17

„Es liegt an Apple“

Photo by Fischer Twins on Unsplash
Sparkassenkunden können diese Äpfel nicht mit Apple Pay bezahlen

Es ist unbekannt, auf welche Art, diese Äpfel bezahlt wurden. Photo by Fischer Twins on Unsplash

APFELBARONE: Die Sparkassen wollen Apple Pay nicht unterstützen und preisen ihre kundenfeindliche Lösung als „Marktstandard“ an.

Ein Sparkassenkunde twittert der Berliner Sparkasse eine Anfrage, ob die Bank bei der Einführung von Apple Pay in Deutschland mitmachen wird.

Die Behörde mit angeschlossener Kontenführung bequemt sich zu der folgenden herablassenden Antwort (Hervorhebung von mir):

Sparkassen bieten ihren Kunden für das mobile Bezahlen ein System an, das sowohl für Android-Geräte, als auch iPhones offen ist. Es liegt an Apple, die entsprechende NFC-Schnittstelle freizugeben, damit alle Kunden diesen technischen Marktstandard in gleicher Weise nutzen können.

Was die Berliner Sparkasse ihren interessierten Kunden damit sagen will (Übersetzung von mir):

Was ihr Kunden wollt – nämlich Apple Pay – ist uns scheißegal. Hier ist nicht der Kunde König – sondern unsere Insellösung, die wir kackendreist als „technischen Marktstandard“ verkaufen. Wenn wir nicht den Eimer haben dürfen, bekommt ihr keine Schippe.

Der technische Marktstandard ist aber was der Markt – das sind eure Kunden, liebe Sparkässler – standardmäßig nachfragt. Die Kunden fragen nach Google Pay bzw. Apple Pay, nicht nach einer selbst gestrickten Lösung.

Wenn iOS 12 im Herbst offiziell auf den Markt kommt, wird eine kleine aber einflussreiche Minderheit von den Sparkassen zu Banken abwandern, die Apple Pay unterstützen. Und ich werde voraussichtlich dazugehören.

Das liegt dann nicht „an Apple“.


Update

In diesem Beitrag für Payment und Banking spießte Jochen Sieger bereits vor einem Jahr das zugrunde liegende Dilemma auf.

Aus diesem Grund wird Innovation viel zu sehr Inside-Out aus der Bank heraus und deren Assets und Prozesse, statt Outside-In vom reinen Kundenbedürfnis geplant. So passiert es immer wieder, dass vermeintlich innovative Produkte In-house gebaut werden, die dann beim Marktstart oft schon wieder komplett veraltet sind, oder im politischen Kompromissprozess längst nicht mehr den eigentlichen Kunden- und Marktanforderungen entsprechen.

RuhrBarone-Logo

17 Kommentare zu “„Es liegt an Apple“

  • #1
    Bebbi

    Also ich frage dieses mir bisher nicht bekannte Inselprodukt von Apple bisher nicht nach.

    Warum muss man was anbieten, nur weil es nachgefragt wird? Es werden auch Gang-Bang-Party mit dafür geschwängerte Frauen nachgefragt. Muss das deswegen jeder Event-Anbieter anbieten oder darf er davon aus ethischen oder sonstigen Überlegungen von absehen?

    Wie enttäuschend für Apple-Jünger: So eine Sparkasse darf selber entscheiden was sie anbietet, so wie Apple auch. Der "Markt" kann ja zu anderen Banken wechseln, die technische und strategische Probleme anders einschätzen. Wird aber kaum auffallen, weil der "Mark" so abgedrehte Produkte wie Bargeldversorgung, Überweisung und Co anbietet.

  • #2
    Werntreu Golmeran

    Wieso gibt Apple eigentlich die NFC-Schnittstelle nicht frei?

    Ich bin mir sicher, es gibt eine ganze Menge an Sparkassenkunden, die ein Iphone besitzen und ihrer Sparkasse, die sich an deutsches und europäisches Datenschutzrecht halten muß, eher vertraut als den Datenjunkies aus Cupertino. Merkt Ihr Applesüchtigen eigentlich gar nicht, wie vergiftet der Apfelköder ist?

