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Dortmund: Nazis besetzten Kirche

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Was machen Dortmunder Neonazis, wenn sie nicht gerade ihre Gegner angreifen, mit Drogen handeln, sich auf Schwulentreffs herumtreiben oder bei der Tafel um Lebensmittel betteln? Sie besetzen eine Kirche. Heute Abend wurde die Reinoldikirche in der Dortmunder Innenstadt von Neonazis besetzt,  angeblich, um gegen Islamismus zu protestieren, in Wirklichkeit jedoch aus purer Not. In den vergangenen Monaten gelang den sozial auffälligen und regelmäßiger Erwerbsarbeit entwöhnten Gestalten nicht viel – da musste nun für Aufmerksamkeit gesorgt werden.

Dumm: Für solche Aktionen gibt es in der Förderschule keine Sonder-Nachhilfe  und in der Armenküche keine Extrawurst. Mittlerweile hat die Polizei die Kirche geräumt.  Für die Nazis dürfte die Aktion teuer werden – aber hey, im Knast ist es warm und es gibt was zu essen:

Pressemeldung der Polizei:

Die Polizei hat heute Abend (16.12.) 8 Rechtsextremisten vorläufig festgenommen und dem Polizeigewahrsam zugeführt. Neonazis hatten gegen 18.40 Uhr den Turm der Reinoldikirche besetzt, sich verbarrikadiert und ein Transparent an die Brüstung gehängt. Darüber hinaus zündeten sie Pyrotechnik auf dem Kirchturm.

Die Polizei hat mit Unterstützung der Dortmunder Feuerwehr die Tür gewaltsam geöffnet und die illegale Besetzung der Kirche beendet.

Im Umfeld der Kirche wurden weitere Rechtsextremisten festgestellt, teilweise verteilten sie Flugblätter. Auch gegen sie wurden polizeiliche Maßnahmen getroffen.

Der Staatsschutz nimmt die Ermittlungen u. a. wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, Verstoßes gegen § 86 a StGB (Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole) und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz auf.

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32 Kommentare zu “Dortmund: Nazis besetzten Kirche

  • #1
    philter

    Was ist an förder-schülern, arbeitslosen und knastis so schlimm, dass sie als beschimpfung für nazischweine herhalten müssen?

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @philter: Es ist keine Beschimpfung – ich habe sie und ihre Tätigkeiten nur beschrieben. Dem von ihnen proklamierten Idealbild eines Deutschen entsprechen sie nun mal so gar nicht. Das wollte ich nur deutlich machen.

  • #3
    philter

    Ich mein ja nur: Was mag sich ein armer, arbeitsloser förder-schüler denken, wenn er diesen text liest? Er ist hier die witzfigur eines nazischweins…

  • #4
    Schmechel

    philter hat recht. Denn es gibt unter den Nazis auch Jurastudenten usw. Man kann es nicht rauf "bildungsfern" herunterbrechen. Das ist zu einfach…

  • #5
    Markus Becker

    Ich muss da "philter" Recht geben. Die Ruhrbarone sind ein viel gelesenes "Blatt" und sollten sich auf dem, recht dünnen Eis etwas sicherer bewegen können. Bestimmte Gruppierungen pauschal zu Rechtsextremisten zu machen (wenn auch nur augenscheinlich), ist waghalsig. Auch wenn es "anders gemeint" ist, kommt es bei vielen genauso an, wie "philter" es wiedergibt. Ironie und Sarkasmus sind eben oft eine Gratwanderung. Dennoch ist es gut, dass ihr darüber berichtet.

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  • #7
    Gunda Hundt

    Stefan Laurin, das ist sehr unglücklich, auch wenn deine Absicht – durch den Widerspruch zwischen der "Ideologie" der Pappnasen und der "Realität" die Pappnasen in die Lächerlichkeit zu machen, fehlt es dem Text deutlich an einer Distanzierung zu deren propagierten Weltbild. Denn an Homosexualität, Armut oder dem Besuch einer Förderschule ist nun mal garnichts beleidigend… fehlt im Grunde nur noch behindert als Beschimpfung…. btw mein autistischer Sohn, welcher eine Förderschule besucht hat heute Geburtstag und der steckt mit seinen 13 Jahren die meisten seiner Altersgenossen intellektuell spielend in die Tasche….und der hätte auch einen Text zustande gebracht, der den Kern der Sache trifft, anstatt sich deren Jargon zu bedienen.

