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Update II: Stadt Dortmund begründet Absage der Nordstadt-Ausstellung mit Datenschutz

meisner

Das es Menschen von Dortmund nach Düsseldorf zieht soll ja vorkommen. Die freischaffende Künstlerin Barbara Meisner ging den umgekehrten Weg. Nach 20 Jahren in Düsseldorf zog sie im Juli 2012 mit ihrem Sohn nach Dortmund. Ganz bewusst auch in die Nordstadt. Die Stadt teilt mit, die Ausstellung sei unter anderem aus datenschutzrechtlichen Gründen.   In die Entscheidung war das Büro von Oberbürgermeister Sierau eingebunden. Von unserem Gastautor Thorsten Stumm.

Barbara Meisner erorberte sich ihre neue Lebenswelt mit Neugier und Kreativität. Sie scheute keine Mühen. Barbara Meisner besuchte die Polizei und liess sich in einem Rundgang die problematischen Ecken zeigen. Sie sprach mit allen drei Quartiersmanager der Nordstadt. Führte Gespäche mit vielen Menschen im der Nordstadt.

Bei einem dieser Gespräche wurde im Oktober 2012 zusammen mit dem Quartiermangemant am Borsigplatz die Idee zu eine Ausstellung mit Skulpturen von Meisner geboren. Meisners Skulpturen nennt sie “ Müllhäuser“. Sie sind aus Fundstücken gebaute „Häuser “ mit Titeln wie “ Rathaus einer asymetrisch mutierenden Stadt oder das „Sozialromantikhaus“.

Während der Arbeit an ihren Sukulpturen schrieb sie über ihre Erlebnisse eine Serie von Briefen an Dortmunds OB Sierau. Diese Briefe sind Teil der Ausstellung.

Dies ist der Stadt Dortmund nun zu brisant. Denn die von Meisner befragten Bürger wissen nicht nur nettes zu berichten.

Für heute war die Vernissage geplant, Einladungskarten gedruckt und sogar eine Pressemittelung des Quartiersmanagement schon verschickt. Gestern um 15.30 Uhr, nachdem die Ausstellung bereits fertig aufgebaut war, sagte Heike Lindenblatt vom Stadtplanungsamt die Austellung ab. Als Begründgung gab sie an, dass die Austellung mit den ausgestellten Briefen nicht stattfinden darf.

Um die Eröffnung zu retten, war Barbara Meisner bereit, die Briefe kurzfristig abzuhängen. Schliesslich hatten sich auch Besucher der Kunstszene aus Düsseldorf angesagt, Snacks waren besorgt und dies auf eigene Kosten.

Dieses Angebot lehnte um 17.00 Uhr  Lindenblatt im Namen der Stadt Dortmund mit dem Hinweis ab, dies dürfte sie nun nicht mehr selbst entscheiden.

Offensichtlich sind auf der höheren politischen Ebene ein paar Menschen nicht gerne der Kunst und der Realität ausgesetzt.

Barbara Meisner reagiete geschockt und enttäuscht auf Zensur ihrer Austellung. Sie sucht nun öffentliche Räume in den die Ausstellung in ihrer unzensierten Form gezeigt werden kann. Da helfen wir natürlich gerne. Wer die Ausstellung von Barbara Meisner zeigen möchte, kann uns einfach eine Mail schicken – wir stellen den Kontakt zur Künstlerin her: info  (ad)  ruhrbarone . de

Wir haben der Stadt eine Anfrage zu der Ausstellung geschickt und werden die Antwort in diesem Artikel einpflegen, sobald wir die Antwort erhalten haben.

Update:

Mittlerweile hat sich zu dem Thema eine Facebokkgruppe unter dem Namen Dortmund zensiert. Die Kunst, die nicht sein darf. gegründet. Schell kamen 170 Mitglieder zusammen.

Update II:

Folgende Fragen stellten wir gestern Abend der Pressestelle der Stadt Dortmund:

1. Warum wurde die Ausstellung von Barbara Meisner im Aktionsbüro am
Borsigplatz von der Stadt abgesagt?
2. Wer hat dies entschieden?
3. Waren der Verwaltungsvorstand und/oder OB Sierau in die
Entscheidung eingebunden?
4. Wieso wurde die Ausstellung auch in abgewandelter Form nicht gestattet?
5. Wie hoch waren die Kosten für Einladungskarten, Werbung etc.

