EMMA – und Klebstoff schnüffeln

60794685Lufthansa-Tragödie – Am Wochenende sorgte, mitten in der aufgeheizten medialen Stimmung, das ehemals ernsthaft feministische Magazin EMMA für Irritationen mit einem Gastbeitrag von Luise Pusch. Nun versäumte Alice Schwarzer selbst die Chance für korrigierende Worte. Eine polemische Reise in den Irrsinn.

Bevor hier das Geschrei einsetzt. Es geht hier nicht um Feminismus – die Gleichberechtigung von Menschen ist ein wichtiges Ziel. Es geht um einen „Artikel“ und die Unfähigkeit einer Redaktion einen Fehler einzugestehen. Da der Artikel nicht mehr in Urform verfügbar ist – sondern nur in einer leicht „entschärften“ Version – ohne Hinweis der EMMA – möchte ich zentrale Anfangssätze aus der Urfassung zitieren.

Amoktrips sind Männersache. Und die Lufthansa hat 94 Prozent männliche Piloten. Das sollte sie ändern, meint Luise Pusch. 14 der 16 im Airbus zerschellten „Schüler“ sind Schülerinnen und die zwei „Lehrer“ sind Lehrerinnen. Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind männlich.

Weiterhin lesbar in der korrigierten Fassung sind folgende Endsätze:

Auf das Nächstliegende – Frauenquote im Cockpit erhöhen – kommt niemand. Wieso nicht? Es wird derselbe blinde Fleck sein, der aus den beiden getöteten Lehrerinnen aus Haltern „Lehrer“ und aus den 14 getöteten Mädchen und zwei Jungen „16 Schüler“ macht.

Auch ganz unabhängig von Vorbeugungsmaßnahmen gegen weitere Katastrophen in der Luftfahrt ist die Erhöhung der Frauenquote im Cockpit richtig und längst überfällig. Die Lufthansa mit ihren 6 Prozent Frauen ist ja fast so schlimm wie die katholische Kirche.

Ich spare mir hier auf das Gewitter im Online-Blätterwald zu verlinken.
Schön fand ich den Tweet von Jan Böhmermann.

Screenshot 2015-03-28 at 05.05.42 nachm.

 

Nun fragte ich mich: „Stop mal. Ist das vielleicht die krasseste selbstironische Satire seit Caligula sein Pferd heiraten wollte? Da fragst Du mal nach.“ Und so schickte ich den Kolleginnen und Kollegen eine Anfrage.

Screenshot 2015-03-28 at 02.29.05 nachm.Es kam – nichts. Leider. Heute habe ich mich dann hinter den Hörer geklemmt und in der Redaktion von EMMA angerufen. Zweimal wurde nach meinem Namen gefragt – und eine lange Warteschleife dauerte an, während wohl geprüft wurde, ob Männer aus der Ruhrbarone-Redaktion tatsächlich noch ein Anrecht darauf haben, solche Fragen zu stellen. NACH DER REVOLUTION WIRD DAS ANDERS. Schließlich teilte man mir, und das in der Tat sehr freundlich, mit, ich solle bitte den Kommentar von Frau Schwarzer zu dem Kommentar von Frau Pusch lesen. Wenn ich dann noch Fragen hätte, immer her damit. (Ihr könnt gerne solche Fragen mit fortlaufender Nummer hier in den Kommentaren sammeln.)

Nun – was soll ich sagen? Ich las. Schwarzer verteidigt das Machwerk von Pusch. Verzichtet aber auf die ganz harten Formulierungen.
Und dann dieser Satz:

Der Artikel von Luise Pusch ging zwar genau in die richtige Richtung. Er war aber ein wenig über die Grenzen des guten Geschmackes – wahrscheinlich im Eifer der Betroffenheit durch die Ereignisse. Dies tut uns leid.

Das ist genau der Satz, den ich mir von Alice Schwarzer gewünscht habe.
Und der nirgends in ihrem Artikel steht. Dafür finden wir in ihrem Text, in dem es um die Lufthansa-Tragödie (irgendwie) gehen soll, folgenden Punkt als ursächlich für spezifisch männliche Gewalt:

Es kann der Konsum von Porno- und Gewaltfilmen eine Rolle spielen. Wobei das auf „fruchtbaren“ Boden fallen muss: Verunsicherung, Isolation etc.