  • #3
    Mike

    Naja. Um fair zu bleiben ist nicht gesagt ob auch Apple Pay bei der Freigabe gemeint sein kann,,,,
    Letztlich ist doch Apple Pay nur eine Frage des Geldes – wenn Apple keine oder akzeptable Gebühren von den Sparkassen verlangen würde, dann wäre seine nur eine Frage der Investetiton in die App der Sparkasse und ggf Infrastruktur die Karten nicht via Direkt NFC sondern via Apple Pay Bereit zu stellen. Die beiden Lösungen unterscheiden sich doch garnicht wirklich so massiv. Beide Lösungen sind simulierte NFC Karten, aber Apple besteht darauf, dass diese in der Apple wallet liegen und die Sparkasse möchte, dass der Kunde die App benutzt. Genauso könnte aber die Sparkassenapp die Karten in der Apple wallet speichern und somit Apple Pay nutzen. Beim bezahlen erfolgt die Transaktion aber immer noch via Visa, Mastercard Amex und co.

    Weiterhin sei gesagt, dass es bis heute von keiner Bank eine offizielle Pressemeldung gibt wer dabei ist und wer nicht. Das sind alles Meldungen auf Twitter, aussagen von Kundenbetreuern. Daher abwarten wenn Apple eine Liste veröffentlicht und Banken ihre offiziellen Pressemeldungen…

  • #4
    Norbert

    Weil Apple kaum interessiert, was der "Markt" will, sondern erwartet, dass der Mark sich dafür interessiert, was Apple will. 🙂

    <i>Was ihr Kunden wollt – nämlich eine Sparkassen-App unabhängig vom Betriebssystem – ist uns scheißegal. Hier ist nicht der Kunde König – sondern unsere Insellösung, die wir kackendreist gegen Software anderer abschotten. Wenn wir nicht den Eimer haben dürfen, bekommt ihr keine Schippe.</i>

  • #5
    Simon

    Bei dem Marktanteil von Apple, kann man ganz klar von einer Minderheit sprechen und was immer von Android unterstützt wird ist defakto der Marktstandard. Auch wenn Apple Nutzer glauben sie seien allein auf der Welt.

  • #6
    Frank

    Oje, wieder diese  ist doof nein google und co ist doof. Alle die die eine, oder andere Seite so extrem verurteilen und meinen super Gründe dafür haben, sind einfältig und wissen eigentlich gar nichts….

    Beide Systeme haben Vor und Nachteile und jedem sagt das eine oder anders System besser zu.

    Zu den Punkt, dass Banken Gebühren an  zahlen müssen ist einfach freie Marktwirtschaft und nichts anderes. Glaubt ihr die Banken schenken euch irgendwas , auch wenn etwas "umsonst, oder gratis" ist. Die verdienen mit euch immer Geld sei es durch Zinsen, Sparer, Kredite, Versicherungen und vieles mehr. Meint ihr wenn ich zu einer Bank gehe und einen Kredit brauche und sage: Ich kann mir aber diesen nicht zu den Zinssatz leisten, die geben mir einen niedrigeren Zinssatz?? Nein, ich zahle vielleicht weniger im Monat/Jahr, dafür aber länger und damit noch mehr….
    So ähnlich machen es alle Firmen, nur wenn  was will, was in seinem Produkt eingebaut ist (nennen wir es mal NFC miete), jammern einige rum und fangen an zu heulen. Das schlimme, es heulen Banken, die die teuersten Girokonten Gebühren haben und für jeden Mist Geld wollen. Viele/nicht alle von denen, die keine offensichtlichen Kosten für uns Kunden für ihr Konten verlangen, sind sofort dabei.

    Fakt: Es gibt genug Banken die es anbieten werden, viele mit dem "kostenlosen" Konto. Keine Ahnung wo die das häufen Geld was  will, hernehmen 🙂 Bankwechsel, in der heutigen Zeit, können alle und das in wenigen Minuten.

