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Ein Prosit auf Jean-Claude Juncker

Jean-Claude Juncker Foto: EU2016 SK – DOORSTEP_BRATISLAVA SUMMIT 16 SEPTEMBER 2016 Lizenz: Gemeinfrei


Rechte Hetzseiten zerreissen sich das Maul über eine Szene, die angeblich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dabei zeigt, wie er angetrunken an einer Treppe scheitert. Wir sollten uns Sorgen machen, wenn ein Schwips zum Skandal wird.  

Ich habe keine Ahnung,  ob  EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein Rückenproblem hat oder ob gestern leicht angetrunken an einer Treppe scheiterte.  Die Ablehnung des Rausches gehört zu den verbindenden Merkmalen autoritären Denkens. Rechte, Islamisten und Grüne propagieren ein puritanisches Menschenbild und von dem gehen deutlich mehr Gefahren aus als von ein paar Gläsern Gin, Bier oder Wein. Wir sollten uns freuen, Politiker zu haben, die wissen wie man genießt und sich nicht penibel dem verbiesterten puritanischen Zeitgeist unterordnen. Die Präsidenten Erdogan, Rouhani und Putin verschmähen Alkohol, geißeln den Exzess und gehören zu den zur Zeit größten Verbrechern mit politischer Macht. Sie träumen von Gesellschaften, in denen die Menschen nüchtern ihren Befehlen folgen. Die Träume des Rausches, das unbedachte Wort, das Gefühl des Aufruhrs,  die sich Bahn brechende Wut, das alles wollen sie unterdrücken. Wer gegen den Rausch ist, den Exzess verbieten will, ist gegen die Freiheit der Menschen. Vor dem, der schon am hellen Tag leicht schwankt, müssen wir uns nicht fürchten.

Heute Abend beginnt das Wochenende. Prost!

 

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21 Kommentare zu “Ein Prosit auf Jean-Claude Juncker

  • #1
    Ke

    Beruf und Alk funktioniert nur äusserst selten.
    Deshalb sollte auch geklärt werden, was die Ursache ist.

    Teambuilding in der Kneipe hat sich nach meinen Erfahrungen bewährt.

    Wer mit Menschen aus der Suchtbehandlung spricht merkt aber auch, dass Alk eben durchaus schnell zu Problemen führen kann, dann wird es auch schnell kritisch und hat nichts mehr mit einem Geniessen zu tun.

    Hier ist etwas über Alk im Fussball.
    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-das-feature/audio-hauptsache-leistung—alkohol-im-profifussball-102.html

  • #2
    Björn Wilmsmann

    Rausch und unprofessionelles Verhalten sind zwei verschiedene Dinge. Wenn Monsieur Juncker sich zum Mittagessen ’ne Flasche Rotwein reinschraubt, hab ich da nichts gegen. Falls er aber danach auf einer offiziellen Veranstaltung deswegen so schweren Seegang hat, dass er gestützt werden muss, schon.

    Abgesehen davon macht mir Jean-Claude Juncker so oder so Angst, egal ob nüchtern oder berauscht.

  • #3
    Helmut Junge

    Sich das Maul über Andere aufreißen ist billig. Für sich selber oder Freunde wird man in solchen Fällen gute Erklärungen haben, Gerade Rechte, die verträumte Augen kriegen weil ihre vermuteten Vorfahren die Römer unter den Tisch gesoffen haben sollen. Aber der Junker gehört nicht zu ihnen. Deshalb ist es bei ihm anders. DA WERTEN WIR MAL GANZ STRENG!

  • #4
    Michael

    So ein dummes, rauschverherrlichendes Geschwätz.

    Werden Sie mal nüchtern, Herr Laurin. Natürlich ist Rausch schön.

    Aber dass Rausch oft Flucht und auf zu viel Rausch oft schwerste zerstörerische Krankheiten folgen, die Menschen und Familien in den Abgrund reißen, sollte man bei alledem nicht unterschlagen.

    Und-das Substanzen bestimmte Sinnesempfindungen verstärken, ist genau so bekannt wie die Tatsache, dass andere gleichzeitig ausgeschaltet werden.

    Ich denke, wer weiß.was Sucht nach Rausch ist oder diese selbst am eigenen Leib oder im engen Umfeld erlebt hat -wer es nicht weiß, soll Jack London lesen- weiß die Verfügbarkeit aller Sinne im nüchternen Zustand als den wahren Rausch zu begreifen.

