Update IV: Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze – SPD/Innenminister Jäger reagiert

Logo eines Flugblatts, dass auf der Site der Duisburger Linkspartei zum Download angeboten wird.

Die Linkspartei in Duisburg gehört zu den antisemitischsten Kreisverbänden der Partei in Deutschland.   Ein Flugblatt, in dem Hakenkreuz und Davidstern zusammenwachsen zeigt die Erbärmlichkeit der Partei. Einen Link zu einer Seite auf der man Hitlers „Mein Kampf“ runterladen kann komplettierte das Hetzangebot. Ich habe Strafanzeige erstattet. Die Linkspartei hat den Link entfernt. Die SPD Duisburg hat durch ihren Vorsitzenden, NRW-Innenminister Jäger, reagiert.

Die Linkspartei in Duisburg ist eine Brutstsätte des Antisemitismus: Der Fraktionsvorsitzende Hermann Dierkes ruft zum Boykott israelischer  Produkte auf und nennt das Existenzrecht Israels „läppisch„. Gerne kooperiert die Partei auch mit anderen antisemitischen Gruppen. Wenn es gegen Juden geht, ist die Duisburger Linkspartei immer dabei.

Aber das auf der Seite der Partei wohl seit Jahren ein Flugblatt zum Download angeboten wurde (Es wurde nach Beginn unserer Berichterstattung gelöscht), in dem Hakenkreuz und Davidstern ein gemeinsames Logo bilden, haben wir erst heute auf Hinweis eines Lesers entdeckt.  Man musste einfach nur Israel in die Suchmaschine der Seite www.die-linke-duisburg.de eingeben, schon kam man auf eine Seite mit dem Link zum Flugblatt. Es ruft zum Boykott israelischer Waren auf, getreu dem alten NSDAP-Motto „Kauft nicht bei Juden“ und ist inhaltlich Hetze-Pur. Das ist man gewohnt von der Linkspartei in Duisburg gewohnt, das Hakenkreuz-Logo ist neu. Auch Sätze wie  „Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen!“ sind selbst für die Linkspartei eher ungewöhnlich. Auch was die im Flugblatt angesprochene „Judenpresse“ sein soll, ist eine interessante Frage.

Update:

Von dem PDF des Flugblatts kam man zudem auf die Internetseite „Radio Islam“, über die man Hitlers „Mein Kampf“ runterladen konnte. Für die Linkspartei, die sich gerne antifaschistisch gibt, eher ein seltsamer Link. (Danke Marc)

Das alles hat bislang weder die SPD noch die Grünen abgehalten, mit den Antisemiten aus Duisburg eine Koalition einzugehen. Ich habe gerade bei SPD und Grünen nachgefragt, wie sie zum dem Flugblatt stehen und ob sie Konsequenzen daraus ziehen wollen. Wer weiß, vielleicht sind sich ja Grüne, Sozialdemokraten und Linkspartei in Duisburg auch in der Frage des Antisemitismus einig.

Ich habe gerade Strafanzeige erstattet. Die Polizei Bochum hat die Anzeige entgegengenommen. Die Staatsanwaltschaft Bochum wird sie an die Staatsanwaltschaft Duisburg weiter leiten.

Update: Der Link auf das Flugblatt ist nicht mehr aktiv.  Hier ein Screenshot des Links:

Update II: Hier die Erklärung von NRW-Innenminister Jäger, dem Vorsitzenden der SPD-Duisburg

Der Vorsitzende der Duisburger SPD, Ralf Jäger, zum heutigen Bericht des Blogs „Ruhrbarone“  über ein antisemitischen Flugblatt auf der Homepage des Kreisverbandes der Linken:

Die Duisburger SPD verurteilt  klar und eindeutig  jede Form des Antisemitismus und jegliche Verbreitung antisemitischer Symbole und Schriften.

Die Duisburger SPD distanziert sich ebenso klar und eindeutig von Form und Inhalt eines antisemitischen Flugblattes, dass über eine Verlinkung auf der Homepage des Kreisverbandes der Duisburger Linken öffentlich einsehbar war.

Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine ebenso klare und öffentliche Verurteilung bzw. Distanzierung von diesem Flugblatt und dessen Verbreitung.

Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine lückenlose Aufklärung des gesamten  Vorganges.

Konsequenzen droht Jäger nicht an. Für den „Verfassungsminister“ eine eher schlappe Reaktion.

Was Jäger zudem nicht verstanden hat: Das Dokument war nicht extern verlinkt – es war auf dem Server der Linkspartei gespeichert. Auf diesen Server hat nur die Linkspartei Zugriff. Das Flugblatt lag unter dieser Adresse:

Klicke, um auf flugblatt_01.pdf zuzugreifen

Update III: Anhänger der Linken verbreiten, das antisemitische Flugblatt auf Seiten der Linken Duisburg sei vielleicht im Rahmen eines Workshops, einer Mailingliste oder ähnlichem als Anschauungsobjekt im Rahmen einer Aufklärung – wie bei uns – auf dem Server der Duisburger Linken gelandet. Das Hetzblatt sei aber nirgendwo verlinkt und nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen, sondern nur zufällig über Google zu finden gewesen.

Das ist natürlich Unfug. Hier der Screenshot der Seite, auf der das Hetzblatt im Stürmer-Stil abgelegt war. Der Link zum Hetzblatt findet sich unter dem dritten Beitrag. „Boykottiert den Apartheitstaat Israel“ Der Link ist bezeichnet mit den Worten:

„NIE WIEDER KRIEG FÜR ISRAEL“

Der Beitrag selbst ist wortwörtlich aus dem Flugblatt abgeschrieben.

Für ein großes Bild auf das kleine klicken.

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am antisemistischsten
am antisemistischsten
11 Jahre zuvor

„Die Linkspartei in Duisburg gehört zu den antisemtischsten Kreisverbänden der Partei in Deutschland.“

ist zwar nur eine Kleinigkeit, stört aber etwas: antisemitisch zu steigern klingt nicht sehr gut.

Zum Artikel: Es ist immer wieder eklig zu sehen, wie sich der extreme rechte und extreme linke Rand an manchen Stellen berühren. Anstatt populistische Anti-Isreal-Hetze zu betreiben, wäre es den Duisburgern angeraten sich mit den eigenen Problemen zu befassen. Und davon gibt es sicherlich reichlich. Ich verstehe bis heute nicht, welch Sendungsbewusstsein die Leute beim Thema Israel entwickeln. Wer verwandschaftliche und/oder freundschaftliche Bezüge dorthin hat (Israel oder Palästina z.B.) oder etwas fruchtbares zur Entschärfung der dortigen Konflikte beizutragen hat darf da durchaus eine Meinung zu haben alles andere ist doch nur Ablenkung von eigenen Sorgen und/oder Unterhaltung bzw. Bauernfang.
Leider ist die Linke ein Sammelbecken von mitunter sehr unfähigen Leuten. Zur Zeit nichts anderes als eine Protestpartei für potentielle Nichtwähler, Schade eigentlich. Denn eine wählbare Alternative zu den völlig orientierungslosen Sozialdemokraten wäre schon wünschenswert.

Steve
Steve
11 Jahre zuvor

Das kann ich nicht glauben. Realsatire?! Dieses Flugblatt existiert schon seit mehr als fünf Jahren und niemand hat es bisher gemerkt? Man sollte deren Koalitionspartnern die Büros einrennen und sie mit diesem antisemitischen Pamphlet konfrontieren. Skandal!!!

Michael Herzog
11 Jahre zuvor

Das Zeichen sieht doch stark nach den Raelianern (Alien-Schöpfermythos) aus – wer hat das denn ausgegraben?
https://de.wikipedia.org/wiki/Raelismus

Oliver Fink
11 Jahre zuvor

Also, man wird doch auch in Deutschland endlich wieder sagen dürfen(*): „Teutsche! Kauft nicht bei Juden!“ Dass die Linke es nun macht, zeigt doch lediglich, das Kurt Schumacher uneingeschränkt Recht hatte.

