7

Dortmunder OB-Kandidat Westphal (SPD) für Nahverkehrsgenossenschaft im Ruhrgebiet

Thomas Westphal Foto: Blumeibu Lizenz: CC BY-SA 4.0

Im September sprach sich Uli Paetzel, Chef der Emschergenossenschaft, Sozialdemokrat und ehemaliger Bürgermeister Hertens, dafür aus eine Nahverkehrsgenossenschaft im Ruhrgebiet zu gründen: „Die Städte würden bei diesem Modell ihre Nahverkehrsunternehmen einbringen. Aber auch Unternehmen und Verbände wie Pro Bahn sollten dort mit am Tisch sitzen. Wir brauchen Planung, Bau und Betrieb aus einer Hand. Das Ruhrgebiet muss ein Schienensystem wie Berlin bekommen. Dafür werden neue Strecken gebaut und Lücken im Netz geschlossen werden müssen.“  Die Reaktionen auf diese Idee waren, freundlich gesagt, mau: Die Landesregierung und die CDU im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr winkten ab, von Paetzels Genossen war nichts zu hören. Das hat sich nun geändert. Thomas Westphal, der OB-Kandidat der Dortmunder SPD schloss sich in einem auf Facebook veröffentlichten Beitrag Paetzel an: „Weit über 100.000 Einpendler machen deutlich, dass Bahnfahren ein regionales Thema ist. Die Emschergenossenschaft ist ein herausragendes Beispiel für eine gelungene regionale Daseinsvorsorge. Nach diesem Vorbild sollten wir unsere Verkehrsgesellschaften an der Ruhr organisatorisch neu verbinden. Nur so gelingt ein deutlicher Ausbau und das 365 Euro Ticket für eine Metropole Ruhr.“

Mehr zu dem Thema:

Ruhrbarone: Ruhrgebiet: Verkehrsgenossenschaft statt Nahverkehrsversager!

RuhrBarone-Logo

7 Kommentare zu “Dortmunder OB-Kandidat Westphal (SPD) für Nahverkehrsgenossenschaft im Ruhrgebiet

  • #1
    Thommy

    Die Nahverkehrsgenossenschaft ist sicher eine sehr gute Idee zur Optimierung des Nahverkehrs im Ruhrgebiet, insbesondere zwischen den Städten.

    Innerstädtisch könnte gerade in Dortmund aber schon jetzt einiges besser werden.

    Im heutigen Dortmunder Lokalteil der Westfälischen Rundschau -gleichlautend bei den Ruhrnachrichten- wird gleich zwei Mal über die städtischen Verkehtsbetriebe DSW 21 berichtet.

    Zum einen ging es um das Straßen-und U-Bahnchaos beim Weihnachtssingen des BVB. Zu wenig und überfüllte Bahnen, als ob das Ereignis nicht planbar gewesen wäre.

    Da wirken dann die seit einigen Wochen bei BVB-Spielen auf den Anzeigetafeln erscheinenden Hinweise, dass die Bahnen überfüllt sein könnten und Verspätung haben könnten, einerseits wie eine Kapitualtionserkärung und andererseits wie Hohn gegenüber den Bahnnutzern

    Immerhin – das immer um die vordersten Rankingplätze bemühte Dortmund erobert sich gerade einen weiteren ersten Platz. Die auf den Anzeigetafeln bspw. angekündgten 5 Minuten Wartezeit auf die ersehnte UBahn können schonmal 15 Minuten dauern. Somit hat Dortmund nicht nur den "Größten" (Weihnachtsbaum) , sondern auch die "Längsten" ( Minuten) der Welt.

    In einem zweiten Artikel sieht die DSW 21 irgendwie "keinen unmittelbaren Handlungsbefarf", nachdem immer wieder Schüler wegen bereits überfüllter Schulbusse einfach an den Haltestellen stehen gelassen werden und die Busse einfach vorbeirauschen

    Doch obwohl man keinen Handlungsbedarf sähe, wird die DSW21-Sprecherin zitiert, dass " man sich Mühe ( gäbe), die Anzahl der Busse auszubauen" – und jetzt kommts dicke!!! -" und die Fahrpläne an die Unterrichtszeiten anzupassen"
    .Sensationeller und innovativer Lösungsvorschlag.