Wohlgemerkt, Schwarzer unterscheidet zwischen Gewaltfilmen und Pornofilmen. Der Einfluss von Gewaltpornografie auf Gewalt ist wissenschaftlich belegt. Der Einfluss „normaler“ Pornografie bestimmt in irgendeiner Studie des Hab-ich-mir-ausgedacht-Instituts in Fragnichthausen.

Und Luise Pusch selbst? Auch sie von Selbstkritik weit entfernt.Screenshot 2015-03-28 at 11.38.25 nachm.Na dann. Wenn Dir Deine Peer-Gruppe zustimmend auf die Schulter klopft ist ja alles gut. Darum geht es doch bei diesen gesellschaftlichen Debatten, oder? Dass diejenigen einem zustimmen, die eh schon Deiner Meinung waren, oder?…ich geh dann mal Klebstoff schnüffeln.

 

 

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20 Kommentare

  1. #1 | Sebastian sagt am 30. März 2015 um 20:12 Uhr

    „Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind mannlich.“

    Worauf bezieht sich das? Auf die Opfer von „Amoktrips“? Opfer von erweiterten Suiziden? Auf die 149 Opfer von diesem speziellem Fall? Oder nur auf die Schulklasse und Lehrer?

    Ich persönlich unterscheide nicht zwischen Männern und Frauen, Alten und Kindern, Deutschen und Ausländern. Es waren Menschen!

  2. #2 | Erdgeruch sagt am 30. März 2015 um 21:24 Uhr

    Frage an den Autor: Wie hoch ist die Reichweite der Emma und welche Relevanz soll sie besitzen, außer der, der ihr andere Medienakteure zuschreiben? Keine. Spätestens seitdem Frau Schwarzer, sich der Bild in den Arm geworfen hatte, war doch klar, dass es ihr nur noch um das Geld bei der Beibehaltung eines künstliches Statuses ging.

    Dass in Licht und -Publikumsfernen Gegenden einer an sich schrumpfenden und immer lauteren Medienlandschaften nur noch Aufmerksamkeit durch die Möglichste Marktschreierei erreicht wird, sei geschenkt. Wenn aber Medien Medien zum Thema machen, also über sich selbst reden, wird es eher meistens langweilig bis peinlich.

    Um es klar zu sagen: 99 Prozent aller Leserinnen und Leser werden sich denken: „Da wird über etwas geredet, was jetzt keinen interessiert“ oder „OMG“.

    Also ganz ehrlich: WTF interessiert Sie so an diesem unwichtigen Thema?

  3. #3 | Sebastian Bartoschek sagt am 30. März 2015 um 21:36 Uhr

    1) Alice Schwarzer hat durchaus eine andere mediale Bedeutung – in meiner Wahrnehmung. Werde das nochmal kritisch überprüfen. Danke für den Hinweis. Vielleicht hänge ich da den 80ern nach. Kann sein.

    2) Von 1) ausgehend fand ich den Kommentar schlicht unerträglich, und finde auch nicht, dass der einfach so stehen bleiben sollte.

    3) Schockte mich dann heute noch die Kritikimmunisierung, die Schwarzer und Pusch betreiben.

  4. #4 | Sebastian Bartoschek sagt am 30. März 2015 um 21:41 Uhr

    Gerade mal geschaut:
    Die EMMA hat ein Zehntel der Auflage der taz (beides print).

  5. #5 | M sagt am 30. März 2015 um 22:21 Uhr

    „Es geht hier nicht um Feminismus – die Gleichberechtigung von Menschen ist ein wichtiges Ziel.“

    Das Eine hat mit dem Anderen ja nichtmals etwas zu tun.

  6. #6 | Nina Lehmann sagt am 30. März 2015 um 22:24 Uhr

    Hier der Originaltext von Pusch, den Schwarzer gerne übernahm. Wer sich das antun möchte…
    http://www.emma.de/artikel/frauenquote-fuers-cockpit-318639

    @Erdgeruch: In der Tat hat Schwarzers Postille nicht mehr die Reichweite und die mediale Beachtung, am wenigsten unter Medien-Leuten selbst. Man nimmt es kaum noch Ernst nach all den Debatten über Kopftücher, Prostitution, Pornographie, Kachelmann, … Dennoch ist EMMA ein Hardliner und verfügt über Geld und Mittel, sich immer wieder mit einem Gestus des diktatorischen Feminismus zu inszenieren. Dieses aktuell wilde Zucken kann ein Zeichen von Agonie sein.

