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Eine Polemik über asoziale E-Biker , Elektro-Rollerfahrer und Hundebesitzer

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Geehrte Leser!

Man möge mir verzeihen, dass ich mich in diesem Text kritisch über E-Bikefahrer, Elektro-Rollerfahrer und Hundebesitzer äussere, aber mir reicht es wirklich! Nach dem ich schon lernen musste mit der Plage von asozialen E-Bikefahrern irgendwie klarzukommen, zieht eine neue Plage heran: die der asozialen Elektro-Rollerfahrer! Sprich: Menschen, die erwachsen sind, so erwachsen sind, dass sie legal oder halbwegs legal Alkohol erwerben können und dann unter Alkoholeinfluss auf motorisierten Gerätschaften auf dem Bürgersteig rumdüsen und mich über den Haufen fahren. Oder noch besser: Menschen, die nicht mal nüchtern ihr Gerät im Griff haben und mich bei Tageslicht, auch auf dem Bürgersteig anfahren. Ich bin keine Spiessbürgerin, aber wenn man keine Stützräder mehr braucht und/ oder offensichtlich erwachsen ist, dann sollte man mit seinem Gerät nicht mehr auf dem Bürgersteig fahren und diesen Fussgängern, Kindern und Menschen mit Behinderungen, die auf Gehhilfen und Rollstühle angewiesen sind, überlassen. Es ist nicht cool, andere Leute über den Haufen zu fahren, weil man sein Gefährt nicht im Griff hat, oder sich nicht traut, mit einem Elektro-Fahrrad in der Dreissiger-Zone auf der Strasse zu fahren. In beiden Fällen, finde ich, sollte man sich die Frage stellen, ob ein Fahrrad überhaupt das richtige Transportmittel für einen ist, oder ob man das Ding nur als Statussymbol benutzt, weil Autos bei der urbanen Mittel- und Oberschicht dieser Tage verpönt zu sein scheinen. Zudem ist es keine Schande mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuss unterwegs zu sein. Was aber mir den letzten Nerv raubt, ist wenn ich von erwachsenen Menschen auf dem Bürgersteig regelmässig fast umgenietet werde.

Was mir auch regelmässig den letzten Nerv raubt und heute dem Fass den Boden ausgeschlagen hat, sind: Asoziale Hundebesitzer, die ihren Hund nicht im Griff haben und deswegen Menschen wie meine Wenigkeit schikanieren. Heute auf dem Nachhauseweg ist mir wieder so ein Exemplar über den Weg gekommen, das seinen Hund dafür benutzte, um (weibliche) Passanten zu terrorisieren und zu schikanieren. Zuerst bemerkte ich den Hund gar nicht, da ich Kopfhörer in den Ohren hatte und nicht sah, dass von links ein Hund ein aggressiver Hund auf mich zugerannt kam. Als ich den Hund bemerkte und mir deshalb die Kopfhörer aus den Ohren riss, war der Besitzer zuerst nicht zu sehen. Erst als ich mich umsah, bemerkte ich den Besitzer, der aus einer Bierdose trank, gut 10 Meter entfernt. Da der Hund offensichtlich knurrte und mit den Zähnen fletschte und ich Angst vor Hunden habe, rief ich dem Hundebesitzer zu, dass er bitte den Hund an die Leinen nehmen möge. Der Besitzer machte keine Anstalten, dies zu tun, stattdessen machte er sich lustig über meine Angst vor seinem Hund, nannte mich eine «Hundehasserin» und sagte, dass sein Hund bestimmt «das Blut in meiner Fotze riechen könne». Der Hund kam immer näher und war mit seiner Schnauze nur Zentimeter von meinem Schambereich entfernt, sprich weniger als eine Handbreite und, obwohl ich meine Periode nicht hatte, hatte ich Todesangst, da der Hund knurrte, bellte und mit den Zähnen fletschte, während sein Besitzer etwas weiter entfernt hörbar über meine Angst und mein Flehen lachte. Erst als ein Auto an uns vorbeifuhr, rief er seinen Hund zurück, freilich ohne ihn an die Leine zu nehmen. Ich ging weinend nach Hause.

