 Millionen Euro, die von dem bundeseigenen Unternehmen in vollem Umfang getragen werden müssen.

    Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1677318/Probleme-mit-Zugflotte-sorgen-fuer-Rekordeinbussen.html

    Zur Schmähkritik: „Eine Meinungsäußerung wird nicht schon wegen ihrer herabsetzenden Wirkung für Dritte zur Schmähung. Auch eine überzogene und selbst eine ausfällige Kritik macht für sich genommen eine Äußerung noch nicht zur Schmähung. Eine herabsetzende Äußerung nimmt vielmehr erst dann den Charakter der Schmähung an, wenn in ihr nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht (BVerfGE NJW 1991, 95–97 = BVerfGE 82, 272–285).“

    So ist das nun mal in einer Demokratie.

  22. #22 | Anna sagt am 6. Juli 2011 um 13:17 Uhr

    @Steff
    1. Die DB ist ein Verlustunternehmen
    Die Bahn macht real keine Gewinne, sondern von der Quersubventionierung durch den Staat, bleiben zum Schluss noch ein paar Euros übrig.
    D.h. die Bahn ist ein Verlustunternehmen.
    2. Anarchie ist nicht gleich Chaos, sondern eine politische Utopie.

  23. #23 | J.K. sagt am 6. Juli 2011 um 14:45 Uhr

    @Crusius: Es ging auch um den Ton dem Sohn gegenüber. Dieses „Wir verhauen jetzt dem Reichen seinen Sohn“-Gegröhle. Und dieses „Demokratie“-Argument hört man komischerweise selten von Demokraten, sondern oft eher von, sagen wir, Verbalinjuriern.

  24. #24 | frauU sagt am 6. Juli 2011 um 15:04 Uhr

    „Unseriöser Arbeitskampf
    Nichts ging mehr am Morgen bei der Bahn. Durch den Warnstreik der Lokführer blieben viele ICE- und Regionalzüge sowie S-Bahnen stehen. Die Verspätungen können noch bis zum Abend dauern. Die Bahn kritisiert: Der Streik sei widersinnig und unseriös.“ (ZDFheute)
    @Steff: Das ZDF und die Bahn kann aber auch ganz schön „pöbeln“, oder?

  25. #25 | Arnold Voss sagt am 6. Juli 2011 um 16:19 Uhr

    @ Steff # 14

    „Mal ganz unabhängig davon, dass die Deutsche Bahn zahlenmäßig ein Erfolg ist und weltweit als höchst profitables Unternehmen gilt und damit die Bezeichnung “schlechteste Manager” offenbarend ist. Differenzieren nicht mehr erforderlich, weil ja ein Manager.

    Das ist vor allem deshalb so krank, weil die 10 % – ich meine sogar, es seien nur 2% – der Topverdiender über 80 % unserer Einkommensteuer aufbringen.“

    Darf ich die Zahlen ein wenig korregieren:

    2006 waren es 25% der Steuerzahler die 80% der Einkommenssteuer aufbringen. Dieses Verhältnis wird sich in den letzen 5 Jahren nicht allzusehr verändert haben. Gut 8% der Steuerzahler haben allerdings in diesem Jahr 50% der Einkommensteuer aufgebracht.

    Beide Zahlen sagen allerding weitaus weniger über die persönliche Leistung der Steuerzahler als über die Einkommensverteilung aus. Die Mehrzahl der Deutschen verdient schlicht so wenig, dass sie entsprechend auch wenig(er) Steuern aufbringen kann.

    Siehe als Quelle:

    https://grundgesetz.wordpress.com/politik/die-ministerien/wirtschaft-und-finanzen/einkommensverteilung-in-deutschland/

  26. #26 | crusius sagt am 6. Juli 2011 um 16:46 Uhr

    @23

    1. Ich bin Demokrat. „Lupenrein“. 🙂

    2. Wenn es rein zufällig um diesen Benjamin Hänisch gehen sollte, ist der allem Anschein nach schon groß und weiß, was er tut, wenn er sich unter Wedeln scheinbar einschlägiger Gesetzbücher in die Öffentlichkeit begibt.

    3. Ich bin mir sicher, daß der Autor Hr. Haenisch senior nicht als „dunkel, halbseiden, undurchsichtig, unsauber, liederlich, lose“ hat darstellen wollen (https://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www?Wort=unseri%F6s&site=1&cs=1&x=0&y=0). Insofern wird er vermutlich eingesehen haben, daß seine Wortwahl unglücklich war. Ob aber Hr. Haenisch junior mit Einschätzungen wie „inkompetent“, „überfordert“, „in säkularem Ausmaß erfolglos“ usw. zufriedener gewesen wäre, möchte ich mal bezweifeln. Noch eine Zahl zur Ergänzung: Der Umsatz der S-Bahn im Jahr 2008 (die aktuellste Zahl, die ich gerade mal auf die Schnelle finden konnte) betrug 559 Mio Euro.