(*) Typische Floskel linker und rechter Nazis.

nachtrag
nachtrag
11 Jahre zuvor

kurze Anmerkung: Ist es möglich, das Flugblatt auf den Server von Ruhrbarone zu legen? Ich könnte mir vorstellen, dass es bei dieser Art von Aufmerksamkeit schnell aus dem Netz verschwindet. Der Text und die Links sind aber dermaßen haarsträubend, dass diese für eine Auseinandersetzung mit diesem Kreisverband schon von Belang sind.
Ist der Laden von der NPD unterwandert? Die können sich mit solchen Aussagen ja lächelnd die Hände reichen.

trackback

[…] Das antisemitische Flugblatt, das auf der Internetseiten der Linkspartei Duisburg beworben wird. Weitere Artikel zum Thema: Dissi, Ruhrbarone. […]

Martin
Martin
11 Jahre zuvor

Ungeachtet der Dummheit dieser Herrschaften scheint das ein Fall für den Staatsanwalt zu sein. Außerdem: Werden diese Clowns nicht permanent durch den Staatsschutz beobachtet? Dass dieser Verein nicht das Flugblatt gestoßen ist, kann man sich eigentlich kaum vorstellen.

Olaf
Olaf
11 Jahre zuvor

Ich habe gerade Strafanzeige erstattet.

Gut! Allerdings:
Würde das das nun als linke, oder als rechte Straftat gelten?!

CS
CS
11 Jahre zuvor

Und wieder einmal wird der Staat Israel mit dem Judentum gleichgesetzt. Juden gibt es überall auf der Welt und sind eine Religionsgruppe wie jede andere. Der Staat Israel hingegen ist ein Staat dem Menschenrechte und Frieden der Umliegenden Gebiete egal ist. Sollte man einen Konfliktschürenden Staat kritisieren? Na klar. Sind die Juden dafür verantwortlich? Ungefähr genau so viel, wie die Christen dieser Welt für den Afganistan oder Irakkrieg stehen.

Abgesehen davon ist eine Gleichsetzung Israels mit dem NS-Regim unverschämt, und mit dem Logo wird eindeutig die Trennung von Staat und Religion gebrochen.
Wer auch immer für das Flugblatt verantwortlich ist hat nichts in einer Demokratischen Partei zu suchen.

(Übrigens würde es mich nicht wundern wenn die Partei „Die Linke“ ihrerseits rechtliche Schritte gegen den generellen Vorwurf des Antisemitismus einleiten würde.)

Uncle Sam
Uncle Sam
11 Jahre zuvor

Ich habe soeben Bodo Ramelow kontaktiert – ich bin gespannt, wie seine Reaktion ausfällt, sofern er dies überhaupt zur Kenntnis nimmt!?

Oliver Fink
11 Jahre zuvor

Der Staat Israel hingegen ist ein Staat dem Menschenrechte und Frieden der Umliegenden Gebiete egal ist. Stimmt. Ich erinnere mich noch genau, wie die israelische Regierung letztens verkündet hat, man solle die Palästinenser endlich ins Meer treiben. Und wie Israel permanent durch Selbstmordattentäter und Beschuss mit selbstgebauten Raketen die Bevölkerung in Gaza und im Westjordanland in Angst und Schrecken versetzt, ist verabscheuungswürdig.

Ich könnte k…, wenn ich lesen muss, wie ausgerechnet aus Deutschland solch ein Mist veröffentlicht wird und dem Staat Israel das legitime Rechte auf Selbstverteidigung abgesprochen wird. Die typische Argumentation der Art: „Ich hab ja nix gegen Juden, aber Israel…“ Da ist die Offenheit der Duisburger Linken ja fast noch besser…

Sebastian
Sebastian
11 Jahre zuvor

Einem FB-User wurde soeben von der Linken aus Duisburg telefonisch folgendes mitgeteilt: „Dabei (Flugblatt) soll es sich um eine „hinterlassenschaft“ des damaligen OB Kandidaten Dierkes handeln und lag dort noch auf dem arbeitsspeicher rum. wurde jetzt wohl entfernt. ich hoffe trotzdem, dass die damit nicht durch kommen“

Dem letzten Satz kann ich nur zustimmen!