    Aber lasst euerem Schwan.vergleich zwischen den Marken, jede ist auf seine Art gut und hat Menschen die diese Systeme gerne nutzen.

  • #7
    ke

    Ich nutze aktuell NFC Zahlungen für möglichst alle Kleinkäufe mit versch. Techniken (Karte, Uhr, Telefon etc.).
    Das entsperrte Handy als Zahlungsmethode ist für mich die beste Lösung.
    Ich habe eine entsprechende Kreditkarte, die dies unterstützt.

    Wenn jetzt die Bäcker noch mitspielen würden, würde diese Kleinstzahlung auch entfallen.

    Apple und Android sind auch unter Druck. Die Pay-Funktionen in Uhren oder der NFC-Chip auf Irgendwas sind in vielen Bereichen erhältlich.

  • #8
    Mike

    @simon es mag sein, dass Apple einen geringeren Marktanteil hat. Und trotzdem ist dieser Anteil in absoluten Zahlen gigantisch. 1,3 Milliarden Geräte weltweit laufen mit iOS. Dass es sich nicht lohnt sich um das Potenzial von 1,3millarden, in Deutschland sind es auch mehrere Millionen iPhones die im Umlauf sind, zu kümmern? Das wäre töricht.
    Deine Argumentation mag bei nem alten Blackberry oder Windows Phone stimmen, aber die Apple Minderheit ist trotzdem einige Millionen stark # also durchaus eine Kundenbasis um die man sich kümmern sollte

  • #9
    Michael

    @Mike. Doch es haben schon nen paar Banken offiziell gesagt, dass sie Apple Pay anbieten werden

  • #10
    Andreas

    Ich glaube ja, dass das ganze reines Marketing ist. Es gibt doch bereits zarte Hinweise darauf, dass Appel den Zugriff auf die NFC-Schnittstelle mit iOS 12 lockern wird (Quelle: https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/iOS-12-soll-NFC-Funktionen-des-iPhone-oeffnen-4059499.html). Am Ende wird die Sparkasse Apple Pay unterstützen und Apple die NFC-Schnittstelle öffnen – dann haben beide, was sie wollen und die Sparkasse kann das als Erfolg darstellen.

  • #11
    Michael

    @Andreas
    Ich hoffe wirklich, dass das NIE passieren wird. Das hätte nur zur Folge dass noch mehr Banken denken "nö Apple Pay brauchen wir nicht" und ihr eigenes Ding machen. Das wäre echt zum Kotzen 😀

  • #12
    mike

    @Andreas: Wenn die Sparkassen Bezahlbar oder Gratis an Apple Pay ran kommen? Wozu dann Zugriff auf die Schnittstelle. Letztlich ist das doch eher ein Nachteil – die Apple Wallet ist integriert, abgesichert durch die iOS Mechanismen Dort können alle Karten an der selben Stelle liegen von allen Banken. Mit Apps muss der Kunde dauern erst ne App starten bevor er bezahlen kann. Das macht null Sinn.
    Die Wallet von Apple die startet auch wenn das Handy gesperrt ist, das ist alles total komfortabel integriert, abgesichert, Remote ist das Ganze sperrbar usw.. Wozu dann das Payment über eine App? Aus Sicht der Bedienung ist das ziemlich bescheiden… Ich nutze manchmal Payback Pay mit QR Code- im Vergleich zur Zahlung via apple Pay (nutze schon boon.) ist das total umständlich. (Entsperren. Payback App aufmachen, QR code aufmachen) Die Banken brauchen doch den Zugriff auf die Schnittstelle garnicht. Was die wollen ist ihre Karten für sie Kostenfrei/Kostengünstig über Handy nutzbar machen. Ob das dabei über direkten Zugriff via NFC oder indirekt indem sie die Karten in Apple Pay (Wallet integrieren) spielt doch keine Rolle oder?
    Daher hoffen wir mal, dass mit der Freigabe tatsächlich die Freigabe für Apple Pay gemeint sein kann.
    Aktuell gibts gar keine App die auf NFC Zugreifen kann – nichtmal Apps um Türen zu öffnen. Vermutlich kann das Telefon auch nur sehr eingeschränkt da irgendwas tun. Wenn sie da was "freigeben" wären meiner Meinung nach größere Anpassungen an iOS Notwendig, damit das geht.
    Daher mache ich mal ein Fragezeichen an diese Aussage die "Sparkasse warten auf Freigabe" – auf was? Apple Pay Integration oder direkter NFC Zugriff? Weltweit lassen sie da niemanden dran – aber für die Sparkassen in DE sollen sie ne Ausnahme machen? nicht wirklich oder?