    Die Tragödie mit dem Airbus beschäftigt im Moment nunmal fast jeden und da kommt dieser geschmacklose Kommentar einer Pusch. Der Spiegel titelte: „“Emma“ irritiert mit Kommentar zur Germanwings-Katastrophe“. Für mich keine Irritation sondern eine Geschmacklosigkeit. Ein Schlag mitten ins Gesicht für jeden venrunftbegabten Menschen, der trauert und Anteil nimmt.
    Pusch und Schwarzer stehen seit Jahrzehnten für einen rigiden Verbots-Feminismus und einem starren Bild von Frauen und Männern, das sich meiner bescheidenen Meinung nach schon lange Gottlob selbst korrigiert hat. Männer sind nicht „Täter“, Frauen sind nicht „Opfer“. Dennoch dreht sich in der Redaktion der Verbots-Feministinnen immer noch alles nur darum. Ich frage mich, wann die ewig Gestrigen Männer an sich verbieten wollen. Ich verstehe mittlerweile, warum so viele Männer, die ich kannte und kenne, es einfach nicht mehr hören können. Es wird immer nur auf sie eingedroschen, während wir Frauen uns Jahrzehnte anhören mussten, wir seien Opfer-ob wir wollen oder nicht!
    Was Pornographie mit dem Lubitz zu tun haben soll, erschliesst sich mir indes auch überhaupt nicht.
    Meine Empfehlung: Bitte schaut weiter Pornographie und bitte habt ein gutes Gewissen dabei. Ich glaube an die positive Kraft der Sexualität.

  7. #7 | keineEigenverantwortung sagt am 30. März 2015 um 22:35 Uhr

    Ich kann das Thema Quote nicht mehr hören. In diesem Zusammenhang ist es total deplatziert.
    Vermutlich ist es aber der Standardgedankengang/-textbaustein der Redaktion für Zustände aller Art. Der Text sollte also nicht überbewertet werden.

    Wenn man an die Historie der Luftfahrt denkt, gab es immer wieder berühmte weibliche Flugpioniere.
    Selbst Atatürks Tochter war die erste Kampfpilotin.

    Warum gibt es heute nur so wenig Pilotinnen, Busfahrerinnen, Lokführerinnen?
    Könnte es am Interesse bei der Berufswahl liegen? Frauen und Technik passt auch heute nur selten bei der Berufswahl und Auswahl der Schulfächer zusammen. Die paar Absolventinnen nehmen dann auch meistens einen Job, der eher technikfern ist. Besonders witzig ist es dann, wenn Frau Dipl Ing mit Job bei der Gewerkschaft oder einer Organisation sich beklagt, dass so wenig Frauen in der Technik arbeiten.

    BTW: Insbesondere in Kriegszeiten haben Frauen immer wieder bewiesen, dass sie auch in großer Zahl in der Lage sind diese Jobs erfolgreich ausfüllen, aber dies waren dann meistens auch motivierte Frauen und eben keine Quotenfrauen.
    Lasst die Menschen sich doch endlich die Jobs aussuchen, die ihnen gefallen! Die Randbedingungen kennt jeder vor dem Berufseinstieg.

  8. #8 | Helmut Junge sagt am 30. März 2015 um 22:35 Uhr

    Emma ist eben emmational. Oder wie nennt man das nochmal, wenn das Denken einzig vom Gefühl beherrscht wird?

  9. #9 | der, der auszog sagt am 30. März 2015 um 23:02 Uhr

    Das Flugzeugunglück ist noch keine Woche her und es wäre ein Wunder wenn nicht irgendwer im Zusammenhang mit dieser Katastrophe irgendwo eine – wie man so schön sagt – Sau finden würde, die man dann anschließend irgendwie durchs Dorf jagen kann.

    Auch wenn ich nicht unmittelbar betroffen bin, hat mich der Absturz der Germanwings Maschine sehr betroffen gemacht, so betroffen, dass mir das, was Emma schreibt, egal ist, ich aber auch über diese „polemische Reise in den Irrsinn“ nicht wirklich lachen mag,

    Was ich sagen will: Zum jetzigen Zeitpunkt finde ich diese „Polemik des Irrsinns“ völlig deplatziert und hätte von den Ruhrbaronen eine andere Form der Berichterstattung zu dem Thema erwartet, wenn sie denn überhaupt meinen, etwas zu dem Unglück sagen zu müssen.