Als jemand, der Mitten in der Stadt und nicht irgendwo in der Pampa lebt, erwarte ich von Hundebesitzern, dass sie ihren Hund an die Leinen nehmen, wenn dieser so leicht von Fremden zu irritieren ist und deshalb aggressiv gegenüber Passanten wie mir wird. Menschen wie mich als «Hundehasser» zu beschimpfen, ist absolut asozial. Erstens gibt es kein Gesetz, das mich verpflichtet, Hunde zu mögen, und zweitens ist meiner Ansicht nach nur jemand ein Hundehasser, wenn diese Person Hunde quält, in dem sie zum Beispiel Giftköder verstreut. Meiner Ansicht nach qualifiziert mich, mein bescheidener Wunsch, dass man einen offensichtlich aggressiven Hund an die Leine nehmen möge, nicht zur Hundehasserin. Hingegen habe ich, zugegebenermassen, solche Angst vor Hunden, dass ich wegen Hunden und ihren asozialen Besitzern kaum mehr in Parks spazieren gehe, sondern stattdessen auf Friedhöfen flaniere, weil dort keine Hunde erlaubt sind. In einer solchen Situation ist es nicht hilfreich, wenn ich noch auf dem Nachhauseweg auf dem Bürgersteig von einem Hund und seinem asozialen Besitzer schikaniert und bedroht werde. Nur weil jemand sich einen Hund oder ein Elektro-Fahrrad anschafft oder mietet, verschafft sich dieser Jemand nicht das Recht oder die moralische Legitimität, andere Menschen zu schikanieren. Was Hunde angeht, so brauchen diese feste Strukturen und man kann und darf Hunde nicht einfach sich selbst überlassen. Diejenigen, für die das zu viel ist, sollten aus Rücksicht gegenüber Menschen wie mir und vor allem gegenüber den Hunden von der Anschaffung eines Vierbeiners absehen.

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15 Kommentare zu “Eine Polemik über asoziale E-Biker , Elektro-Rollerfahrer und Hundebesitzer

  • #1
    Thommy

    Ich hätte nie gedacht, dass ich einen Artikel der Autorin – ich gebe es zu, ich habe sie tatsächlich gelesen-jemals auch nur ansatzweise, geschweige denn wie diesem Artikel hier vollunfänglich zustimmen könnte.

    Das Leben hält immer wider Überraschungen bereit.

  • #2
  • #3
    Klaus Lohmann

    "Asoziale Hundebesitzer" sind keine, sondern Hundequäler und im strengen Wortsinn selbst Hundehasser, denn Besitz verpflichtet zur Verantwortung gegenüber einem anvertrauten Lebewesen und der geschilderte Typus Riesenars.. kann sowas nicht.

  • #4
  • #5
    Ke

    Bald sind unsere Haustiere mit ihrem hohen Klimagasausstoss so gerne gesehen wie SUVs.

    Für mich ist es auch wenig tierfreundlich, insbesondere Hunde in der Stadt zu halten.

    Im Ausland sind die Rollerfahrer deutlich heftiger. Aber das schaffen wir auch noch. Aktuell nerven die Roller, die einfach so auf Bürfeesteigen etc liegen extrem.

  • #6
    thomas weigle

    Einen aggressiven Hund an die Leine nehmen, ist kein Wunschkonzert, es ist Pflicht.. Beim nächsten Mal Handy raus und 110 wählen.

  • #7
  • #8
    Ke

    So richtig nerven mich eigentlich Quads in der Stadt.
    Wie können diese in der Regel sehr lauten Karren mit viel Verletzungspotenzial nur zugelassen werden?

  • #9
    Klaus Lohmann

    @#7 Ingrid Kasso: Wer *deutsche Schäferhünde* mag, der kotzt auch blutig auf deutsche Sprache. Und übrigens ist hierzulande der Labrador oder die/r französische Bulldogge grade en vogue. Muss man sich auch mal leisten wollen, wenn der eigene Schniedel zu nix nütze ist.

  • #10
    Ferdinand Hohenstein

    Ich bin so einer. Von den asozialen hundebeseelten Elektro-Fahrrad-Motorrad-Auto-Boot-Fahrer-Fussgängern.

    Leinenzwang für Hunde ist murks. Wenn man einen Hund anleinen muss, dann Herr*Frau*chen ganz gehörig was falsch gemacht. Ein richtiger Hund braucht niemals eine Leine und gehorcht auf jedes Kommando, selbst auf Handzeichen.

