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Gaza: Bloggerinnen leben gefährlich

Asmaa Alghoul

In Gaza werden Bloggerinn bedroht. Ein Beispiel stellt unsere Gastautorin Annina Schmid vor.


Die Bloggerin und Journalistin Asmaa Alghoul aus Gaza, die ich während des Young Media Summits in Kairo kennengelernt habe, hat eine Morddrohung erhalten: Jemand, der sich ‚Masirek‘ nennt, drohte damit, sie vor den Augen ihres Sohnes zu verbrennen. Lina Ben Mhenni, die ebenfalls Teilnehmerin des Summits war, veröffentlichte einen Post, in dem sie ihre Solidarität mit Asmaa bekundet und Masireks verbale Attacke zu recht verurteilt. Asmaa kämpft gegen sogenannte Ehrenmorde und für die Rechte palästinensischer Frauen. Da sie auf Arabisch bloggt, kann ich leider derzeit nicht sagen, welche ihrer Äußerungen die Morddrohung provozierte. Vielleicht kann jemand helfen?

Drohungen gegen Blogger sind übrigens nicht selten. Es gab auch in Deutschland Fälle schlimmer Schikane, die so weit ging, dass sich die Polizei einmischen musste. Auch in Asmaas Fall wurde die palästinensische Regierung bereits in Kenntnis gesetzt. Es ist wichtig, sich stets darüber im Klaren zu sein, dass Drohungen, auch wenn sie nicht in die Tat umgesetzt werden, erstens strafrechtlich relevant und zweitens eine Form der Misshandlung sind. Auf Girls Can Blog gab es erst neulich einen kurzen Post, der das Thema Verbal Abuse behandelte.

Annina Schmidt ist Herausgeberin des Blogs Girls can Blog. Dort ist der Text auch auf Englisch zu lesen.

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7 Kommentare zu “Gaza: Bloggerinnen leben gefährlich

  • #1
    Werner Jurga

    „welche ihrer Äußerungen die Morddrohung provozierte“? – Okay, sagen wir mal: ein Übersetzungsproblem.
    „Jemand … drohte damit, sie vor den Augen ihres Sohnes zu verbrennen.“ – Vermutlich kein Übersetzungsfehler.
    „Auch in Asmaas Fall wurde die palästinensische Regierung bereits in Kenntnis gesetzt.“ – Ja, aber die hat doch im Gazastreifen gar nichts zu melden. Dort hat doch die Hamas das Sagen. Ob eine Bloggerin „für die Rechte palästinensischer Frauen“ bei ihr wirklich in ganz sicheren Händen ist?

  • #2
    Annina Luzie Schmid

    Inzwischen gibt es ein Update:

    Laut dem ägyptischen Blogger Tarek Amr bezog sich die Morddrohung nicht auf einen bestimmten Post Asmaas, sondern auf ihre Ansichten und generelle Haltung. Asmaa kämpft gegen sogenannte Ehrenmorde und für die Rechte palästinensischer Frauen.

    Tarek bloggt auf: Tarek Amr (http://notgr33ndata.blogspot.com/)

  • #3
    Herjeh2010

    @Werner Jurga,
    „Dort hat doch die Hamas das Sagen. Ob eine Bloggerin „für die Rechte palästinensischer Frauen“ bei ihr wirklich in ganz sicheren Händen ist?“
    Gute Frage, aber wenn das nicht so sein sollte, was dann?
    Wir könnten unseren Beitrag leisten, indem wir uns mit der Bitte um Hilfe an unsere Bekannten und Freunde wenden, die gute Beziehungen zur HAMAS unterhalten. Vielleicht könnten die was für die Frau tun.
    Wer also jemanden kennt, der gute Beziehungen zur HAMAS hat, sollte den oder die, mal auf das Problem aufmerksam machen. Da sollte sich das Problem doch schnell in Luft auflösen.

  • #4
    Werner Jurga

    @ herjeh2010: Sind Sie auch ganz sicher, dass sich, wenn man die Hamas über den Vorgang informiert, das Problem in Luft auflösen wird? Und nicht Asmaa Alghoul?

  • #5
    Herjeh2010

    @Werner Jurga,
    Nicht „man“!
    Wie ist es möglich, daß jemand, der täglich Satiren schreibt, …diese Vorlage nicht erkennt?
    Oder bin ich so schlecht mit meiner Ironie?
    Gut, gut, gut, ich werde wieder mal einen Witz erklären.
    Dr. Jurga, der Satz war ein Witz!
    Natürlich glaube ich nicht, daß irgendeiner der mir bekannten Hamas-Anhänger auch nur einen Hauch Interesse an solchen menschlichen Problemen palästinensischer Frauen hat. Wenn doch, hätten sie schon mehrere 1000 mal
    reagieren können. Es gibt unterdrückte Frauen genug im arabischen Raum und auch in Palästina. Die Hamas-Anhänger, die ich kenne, wollen aber nicht mal den Abbas und seine Politik akzeptieren. die wollen nach meiner Einschätzung Israel brennen sehen. So etwas nennen die aber Friedenspolitik. Diese Leute würden sich von diesem Mädchen nur gestört fühlen.
    Aber fragen kann man doch mal. Wäre doch interessant, zuzuhören, wie die sich da herauswinden. Oder?

  • #6
    Dr. Evil

    @ Herjeh2010

    „Oder bin ich so schlecht mit meiner Ironie?“

    ne, war o.k. – zumindest hab ich sofort verstanden, dass es Ironie war.

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