Hier die Antworten

1.) Die Stadt nimmt ihre Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern sehr ernst. Wir haben die AusstellungsERÖFFNUNG deshalb kurzfristig abgesagt, weil wir in der Textdokumentation – Briefwechsel zwischen Barbara Meisner und der Stadt Dortmund – Verstöße gegen den Datenschutz vermuten und auch Persönlichkeitsrechte verletzt sehen.
Die Künstlerin hat das Quartiersbüro nicht hinreichend und rechtzeitig über Inhalt und Format der Ausstellung informiert, sonst hätten wir schon eher in den konstruktiven Dialog eintreten können, der heute Mittag stattgefunden hat.
2.) Quartiersbüro Nordstadt, Quartiersmanagement, Stadtentwicklung, OB-Büro
3.) Nein
4.) Eine abgewandelte Form hätte Zensur und Eingriff in die künstlerische (Gestaltungs-)Freiheit bedeutet, die wir selbstverständlich respektieren. Wir schätzen Frau Meisner als aufmerksame Betrachterin ihres Wohnortes. Sie wirbt hartnäckig für die Nordstadt und wehrt sich gegen die Stigmatisierung eines ganzen Viertels. Sie schämt sich nach eigenem Bekunden nicht, dort zu leben. Ihr Ruf nach Bildung und sozialer Balance ist berechtigt. Die Stadt unterstützt ihr Engagement und fordert alle Bürger zu Dialog, Beteiligung und konstruktiver Kritik auf.
Wir haben mit Barbara Meisner vereinbart, in der gebotenen Sorgfalt ihre Textdokumentation zu prüfen. Die Ausstellung ist nur verschoben Der Zeitpunkt für die Eröffnung ist noch nicht klar.
5. nicht bekannt.

 

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44 Kommentare zu “Update II: Stadt Dortmund begründet Absage der Nordstadt-Ausstellung mit Datenschutz

  • #1
    philter

    boah – das ist aber hart! da fragt man sich doch nur: ham die stroh oder scheiße in ihrem kopp!? aber grade von unser düörpmer stadtspitze kann man leider nicht großartig was erwarten … die sind halt so!

  • #2
    Dman

    Ich hatte die Eröffnung heute auf meiner Liste „things to see“. Ein interessanter Fall: Wie öffentlich sind Briefe, die man an Politik und Verwaltung schreibt? Spielt hier das Urheberrecht eine Rolle? Mein Brief gehört mir. Kann man die Briefe auch an die Rathaustür pappen wie Luther seine Thesen? Untersagungen von Amts wegen haben immer auch was Reizendes. Das Objekt des Verbots tritt umso stärker in die Öffentlichkeit. Was passiert, wenn man das Verbot ignoriert? Kommt dann der Bußgeldbescheid oder gar ein SK? Wir laden die Künstlerin ein zu einer subversiven Unternehmung. peripheria@hotmail.de

  • #3
    Thomas Nueckel

    Das dortmunderische Selbstverständnis: Auseinandersetzende Kunst ist die Kunst, die Stadt und auch DEW lediglich als positives Marketing dulden. Da war doch schon mal was: DEW 21 stellt Sponsoring ein: http://is.gd/SXfQ1X

  • #4
    Cman

    Übel. Von der Wurschtigkeit und Geldverschwendung im und am und ums U herum wollen wir gar nicht anfangen. Eine gemeinsame Intendanz wie JEDE ernsthafte Institution nachdem der Gründungsdirektor (warum wohl…) von Bord ging? Nee, brauchen wir nicht, macht Eichler jetzt selba! Wie es überhaupt in Dortmund immer entgegen den Behauptungen von Freiraum und Förderung desselben vor allem um Kontrolle geht. Ob eine verhinderte Ausstellung, die Behauptung von Kulturmetropole trotz eines versagenden Us oder bizarre bestellte Studien für eine Kopfgeburt wie das „Büro Dortmunder Talent“ beim OB. Man könnt bekloppt werden….

  • #5
    John Martin Ungar

    Dieser Zensurversuch an einer Ausstellung markiert einen weiteren Tiefpunkt der Dortmunder Filzokratie. Aber was will man erwarten in einer Stadt, in der – mindestens – die oberen 3 Hierarchieebenen nicht durch Leistung sondern via Parteibuch-Parasitismus besetzt werden? Und deren aktueller OB eine
    Ausgeburt dieses korrupten Sumpfs ist?
    Wir müsen uns Tadschikistan als Ausgeburt von Demokratie und Unbestechlichkeit vorstellen im Vergleich zum Filz in Dortmund.

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  • #7
    teekay

    Ach, immer wieder lustig, wie das Buerokratie-Gehabe des 20. Jahrhunderts zuschlaegt. Vermutlich sind die Briefe gar nicht so dramatisch-aber jetzt wil sie natuerlich jeder lesen und sie werden sicher auch bald online zu finden sein. Schoene PR fuer die Kuenstlerin-und Gruss von Frau Streisand ;)!

