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Dortmunder Theaterstreit: Maja Beckmann gibt Tana Schanzara Preis zurück

Maja Beckmann Foto: Party diktator Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Schauspielerin Maja Beckmann gibt den Tana Schanzara Preis zurück. Sie protestiert damit gegen Rauswurf von Till Beckmann und Cindy Jänicke beim Dortmunder Theater Fletch Bizzel.

2010 erhielt die heute in Zürich arbeitende Schauspielerin Maja Beckmann den Tana Schanzara Preis. Verliehen wird er im Rahmen des Comedy-Festival Ruhrhochdeutsch, das vom Dortmunder Theater FletchBizzel veranstaltet wird. Nun hat sie ihn zurückgegeben. Hinter dem Flecht-Bizzel und vielen anderem was man unter dem Label Kleinkunst in Dortmund läuft steht Horst Hanke-Lindemann. Er hat das FletchBizzel gegründet und ist in der Dortmunder Kulturszene gut vernetzt. Hanke-Lindemann zog sich Anfang des Jahres von der Leitung des Theaters zurück, seine Nachfolger wurden  Till Beckmann und Cindy Jänicke. Nach ein paar Wochen war es allerdings vorbei mit der Harmonie. Aus kaum nachvollziehbaren Gründen feuerte Hanke-Lindemann die neuen Theaterchefs. Mittlerweile treffen sich beide Parteien vor dem Arbeitsgericht. Auf der Facebook-Seite der Schauspielergruppe Spielkinder veröffentlichte Beckmann nun ihre Entscheidung:

Hiermit gebe ich den mir 2010 verliehenen Tana-Schanzara-Preis mit sofortiger Wirkung zurück. Das Preisgeld werde ich an verschiedene soziale Einrichtungen im mittleren Ruhrgebiet spenden. Ich möchte keinen Preis annehmen von einem Veranstalter (Horst Hanke-Lindemann), der seine Mitarbeiternden mit fadenscheinigen und diffamierenden Gründen fristlos kündigt. Der taktiert und keine Fehler eingesteht.
Der einem Verein vorsteht, der ein Gebäude über die Kunst stellt. Der mit einem moralischen Rückrad aus Wackelpudding gegenüber einem Eigentümer einknickt, der wohl ein konserviertes Theater will. Kunst lässt sich aber nicht konservieren und Vielfalt und Diversität lassen sich nicht auf Dauer aussperren. Es geht nicht um meinen Bruder und auch nicht um Cindy Jänicke, die wegen dem laufenden Verfahren schweigen.
Es geht bei diesem kulturpolitischen Skandal ums große Ganze, wie es schon Hans-Peter Krüger dazu schrieb: es geht um die Kunst und die Kunstschaffenden, die an diesem Haus wohl nicht stattfinden sollen und nicht stattfinden werden:Trafique, Tommy David Finke, Ornella Mikwasa, Correctiv, Toboso, Lin Verleger, Marie-Christin Sommer, Pottporus, Renegade, Office303, Adolf Winkelmann, Günter Rückert, Miss Glueniverse, Jamiro Vanta, Tatjana Poloczek, Souhail Jalti, Claudio Schulz-Keune, Hans-Peter Krüger, Tony Klicklack, Rahel, David Radon, Charly Hübner, DIE SPIELKINDER, Jennifer Ewert, Sarah Jäger, Karsten Riedel, Murat Kayi, Ralf Piorr, Young-Soo Chang, Zekai Fenerci, Pangalaktisches Theater, Britta L. Wagner, Sabine Brandi, David Schraven (Correctiv) und viele andere.
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Tana Schanzara, die ich gut gekannt habe, war in allem das Gegenteil von dem, wie sich das Theater Fletch Bizzel in diesem Skandal öffentlich zeigt.
Es tut mir leid für Tana, für Dortmund und für die (freie) Theaterszene im Ruhrgebiet. #bizzelgate

 

 

 

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