Christian
11 Jahre zuvor

@Sebastian: Ne klar, war zufällig noch im Arbeitsspeicher. Genau wie unter „Boykottiert den Apartheidsstaat Israel“ hier zufällig noch der gesamte Einleitungstext des Hetzflyers auf der Linken-Webseite steht: https://www.die-linke-duisburg.de/nc/politik/linksjugend_solid/material/?sword_list

Klaus
Klaus
11 Jahre zuvor

Das Flugblatt wurde zwar entfernt.. aber im Google Cache ist es weiterhin verfügbar….

https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:https://www.die-linke-duisburg.de/fileadmin/kvduisburg/Bilder/flugblatt_01.pdf

Eine Frechheit was sich „angeblich“ demokratische Parteien erlauben

Angelika
Angelika
11 Jahre zuvor

Flugblatt gesichert, Anzeige erstattet. (s.o.)

Sehr gut!
Danke!

genova
11 Jahre zuvor

Als hätte die Linkspartei nicht schon genügend Probleme derzeit, jetzt kommen auch noch solche Deppen an die Oberfläche. Es wäre sinnvoll, wenn da von der Bundespartei einmal Klartext gesprochen würde. Die Linkspartei in Bremen stellt sich ebenfalls vor Supermärkte mit Boykottaufrufen. Ich glaube, dass diese Leute in erster Linie intellektuell begrenzt sind. Die kapieren einfach nicht, was sie da anrichten.

tageswahn
11 Jahre zuvor

Das zeigt sehr anschaulich, wie nahe sich der Sozialismus und der Nationalsozialismus eigentlich sind. Die Parolen sind jedenfalls austauschbar.

Flusskiesel
11 Jahre zuvor

Und das Logo klauen die auch noch bei einer bekloppten Ufo-Sekte …

trackback

[…] viaUpdate: Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze zum Download | Ruhrbarone. […]

FS
FS
11 Jahre zuvor

Da stehen Schen drin …
Das hier zum Beispiel:

„Vor diesem Hintergrund ist die Bezeichnung gewisser Blätter als „Judenpresse“ wohl weniger ein Schimpfwort als vielmehr die zutreffende Umschreibung“

Abgefahren.

florian
florian
11 Jahre zuvor

Der Kreis schließt sich und wie hier schon richtig bemerkt wurde, können sich die Duisburger Genossen und die Kameraden von der NPD lächeln die Hände reichen. Unverständlich, wie man dieses Flugblatt solange auf der Seite lassen konnte. Da ist ja selbst die NPD mittlerweile cleverer. Ich möchte gar nicht wissen, was da hinter verschlossenen Türen geredet wird.

Hoffentlich geistert das durch die Medien und die obersten Genossen distanzieren sich rasch von diesem Landesverband.

trackback

[…] Aussagen, die nah an den Parolen von rechtsradikalen Parteien changieren. Ein anonymer Hinweis bei den Ruhrbaronen förderte das Flugblatt, dass offenbar seit einiger Zeit auf dem Server der LINKEn zu finden ist, […]

Haskala
11 Jahre zuvor

Da kann man mal sehen, wo SPD und Grüne keine Konfliktpunkte haben, schließlich gibt es ja einen Kooperationsvertrag: „Rot-Rot-Grün in Duisburg besiegelt“: https://neues-deutschland.warenform.de/artikel/193688.rot-rot-gruen-in-duisburg-besiegelt.html

panda
panda
11 Jahre zuvor

Ein in dem Flugblatt enthaltener Link („Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen!
Wahrheit macht Frei ! Siehe auch: http://www.abbc.net/mh.pdf„) führt zu einem „Dokument“ in dem versucht wird, die Shoah zu leugnen…

Christian
11 Jahre zuvor

Ich finde ja, die Jungs von der französischen UFO-Sekte sollten unbedingt noch den Copyright-Verstoß zur Anzeige bringen… (siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Raelian_symbols.svg) Kann ja nicht angehen, dass eine Sekte einfach so bei der anderen klaut…

Nanuk
Nanuk
11 Jahre zuvor

“ Es ruft zum Boykott israelischer Waren auf, getreu dem alten NSDAP-Motto “Kauft nicht bei Juden” und ist inhaltlich Hetze-Pur. “

Was können die Juden dafür das im Nahen Osten beklopte sich gegenseitig bombardieren?