  • #8
  • #9
    Klaus Lohmann

    @#8 | Heester: Warum erst „ab jetzt“?? Etwa den Wahlbetrug vergessen?

    Nach dem 2. Update kommt wohl Keiner mehr drum rum, den Inhalt (und auch die Form;-)) dieser ominösen Briefe genauer kennen zu lernen, um selbst über „Zensur“ oder „Persönlichkeitsrechte“ urteilen zu können – wenn es jetzt schon nicht mehr um Briefe direkt an Sierau, sondern anscheinend um welche an diverseste Empfänger geht. Ist das etwa geschicktes Guerilla-Kunstmarketing?

  • #10
  • #11
    DERHANK

    Mag ja sein, dass die für diese Briefe an den OB interviewten Menschen Barbara Meisner nicht explizit in der gebotenen, am besten notariell beglaubigten Form autorisiert haben, ihre Aussagen in einer Kunstaktion zu verwenden, aber wer sich interviewen lässt, dürfte irgendwie damit rechnen, dass das Gesagte nicht in der Schublade verschwindet – oder wird für jedes im Fernsehen ausgestrahlte Straßeninterview vorab ein Rechtsgutachten eingeholt?

    Insofern hat man hier nicht maßvoll re-, sondern angstvoll über-reagiert, was ich persönlich schade und auch ein bisschen beklemmend finde, besonders wenn man in der o.g. Stellungnahme so warme Worte für die Freiheit der Kunst findet und die Künstlerin dabei gleich mit umarmt. Schade, weil ich weiß, mit wie viel Herzblut sich Frau Lindenblatt und ihre MitstreiterInnen bei den Stadtämtern und Quartierbüros normalerweise für demokratische Stadtentwicklung einsetzen (und hier womöglich ein fatales Missverständnis vorliegt), und beklemmend, weil ich befürchte, dass die zuständige Kunstaufsichtsbehörde (wer auch immer das dann ist) die ganze Sache im Sinne eines politisch korrekten Neusprech nun so lange hin- und herbiegen wird, bis niemand mehr dieses böse Wort „Zensur“ in den Mund nimmt.

    Vielmehr werden sich am Ende – bei „gebotener Sorgfalt“, „konstruktivem Dialog“ und einer nur verschobenen und nur ein klitzekleines Bisschen „überarbeiteten“ Ausstellung – alle wieder liebhaben.

  • #12
  • #13
    Achim

    Ich sag mal etwas Positives über die
    Dortmunder Nordstadt, oder ist es etwas Negatives
    über das Prestigeprojekt „Phoenixsee“?

    Die Mieten in der Nordstadt sind höher als am „Phoenixsee“.

    Das liegt entweder am Hippfaktor der Nordstadt oder an der
    Lächerlichkeit von Bootsanlegern an einem Dorfteich
    ohne Verbindung zum „richtigen“ Wasser oder an
    Befürchtungen über zukünftige Giftmüllfunde.
    Siehe Dortmund Dorstfeld.

    Die Nordstadt ist sicherlich kein bei deutschen Familien
    populäres Stadtviertel zur Aufzucht von Kindern.
    Da ein seggregiertes Bildungssystem nur als
    Waldorfsystem verfügbar ist, erfolgt eine
    „Abstimmung mit dem Möbelwagen“.
    Die anderen stören sich daran…

    Es gibt sicherlich schlimmere Viertel in Dortmund…

    Achim

  • #14
    Gil

    Es ist in Deutschland schon putzig, dass überhaupt Post von Amtspersonen nicht-öffentlichen Charakter haben kann.

  • #15
    Klaus Lohmann

    @#11 | DERHANK: Sorry, aber wo steht irgendwas über „Interviews“, die in diesen Briefen vorkommen sollen?? Ein *Briefwechsel* mit wem auch immer ist keine öffentliche Veranstaltung und muss von keiner Seite als solche akzeptiert werden. Punkt.

  • #16
    DERHANK

    #15 | Klaus Lohmann:

    Lieber Herr Lohmann,

    In dem Artikel steht: „Sie sprach mit allen drei Quartiersmanager der Nordstadt. Führte Gespäche mit vielen Menschen im der Nordstadt.“ und weiter: „… schrieb sie über ihre Erlebnisse eine Serie von Briefen an Dortmunds OB Sierau. Diese Briefe sind Teil der Ausstellung.“

    Ich kenne diese Briefe (nun leider immer noch) nicht, aber jemand, der in die Nordstadt zieht und Gespräche mit den Leuten führt, „interviewt“ sie, oder? Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die Künstlerin bei diesen Gesprächen als solche auch offen aufgetreten ist.

    Und die Frage, ob ein Briefwechsel mit einer Institution (der OB ist eine Institution) öffentlich gemacht werden darf oder nicht, obliegt dem Briefwechsler; sowieso, und erst recht, wenn der Briefwechsler KünstlerIn ist.