    Fußgänger*innen, die wegen jedem Hund der sich nähert in Panik verfallen sind murks. Hund wird aufmerksam, freut sich dass jemand mit ihm spielen will, Fußgänger*in schreit panisch, Hund ist verwirrt was denn das für ein Spiel ist und weiß nicht was er machen soll. Oder noch schlimmer, bekommt Angst und will sich verteidigen weil er sich bedroht fühlt. Sich immer wieder und wieder und wieder und wieder wiederholendes Szenario: Spazier*fahr*gänger*innen komm(en), Hund setzt sich direkt am Mann, Spazier*fahr*gänger*inn keift: "Müssen Sie hier mit ihrem Scheißköter rumlaufen?!?! Gehört verboten sowwwas, und angeleint ist das gefährliche Scheißviech auch nicht!" "Äh, nö, ist der nicht, der soll sich artgerecht bewegen, rennen, auspowern, über Baumstämme balancieren, Aufgaben lösen, oder soll ich den auf dem Sofa annähen und mit ungesunden Sachen vollstopfen bis er stirbt? Der braucht genau so Sport und geistige Auslastung wie der nicht angeleinte Jogger da vorne…!!!"

    Fußgänger*innen auf Radwegen und Fahrbahnen sind murks. Und handeln in suizidaler Absicht. Wenn ich mit 60 km/h mit dem Fahrrad angeschlichen komme, haben die da nix verloren. Und sollen gefälligst Fußgängerampeln auch benutzen, bei grün, statt 5 Meter nebenher bei rot Zwei-, Drei- oder Vierrädern gleichwelchen Antriebs vor die Räder zu springen.

    Spaziergänger*innen die nicht gewillt sind Wald-, Feld- und Wanderwege mit Fahrradfahrern zu teilen sind murks. Einfach mal die gesamte Wegesbreite blockieren so aus Prinzip und ein verkehrsregelgerechtes und sicheres Überholen verhindern. Und ohne Not noch auf ein freundliches "Hallöchen, dürft’s ich mal vorbei bitteschön?" höchst aggressiv dem elektrisch unterstützen Mountainbiker anblaffen und das Fahrradfahren samt und sonders verbieten wollen.
    "Das ist unser Wald! Verschwinden Sie gefälligst mit ihrem bescheuerten I-Beike aus dem Wald, sie asoziales Schwein machen den ganzen Wald kaputt und bringen die ganzen Tiere um mit ihrem Lärm!". Hö? Keinen Meter im Unterholz, sondern vorschriftsgemäß nach § 14 Bundeswaldgesetz i.V.m. § 2 Absatz 2 Landesforstgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen verhalten und nur weniger 1/100 des Radaus der schreienden Seniorenkampfgruppe gemacht. Gut, ich kann damit leben als asozial betitelt zu werden als Mensch der sich eigentlich immer ziemlich ordentlich benimmt. Aber wenn die Senioren dann 50 Meter weiter abseits der Wege spielende Kinder anfauchen, dass sie verängstigt bei den Eltern Schutz suchen, dann frage ich mich schon wer da eigentlich asozial ist. DIE haben GANZ SICHER früher überall im Wald gespielt, was anderes gab es nämlich gar nicht.

    Ferdinand, der asoziale.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#10: "Ein richtiger Hund braucht niemals eine Leine und gehorcht auf jedes Kommando, selbst auf Handzeichen" (nur als Beispiel)

    Für ‘ne versuchte Satire insgesamt ‘n bisschen viel dummes Zeuch.

  • #12
    Ferdinand Hohenstein

    Lieber @Klaus, meine Hunde brauchten bisher nie eine Leine. Ich besitze so was zwar, weil man so was einfach hat, aber ich wüsste gerade nicht mal wo ich die suchen sollte und wann ich die zuletzt benutzt habe… Selbst einen Kurzführer brauche ich so gut wie nie.
    Dafür weiß ich aber sehr genau, wann sich das letzte mal jemand über den Hund aufgeregt hat, das passiert nämlich beinahe täglich. Und auch keine Fahrt mit dem E-Mountainbike geht ohne meckernde Wut-Mitbürger*innen, erst wieder am Samstag angeschrien worden. Und am Wochenende zuvor habe ich fast Fußgänger überfahren die mich dann blöde angemacht haben – auf einem expliziten Mountainbiketrail wo die rein gar nichts zu suchen hatten. Aber Schilder lesen und sich dran halten ist eben nicht jedermanns Fähigkeit.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @#12: Wir haben unsere Hündin von Beginn an darauf trainiert, in unserer Begleitung ohne Leine zu laufen, aber wir haben sie selbstverständlich in Situationen, in denen jeder Hund allein aufgrund der schieren Menge an neuen Informationen – z.B. Menschenmassen, andere, aggressive Hunde, starker Straßenverkehr mit Ablenkungsgefahr, Restaurants u. öffentliche Einrichtungen – eventuell überfordert wird oder in denen generelle Regelungen gelten, angeleint, um sowohl sie und uns als auch Andere zu schützen. Selbst die "richtigen" Berufshunde von Polizei, Zoll oder als Assistenzhunde im therapeutischen Sektor werden Sie selten ohne Leine antreffen. Die Behauptung "braucht niemals eine Leine" ist also grober Unfug, sofern Sie ein vernunftbegabter Hundehalter sein wollen.