Thomas
11 Jahre zuvor

Hey Stefan, what’s the stitch? (:

Allerspätestens nach unserer Enthüllung mit dem Video, das Dierkes auf einem Kongreß seiner antimiperialistischen trotzkistischen Sekte als Holocaustverharmloser bis zur Kenntlichkeit enttarnt — ist mit dem unsäglichen Vogel doch alles klar.

Ich möchte in diesem Kontext deswegen hier mal ein Schlaglicht auf diverse Duisburger Nebenfiguren lenken:

Verantwortlich für die einschlägige Website ist zuvörderst die Fraktionsgeschäftsführerin der Duisburger Linkspartei und Mitglied in deren Kreisvorstand, Frau Ute Abraham.

Diese ist ebenso antimperialistische Trotzkistin wie Dierkes, der sie von ihrem Job als MdB-Mitarbeiterin nach DU holte, wo sie Mitarbeiterin eines trotzkistischen Abgeordneten war, der später die Linkspartei im Zorn wegen deren angeblichen realpolitischen Orientierung verließ.

Webmaster der Site ist Werner Wirtgen, ein Duisburger Kommunalangestellter, dessen netzmäßiger Unbedarftheit es zu verdanken sein mag, daß das inkriminierte Pamphlet noch findefähig, mthin öffentlich einsehbar gewesen ist.

Wirtgen, Dierkes und Thomas Keuer – Geschäftsführer des einflußreichen VerDi-Bezirkes Niederrhein und Duisburger Linkspartei-Ratsherr – haben vor Jahren mit Dierkes den Angang versucht, die Website der Duisburger Linkspartei auf das vom Bundesvorstand für Parteiuntergliederungen vorgesehene LinkeContentmanagementSystem umzumodeln.

Ich wette, auch die letzteren haben den Adminaccount auch jetzt noch – sie hätten also im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht von dem Text wissen müssen.

Das wird man ja leicht in den Zeitstempeln des Servers, auf dem das auf Typo basierende CMS liegt im Rahmen welcher Ermittlungen auch immer feststellen können.

Keuer und Wirtgen haben sich übrigens trotz vielfacher Vorhalte und Nachfragen niemals von den antisemitischen Positionen des Dierkes, die Abraham teilt, distanziert.

Desgleichen, in weiteren Nebenrollen:

Anna Conrads, MdL aus Duisburg und innenpolitische Sprecherin der Linkspartei im Landtag NRW und Marc Mulia, Duisburger Gymnasiallehrer und ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der Linkspartei haben sich aus den üblichen Wir-sind-eine-Wagenburg-Gründen ebenfalls nicht zu Dierkes‘ Antisemitismus geäußert.

Was besonders bestürzend ist, weil beide ehemalige Mitglieder der Jungdemokraten sind, ein politischer Jugendverband, der bekanntlich antitotalitär und nicht antisemitisch gesonnen ist.

Florian Koch
Florian Koch
11 Jahre zuvor

Danke Stefan für deinen Artikel und auch für die Anzeige. Das die deutsche Linke ihren Judenknacks nicht überwinden kann, ist ein eindeutiges Indiz für ihren katastrophalen Zustand.

Marc
11 Jahre zuvor

Hat sich mal jemand die häufig erwähnte Seite http://www.abbc.net von dem Flugblatt angeschaut? Auf der überaus hässlichen Seite (auch optisch), werden Klassiker der Volksverhetzung wie Hitlers „Mein Kampf“ und die „Protokolle der Weisen von Zion“ angeboten.
Außer Auflösung gibt es wohl keine passende politische Reaktion …

Sebastian
Sebastian
11 Jahre zuvor

@Thomas
Das sind doch mal interessante Infos. THX!