    Die Kunstfreiheit ist nun mal ein Grundrecht (Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz), insofern sind auch aus der Kunst resultierende öffentliche Veranstaltungen ein Grundrecht, in das meines Erachtens die Stadt hier kompetenzwidrig eingegriffen hat. Wäre zumindest mal eine juristische Würdigung wert.
    Fragezeichen?

  • #17
    Klaus Lohmann

    @#16 | DERHANK: Nochmal sorry, aber dass es *Briefe* sind, steht außer Frage, oder? Dann sind es keine Tweets und keine Fratzenbuch-Einträge, die jeder Popel schon per Click im Web ver*öffentlicht*, bevor es einer gelesen hat. Ich habe eher den Eindruck, dass Sie das Medium „Brief“ mit seiner zunächst geschlossenen Kommunikation überhaupt nicht mehr kennen.

    Frau Meisner darf diese Briefe doch gern veröffentlichen, wenn sie der Ansicht ist, der Inhalt der von ihr aus dem „Bierkasten“ am Markt erhaltenen Briefe wäre nicht vom Persönlichkeits- und/oder Urheberrecht geschützt.

    Da diese Briefe aber noch nicht mal jetzt auf ihrer Homepage veröffentlicht sind, obwohl dort die Stadt das Hausrecht nicht ausüben kann, zeigt doch wohl, dass eine Veröffentlichung *ohne* Zustimmung der anderen Adressaten und Schreiber rechtlich so einfach nicht durchsetzbar ist und sie eher in Schwierigkeiten bringt.

  • #18
    Thorsten Stumm

    @ All
    Da es hier eine Diskussion über die Briefe gibt. Sie liegen mir vor und sie sind wirklich harmlos. Es sind 20 Stück wovon 19 ausschliesslich Briefe von Frau Meisner sind, also Briefe bei denen sie selbst die Autorin ist und 1 ( ja nur EIN ) Brief der nicht von Ihr stammt. Das ist ein Antwortbrief von OB Sierau.

    Frau Meisner hat angeboten Namensnennungen zu schwärzen. Das wurde von Frau Lindenblatt abgelehnt, weil ja sonst ein Zensurversuch vermutet worden wäre. Oder offensichtlich geworden wäre.

    Da ich eigentlich eine Vorbericht zur Ausstellung machen wollte, war ich bei dem Telefonat gegen 17.00 persönlich anwesend und habe das Gespräch, da es laut gestellt war, mitgehört.

    Zu keinen Zeitpunkt hat Frau Lindenblatt in diesen Gespräch Gründe des Datenschutz oder Persönlichkeitsrechte angeführt. Sie begründete die Absage ausschliesslich mit den enthalten, Ihrer Meinung nach, negativen Aussagen zur Nordstadt und der Kritik an der Arbeit des Quartiersmanagement.

  • #19
  • #20
    Todd

    Diskussionen mit Bezug auf Datenschutz sind zumeist dann entblößent, wenn fröhlich Angriffe vermutet werden, zugleich jedoch wenig Bewusstsein für eigenes Verhalten festzustellen ist: „war ich bei dem Telefonat gegen 17.00 persönlich anwesend und habe das Gespräch, da es laut gestellt war, mitgehört“ (Zitat #18). Zu auf „laut gestellten“ Gesprächen hat die deutsche Rechtsprechung eine zu Recht sehr kritische Einstellung, denn auch hier geht es um Grundrechte.

    Zur Ausstellung: Ich wünsche Frau Meissner und uns, dass diese gezeigt wird. Denn das Thema ist wichtig.

  • #21
    Helmut Junge

    Ich hatte mir schon gedacht, dass es der dortmunder Stadtspitze darum ging, Imageverlust zu vermeiden, indem sie diese Ausstellung verbietet.
    Ihr Ziel hat sie aber offensichtlich nicht erreicht.
    Einfach entlarvend.
    Das nenne ich einen tiefen Schnitt ins eigene Fleisch, nur um einen Unfall zu vermeiden.

  • #22
    Klaus Lohmann

    Kritik am Quartiersmanagement (die ja generell nicht neu und bestimmt in so einigen Punkten absolut nachvollziehbar ist – vor allem, wenn es um sinnvolle Mittelverwendung gehen sollte;-)) und dann im QM-Büro selbst aufhängen wollen?? Man kann solche Provo-Nummern aber auch übertreiben, trotz Guerilla-Marketing.

  • #23
    John Martin Ungar

    Die staatsbürgerlichen Ideale des Biedermeiers, Herr Lohmann, liegen zum Glück hinter den meisten von uns.. Wer Kritik als Provokation begreift ist schon sehr aus der Zeit gefallen.