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Schmechel: Bei dem Herrn Jura-Student zieht dann wieder arbeitsscheu: Die Uni hat er wohl schon länger nicht mehr von innen gesehen.

  • #9
    rEgal

    Ja und sowas nennt sich Ableismus. Das ist strukturell in der Linken Grund Tenor um sich "gegen die anderen" abzugrenzen. Leider. Mega unsolidarisch. Was dazu führt selbst nicht intellektuell / informativ zu argumentieren. Denn "den Nazi" an sich gibt es nicht. Aber es gibt das Kapitalistische System. Den Klassismus. Denn Rassismus. Den Faschismus. Besser das sagen das Gemeinde ist. Macht eine Aussage auch glaubhafter und ehrlicher. Folgt auf twitter @behinderungen.
    Und by the way. 3. Reich —> Euthanasie. Nur mal so am Rande.

    PS: scheiß Nazis!

  • #10
  • #11
    CDE

    "arbeitsscheu"? Chapeau! Es ist schon eine Leistung, sich als Journalist und Antifaschist einer solch faschistoiden Sprache zu bedienen.

  • #12
    himynameis

    Herrjeh, die Kommentare hier… hoffentlich lässt sich Stefan Laurin seinen erfrischenden Stil nicht durch die PC-Polizei abgewöhnen.

    Zum Artikel: waren das die sog. Identitären? Zu denen würde so eine Aktion ja passen.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @himynameis: Nein, das waren die Dortmunder Neonazis. Die haben die Aktion von den Identitären geklaut. Und keine Sorge – ich lass mir den "erfrsichenden Stil" nicht abgewöhnen. Es geht schlicht darum, aufzuzeigen, dass das Pack nichts anderes als ein Haufen krimineller, gewalttätiger, rechtsradikaler Versager und Penner ist, die an einem Tag das Maul aufreissen und am anderen um ein Butterbrot betteln, weil sie keinen Bock haben, morgen aufzustehen oder dauerbesoffen sind 🙂

  • #14
    malou

    Interessant, wie hier so sehr auf die gewählten Worte eingegangen wird und an die eigentliche ‘Aktion’ so gut wie gar nicht. Und ist es nicht so, dass gerade aus dem ‘rechtskonservativen Lager’ die Political Correctness so beklagt wird und die sei Schuld an Allem? Das ist die Sprache, die sie wollen und verstehen – aber ach, ich vergaß, es ist ja ihre Sprache, wenn andere sie auch benutzen ist man empört und fordert Respekt.

    Unfassbare Aktion, wie lange dauerte dieser Spuk denn?

  • #15
    Andreas Kemper

    @Stefan Laurin, das ist unerträglich. Ich habe noch nie eine solche Ansammlung klassistischer Stereotype gelesen, die dann für Neonazismus verantwortlich gemacht werden. Ja, auch in der FAZ liest man auf der Titelseite, dass Trump "den Proleten raushängen" ließ, wenn er sich mal wieder rassistisch und sexistisch äußert, auch das ist klassistisch, weil Trump ganz authentisch "den Milliardär raushängen" lässt und keinesfalls "den Proleten". Aber diese Ansammlung von Stereotypen ist krasser als alles, was ich bisher gelesen habe im Zusammenhang mit "Neonazis = Proleten".

  • #16
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Proleten arbeiten. Du wirst von mir kein schlechtes Wort über diese Leute hören. Über die vielen Schnorrer bei den Dortmunder Nazis schon. Kleines Beispiel: SS Siggi will in den Landtag. Wenn er Politik machen kann, kann er auch arbeiten.

  • #17
    Ylmaz

    "Für die Nazis dürfte die Aktion teuer werden "

    Vermutlich eher nicht, denn wer nicht arbeitet, zahlt leider auch nur minimale Geld-Strafen.

