Die bizarren Postings des Russland-Verstehers und Linken-Politikers Utz Kowalewski

Utz Kowalewski Foto: Privat

Die Linke und Russland. Während einige inzwischen Mitgefühl mit der Ukraine zeigen, radikalisieren sich andere von Kriegs-Tag zu Kriegs-Tag. Zu ihnen gehört der Dortmunder Linken-Fraktionsvorsitzende Utz Kowalewski. Er scheint den Kompass für falsch und richtig komplett verloren zu haben. In sozialen Medien macht er mit bizarren und irrationalen Postings  auf sich aufmerksam. Das wird für die Linke, aber auch die anderen Dortmunder Parteien zum Problem.  

Utz Kowalewski hat in diesen Tagen viel zu sagen. Ein Facebook-Post jagt den nächsten. Natürlich geht es auch bei ihm um die Ukraine, den Krieg und den Überfall Russlands. Wobei der Russland-Versteher natürlich niemals diese Worte wählen würde. Der Überfall ist für ihn eine „Sonderoperation“ wie er in einem Post betont. Genehmigt vom russischen Parlament. Einstimmig. Und damit offenbar aus Sicht des Linken-Politikers legitim.

Schuld sind sowieso die anderen. Die Großmannssucht der Deutschen. Die NATO, die seiner Meinung nach Spielchen mit Putin spielt. Der korrupte Familienclan von Ursula von der Leyen, der mit der Ukraine Geschäfte machen will. Ja, auch das ist in der bizarren Social-Media-Welt des Utz K. zu lesen. Und immer wieder relativiert Kowalewski die Verbrechen Russlands. In Katar seien 1000 Menschen beim Stadion-Bau ums Leben gekommen, in Jemen herrsche ein viel schlimmerer Krieg undsoweiterundsofort. Es ist schwer erträglich, diese Posts und die Kommentare zu lesen.

Demo gegen den Krieg in der Ukraine in Dortmund (Foto: Westerhoff)

Kowalewski spricht von Hetzreden im Bundestag

Natürlich sind Donezk und Luhansk für den Dortmunder Linken-Fraktionsvorsitzenden unabhängige Volksrepubliken, nicht etwa seit Jahren unrechtmäßig besetzte Gebiete. Überhaupt. Dass die Ukraine ihr Staatsgebiet behalten wolle, sei eine „Maximalforderung“. Mit so etwas könne man nicht in Verhandlungen mit dem Kriegsgegner Russland gehen. An anderer Stelle fordert er die Rückkehr von Nikita Chrustschow, sowjetischer Diktator der Nachkriegszeit, der u.a. Atomwaffen auf Kuba stationiert hat. Postet Särge von toten Bundeswehr-Soldaten oder spricht von Hetzreden als Scholz, Merz und Baerbock in der Sondersitzung des Bundestages reden.

Angesichts dieser kruden Russland-Versteher-Thesen verwundert es nicht, dass sich die Dortmunder Linke im Gegensatz zu den demokratischen Parteien SPD, Grüne, CDU und FDP nicht an der Friedens-Kundgebung „Stay with Ukraine“ am Freitag (25.2.) auf dem Dortmunder Friedensplatz beteiligt hat (siehe Foto oben). Dabei hätte eine Begegnung des Putin-Kuschlers mit den verzweifelten Menschen aus der Ukraine, die um Leib und Leben ihrer Verwandten fürchten, spannend werden können. Ich stelle mir vor wie er auf dem Podium die Ukrainer aufgefordert hätte, Teile ihres Staatsgebietes freiwillig an Russland abzutreten.

Der harmlose Herr Kowalewski?

Nun könnte man sagen: Gefährliche Russland-Versteher und bizarre Linksextremisten gibt es reichlich in der Linkspartei. So sind sie eben, die SED-Nachfolger, die traditionell an der Seite des alten Bruderstaates stehen. Doch so einfach ist es in diesem Fall nicht. Die Linke im Dortmunder Rat ist immer wieder die Mehrheitsbeschafferin für Grüne und CDU. Ohne die Stimmen von Kowalewski und seinen Mitstreiter:innen bekommt die grün-schwarze „Projektpartnerschaft“ hat keine Mehrheit. In einem Gespräch hat mir einmal ein CDU-Politiker gesagt: Natürlich sei in der Partei nicht unumstritten, dass man mit den Linken abstimme, um Mehrheiten zu bekommen, aber Utz Kowalewski sei ja ein harmloser Linker. Wirklich? Hat jemand von CDU und Grünen gelesen, was er postet?

Und was sagt eigentlich seine eigene Partei dazu? Sind diese kruden und bizarren Thesen mehrheitsfähig in der Dortmunder Linken? Zumindest die sozialpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion Fatma Karacakurtoglu scheint nicht seiner Meinung zu sein. Sie hat ein Peace-Zeichen und die blau-gelben ukrainischen Farben in ihrem Facebook-Profil gepostet. Auch sie muss sich fragen lassen wie sie mit einem Mann wie Kowalewski zusammenarbeiten kann, der öffentlich wirren Links-Populismus vertritt.

