„GM-Insolvenz zerstört Vertrauen“

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Die US-Regierung hat General Motors angewiesen, sich auf die Insolvenz vorzubereiten. Für Opel könnten die Konsquenzen verheerend sein.

"Opel könnte eine GM-Insolvenz überstehen, aber sie wäre eine große Belastung des Kundenvertrauens", sagt mir am Mittwoch Thomas Bieling, Opel-Händler aus Herten und Vorstandssperecher des Verbandes Deutscher Opel Händler (VDOH). Der VDOH steht auch bereit, um sich an einer neuen Opel AG zu beteiligen. 

Viele Fragen müssten im Falle einer Insolvenz zum 1. Juni sehr schnell beantwortet: Was passiert mit den Patenten und den verpfändeten Werken?  Wer kauft ein Auto aus einem Unternehmen von dem man nicht mehr genau weiß, ob es in drei oder vier Jahren noch Ersatzteile liefern kann oder wer für Opel eimspringt und zu welchem Preis. Auch für das Image der Marke wäre eine Insolvenz verheerend. Opel hätte dann wohl nur eine Chance, wenn das Unternehmen sehr schnell einen Partner finden würde. Am Besten aus der Automobilindustrie. Bieling: "Mercedes oder BMW wären als Opel-Partner ideal. Sie sind zu klein, um alleine auf dem Weltmarkt zu bestehen und Opel ist in den Marktbereichen der Kompakt- und Kleinwagen stark, in dem die beiden deutschen Autobauer nicht viel zu bieten haben. Aber ich weiß, dass die Beiden im Moment genug eigene Probleme haben."

Daran dass das Elektoauto Ampera die Zukunft des Werkes Bochum sicherstellen könnte, wie es Betriebsratsvorsitzender Reiner Einenkel hofft, glaubt Thomas Bieling nicht: „Der Ampera  zeigt, dass Opel technologisch an der Spitze steht, aber es wird ein teures Auto werden, das nur wenige Käufer finden wird, falls die Benzinpreise in den kommenden Jahren nicht drastisch steigen.“

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Arnold Voß
Arnold Voß
14 Jahre zuvor

Vertrauen braucht Klarheit.Von daher ist das Vetrauen in die Marke Opel schon zerstört. Eine Isolvenz, so schlimm sie im ersten Moment erscheinen mag, könnte aber genau diese Klarheit schaffen, und wohlmöglich eine neu Firma (mit wohlmöglich alter Marke) der man wieder als Kunde und Zulieferer vertrauen kann.

P.S. Das zur Zeit trotz Marken-Krise soviele Opel-Kleinwagen verkauft werden hat weniger mit Vertrauen als mit Schnäppchenjagd zu tun. Damit kann man auf Dauer am Markt nicht überleben.

Erik
14 Jahre zuvor

Ich würde auch absolut zustimmen, dass bald mal Entscheidungen getroffen werden müssen, denn wie auch immer diese ausfallen, sie bringen tatsächlich Klarheit und die wird hier wohl sehr dringend gebraucht. Zur Zeit sieht es ja so aus, als könnte Opel bei Magna unterkommen und wenn das der Fall wäre, stehen die Zukunftschancen von Opel wohl wirklich gar nicht so schlecht. Wichtig ist aber in jedem fall erstmal, so schnell wie möglich aus dem Strudel um GM herauszukommen.

Gino
Gino
14 Jahre zuvor

Dieses Hin und Her macht doch im Grunde nur noch alle verrückt und letztendlich weiß man gar nicht mehr, welches Unternehmen sich besser dazu eignet General Motors zu retten. Ob sich General Motors tatsächlich für Magna entscheidet wird sich hoffentlich bald zeigen. Aber ob dadurch die Zukunft von Opel gesichert ist, wird erst die Zeit zeigen.

trackback
14 Jahre zuvor

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