  • #24
    Klaus Lohmann

    Lieber Ex-„schwarzbart“, fundierte Kritik ist Herausforderung zum Bessermachen und provoziert demnach *immer*, das müssten Sie doch genauestens wissen.

  • #25
    Klaus Lohmann

    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/kultur/Quartiersbuero-am-Borsigplatz-Stadt-verhindert-Stadt-kritische-Kunst-Ausstellung;art13731,1911857?fCMS=albuh7t7g5ephcqsl6pt1d0kj1

    Nachdem dort Zitate aus den Briefen von Fr. Meisner an die Stadt abgedruckt werden, möchte ich den Rest dieser Pamphlete nicht mehr lesen. Danke.

  • #26
    Stefan Laurin

    @Klaus Lohmann: Wir werden die Briefe nachher veröffentlichen und ich kann sie gut verstehen. Die Begründung der Stadt ist allerdings peinlich, auch wenn es die Ausstellung auch geworden wäre.

  • Pingback: Briefe einer abgesagten Ausstellung | Ruhrbarone

  • #28
    DERHANK

    »… Pamphlete …«
    »… peinlich …«
    »… gute Gründe (…), die Präsentation nicht (…) stattfinden zu lassen.«
    »… sicherlich kein großer Verlust.«
    »… zusammenhangloses Geschreibsel voller Dünkel, Gejammer und Dummheit.«
    »… so einen Schwachsinn …«
    »… Frau Meisner, stellen sie ihren Kram aus wo sie wollen, aber bitte nicht bei uns. Er ist einfach zu schlecht.«

    Und das ist jetzt das WORT ZUM SONNTAG ???

    Da verbietet DIE STADT (wer ist das eigentlich?) eine ihr nicht genehme Kunstausstellung, dann darf sich Volkes pöbelnde Stimme auf diesem Forum gnädigerweise ein wenig Luft machen, aber nur um anschließend von zwei Gralshütern namens Lohmann und Laurin in wirklich unerträglicher SeLBSTGERECHTIGKEIT darüber »aufgeklärt« zu werden, dass das VERBOT kein großer Verlust wäre, weil eh SCHLECHTE KUNST?

    Was für ein Schulterschluss!!!

    Da belehrt mich Herr Lohmann, dass ich Tölpel wohl nicht mehr wisse, was ein Brief sei, im gleichen Atemzug wundert er sich – wo doch »… Fratzenbuch-Einträge (…) jeder Popel schon per Click im Web ver*öffentlicht*, bevor es einer gelesen hat« – darüber, dass die Künstlerin dies noch nicht getan habe, unterstellt ihr sogleich, dass die Veröffentlichung der Briefe »… wohl (…) rechtlich so einfach nicht durchsetzbar ist und sie eher in Schwierigkeiten bringt« und prompt geschieht genau das hier, werden hier, auf dieser Internetseite (#27) Teile des Werks aus dem Zusammenhang gerissen, mit einem hämischen Vorwort versehen und so auf eine Art und Weise stigmatisiert, dass einem schlecht wird.

    Meine Herren, geht’s noch?

    Herr Lohmann, wenn ich das alles richtig verstehe, handelt es sich um eine KUNST-Ausstellung, und die Briefe sind möglicherweise TEIL dieser Ausstellung und eben keine popeligen Fratzenbucheinträge und stehen vielleicht deswegen nicht auf der Homepage der Künsterlin?!

    Herr Laurin, sind Sie denn von der Künstlerin autorisert, Teile ihres Werks HIER zu veröffentlichen? Immerhin *Briefe*, ich verweise auf die Lohmann’sche »… zunächst geschlossene Kommunikation« solcher Dokumente! Ich verweise aber auch auf das originäre Verfügungsrecht der Künstlerin an ihrem Werk.

    Nochmals, meine Herren: Geht’s noch???

    Warum jagen wir die Nestbeschmutzerin nicht gleich mit Pech und Schwefel übergossen aus der Stadt? Hau ab, zurück nach Düsseldorf mit Dir, pfui, pfui, pfui, wir Dortmunder wollen nämlich nicht gestört werden in unserem wohligen Eigensaft ???

  • #29
    Klaus Lohmann

    @DERHANK:
    http://www.ruhrbarone.de/briefe-einer-abgesagten-ausstellung/

    Wie ich dort zuletzt anmerkte, sollte man zunächst die zeitliche Abfolge der Artikel und Kommentare rekapitulieren, bevor hier Jemand auf Aussagen festgenagelt wird.