    Die Verherrlichung des Saufens als "Freiheit" ist jedenfalls total daneben

  • #5
    Helmut Junge

    @Michael, "Die Verherrlichung des Saufens als "Freiheit" ist jedenfalls total daneben"
    ein winziger Teil des von vielen Ärzten als alkoholkrank eingestuften Personenkreises kommt auf die Idee, Hilfe zu suchen. Diese Leute gehen dann zum Arzt oder Psychologen. Einem kleinen Teil von diesen Leuten kann geholfen werden, Vielen nicht.
    Und die allermeisten als alkoholkrank eingestuften Personen wollen sich nicht nur nicht helfen lassen, sondern reagieren aggressiv. Sie fühlen sich weder als Alkoholiker noch als bemittleidenswert.
    Wenn Sie sich um die kümmern wollten, sollten Sie wissen, daß Sie das auf eigene Gefahr tun.
    Ich kenne Ihr Motiv nicht, warum Sie diesen Kommentar schreiben, aberwWenn Sie glauben helfen zu müssen, helfen Sie doch denen, die nach Hilfe rufen, Ich wäre froh, wenn alle Weltverbesserer sich um die kümmern würden, die wirklich nach Hilfe rufen.
    Aber das geht den meisten Weltverbesserern prinzipiell nicht in den Kopf rein.
    Wie können sie es nur fertigbringen die Welt zu verbessern, wenn die armen Kranken sich nicht krank fühlen? Da muß doch was zu machen sein? Vielleicht ein Verbot? Wissen Sie eigentlich wieviele trockene Alkoholiker, nur um den Kampf gegen ihre Sucht nicht zu verlieren, zu religiösen Fanatikern werden? Anders klappt es oft nicht.

  • #6
    M.Pelowski

    Ich muss keine rechten Hetzseiten lesen, um zu konstatieren, dass ein Mann in diesem Amt (wer hat ihn eigentlich dahin gewählt?) mit einem Alkoholproblem untragbar ist!
    Andere Frage Herr Laurin:
    Wie wäre denn Ihr Artikel ausgefallen, wenn derartige unwürdige Aufnahmen von W.Putin kursieren würden?

  • #7
    Michael

    @HErr Junge

    Es ist selbstverständlich das Recht jedes Menschen, sich vollzusaufen, Heroin zu spritzen oder sich die Nasenscheidewände und das Hirn mit Kokain zu ruinieren.

    Es ist auch das Recht jedes Menschen, dies täglich mehrmals zu tun/tun zu müssen.

    Das Problem – Menschen leben häufig, so allerneueste topaktuelle Erkenntnisse. nicht alleine . Sie haben Partner, Eltern, Kinder.bewegen sich im Straßenverkehr oder stehen am OP-Tisch – ist Mensch aber besoffen oder vollgekokst, interessiert ihn das nur insoweit, dass diese ihn nicht in seinem Rauscherleben stören-andernfalls sorgt er dafür. Ein Besuch in einem Frauenhaus kann hier genauso gewisse Erkenntnisse bringen wie das Lesen von Studien zu pränatalem Alkohol-oder Drogenabusus in der Schwangerschaft..

    Ich will die Welt nicht verbessern – Rausch findet sich in allen Kilturen seit jeher – ich halte es aber für fatal, so zu tun, als wäre es "beanstandungsfrei" oder gar in irgendeiner Weise mit Freiheit verbunden, sich ohne Rücksicht auf Verluste vollzudröhnen.

    Ein Weltverbesserer bin ich deswegen sicher genau so wenig wie ein Heiliger -aber diejenigen, die sich die Welt schön saufen, verbessern sie in den meisten Fällen auch nicht wirklich

  • #8
    Werntreu Golmeran

    Herr Laurin,

    sie schreiben mal wieder unausgegorenen Unsinn:

    Stalin war vermutlich ein Trinker:
    https://www.mopo.de/news/raetsel-um-tod-geloest-stalin-hatte-trinkerleber–starb-nach-hirnschlag-4109286

    Ceausescu auch:
    https://www.nzz.ch/articleEQFGZ-1.81982

    Und hier ein schöner Artikel zu den sonstigen Exzessen einiger ausgewählter Staatenlenker:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/der-stil-der-despoten-wie-bei-diktators-unterm-sofa-1.897620

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @M.Pelowski: Ich würde Putin raten, sich aufs trinken zu konzentrieren 😀

  • #10
    stevie westring

    nie und nimmer maße ich mir an, irgend jemanden aufgrund seines alkoholkonsums zu verurteilen oder diesen zu verbieten. verheimlichen, verstecken und verniedlichen sind jedoch sichere anzeichen für co-abhängigkeit. wo waren die freunde und berater, die ihn in diesem moment vor sich selbst und der öffentlichkeit hätten schützen können?…

  • #11
    M.Pelowski

    @Stefan Laurin:
    Den "Spaß" hatte das Land mit B.Jelzin.
    Sie scheinen den Menschen in der Russischen Förderation die traurigen Zustände der 90iger Jahre zurückzuwünschen.
    (ja, Ihr 😀 habe ich gesehen – dennoch nicht lustig)

  • #12
    Jiri

    Die autoritäre Persönlichkeit verträgt keinen Alkohol und wird bei schon geringem Alkoholkonsum gewalttätig. Da Juncker nicht aggressiv geworden ist, ist er bestens für sein Amt geeignet.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @#10 stevie westring: "wo waren die freunde und berater, die ihn in diesem moment vor sich selbst und der öffentlichkeit hätten schützen können?"