  • #18
    Sascha Pollmann

    Tut mir leid, aber dieser Artikel ist mir wirklich zu plump und entbehrt jeden Stils. Ich kann mir nur vorstellen, dass er mit viel Wut im Bauch geschrieben wurde. Da wäre eine Nacht drüber schlafen vielleicht mal besser gewesen. Die Tat als solche ist ekelhaft, und die beteiligten Gestalten haben auch nicht viel Rücksichtnahme verdient, aber mit Vermutungen, Generalisierungen und Diffamierungen zu arbeiten, ist doch genau das, wofür wir AfD und Konsorten kritisieren. Das kann nicht das Mittel sein, gegen sie zu arbeiten. Oder hast du, Stefan Laurin, detaillierte Kenntnisse über die beruflichen und privaten Hintergründe der Beteiligten? Es gibt auch so schon genug, was man diesen "Vaterlandsverteidigern" ans Zeug flicken kann. Da muss man sich nicht so im Ton vergreifen und nebenbei noch ganz schnell ganze Bevölkerungsgruppen diffamieren.

  • #19
    thomasweigle

    "…kann er auch arbeiten.." Mag sein, der Wähler ist aber als "Arbeitgeber" für Mandatare deutlich nachsichtiger als der Besitzer der Bude um die Ecke, der sich schon etwas genauer seine Mitarbeiter aussucht. Zudem gibt es in den diversen Parlamenten kein Alkoholverbot, in den meisten Betrieben mittlerweile schon.

  • #20
    S

    Die Formulierung „sich auf Schwulentreffs herumtreiben“ wirkt homophob. Man muss erst auf den Link klicken, damit weiß, wie es gemein ist. Unglücklich.

  • #21
    snood

    Na ja, man kann die PC auch übertreiben. Ich stimme zu, dass der Vergleich von Nazis mit Schweinen, Arbeitslosen, Alkis, Butterbrot-Essenden, Förderschülern, Knastis und Pennern vielleicht gut gemeint, aber nicht adäquat und u.U. eine Beleidigung für die genannten Gruppen (inkl. der Schweine) ist. Warum nicht einfach: "Grenzdebile Arschlöcher malen sich Hakenkreuze auf die Stirn, begehen Hausfriedensbruch und zündeln auf dem Turm der Dortmunder Reinholdikirche"?

  • #22
    AmieLou

    Lieber Stefan Laurin,
    Willst du dich tatsächlich auf einer Ebene mit Faschisten und Rechtsextremen auseinander setzen auf der du sie aufgrund von Attributen oder "Defiziten" bloß stellst, die in gut bürgerlichen Kreise n mit Sicherheit etwas verwerfliches oder kritikwürdiges wären? Gehst du diesen Gedanken mit oder warum ziehst du deinen Artikel so auf?
    Die Differenzierung, die du eigentlich beabsichtigt hast liest sich nicht heraus und da ging es wohl nicht nur mir so.
    Warum sich überhaupt auf dieser Ebene mit dem Thema beschäftigen und diese sehr ernst zu nehmende Aktion und die organisierte Bewegung, die dahinter steckt ins Lächerliche ziehen, anstatt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Aktion und dem Thema anzustreben???
    mich interessiert es einen scheiß was die in ihrer Freizeit machen, ob sie arm oder ungebildet sind.
    Ich brauch auch keinen weiteren Artikel der darauf abzieht die Typis an ihren eigenen Werten, die sie dann selbst nicht erfüllen bloß zu stellen oder zu kritisieren. So eine Kritik mutet merkwürdig an,,weil sie tatsächlich nur ins Visier nimmt, dass sich die Faschisten nicht mal diszipliniert genug an ihre eigenen Werte halten.
    Was wäre denn wenn sie es ganz korrekt täten?
    Die Werte und Ideologien, die sie vertreten bzw deren konkrete Inhalte nimmst du nämlich gar nicht in deine Kritik auf, sondern nur, dass sie es selbst ja gar nicht richtig durchziehen was sie da als Weltordnung wollen. Und das soll dann die Kritik an den Nazis sein. Liest sich kurzatmig und fühlt sich verkehrt an für einen linkspolitischen Blog.

  • #23
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @AmieLou: Ihre Werte und Ideologien haben wir tausend Mal kritisiert. Es sind Nazis. Es geht nur darum, dass sie verschwinden, stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Und dazu sind genau die Informationen am besten geeignet, die sie über sich nicht lesen wollen, auch gerade weil sie zutreffen.