    Die Stadt ist als Verantwortliche für die Ausstellung und die Räumlichkeiten verpflichtet, justiziable Texte, die dort ausgestellt werden sollen, vorab darauf hin zu überprüfen, ob sich Dritte in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sehen können, was bei den Beleidigungen von Fr. Meisner gegen QM-Mitarbeiter wohl gegeben war.

    Was Stefan hier eingestellt hat, sind Briefe allein von Fr. Meisner als Urheberin, die von ihr schon öffentlich ausgehängt waren, bevor die Stadt sie wieder abhängte. Soweit ich es sehe, gibt es hier keine Antwortbriefe der Stadt zu sehen, für die es ja zu keiner Zeit eine Veröffentlichungs-Authorisierung gab.

    Und ja – genau so wie *Sie* hier Andere persönlich angehen dürfen, dürfen auch Stefan Laurin oder meine unmaßgebliche Nase hier unseren Senf zum arrogant-dümmlichen, fremdenfeindlichen und teilweise erfundenen Inhalt dieser Briefe abgeben.

  • #30
    cman

    warum hier nun plötzlich die stadt mit pseudorechtlichem Jargon verteidigt wird, ist bizarr. und wenn herr Lohmann dann noch urteile über Kunst/nicht-Kunst und teile einer Ausstellung „Pamphlete“ und peinlich nennt, dann zeigen sich gleich zwei Sachen: zum einen kann natürlich von RB nicht unterstützt werden, was beim erzfeind auf labkultur gefordert wird und zum anderen denkt es so in herrn Lohmann: voller unverständnis für kunst und provokation und mit viel zuneigung zu verwaltungsdenken. und ein Händchen für eine kleine feine schmuztkampagne, um eine künstlerin zu diskreditieren durch aussagen wie: beleidigung, fremdenfeindlich, erfunden aus briefen zitieren, die offenbar nur sie kennen. Respekt. RB will nun einen lokalteil dortmund machen? DAS hier lässt zweifel aufkommen, ob das eine so gute idee ist.

  • #31
    Stefan Laurin

    @cman: Wollen Sie Klaus Lohmann und mir das Recht absprechen, unsere Meinung zu der Arbeit von Frau Meisner zu äussern? Genießt sie Welpenschutz, weil sie eine Künstlerin ist? Die Briefe haben wir hochgeladen und verlinkt, auch Sie können sie lesen – lassen Sie sich einfach erklären, wie das technisch geht. Ob es Kunst ist oder nicht, ist mir egal. Ich finde, die Briefe sind einfach nur dumm und dünkelhaft. Wenn Sie es anders sehen, ist das nun einmal Ihre Meinung.

  • #32
    Klaus Lohmann

    @#30 | cman: Ich versuch’s mal mit einem kleinen Beispiel aus den Meisner’schen Briefen, da geht es um das Thema Immobilien, welches bekanntlich aus rein beruflichen Gründen auch von Fr. Dr. Hetmeier favorisiert wird:

    „Nur kann und will sich nicht jeder Immobilienbesitzer das leisten. Leider bekommen seriöse Kaufinteressenten von Banken keine Kredite, denn die Nordstadt ist ja „Risikobereich“, sprich geringe Mieten, hohe Fluktuation, kaum Kaufkraft, keine Gewinnmarge.“ (Zitat Meisner)

    Das hat – wie eigentlich jeder Normalbegabte sehen kann, der ab und an in der Realität zu tun hat – nichts mit „Kunst“ zu tun. Es geht ganz banal um lokale Stadtentwicklung, dazu kann man Gegenaussagen treffen.
    Und meine Gegenaussage: Nach Frau Meisner wäre *ich* also unseriös, denn ich habe vor 3 Jahren mühelos ein solides Bankkredit-Angebot für eine Nordstadtimmobilie (Mehrfamilien-Mietshaus Nähe Nordmarkt) inklusive Sanierung/Renovierung bekommen. Also behauptet Frau Meisner ganz schlicht die Unwahrheit. Da Frau Meisner mich nicht kennt, ist das also nicht nur gelogen, sondern ebenso pauschalisierend und damit dumm und populistisch.

    Und jetzt dürfen Sie gern wieder künstlerische Aufgeregtheit im Labkultur-Universum spielen.

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  • #34
    DERHANK

    Liebe Herren Lohmann und Laurin,

    herzlichen Dank, dass Sie mir die Augen geöffnet haben! Frau Meisner ist also nicht nur peinlich, dünkelhaft, jammervoll und dumm, ihre Kunst ist nicht nur schwachsinnig, nein, sie ist obendrein auch noch ERFUNDEN, BELEIDIGEND und – Himmel! – FREMDENFEINDLICH! Ja sagamoal, ist Frau Meinser gar eine Faschistin?

