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Drucksache 10/3856: Gladbecker Geiseldrama

Am 14. Dezember 1988 veröffentlichte der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags den Bericht zum Gladbecker Geiseldrama. Die Lektüre macht bis heute fassungslos.

Mit Dieter Degowski wird in weniger Monate einer der beiden Haupttäter des Gladbecker Geiseldramas frei kommen. Gemeinsam mit Hans-Jürgen Rösner überfiel Degowski 1988 eine Bank in Gladbeck und ermordeten später zwei Menschen: Den den damals 15jährigen Emanuele De Giorgi und die damals 18jährige Silke Bischoff. Bei der Verfolgung der beiden Verbrecher durch drei Bundesländer und die Niederlande kam ein Polizeibeamter bei einem Unfall ums Leben. Zahlreiche Menschen wurden als Geiseln genommen.  Das Gladbecker Geiseldrama war eines der die Bundesrepublik prägendsten Kriminalfälle.

Liest man heute den 350 Seiten langen Bericht des Untersuchungsausschuss zu dem Thema, kommt einem vieles fremd vor: Die Technik vor 30 Jahren war primitiv. Es gelang der Polizei weder, das Fluchtfahrzeug von Degowski und Rösner im Blick zu halten noch konnte ein am Ende von der Polizei ein Fluchtfahrzeug gestellt werden, dessen Zündung unterbrochen werden konnte. Die gesamt Funktechnik war abenteuerlich und auf Handys ausweichen ging nicht – es gab sie noch nicht. Anderes wiederum könnte sich so auch heute zutragen: Niemand in NRW übernahm die Verantwortung für die Fehler der Polizei. Nur in Bremen wurde der Innensenator später ausgetauscht.

Durch die bevorstehende Freilassung von Degowski, bei Rösner stehen durch sein Verhalten im Gefängnis, wo er weitere Straftaten beging, die Chancen gut, das Lebenslänglich bei ihm wirklich Lebenslänglich heißen wird, kommt das Geiseldrama noch einmal als Thema auf – eine gute Gelegenheit den Bericht des Untersuchungsausschusses noch einmal zu lesen. Er liegt hier, auf dem Server des NRW-Landtages zum Abruf bereit.

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