  • #14
    Negrodamus

    Was die E-Bikes angeht, kann ich das nicht bestätigen.
    Aber bei den Rollern sehr wohl. Ich weiß nicht, wie oft ich schon mit einem Sprung zur Seite einen Unfall verhindert habe. Irgendwann bin ich mal zu alt um so schnell zu reagieren, und dann wird mich einer über den Haufen fahren. Übrigens, alle Vorkommnisse waren in der Essener Fußgängerzone.
    Die schlimmste Nummer war die Person, die mit Vmax in weniger als Armlänge Entfernung quer die Eingangstüren am Einkaufszentrum Limbecker Platz gekreuzt hat.

    Die Hunde sind ein Dauerthema, dass mich seit meinem 3.Lebensjahr, als ich das erste mal gebissen wurde, verfolgt.
    Zwischenzeitlich trägt mein Körper 27 Bisswunden von 21 verschiedenen Hunden, alle aus der Rasse „der tut nichts (damit fing es an)“, das ist ein ganz lieber“, „das hat er noch nie gemacht“, „der will nur spielen“, und mein Liebling, der, der mir den rechten Hoden abgebissen hat und mit blutverschmierten Maul dort stand „mein Hund macht so was nicht“.
    Das Problem ist, dass fast alle Hundebesitzer zwar eine Gefahr für den Hund erkennen, aber völlig unfähig sind, zu erkennen, dass vom Hund eine Gefahr ausgeht.
    Macht mal den Test, fragt mal jemanden, warum er den Hund auf einem Gehweg direkt an einer vierspurige Schnellstraße anleint. Ihr werdet immer die Antwort bekommen „damit er nicht auf die Fahrbahn läuft“, und wenn man dann nachfragt, was daran so schlimm ist, dann wird die Antwort kommen „weil er sich verletzen könnte“. Die korrekte Antwort aber wäre „er könnte andere verletzen“.
    Aber nicht nur Menschen sind betroffen, Schäfer können ein Lied darüber singen, und überall wo Rotwild ist findet man das gleiche Problem. Die Halter erkennen nicht das Gefährdungspotential das von ihrem Hund ausgeht, sie erkenne nur das Gefährdungspotential, dass ihren Hund treffen könnte.
    Leider ist weder Einsicht noch Lernfähigkeit vorhanden. Ich weiß, dass Hunde allergisch auf mich reagieren (der Großteil aller Vorfälle ereignete sich von hinten, ich habe die Hunde also nicht mal kommen sehen), wenn ich also einem Halter sage, er möge bitte den Hund festhalten solange er in meiner Nähe ist weil ich weiß, wie ein Hund auf mich reagiert, und der Hundehalter reagiert trotzdem nicht, dann ist diese Ignoranz schon nicht mehr nachvollziehbar.

    Ich versuche, Hunden so weit als möglich aus dem Weg zu gehen. Gehe ich wandern, dann nur noch irgendwo, wo mir nach Möglichkeit niemand mehr begegnet oder auf Kletterpfaden. Joggen habe ich zum Schluss auf Zeiten zwischen 22.30 und 5.30 Uhr verlegt. Bis ich vor zwei Jahren meine letzte Bissbegegnung mit einem Hund auf Essens einziger offizieller Joggingstrecke hatte. Dezember, 5.00 Uhr, Neumond und bewölkt, es ist stockefinster und ich laufe durch den Wald und auf einem Mal kommt quer durchs Unterholz, also nicht über einen Weg, ein blinkendes Halsband auf mich zugeschossen. Ich weiß bis heute nicht, wo der entsprechende Halter war. Wahrscheinlich wird er den Hund, als er wieder bei ihm aufgetaucht ist, mit den Worten „bist ja ein ganz lieber“ kräftig durchgerubbelt habe.
    Mittlerweile vertreten ich nach rund 50 Jahren Erfahrung eine radikale Meinung. Wer einen Hund halten will und ihn frei laufen lassen will soll dafür ein abgezäuntes Grundstück vorhalten. Es muss ja kein eigenes sein. Man kann sich auch mit 1000 anderen Hundehaltern zusammentun und ein Grundstück als Verein erwerben oder eine Nutzung auf Zeit mieten wie man z.B. ein Parkticket für eine Parkplatz zieht.
    Wir verlangen ja auch von Leuten, die gerne Rennen fahren, dass sie das auf einer Rennstrecke machen und nicht im Straßenverkehr.