    Ich überwinde mich und lese nun doch die (zwar aus dem Zusammenhang gerissenen, aber egal) Auszüge der gottseidank in letzter Sekunde von beherzten Dortmundern verhinderten und erst mithilfe Ihres vorangestellten Kommentars ins rechte Licht gerückten und darum hier auf dieser Seite nun doch (wenn auch ungefragt, aber nochmals: egal) dem gerechten Volkszorn übergebenen, gewissermaßen also entarteten Kunst dieser Unperson:

    Was schreibt Frau Meisner über die Nordstadt?

    Da steht geschrieben über »arme, ungepflegte Menschen, wartende und Kerne spuckende oder Alkohol trinkende Männerrudel«! Also nein! Da behauptet sie gesehen zu haben, »wie ein ausländischer Mitbürger einem anderen wirklich mit der Faust ins Gesicht schlug«, ja gibt’s das? Die spinnt doch! Oder totähnlich herumliegende Typen, gar womöglich drogensüchtig? Erstunken und erlogen, ich sag’s Ihnen, also ICH habe so etwas in der Nordstadt noch nie gesehen, ehrlich!

    Und dann mokiert sich die Dame über eine der attraktivsten Freiflächen – ich behaupte sogar Grünflächen! – der Nordstadt. Kein Wort über den herrlichen Baumbestand! – dabei ist der städtebaulich wirklich gelungen eingebundene Parkplatz (Park! Jawohl!!!) vor Kaufland einer der meistbesuchten Orte des westlichen Ruhrgebiets!

    In einem anderen Brief fotografiert sie Frauen in Kopftüchern! Also nein, als würde in der Nordstadt auch nur eine Frau gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen!

    Und weiter, es wird immer schlimmer: Tote Ratten, Geschäfte, die Drogen verkaufen und kopierte Zeitungsannoncen, wo Jobs als Geldwäscher angeboten werden!

    Aber das ALLERALLERSCHLIMMSTE ist: Frau Meisner macht gar keine Kunst!

    »Es geht«, wie Sie richtigerweise den Finger in die Wunde legen, »ganz banal um lokale Stadtentwicklung (…)« und Sie, Herr Lohmann haben »vor 3 Jahren mühelos ein solides Bankkredit-Angebot für eine Nordstadtimmobilie (Mehrfamilien-Mietshaus Nähe Nordmarkt) inklusive Sanierung/Renovierung bekommen. Also behauptet Frau Meisner ganz schlicht die Unwahrheit.«

    Sie haben recht, meine Herren, Sie haben ja so recht. Und schauen Sie doch erst mal auf die Internetseite dieser angeblichen Künstlerin (http://www.barbarameisner.de), dort finden wir unter dem Tarnnamen ‚Heidi‘ den letzten Beweis: Frau Meisner eine blondgezopfte rheinische Walküre – Nibelungen, Blut und Boden! Hilfe!!!

    Oder – noch schlimmer – ist sie gar in Wahrheit die heimlich aus dem Knast entlaufene Beate Zschäpe, die sich unlängst eine Waffe besorgt hat und nur darauf wartet, die Nordstadt in Schutt und Asche zu legen?

    Unser aller Dortmunder ergebensten Dank an Sie, meine Herren, dass Sie uns davor bewahrt haben, ehrlich!

    PS: Dass irgendwo QM-Mitarbeiter beleidigt wurden, konnte ich nicht finden, aber wir wollen nicht kleinlich sein, gelle?

  • #35
    Stefan Laurin

    @DeHank: Wieso haben wir jemanden vor der den Briefen bewahrt? Wir haben das doch alles – inklusive der Briefe – öffentlich gemacht. Eine Beleidigung kann ich in den Briefen auch nicht erkennen, den Kram nimmt ohnehin keiner ernst. Übrigens: Nett dass sie es mit Ironie im Text versuchen – wenn sie noch ein paar Jahren üben könnte es sogar – ab und an – klappen. Einfach weitermachen und nicht aufgeben 🙂

  • #36
    DERHANK

    Es geht sich hier wohl um die uralte Erbfehde zwischen Rheinländern und Westfalen. Da kommt so eine Karnevalshochburglerin ins stoffelige Westfalen und schreibt lustige Briefe an den Bürgermeister. Das musste ja schiefgehen! Ich vermute allerdings (soviel Witz traue ich ihm zu – im Gegensatz zu manch anderem hier), dass unser OB sich in Wahrheit schon immer Tage vorher auf das nächste Schreiben gefreut hat, und jedesmal mindestens schmunzeln, wenn nicht sogar schallend lachen musste – jedenfalls ist es mir beim Lesen so ergangen (aber ich komme ja selbst auch aus dem Rheinland und bin – wie ich soeben erfahren musste, noch Jahre von ernsthafter, pardon echter, pardon westfälisch verständlicher Ironie entfernt). Nun ja.