  • #13
    Klaus Lohmann

    Da die Spaßkassen eine nach der anderen den Selbstständigen und Freiberuflern drastisch den Kreditrahmen im Girobereich kürzen "mussten" und technisch – nach dem völlig verkorksten Auftritt mit Broker-Software – nun eher zwischen Buchdruck und Dampfmaschine rumdümpeln wollen, sehe ich auch für deren NFC-Lösung keine echte Nachfrage aus der eigenen Kundschaft. Mich haben diese Beamtenhiwis, die liebend gerne noch mit viel bedrucktem Paper durch die Gänge wetzen, schon vor 10 Jahren verloren.

  • #14
    Norbert

    @12 Soetwas sensibles wie Bankverbindungen super in ein Smartphone einbinden. Suspekt.

  • #15
    ke

    @14 Norbert:
    Das traditionelle Bankverfahren war natürlich extrem sicher.
    Die Bankverbindungsdaten werden oft bekannt gegeben.
    Überweisungen wurden kaum geprüft.

    Und in jeder Geldbörse liegen >100 EUR ohne Schutz, die dann auch noch anonym und ohne Spuren eingelöst werden können, wenn man auf die Geldbörse zugegriffen hatte.

  • #16
    Gordon

    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

    Seit der Einführung von Apple Pay vor 4 Jahren gab es nicht einen Missbrauchsfall oder Betrug im Zusammenhang mit dieser Zahlungsabwicklung. Apple Pay ist in sich verschlüsselt und komplett anonymisiert & weil Apple mit jeder Apple Pay Zahlung auch einen gewissen Teilbetrag für diese sichere Zahlungsabwicklung mit verdient (verdienten möchte), wird es nie eine Öffnung der NFC Schnittstelle für alternative Zahlungsabwicklungen über ein iOS Device geben. Die Öffnung der NFC Schnittstelle ab iOS 12 für Zutrittsberechtigungen in Hotels, im Privatbereich und als Schlüsselersatz für KfZ (die neue Mercedes A Klasse wird eines der ersten damit ausgestatteten Fahrzeuge sein) ist eine andere Geschichte. Die Sparkasse hat also die Wahl, Apple Pay zu Apples Bedingungen, oder Weggang eines Teils der solventen Kundschaft zu anderen Banken mit Apple Pay im Angebot.

    Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, das ein nicht geringer Teil der Kundschaft einer Sparkasse eh konservativ noch am liebsten Geld am Schalter holt und dann auch wieder fast ausschließlich nur mit Bargeld bezahlt – da ist selbst schon der Geldautomat Teufelszeug.

    Jeder hat also die Wahl & muss eigentlich auch nicht gleich die Bank wechseln, wenn diese (vorerst oder generell) kein Apple Pay anbietet. Es gibt genügend Direktbanken / Kreditkarten Anbieter die auf Apple Pay setzen & eine Visa / Mastercard für 0 € anbieten.

  • #17
    Bernd

    @Simon
    Du kennst leider die Fakten nicht:
    Marktanteil sagt noch lange nichts über den Umsatz aus – und Umsatz ist das was zählt.
    Weniger Apple-User generieren mehr Umsatz als Android-Nutzer:
    https://sensortower.com/blog/app-revenue-and-downloads-1h-2018

    Hier von einer Minderheit zu sprechen … ach lassen wir das!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.