Nähkästchen
Nähkästchen
11 Jahre zuvor

Ekelhaft. Das Flugblatt enthält wirklich die volle Bandbreite des Antisemitismus: Judenhass, paranoische Verschwörungstheorie, NS-Verharmlosung… Dafür gehören die Verantwortlichen nicht nur kritisiert, sondern sollten auch auf allen weiteren Ebenen isoliert werden. Unabhängig davon halte ich die Stammtisch-Extremismustheorie, die hier in einigen Kommentaren mitschwingt, für absolut nicht zutreffend und selbst sogar für gefährlich. Ich meine Kommentare wie:

—> „Dass die Linke es nun macht, zeigt doch lediglich, das Kurt Schumacher uneingeschränkt Recht hatte.“

—> „Das zeigt sehr anschaulich, wie nahe sich der Sozialismus und der Nationalsozialismus eigentlich sind.“

Warum ist das so falsch und so gefährlich? Antisemitische Einstellungen gibt es keineswegs nur in der extremen Rechten und in Organisationen, die sich selbst der politischen Linken zugehörig fühlen. Antisemitismus zieht sich quer durch die Gesellschaft, und wird auch massiv von Menschen vertreten, die sich selbst als politische Mitte ansehen. Antisemitische Einstellungen finden sich in der CDU wie im DGB, in liberalen Moscheegemeinden wie in den christlichen Großkirchen. Wers nicht glaubt, sollte sich die einschlägigen Studien zum Thema durchlesen, zuletzt etwa die Studie „Die Mitte in der Krise“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (https://library.fes.de/pdf-files/do/07504.pdf). Eine Zusammenfassung: https://www.bnr.de/content/die-mitte-in-der-krise-neue-studie-der-friedrich-ebert-stiftung Hier übrigens ein guter Sammelband zum Thema „Antisemitismus der Mitte“: https://hpd.de/node/9400 .

All das zeigt: Antisemitismus ist natürlich auch (!) ein Problem in der politischen Linken. Und alle, die sich dieser zugehörig fühlen, tragen eine besondere Verantwortung, dass dermaßen ekelhafte Texte wie dieses Duisburger Flugblatt entsprechende Konsequenzen haben. Aber: Genauso ist Antisemitismus auch ein Problem all derer, die sich selbst in der „Mitte der Gesellschaft“ wähnen und lieber über die bösen, bösen linken und rechten Extreme schimpfen, anstatt mit aller Kraft gegen den Antisemitismus in ihrer nur vermeintlich unbelasteten „Mitte“ zu kämpfen.

Das Gerede über die angeblichen Extreme, die sich berühren, trägt in erster Linie dazu bei, den Rassismus und Antisemitismus der Mitte zu verschleiern und zu behaupten: Das ist ein Problem „von denen“, nicht von uns. Deswegen meine dringende Bitte: Die Empörung über die Duisburger Linke ist mehr als angebracht. Aber bitte lasst doch diese Stammtisch-Extremismustheorie mit ihrem unterkomplexen Erklärungsmodell (Rechts=Links) stecken. Denn mit solchen falschen Vereinfachungen leistet ihr dem Kampf gegen Antisemitismus einen Bärendienst.

Vielen Dank!

Johannes Rehborn
11 Jahre zuvor

Hallo Stefan,

vielen Dank! Das nenne ich investigativen Journalismus. Schön, dass solche Fehltritte an den Tag gefördert werden. Nach Sarrazin in der SPD hat nun die zweite linke Partei in Deutschland ein Naziproblem. Irgendwie mutet es beinahe Ironisch an, dass die beiden „konservativeren“ Parteien in Deutschland diese Probleme seit knapp 10 Jahren hinter sich gebracht haben.

Bleibt zu hoffen, dass die Linkspartei im Gegensatz zur SPD die richtige Entscheidung treffen wird. Ein Ausschluss aller Beteiligten. Weniger darf es auf keinen Fall geben!