 

Dir gefällt vielleicht auch:

9 Kommentare

  1. #1 | Helmut Junge sagt am 1. März 2022 um 13:59 Uhr

    Ich kann mich erinnern, daß vor einigen Jahrzehnten einige 10 Tausende Menschen allein in Westdeutschland glaubten, daß die Sowjetunion Deutschlands sozialistisches Brudervolk wäre.
    In Ostdeutschland waren es vielleicht mehr.
    Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat diese Zahl stetig abgenommen. Aber einige Hundert werden es wohl immer noch sein. Daß Rußland nicht mal sozialistisch ist, scheint in deren Analysen keine Rolle zu spielen, sollte aber. Und selbst dann hätten die eigenen Interessen Deutschlands und seine eigene Sicherheit und eigenen Wertvorstellungen Vorrang. Kriegsbeginnern darf man als Linker nicht applaudieren, auch nicht verteidigen. Egal wer das ist. Die Frage danach, wer Schuld daran trägt, daß Rußland einen Krieg beginnt, ist schlichtweg absurd. Daß das Nachdenken darüber manchem offenbar ziemlich schwer fällt, ist kein gutes Zeichen. Echt nicht.

  2. #2 | Christian Scharlau sagt am 1. März 2022 um 15:19 Uhr

    So sehr, wie mir der russische Terrorkrieg gegen die Ukraine auch weiter förmlich das Herz zereißt.

    Aber immerhin hat Putlers gigantisches Verbrechen ja schon dazu geführt, daß die deutschen Blütenträume von "Friede, Freude, Eierkuchen, gute Geschäfte" mit einem blutrünstigen Diktator wie eine Seifenblase zerplatzt sind. Und mittlerweile glaube ich tatsächlich, daß es DIESMAL eine Rückkehr zum Business as usual nicht mehr geben wird. Bzw. erst, wenn Putlers Terrorregime nicht mehr besteht.

    Die Haltung "Der Linken" ist natürlich seit Jahren ebenso konsistent wie die der Faschisten von der AfD. Während letztere Putler zu recht als "einen der Ihren" sehen, verharrt Die Linke als umbenannte SED immer noch im alten DDR-Slogan "Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen". Und den Block DieLinkeAfD eint eben zudem der Haß auf alles Freiheitlich-Demokratische.

    So widerwärtig und ekelerregend die Äußerungen des Genossen Kowalewski auch sein mögen – ich hoffe, wir bekommen noch viel mehr davon zu hören, damit ALLE demokratischen Kräfte in diesem Land endlich begreifen, daß eine Zusammenarbeit mit dem GESAMTEN antidemokratischen Putinblock für jeden Demokraten absolut tabu sein muß. Und daß es darum für einen Demokraten aus dem Links-Mitte-Teil des Spektrums (SPD, Grüne) genauso unakzeptabel ist, mit Demokratiefeinden von Links zu koalieren, wie das von der CDU/CSU (natürlich vollkommen zurecht) vorausgesetzt wird, wenn es um die Extremisten von Rechts geht.

  3. #3 | Bochumer sagt am 1. März 2022 um 16:46 Uhr

    1. Die Linken sind naiv und nicht wählbar.

    2. Hitler-Vergleiche verbieten sich bei den Opfern, die das russische und ukrainische Volk im Zweiten Weltkrieg hatten.

  4. #4 | Bülent Zünbüldere sagt am 1. März 2022 um 19:50 Uhr

    Meine Güte,
    Es sind genau solche Deppen die dafür gesorgt haben dass die Linke in Deutschland null Chance hat an irgendeiner Regierung.Wie kann man gerade als Linker einen Massenmörder auch nur ansatzweise tolerieren?Es ist nicht der erste Massenmord den Russland begeht.Etwas Ahnung von Geschichte täte schon gut bevor man seine dumme Klappe aufmacht.Kriege lassen sich nur verhindern wenn man Krieg als das benennt was Sie sind.Man sollte es nicht Krieg nennen sondern Kapitalverbrechen.İch persönlich bin seit meiner Jugend für eine UN Spezialeinheit die solche Diktatoren wie Putin und andere liquidiert bevor Sie İhre Kapitalverbrechen begehen können.

  5. #5 | Thomas Nückel sagt am 1. März 2022 um 21:27 Uhr

    In diesem Zusammenhang wäre es nun schön, wenn die Revierpark Wischlingen GmbH das von der DKP initiierte UZ Pressefest zu Ende August diesen Jahres nicht stattfinden lassen würde.

  6. #6 | Stefan Laurin sagt am 1. März 2022 um 21:32 Uhr

    @homas Nückel: Gute Idee 🙂

  7. #7 | Michael Westerhoff sagt am 1. März 2022 um 22:00 Uhr

    Stimmt, hab ich noch nie drüber nachgedacht… (PS: Geile Domain)

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 1. März 2022 um 22:08 Uhr

    Was ist das für eine komische CDU, die mit der SED kooperiert? Kein Wunder, dass die CDU in Dortmund kein Bein auf den Boden bekommt.

  9. #9 | thomas weigle sagt am 2. März 2022 um 10:17 Uhr

    @ Stefan Laurin Als die CDU noch viele Ex-Nazis an Bord hatte,hatte sie viele Beine am Boden nicht nur hier in NRW, sogar im Bundeskanzleramt und im Bundeskabinett. Ich bin sicher, wenn die CDU im Osten mit dem Abfall koaliert,würde sie ebenfalls besser dastehen als jetzt-der Abfall vllt ein wenig schlechter. Dass die CDU in einem Rat mit einem trauernden Hinterbliebenen der SED-Diktatur mauschelt, ist dagegen nur ein Treppenwitz in den Fußnoten der Geschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.