  27. #27 | Steff sagt am 7. Juli 2011 um 12:57 Uhr

    @Stefan

    „Das Wetter ist nicht schuld. Es wurde in die falsche Technik investiert und an der Qualität gespart. Und dafür sind Leute verantwortlich. Und die Verantwortlichen verstecken sich hinter dem Wetter. Und das ist nicht seriös“

    Ja, unter anderem die Politik, die als Hauptaktionär horrende Dividenden beschließt, die für andere Sachen fehlen. Von der Bahnverantwortlichen kann das keiner öffentlich sagen, ebenso wie bei anderen Staatsunternehmen, da sich die Manager in dieser über-regulierten Märkten mit der Politik gut stellen müssen. Ist die Bahn kein Einzelfall. Aber auch darüber hinaus hört man aus der Wirtschaft selten was. Weil die es sich mit der Politik nicht verscherzen können.

    Und wenn dann noch Journalisten ausschließlich auf der Bahn rumhacken, anstatt die Politik zu fragen, wie es sein kann, dass auf der einen Seite hohe Renditezahlungen verlangt werden und im gleichen Atemzug verlangt wird, dass Gelder in Wartung gesteckt werden, fragt man sich, ob Journalisten sich verarschen lassen wollen oder ob die einfach nicht sehen, was da abgeht. Reine Heuchelei.

    Gottlob gibt es unter den Politikern dann doch noch mal welche, die das ansprechen und fordern, dass der Bund auf die hohen Zahlungen verzichtet, dass die Bahn mehr in Wartung stecken können. Leider gehen darauf Journalisten nicht gern ein, so dass man es nur als Randmeldungen findet.

    Aber es bringt halt mehr Quote, beim gruppendynamischen Bahn-Bashing gegen die ausbeuterischen Kapitalisten mitzumachen als zu hohe Zahlungen an den den nimmer satten Staat anzuprangern.

    „Ausserdem haben wir bislang weder einen Mangel an Politiker noch an Managern. Ich besorg dir innerhalb von zehn Minuten für jede Partei drei die in den Bundestag wollen. Und die nicht schlechter oder besser sein werden als die Leute, die da heute sitzen. Es fehlen Ingenieure und Techniker.“

    Frage nur, wer die drei oder vier sind. Wenn man sich die Mitgliedszahlen der Parteien anschaut, müßte jedem Angst und Bange sein, wie aus diesem kleinen Pool herausragender Nachwuchs gewonnen werden soll. Der gut Nachwuchs geht überwiegend lieber in die Wirtschaft. Verständlich, da bekommt man wenigstens richtiges Geld dafür, dass die Meute über einen herfällt. Und wenn man sich manchen Spitzenpolitiker anschaut, dann sieht man auf einen Blick, in der Wirtschaft wäre es nichts mit der Karriere geworden….aber das Volk hat halt nur die Politiker, die es verdient. – das war jetzt etwas pauschal. Selbstverständlich gibt es auch fähige Köpfe unter den Politikern, aber die große Masse würde – und wurde t.w. auch nicht – in der Wirtschaft mit deutlich weniger herausragenden Positionen bedacht…und das nicht ohne Grund.

  28. #28 | Helmut Junge sagt am 7. Juli 2011 um 14:00 Uhr

    Es gibt ja noch genügend Staaten, in denen Kritik von Unten an führenden Persönlichkeiten verboten ist.
    Die Wirtschaft ist dort aber meist nicht so gut entwickelt.
    Das wäre hier auch der Fall, würden wir uns so verhalten, wie Herr oder Frau Steff es gerne hätte.
    Meiner persönlichen Meinung nach, wird immer noch viel zu selten kritisiert, was in Managerkreisen so gemacht wird.
    Und wie laut sollte Kritik dieser Art denn bitteschön sein?
    Sollte die persönliche Meinungsfreiheit nur dann gelten, wenn sie nicht laut geäußert wird? Gedanken sind frei? Aber sagen darf man nichts?
    Nebenbei: Seriös bedeutet soviel wie „ernsthaft, vertrauenswürdig, gediegen“.
    Solche Attribute muß man sich aber erst mal verdienen! Damit kommt niemand auf die Welt. Es ist kein Grundrecht, so eingestuft zu werden.
    Bevor ich jemanden „Seriösität“ attestiere, muß ich schon einige positive Infos über diese Person gesammelt haben.
    Wenn da wieder und wieder nichts kommt, aber dafür negativ Bewertbares in wichtigen Zusammenhängen, dann bewerte ich auch die verantwortliche Person als „nicht ernsthaft“, „nicht vertrauenswürdig“, „nicht gediegen“, also als unseriös.
    Genau das hat m.E. Frank Muschalle getan.
    Nur, Politiker haben gelernt, nicht darauf zu antworten, weil sie schnell aus dem Gerede herauswollen. Manager müssen zu dieser Problematik noch Erfahrungen sammeln.
    Und so, wie sich die Möglichkeiten der persönlichen Meinungsäußerungen durch das Internet verbessern, werden sie auch noch genügend Gelegenheiten bekommen, diese Erfahrungen zu machen.