Grüße
Johannes

NDM
NDM
11 Jahre zuvor

Die Website „Radio Islam“ ist von dem hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmed_Rami

Nino Ruschmeyer
11 Jahre zuvor

Moin. Bewertendes fällt mir dazu nichts mehr ein – aber vielleicht hilfreich für Euer Verfahren, die Erkenntnis, dass das gezeigte Symbol von den Raelianern verwendet wird ( http://www.rael.org ). Einer Sekte, deren Führer für sich in Anspruch nimmt, dass seine Mutter (wie auch die Jungfrau Maria) von Aliens entführt wurde, von denen er gezeugt wurde. Was die so treiben ist, bei allem Respekt für andere „Religionen“, im Gegensatz zu antisemitischer Hetzpropaganda, immer mal für nen Lacher gut:

„Wegen der mit dem Klonen verbundenen ethischen Bedenken geriet die Sekte in die Kritik. Kritisch wird hierbei die Quote von nur 2 bis 20 % an erfolgreichen Klonversuchen bei Säugetieren angeführt. Die nicht erfolgreichen Versuche führen zum Tod im Mutterleib oder zu schweren Missbildungen. Claude Vorilhon alias Raël als Führer der Sekte glaubt, dass die Kritik am Klonen auf religiösen Vorurteilen, insbesondere von Seiten der katholischen Kirche beruhe.
Mit ihrer Firma planen sie auch noch einige andere Projekte, die bereits für einige Schlagzeilen sorgen konnten. So planen sie Hitler zu klonen, um ihn jetzt nachträglich für seine Taten vor Gericht zu stellen. Zudem wollen sie sogar Jesus mithilfe des Turiner Grabtuchs klonen. Des Weiteren plant Raël, empfindungslose menschliche Sexsklaven zu klonen:
„Wenn wir können, werden wir Sexpuppen machen, die nicht aus Gummi, sondern aus Haut bestehen. Wie ein Mensch, nur ohne Willen, Schmerzempfinden und Persönlichkeit.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Raelismus

Oliver Fink
11 Jahre zuvor

Es mag sein, dass es auch in der politischen Mitte Antisemiten gibt. Ich nehme allerdings wahr, dass dort gegen entsprechende Ansichten – selbst wenn sie allenfalls vermutet(!) werden können – sofort entsprechende Klarstellungen oder heftige Abgrenzungen erfolgen (Hohmann, Jenninger, Möllemann, Sarazzin).

Die Linke jedoch preist vorn an der Fassade den Antifaschismus und duldet gleichwohl rotlackierte Nazis wie in Duisburg oder bei der Gaza-Flottille sehr gern in ihren Reihen. Der Unterschied ist eben: Bei rot und braun angestrichenen Nazis gehört der Antisemitismus zum Programm – gern auch getarnt als Antizionismus. In der politischen Mitte ist er grundsätzlich nicht willkommen.

Deshalb kann der Verweis auf Antisemitismus in der politischen Mitte auch allenfalls ein Ablenkungsmanöver bleiben…

Helmut Junge
11 Jahre zuvor

Wenn, wie @Thomas (33) schreibt, der Webmaster der hier diskutierten Internetseite Werner Wirtgen heißt, wundert mich das durchaus, weil ich diesen Namen erstmalig vor einer Stunde als Unterzeichner Nr.240, auf einer anderen Internetseite gefunden habe, die extra eingerichtet wurde, weil einige „linke“ Mitglieder der Linkspartei sich wegen der schlechten Medienpräsenz „wichtiger“, aber dem anderen Parteiflügel zuzurechnenden „Parteifreunde“ große Sorgen machen.
Werner Wirtgen gehört zu den ersten 240 Unterzeichnern dieses Aufrufes, der diesen anderen Genossen am liebsten den Umgang mit den Medien ganz verbieten möchte.

https://www.linke-fairplay.de/unterschreiben/

Dabei werden die „Eier“, ob Ostern, oder nach Ostern, auch wenn sie dann schon etwas älter sind, fast immer auf den Webseiten gefunden, und selten in einem Interview.
Da hätte doch der Webmaster, bei seinem Engagement in der Sache, wirklich besser im eigenen Bereich aufpassen müssen, zumal er jetzt wohl doch schnell reagiert hat. Allerdings zu spät. Da sieht man mal wieder, daß man bei „Hinterlassenschaften“ immer sehr schnell sein sollte. Auf jeden Fall, bevor andere was merken.