    Tatsächlich könnte man darüber nachdenken.

    Dass da bisher noch keiner drauf kam….

    Demnach kann man nur vermuten, wofür die 21 bei DSW 21 steht. 1721? 1621? 1321?

    Auf jeden Fall irgendwas mit Mittelalter oder so ähnlich

    Gute Fahrt

  • #2
    Björn Wilmsmann

    Ja, das wäre ein guter Ansatz.

    Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass dann bestehende Strukturen wie der Frühstücksdirektorenversorgungsverband VRR durch eine solche Genossenschaft ersetzt und nicht etwa einfach zusätzliche Strukturen geschaffen werden, die sich dann am besten noch untereinander über Zuständigkeiten streiten. Im Ruhrgebiet gibt’s wahrlich schon genug Köche, die den Brei verderben.

    Und wenn man den Gedanken "Genossenschaft" zu Ende denkt (und den Begriff nicht nur einfach verwendet, weil darin "Genosse" vorkommt …): Warum nicht diejenigen, die a.) den ganzen Spaß bezahlen und b.) unter dem miserablen Nahverkehr im Ruhrgebiet zu leiden haben – nämlich die Nahverkehrskunden – an einer solchen Nahverkehrsgenossenschaft direkt beteiligen?

    Jeder Nutzer eines dauerhaften Nahverkehrstickets (Ticket 2000 o.ä.) könnte direkt Anteile an der Genossenschaft erhalten und so über deren Ausrichtung mitbestimmen. Nur so macht eine solche Struktur überhaupt Sinn.

    Wenn doch nur wieder die üblichen Verdächtigen und Gremien der Kommunalverwaltungen daran beteiligt würden, wäre’s eben nur eine weitere kommunale Versorg … ähm … Verwaltungsgesellschaft. Und ob die dann eine GmbH, AG oder was auch immer wäre, ist dann auch nicht weiter von Belang.

  • #3
    DEWFan

    @#1: das ist die Umkehrung der relativistischen Zeitdiletation 😀👍

    Die Kölner machen das besser: dort fallen U-Bahnen gleich ganz aus – und die sind dann natürlich nicht verspätet. Oder die Regionalbahn dort, die ohne Info 10 Minuten später einfährt, und dann steht doch plötzlich "5 Minuten später" auf der Anzeige 😡

  • #4
  • #5
    Bebbi

    Die Zuständigkeit für die städteübergreifenden Bahnen liegt beim VRR, der ein größeres Gebiet abdeckt als das Ruhrgebiet. Da sollte das auch bleiben.

  • #6
    AndiN

    @#1

    Dass die DSW über 24 neue Stadtbahnen in den nächsten 2-4 Jahren bekommt haben einige wohl noch nicht mitbekommen. Wieso glauben Leute eigentlich dass geht alles von heute auf morgen? Gerade bei öffentlichen Aufträgen dauert sowas ewig.

    Und dass man mal länger warten muss wenn 70.000 Leute zum gleichen Ort wollen ist auch normal. Blöd sind die Leute, die glauben, man reist einfach auf den letzten Drücker an. Wird schon klappen. Wir sind hier nicht in Berlin, Hamburg oder München. Das ist nunma so.

  • #7
    Björn Wilmsmann

    @ #5: Warum? Erwiesenermaßen guter Leistung und Kompetenz fallen als Gründe ja raus.

    Nur damit sich die Frühstücksdirektoren vom
    VRR keinen neuen Job suchen müssen?

    Und wieso eigentlich muss der Nahverkehr in einer Großstadt, die das Ruhrgebiet ja immer so gerne sein möchte, von der gleichen Organisation gestaltet werden wie der in den umliegenden Dörfern?

    Beispiel: Um durchs komplette Ruhrgebiet fahren zu können, benötigt man ein grotesk teures Ticket der Preisstufe D. Dafür darf man damit dann aber immerhin auch jede westfälische Milchkanne anfahren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.