  29. #29 | Christian sagt am 7. Juli 2011 um 16:30 Uhr

    @Stefan: #15 Dazu sollte gehören das der Autor kritische Beiträge auf seinem Blog auch veröffentlicht.
    Genau dies tut F.M. eben nicht. eine kritische Auseinandersetzung ist also nicht gewünscht oder nur in einem Maße wie dem Herrn Muschalle gefällt.

  30. #30 | Helmut Junge sagt am 7. Juli 2011 um 22:42 Uhr

    Selbst wenn Frank Muschalle sein Forum für eine kritische Auseinandersetzung nicht öffnen sollte, was ja nicht geklärt ist, weil der Betroffene Manager sich ja nicht selber wehrt, ist seine Kritik in einer Linie mit Oggers „Nieten in Nadelstreifen“ zu sehen. Auch Ogger hat nur die Diskussion angeregt, ohne ein zweites Buch zu veröffenlichen, in dem die Manager zu Wort kamen.
    Können die sich nicht mal mehr persönlich wehren?
    Sind die nicht mehr fähig zu erklären, warum sie Entscheidungen fällen?
    Ich bin überzeugt, daß dies genau der Fall ist.
    Wenn aber nicht mal die Mächtigen ihre Handlungen begründen können, warum soll das dann ihr Kritiker tun müssen?
    Fragen über Fragen.

  31. #31 | Katharina sagt am 8. Juli 2011 um 10:15 Uhr

    Alle reden vom Wetter, nur wir nicht.

    Das waren noch Zeiten.
    Zuverlässig und pünktlich war die Deutsche Bahn.
    Bis irgendjemand die IDEE hatte, an die Börse zu gehen. War es Mehdorn?
    Dollarzeichen und Gewinnmaximierung in den Augen.
    Von da an ging´s bergab.
    Ich habe ja kein Auto, fahre viel Bahn, rede mit dem Personal.
    Die älteren Schaffner sind unglücklich, weil sie die besseren Zeiten kennen.
    Sie freuen sich auf die Pensionierung, denn wie sie heute mit den Fahrgästen umgehen müssen, macht sie nicht glücklich und zufrieden.
    Die jungen Bediensteten der Bahn wissen es nicht besser, haben oft keine Ahnung, wie man mit Fahrgästen, Menschen umgeht.
    Gibt ja genug bekannte Beispiele dafür.
    Wenn die Bahn sich nicht auf ihre eigentliche Aufgabe zurückbesinnt, bleibt
    der Missstand oder verschärft sich noch. NULL Ahnung.
    Bei dieser miserablen Bahnstrategie wundert es ja niemanden, wenn die Menschen beim Autofahren bleiben.
    SCHADE für die UMWELT.
    Hätte es lieber, wenn Bahn+ ÖPNV weiter positiv ausgebaut würden, d.h.
    auch an die Pendler zu denken und auf deren Bedürfnisse einzugehen.
    Die Autos wären dann nicht mehr so nötig, um flexibel zu sein.
    Aber das ist ein anderes Thema.

    In der Bahn sitzend, läßt sich ein schönes Buch lesen oder man schaut in den Himmel, um seine Augen zu entspannen oder man hat die Gelegenheit,
    schöne Landschaften oder schöne Architektur zu sehen.

    Gute Fahrt

  32. #32 | Unseriöseste Manager und die EU-Google-Zensur | Ruhrbarone sagt am 13. Januar 2016 um 16:55 Uhr

    […] hat einen Artikel der Ruhrbarone aus ihrem Suchindex gestrichen. Der Ruhrbarone-Artikel „Die Kinder von Berlins unseriösesten Managern beschweren sich„ befasste sich mit Versuchen, das Berliner Blog Frontmotor zum Schweigen zu bringen, […]

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