  10. #10 | Hapi sagt am 30. März 2015 um 23:10 Uhr

    Heute kam bei Hart aber Fair eine für mich erstaunliche Aussage: Frauen haben eine 10 mal so hohe Selbstmordrate wie Männer.

    Also liegt Emma hier nicht mal in diesem Punkt richtig.

  11. #11 | Lutz sagt am 30. März 2015 um 23:18 Uhr

    Die Quotenforderung ist zudem unlogisch. Auf Grundlage der behaupteten Prämisse müsste konsequent ein Berufsverbot für männliche Piloten gefordert werden.

  12. #12 | Klaus Lohmann sagt am 31. März 2015 um 00:28 Uhr

    @#6 Nina Lehmann: Danke, schöner Kommentar!

    Für Manche mag es schade sein, dass Kumpeline Schwarzer derart reaktionär von der „Bild“fläche verschwindet, aber es dient dem Umweltschutz.

  13. #13 | chris sagt am 31. März 2015 um 10:42 Uhr

    Traurig (oder voller Doppelmoral) ist doch, dass die Sittenwächter bei Twitter, die sich normalerweise nur zu gern echauffieren in diesem Fall zurückhaltend oder gar verteidigend agieren, weil die Autorin aus „ihren“ Reihen stammt …

  14. #14 | JoS sagt am 31. März 2015 um 11:40 Uhr

    Als ich den Beitrag las – mit einer immer weiter nach oben wandelnden Augenbraue – war ich allerdings auch sehr glücklich, dass Alice Schwarzer seit weit mehr als einem Jahrzehnt in der feministischen Debatte vollkommen irrelevant ist.

    Aber da du ja Fragen sammeln willst: Ist es laut Emma eine, im normativen Sinne, natürliche Ordnung, dass Frauen immer Opfer von Männern sind? Und wenn diese Viktimisierungsthese zutrifft: Wozu braucht es den Feminismus, wenn sich an der, tatsächlich häufigen, Opfer/Täter-Konstellation vermeintlich eh nichts ändern lässt?

  15. #15 | Alreech sagt am 31. März 2015 um 19:25 Uhr

    zu irgendwas muß diese schreckliche Tragödie ja gut sein.
    Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo wurde die Aufmerksamkeit ja auch dazu genutzt vor Islamophobie zu warnen.
    Und zum Jahrestag des Tsunamis in Japan wurde den Toten der damaligen Nuklearkatastrophe gedacht.

  16. #16 | mitm sagt am 1. April 2015 um 16:51 Uhr

    @ Nina Lehmann 30. März 2015 um 22:24 „Männer sind nicht „Täter“, Frauen sind nicht „Opfer“.“

    Schon wär’s. Das Gegenteil ist der Fall, das hat inzwischen Gesetzesstatus . Da wir in NRW sind, sei das neue Hochschulzukunftsgesetz als Beispiel genannt. Dort lesen wir in § 3 Aufgaben (von allen Hochschulen):

    „(4) Die Hochschulen fördern bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Hochschule und wirken auf die Beseitigung der für Frauen bestehenden Nachteile hin.“

    und in § 24 Gleichstellungsbeauftragte; gleichstellungsbezogene Mittelvergabe:

    „(1) Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte hat die Belange der Frauen, die Mitglieder oder Angehörige der Hochschule sind, wahrzunehmen. Sie wirkt auf die Erfüllung des Gleichstellungsauftrages der Hochschule hin“

    Wer nun glaubt, hier einen Widerspruch zu erkennen, weil Gleichstellung nicht das gleiche wie einseitige Frauenförderung sein kann, der kennt sich nicht aus und übersieht eine Selbstverständlichkeit, die man nicht eigens erwähnen braucht: Frauen sind immer benachteiligt, Männer nie. Deswegen kann „Gleichstellung“ nur „Frauenförderung“ bedeuten, das sind ganz einfach Synonyme.