    Im Video des Junckers- Seegang-Auftritts kann man uns Angie sehen, wie sie den guten Jean-Claude wie den Oppa, der bei der Hochzeitsfeier lang einen zuviel hatte, besänftigend anlächelt und seine Schulter tätschelt und wie ihn seine EU-Staatskumpels später mit dem Sanigriff die Treppe runterführen. Das ist ab einer gewissen Promillezahl bis kurz unter der Augenbrauenstillstandsgrenze alles, was man als "Angehöriger" unterstützend ausrichten kann;-)

    Meine Güte, gefühlte 28 Grad in der Knallsonne und vorab 3 Prosecco und ein Steinhäger zum Stehempfang mit Cabanossis können ältere Mitbürger schon mal aus dem Konzert bringen. Das einzig Peinliche ist diese "Ischias"-Lügerei danach und das wird Jeder bestätigen, der schon mal ’nen Hexenschuss durchstehen musste…

  • #14
    Gerd

    https://www.vrt.be/vrtnws/nl/2018/07/12/juncker-wankelt-en-moet-ondersteund-worden-tijdens-navo-top/

    Voll wie die sprichwörtliche Strandhaubitze!

  • #15
    discipulussenecae

    Alle Kommentare dieses klugen Artikels, die nur die zugegebenen Gefahren des Alkohols beschwören, verdammen und herbeireden, haben dessen kluge Speerspitze nicht verstanden: "Die Präsidenten Erdogan, Rouhani und Putin verschmähen Alkohol, geißeln den Exzess … und sie träumen von Gesellschaften, in denen die Menschen nüchtern ihren Befehlen folgen. Die Träume des Rausches, das unbedachte Wort, das Gefühl des Aufruhrs, die sich Bahn brechende Wut, das alles wollen sie unterdrücken."

    Nun kann mann sicherlich einwenden, daß Stalin wohl Alkoholiker war, daß diverse deutsche Politiker hackevoll im TV nur dummes Zeug geredet haben, und daß viele Karrieren lokalpolitischer Größen im Ruhrgebiet untrennbar mit dem Namen Doornkaat verbunden waren.
    www.ruhrbarone.de/der-saufraum-oder-wo-ist-die-spd-meiner-kindheit-geblieben/33426

    Aber Adolf Hitler, George Bush jr., Donald Trump und viele andere sind/waren Abstinenzler. Und wurde ihre Politik dadurch besser? Und warum konnte sich die Mafia in den USA so erfolgreich etablieren? Macht das Alkoholverbot den Islam zu einer besseren Religion?

    Aber alle hatten oder haben eine Vorliebe für eine totaltäre Gesellschaft.

    Ich habe zumindest keine Lust, mein Leben auf dem Schoß von abstinenten, nicht rauchenden und sonstwie freudlosen Trockenpflaumen zu verbringen, die mir von morgens bis abends vorschreiben, wie sich ein guter, politisch korrekter und überhaupt und außerdem Mann zu verhalten hat!

  • #16
    Giuseppe Bottazui

    Vorschlag zur Güte: Man sollte im Suff über die Dinge nachdenken, aber nüchtern darüber entscheiden.

  • #17
    Petra

    Wenn der Alkohol die Arbeit beeinträchtigt ist das auf jeden Fall bedenklich. Junckers Politik weist ganz offensichtlich eine erhebliche alkoholische Beeinträchtigung auf.

  • #18
    Robert

    Das Ihr kein Problem mit Alkoholikern im Beruf habt, glaube ich. Eine Krähe hackt der anderen schließlich ein Auge aus.

  • #19
    Sibille

    Einen solchen Artikel kann man nur besoffen schreiben.
    Alkoholismus ist eine Krankheit, das sollten sie wissen.
    Das brauchen sie den Menschen nicht schmackhaft machen.

  • #20
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Sibille: Klar – aber sich ab und an einen hinter die Binde zu gießen ist ein Menschenrecht und vollkommen in Ordnung. Ohne die Lust am Rausch wären wir wohl nie seßhaft geworden: https://www.welt.de/geschichte/article181535798/Anthropologie-Alkohol-trieb-den-Menschen-in-die-Sesshaftigkeit.html

  • #21

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