  • #24
    Stefan Reuters

    Alles geklaut?
    Sehr geehrte Herrn Laurin / Weiermann,
    einerseits sind Sie pikiert über unsere Aktion dass diese geklaut sei, andererseits klauen Sie einfach ein Bild von unserer Seite ohne die erforderlichen Urheberrechte dafür zu besitzen, des weiteren bearbeiten Sie dieses auch noch, ohne auch dafür die erfoderlichen rechte zu besitzen. So geht Journalismus ? Das wird auf jedenfall sehr teuer werden meine Herren !!!

  • #25
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Stefan Reuters: Zitarecht. Die Heulsuse oder die Pickelfresse gegen unsere Anwälte. Wir werden sehen, wer am Ende stehen bleibt.

  • #26
    Stefan Reuters

    Zitatrecht greift nicht aber das wissen Sie ja selber und brauche ich Ihnen Herr Laurin auch nicht zu erläutern. Anwälte hört sich gut an, mit Ihren Strafsachen haben Sie ja auch so einiges an Erfahrungen gesammelt, aber schlauer sind Sie auch nicht geworden

    http://www.ruhrbarone.de/in-eigener-sache-ruhrbarone-zeigen-mario-roensch-an/135009

    https://antipsiram.wordpress.com/2015/10/15/stefan-laurin-der-mann-hinter-dem-denunziations-netzwerk-psiram/

  • #27
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Stefan Reuters: Sie können nicht lesen? Wo steht da etwas von einer Strafsache? Ok, in ihren Kreisen ist fast jeder vorbestraft, sowas erscheint Ihnen normal. In meinen Kreisen ist das eher unüblich. Antispriram? Passt zu Ihnen 🙂

  • #28
    Charles Magnus

    Ich finde es ja gut, polemisch gegen Aktivitäten der Nazis was zu schreiben. Diese Bezeichnungen dieser "Gestalten" aber, die in dem Artikel stehen, können dir schnell als chauvinistische Gesinnung ausgelegt werden. Man sollte kein solch herablassendes Vokabular verwenden, welches nicht nur Nazis beleidigt, sondern alle Menschen, die im Kapitalismus und der darin üblichen Wirtschaftsweise zum Opfer fallen.

  • #29
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Charles Magnus: Ich hätte gerne ein paar mehr Nazis als finite Opfer des Kapitalismus. Ich müsste das Pack dann nicht durchfüttern 🙂

  • #30
    Klaus Lohmann

    @#22 AmieLou: Das mit dem "linkspolitisch" (muhahaha:>) ist angesichts der Unverfrorenheit, mit der Nazis die rechtskonservativ immer gescholtene "soziale Hängematte" bis zum Exzess ausnutzen, schon interessant. Möchten Sie für Nazis evt. Sonderzahlungen bei HartzIV einführen, damit Sie Ihre seltsame Ursachenforschung in Dorstfeld vielleicht mit leckeren BioPralinchen und FairtradeKaffee betreiben können? Oder evt. für ein paar größere Bengalos spenden, damit auch der Kölner Dom als nächstes Ziel planbar bleibt?

    So bleibt die Linke auf der Krankenbahre, bis sie sich bis zur Selbstauflösung "differenziert" hat.

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  • #32
    AmieLou

    Ach Stefan Laurin du bist der Wahnsinn…redest von "Pack" und davon, dass sie ausgegrenzt und stigmatisiert werden müssen und verschwinden sollen…interessante Wortwahl. Hört sich genaugenommen ekelhaft faschistisch an.
    Ja stimmt wir haben es mit Nazis zu tun. Das hast du klug geschlussfolgert. Mein Kommentar zielte nicht darauf ab, das was ich bereits wusste nochmal erklärt zu bekommen, sondern darauf dir zu sagen, dass eine Bloßstellung der Nazis so wie du es in deinem Artikel gemacht hast nicht die Ideologien der Nazis kritisch sieht sondern nur negativ herausstellen will, dass sie sich an ihren eigenen Mist nicht halten.
    ich stelle dir folgende fragen,einfach, weil ich nicht sicher bin , ob ich dich hier richtig verstehe: mit was hast du die Nazis von denen du schreibst jetzt genau ausgegrenzt und stigmatisiert?
    Und von wem oder was genau sollen sie ausgegrenzt werden?

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