    Eine Stufe höher in Berlin findet man in den juristischen Begründungen zum Frauenquotengesetz exakt die gleiche Selbstverständlichkeit der allgegenwärtigen Frauendiskriminierung, s. hier für eine ausführliche Analyse der einschlägigen juristischen Gutachten.

  17. #17 | Sarah Mayer sagt am 2. April 2015 um 12:43 Uhr

    Und schon die nächste Entgleisung. Emma zieht den Shitstorm an wie ein Misthaufen die Fliegen.
    Behinderte und Nicht-Behinderte finden das nicht lustig.
    „Denn es gibt etwas, das fürchtet manch werdende Mutter wie eine Behinderung des Kindes:…“
    Behinderung ist der Untergang des Abendlandes. Aber sicherlich meint die Autorin Frau Annika Ross das ganz anders, immerhin gehört zu ihren Hobbies Queer-Themen! Sie kennt sich aus.
    http://www.emma.de/artikel/ist-etwa-der-bauch-noch-da-322771

  18. #18 | Mehr Klebstoff für EMMA! | Ruhrbarone sagt am 2. April 2015 um 13:36 Uhr

    […] man sich unlängst noch dafür aus, dass Männer, die aufgrund von Pornokonsum Massenmord begehen, nicht ins Cockpit gehören, sind diesmal Menschen mit Behinderungen im eigenwilligen Fokus des […]

  19. #20 | Christian sagt am 3. April 2015 um 13:34 Uhr

    Es geht hier nicht um Feminismus – die Gleichberechtigung von Menschen ist ein wichtiges Ziel.

    Lieber Sebastian, was möchtest du mit solchen Relativierungen erreichen? Meinst du wirklich, dass du damit irgendjemanden von deinen guten Absichten überzeugen kannst. Die Ideologen lesen nur, dass du Frauen kritisierst, und halten dich dafür für einen Feind der kollektiven Frau.

    Ich kann die Argumente (oder besser: die Ausflüchte) der Feministen mittlerweile auswendig aufsagen, so oft habe ich sie gehört. Bestes Beispiel: „Das sind doch offensichtlich keine ECHTEN Feministinnen.“ Alice Schwarzer und Emma verlegen z.B. die Schriften von Andrea Dworkin in Deutschland. Darin stehen dann so Sätze wie: „Geschlechtsverkehr ist der sterile, formale Ausdruck der Verachtung des Mannes für die Frau“. Dworkin wird in der Geschlechterforschung an Universitäten gelehrt.

    Feministen sind besessen von Geschlechterfragen und sehen durch ihre ideologische Brille den Krieg gegen die kollektive Frau aus Hass in allen Problemen, die Menschen haben können. Sie beschränken sich dabei auf das „Starten von Debatten“ und fordern dann von Männern, ihre eigenen Präferenzen zu ändern, ihre Passionen aufzugeben, und alles zu opfern, und der Frau zuzutragen, ohne etwas dafür zu erwarten. Wenn du dich fragst, wie man darauf kommt, oder wie zentral diese Gedanken in der Feministischen Bewegung verwurzelt sind, schau dir die Rede von Emma Watson vor der UN (UN!) Frauenkonferenz an.

    Im englischsprachigen Raum gab es in den letzten Monaten dutzende Beispiele wie das Emma Debakel, wo sich die Feministen öffentlich blamiert haben, mit ihrer Doppelmoral und ihrer offenen Beziehung zur Wahrheit: Adria Richards, UVA Rape Hox, alles von Jessica Valenti, #GamerGate. Um nur die offensichtlichsten zu nennen. Da sind viele Akademiker unter diesen Leuten, die ihren sexistischen, rassistischen Verschwörungstheorien mit öffentlichen Geldern den Anstrich der Seriosität verleihen können.

    Du hast doch über Verschwörungstheorien promoviert? Wahrscheinlich verbietet dir das Patriarchat, den Feminismus als das zu sehen, was er so offensichtlich ist.

    Solche Äußerungen von Anita Sarkeesian unterscheiden sich in keinster Weise von dem, was Frau Pusch als gegeben voraussetzt. Wenn man aber die Flut lobpreisender Artikel über Sarkeesians Meinungsmache in den Deutschen Medien (auch bei ARD, ZDF, hr und BR) liest, könnte man den Eindruck bekommen, Jesus sei als Frau wieder auf die Erde zurückgekehrt, um nun auch uns Sexisten zu retten.

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