    Ich kann nur allen empfehlen, die Briefe zu lesen. Ich finde, sie sind witzig, sarkastisch, herzlich und klug. Es lohnt sich also!

  • #37
    Stefan Laurin

    @DERHANK: Meisner stammt aus Marl – keine der ganz großen Karnevalshochburgen 🙂 Ansonsten bin ich auf ihre weiteren Einlassungen gespannt – sie werden ja von mal zu mal etwas verwirrter.

  • #38
    Klaus Lohmann

    @#36 | DERHANK: Da Sie von der Entwicklung und den handelnden Personen in der Dortmunder Nordstadt anscheinend genau so viel Ahnung haben wie der gemeine Marler vom Karneval, konnte das mit Ihnen hier ja nicht gut gehen.

    Allerdings kann ich Sie und Frau Meisner beruhigen: Ich stamme aus dem Dortmunder Süden und kann Ihnen versichern, dass man dort – vorausgesetzt, man setzt sich mit dem Leben richtig auseinander und hängt nicht überm Zaun ab – mindestens genau so viel Alkis, Drogis und Dealer (auch unter „Künstlern“) kennenlernen kann wie in der Nordstadt. Aber schon vor vierzig Jahren wurden dort mehr Wo.end-Prügeleien gemeldet, das stimmt wohl. Und die Nationalitäten der Beteiligten scheinen wundersam anders zu sein, auch weil jetzt kaum mehr so viele Hombrucher und Hörder wie damals Ausschau nach käuflicher Sexualunterhaltung halten. Böses Stigma, das…

  • #39
  • #40
    Robert

    Als Dortmunder (derzeit im Exil) und Liebhaber von Realsatire werde ich die Ruhrbarone jetzt öfter besuchen. Astrein.

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  • #42
    Hendrik Müller

    In einem zweiten Anlauf wird eine Ausstellung mit den Exponaten von Barbara Meisner und anderen Künstlern der Nordstadt am 17. Mai eröffnet:

    NORDSTADT

    Im Februar 2013 sollte im Quartiersbüro Borsigplatz die Ausstellung „Nordstadt ist ’nicht‘ überall“ gezeigt werden. Aufgrund einer kurzfristigen Absage durch die Stadt Dortmund konnten die aus Fundstücken und Straßenmüll geklebten ‚Häuser‘ der Künstlerin Barbara Meisner nicht gezeigt werden – die Ausstel-lung fand nicht statt! Jetzt haben die Expo-nate eine neue Heimat gefunden und werden durch Werke von Annette Kritzler, Hendrik Müller, Almut Rybarsch-Tarry und Rita-Maria Schwalgin begleitet, die jede/r für sich einen individuellen Blick auf die Gegend zeigen.
    Eröffnung der Ausstellung „NORDSTADT“ ist am 17.5. um 19:00 in der Kirche St. Joseph, (Münsterstraße/Ecke Heroldstraße 13); sie wird dort bis zum 22. Juni gezeigt. Öffnungszeiten: Di+Do+Sa 18:00-20:00, Mi+Fr 16:00-20:00, sowie eine Stunde nach den Gottestdiensten und nach Vereinbarung: 0179-5908648. www.pvdono.de

  • #43
    Hendrik Müller

    In einem zweiten Anlauf wird eine Ausstellung mit den Exponaten von Barbara Meisner und anderen Künstlern der Nordstadt am 17. Mai eröffnet:

    NORDSTADT

    Im Februar 2013 sollte im Quartiersbüro Borsigplatz die Ausstellung „Nordstadt ist ’nicht‘ überall“ gezeigt werden. Aufgrund einer kurzfristigen Absage durch die Stadt Dortmund konnten die aus Fundstücken und Straßenmüll geklebten ‚Häuser‘ der Künstlerin Barbara Meisner nicht gezeigt werden – die Ausstel-lung fand nicht statt! Jetzt haben die Expo-nate eine neue Heimat gefunden und werden durch Werke von Annette Kritzler, Hendrik Müller, Almut Rybarsch-Tarry und Rita-Maria Schwalgin begleitet, die jede/r für sich einen individuellen Blick auf die Gegend zeigen.
    Eröffnung der Ausstellung „NORDSTADT“ ist am 17.5. um 19:00 in der Kirche St. Joseph, (Münsterstraße/Ecke Heroldstraße 13); sie wird dort bis zum 22. Juni gezeigt. Öffnungszeiten: Di+Do+Sa 18:00-20:00, Mi+Fr 16:00-20:00, sowie eine Stunde nach den Gottestdiensten und nach Vereinbarung: 0179-5908648. www.pvdono.de

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