M. Kracht (FDP)
11 Jahre zuvor

Zu diesem Thema eine Pressemitteilung der FDP-NRW:
Zu dem im Internet kuriserenden Flugblatt der Linkspartei in Duisburg erklärt der Generalsekretär der FDP-NRW Joachim Stamp: „Inhalt, Ton und Aufmachung dieses Flugblatts der Linkspartei in Duisburg sind übelster Antisemitismus und zutiefst abstoßend. Wer zum Boykott israelischer Waren aufruft, in plumper Art und Weise Vorurteile gegen Juden bedient und das Existenzrecht Israels in Frage stellt, kündigt den Grundkonsens der demokratischen Parteien auf. Die Linkspartei in Duisburg liefert selbst den besten Beweis, warum die Überwachung dieser Partei durch den Verfassungsschutz nach wie vor dringend geboten ist. Ich fordere die Landesspitze der Linkspartei auf, umgehend zu diesem unerträglichen Vorfall Stellung zu nehmen!“

florian
florian
11 Jahre zuvor

Interessante Aspekte @Nähkästchen @Oliver

Mir ist im ersten Moment auch das Bild des sich schließenden Kreises in den Kopf gekommen und so habe ich das auch als Kommentar wiedergegeben. Aber ihr habt natürlich beide recht.

Im Grunde genommen ist es wichtig sowohl auf die Gefahr der „Extreme“ (Und ihrer oft ähnlichen Parolen) hinzuweisen als auch auf die Gefahr des latenten Antisemitismus bzw. Rechtsextremismus in der „Mitte“. Die „Stammtische“ und die Nachbarn können genauso Hort von menschenverachtenden Gedanken sein, wie die Parteien der Mitte, aber natürlich im besonderen in den Parteien „Links“ und „Rechts“ der Gesellschaft.

Dieses Beispiel zeigt ganz einfach, dass egal ob die Partei rot, braun, gelb, schwarz etc. angemalt ist, sich dieses Gedankengut in den Köpfen hält.

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[…] Update III: Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze und ein Link auf “Mein Kampf” Downloadseite GA_googleFillSlot("468x60_default"); […]

Dieter Carstensen
11 Jahre zuvor

Herzlichen Dank für den informativen Beitrag, lieber Stefan Laurin. Vor solchen „Linken“ kann einem ja nur gruseln!

Wundern tut mich bei der Partei eh nichts mehr, aber Linksextremisten und Rechtsextremististen hatten schon immer viel gemeinsam, wie uns die Geschichte gelehrt hat.

Sowohl Faschisten, wie Kommunisten haben zig anderdenkende Unschuldige ermordet. Deswegen bin ich gegen beide Arten von Feinden der Demokratie.

Der Beitrag beweist einmal mehr, das man auf dem linken Auge nicht blind sein sollte, es könnte sonst ein böses Erwachen geben.

Ich habe mich ja, auch öffentlich, für die weitere Überwachung der West-Linke durch den Verfassungschutz ausgesprochen und Ihr Beitrag beweist einmal mehr, dass dieses bitter notwendig zu sein scheint.

Zwischen der Kritik der Politik des Staates Israel, die sicher teilweise berechtigt ist und antisemitischer Hetze liegen Welten.

Das, was die „Links“partei Duisburg macht, ist braune, antisemitische Hetze, Volksverhetzung und strafbar.

Soll sich der Staatsschutz darum kümmern, auch gegen „rotlackierte“ Nazis kenne ich keinerlei Toleranz. Respekt für Ihre Strafanzeige gegen diese Bande von Volksverhetzern, Demokratie lebt von der Gegenwehr gegen Intoleranz.

Ede Zimmermann
Ede Zimmermann
11 Jahre zuvor

@45 Der Ton macht die Musik…

@Stefan
Ich hab deine Linkenabneigung bisher für Spinnerei gehalten, entschuldige bitte.

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[…] Wie die Ruhrbarone auf ihrem Blog schreiben, hat der Kreisverband Duisburg nicht nur Hakenkreuz und Davidstern zu einem Symbol vermengt, sondern war sich auch nicht zu schade, auf Websites zu verlinken, die u.a. Mein Kampf zum Download anbieten. Mehr bei den Ruhrbaronen. […]

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