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Griechenland und Standard & Poors: War da nicht was 2008? II

Die Ratingagentur Standard  Poors hat das Kreditrating Griechenlands erneut gesenkt. Doch wie vertrauenswürdig sind die Analysen von Standard & Poors? Erinnern wir uns doch an das Jahr 2008?

Im April 2008 stufte Standard & Poors Griechenland schon einmal herunter. Damals von BBB+ auf BB+. Heute nun hat die gleiche Ratingagentur Griechenland auf CCC abgestuft. CCC bedeutet Schroot, Kreditunwürdig, pleite. Ich stell hier einfach noch einmal den Text rein, den ich vor einem guten Jahr geschrieben habe. Geändert hat sich in  meiner Einschätzung von Standard & Poors seitdem nichts:

Die Kreditwürdigkeit Griechenlands wurde abgestuft. OK, kann sein dass die Griechen ihre Kredite bald nicht mehr pünktlich zahlen können. Ich kenne die Zahlen nicht. Aber wer sind denn die Experten, die Griechenlands Kreditwürdigkeit abgestuft haben? Es ist die Ratingagentur Standard & Poors. Das waren die gleichen Versager, die wenige Tage vor der Lehmann Pleite die Bank noch im A-Bereich gewertet haben. Lehmann war zu diesem Zeitpunkt so blank wie ein nackter Seemann Morgens um sechs auf St. Pauli.

Mag sein das Griechenland kein Traumschuldner mehr ist. Aber eine Bewertung von Standard & Poor´s jetzt als Richterspruch einer unabhängigen Institution darzustellen ist albern.

Der Spiegel schrieb schon 2007:

“Rating-Agenturen haben eine enorme Macht: Sie lenken den Fluss von Milliardensummen. Wie ihre Bewertungen zustande kommen, ist ihr großes Geschäftsgeheimnis. Doch in der US-Immobilienkrise lagen sie schon wieder daneben – wie zuvor im Fall Enron.”

Warum sollte man Ihnen heute mehr Vertrauen schenken als damals?

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2 Kommentare zu “Griechenland und Standard & Poors: War da nicht was 2008? II

  • #1
    Thomas

    Es ist schon traurig, wie Griechenland immer tiefer in die Krise getrieben wird. Auf der einen Seite sorgen die geforderten Sparprogramme dafür, dass das BIP immer weiter sinken muss,wodurch die relarive Schuldenbelastung steigt, weil ja die Schulden in Relation zum BIP betrachtet werden. Auf der anderen Seite nutzen das Ratingagenturen dann aus, um das Land weiter herabzustufen, wodurch dann die Kredite, die nach wie vor aufgenommen werden müssen, sich extrem verteuern. Und das führt dann zu neuen Sparvorschlägen seitens Merkel und Co und die Spirale dreht sich weiter.

    Es ist schon unglaublich, wie Merkel den Preis für die Rettung Griechenlands hochtreibt, den der deutsche Steuerzahler am Ende mit zu bezahlen hat. Aber was soll man auch von einer Kanzlerin erwarten, die die Geburtstagsfeiern von Bankenchefs auf unsere Kosten ausrichtet.

  • #2
    zersenser

    Mit jeder neuen Presseveröffentlichung von den “Ratingagenturen” würde ich mir am lieben auf die Schenkel klopfen vor lachen. Leider glauben da wirklich viele Leute dran. Und anders als beim Papst darf man deren Arbeit auch nicht wirklich hinterfragen.

    Kurios.

    Und dann das Mysterium, warum die intransparenten Analysen nicht wenigstens gleich bei allen Staaten angewandt werden. Ich müsste mir doch als Investor diverse Körperteile abfreuen, wenn es reichlich Unterstützer für einen schwachen Staat gibt. Das tuen sie aber nicht.
    Die USA hat maximal mit einem gehobenen Zeigefinder zu rechen.

    Seltsam.

    Wo haben die lieben Agenturen nochmal ihren Sitz?

    Ich würde auch ungerne meine eigene Bilanz durch meinen Gläubiger schlechter rechnen lassen….

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