  • #15
    Ferdinand Hohenstein

    Lieber @Klaus! Für einige der von Dir beschriebenen Situationen habe ich vorsorglich immer einen Kurzführer dabei. Meine Hunde haben den aber eigentlich nie wirklich gebraucht – eher ich als Alibi-Beruhigung 🙂 Aber gerade im Fall anderer aggressiver Hunde mache ich es definitiv anders herum. Ist der Hund geführt / geleint, wird ganz klar gelöst, damit im Fall der Fälle der Hund sich verteidigen kann. Keiner meine Hunde hat jemals bei noch so aggressiven verzogenen Kötern auch nur ansatzweise Anstalten gemacht mit Angriff auf aggressive Hunde zu reagieren – wohl aber mit Wachsamkeit und Abwarten ob das eigene Rudel in Gefahr gerät und beschützt werden muss.

    Einige Gebrauchshunde habe ich aber tatsächlich in meine durchaus etwas überspitzte Anmerkung oben nicht einbezogen, denn deren Ausbildung ist speziell und bestimmtes Verhalten gewollt und sie sind auch nicht die alltäglichen Problemhunde mit miserabler Erziehung. Ein Freund von mir ist im Übrigen DHF, früher bei der Bundeswehr, heute bei der Polizeihundestaffel. Ich selbst habe in jungen Jahren als Meldehundeführer gearbeitet. Ich habe da eben eine andere Einstellung zur Erziehung von Hunden als Rudelangehörige im Privatleben und an die Anforderungen zu deren Gehorsam, Vertrauen zu "seinen" Menschen und dem Respekt, dass es sich dennoch immer um ein Tier handelt, dessen Triebe gelenkt werden müssen. Neunundneunzig Prozent der Fälle wo mit dem Hund was schief läuft, ist nun mal der Mensch schuld, nicht der Hund.

    Aber einem Punkt bin ich ganz bei dir – ich würde mich niemals mit einem ungeführten Hund in eine Menschenmasse begeben, egal wie viel Vertrauen das Tier zu mir hat. Das allerdings habe ich bisher immer von vornherein vermeiden können, denn so was sollte man einfach nicht tun wenn es sich nicht um einen speziell dafür ausgebildeten Gebrauchshund handelt.

    Lieber @Negrodamus, das ist ja unglaublich, das tut mir wirklich leid für dich, was müssen das für arme Tiere gewesen sein, so miserabel erzogen, grundlos Menschen anzufallen. Das entspricht nicht der Natur des Hundes und kommt normalerweise nur vor, wenn die Tiere gequält und gnadenlos auf Mann abgerichtet sind oder durch Hundekämpfe inzwischen geistesgestört. Selbst (oder gerade) Schutzhunde gehen nicht ohne Kommando auf Mann. Das ist natürlich eine Ansammlung negativster Beispiele, wie schlimm falsch Menschen mit Hunden umgehen können.
    Aus meiner gesamten Erfahrung mit Hunden heraus kann ich Dir nur empfehlen, dir selbst einen Hund anzuschaffen – aber dann musst Du dich mit Herz, Seele und Verstand darauf einlassen! Und für dich selbst akzeptieren lernen, dass dieses Wesen dich lieben wird aber auch Deine uneingeschränkte Liebe braucht. Die Bonnik Hansen Stiftung ist zum Beispiel eine der Stiftungen, die Assistenzhunde (teil-)finanzieren. Ein Assistenzhund würde Dir helfen, Deine Angst vor Hunden zu verlieren und alleine seine Anwesenheit andere Hunde davon abhalten dich einfach so anzugreifen. Er würde Dir viel Lebensqualität und Kontrolle und Selbstbestimmung zurückbringen. Deine erfahrungsbasierte Verhaltensanpassung zur Hundekontaktvermeidung ist eine ernst zu nehmende Angststörung, bei der Dir ein eigener Assistenzhund ebenso helfen kann wie Menschen mit PTBS. Wichtig ist aber zu beachten, dass der Assistenzhund keine ärztliche Behandlung ersetzen kann.

    Freundliche Grüße vom Ferdinand

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