Grüne planen Wiedereinführung von Lebensmittelkarten für Fleisch

Adé Frikadelle Foto: Rainer Z Lizenz: CC
Adé Frikadelle Foto: Rainer Z Lizenz: CC

Das die Ernährung auf Lebensqualität auf Lebensqualität und Lebenserwartung einen hohen Einfluss hat ist unbestreitbar. Allerdings bedeutet für viele Menschen Genuss leider der Verzehr von Lebensmitteln die entweder zu fett, zu süß und zu salzig sind oder unter unethischen Bedingungen hergestellt werden. Von unserem Gastautor Thorsten Stumm.

Ein uns zugespieltes Strategiepapier der Grünen soll das ändern. Entstanden ist es unter dem Titel „Fleischlos 2020“ durch eine informelle Zusammenarbeit auf grüner Referentenebene der NRW Ministerien Umwelt, Johannes Remmel, und dem Gesundheitsministerium von Barbara Steffens.
Das Strategiepapier versteht sich als Roadmap zu einer mindestens vegetarischen besser noch vegan lebenden Bevölkerung.
Als erster Meilenstein wird die verstärkte Nutzung der Technik des Agenda-Settings in den Medien empfohlen. Da der deutsche Journalismus mehrheitlich eher unkritisch grünen Themen gegenüber ist, sollen verstärkt Berichte über fleischlose Ernährung in den Medien lanciert werden. Erste Erfolge sind schon sichtbar. So nennt das Papier die Gewinnung von Tim Mälzer als Sympathieträger für die vegetarische Gemüseküche als ersten Erfolg.
Wie hier nachzulesen ist http://www.stern.de/lifestyle/gemuese/
Die Grünen in den Gremien der Landesmedienanstalten werden angewiesen Einfluss darauf zu nehmen, dass in jeder Kochshow, zuerst bei „Lanz kocht „, zunächst mindestens ein Gericht vegetarisch ist. Langfristig ist der Anteil umzukehren.
Der zweite Meilenstein ist verstärkte Nutzung der politischen Möglichkeiten der Steuerung der Lebensmittelproduktion durch Umwelt- und Gesundheitsauflagen. Die Grünen werden bei Regierungsbildungen das Gesundheit- und Umweltministerium besetzen. Das NRW Umweltministerium, auch zuständig für Landwirtschaft, wird zukünftig keinerlei neue Beriebe zur Fleischproduktion in NRW mehr genehmigen.
Ausdrücklich als Erfolg wird im Strategiepapier auch die Übernahme des niedersächsischen Umweltministeriums durch die Grünen gefeiert. Niedersachsen ist der größte Produzent landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland. Auch hier werden zukünftig keine neuen Mastbetriebe mehr genehmigt. Die Verluste für die Landwirtschaft sollen durch die Umleitung von EU Mitteln aufgefangen werden.

Als dritter Meilenstein sind die Möglichkeiten der Gesundheitspolitik zu nutzen.
Da 99 % der Weltbevölkerung fehlernährt sind, nachzulesen hier

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/amerikanische-wissenschaftler-finden-heraus-zu-viel-salz-kostet-jedes-jahr-millionen-menschen-das-leben_aid_948016.html
ist es notwendig, dass über die Krankenversicherungen durch ein Bonus-Malus-System auf die Ernährung der Bevölkerung aktiv Einfluss genommen wird. Da die neuen Versicherungskarten bereits mit RFID-Chips ausgestattet sind, ist diese Technik für die Einführung einer elektronischen Lebensmittelkarte zu nutzen. Der Kauf von Fleisch und Wurstwaren ist nur mit der Vorlage der Versicherungskarte möglich. An der Kassen werden die Mengen über einen Kartenleser vermerkt. Die Auswertung der Verzehrmengen führt über einen Bonus-Malus-Faktor zu einem persönlichen Versicherungsbeitrag der den Ernährungsgewohnheiten gemäß dynamisch angepasst wird.
Wir haben die Ministerien für Umwelt und Gesundheit um eine Stellungnahme gebeten.
Wegen der Feiertage und Ferien war dort niemand zu erreichen. Update erfolgt sobald es uns vorliegt.

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zockerjoe
zockerjoe
11 Jahre zuvor

„Update erfolgt sobald es uns vorliegt.“
Hehe, oder um 0:01Uhr

Frank
11 Jahre zuvor

Die Grünen greifen den nächsten Megatrend auf. In Berlin ist man schon nicht nur einfach Vegetarier. Man hat auch eine Tierethik in petto und erlaubt sich allenfalls Schokohasen und Marzipanschweine. Wer hier an der Supermarktkasse eine Salami aufs Laufband legt, dessen letztes Rhetorikseminar sollte nicht allzu lange zurückliegen..

Geschäftsmodelle auf Basis Massentierhaltung sind so was von Neunziger. „Meet and Eat“, wie es an der A2 heißt, dürfte bald Geschichte sein. (Man denkt an Tönnies..)

Ich denke, dass die Wiedereinführung von Lebensmittelkarten auch vor dem Hintergrund der EURO-Krise stattfindet.

Jan
Jan
11 Jahre zuvor

Das ist nicht alles. In Verbindung mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz wird darüber nachgedacht, Menschen, die sowohl Fleisch konsumieren als auch nikotinsüchtig sind, in Sicherheitsverwahrung zu nehmen. So werden sie vor sich selbst geschützt und die Krankenkassen entlastet. Es gibt Gerüchte, Stefan Laurin wäre bereits „in Sicherheit“. Aber ich vermute, er hat sich bereits in die USA abgesetzt und arbeitet mit der Fastfood- und Zigarettenlobby daran, Obama davon zu über zeugen, die Deutschen nochmal zu befreien.

Mit veganen Grüßen,
Jan

Mao aus Duisburg
Mao aus Duisburg
11 Jahre zuvor

Ich habe auch ein internes Referentenpapier aus dem Gesundheitsministerium erhalten: Demnach soll es eine weitere Verschärfung für Curry-Würste in Bochum geben sowie für den Genuss von Hopfengetränke. Gerade der Genuss von Bier hat wohl an Rhein und Ruhr gewaltig die Behandlungskosten nach oben gedrückt. Nun soll gegengesteuert werden – nur noch dienstags, mittwochs und samstags sollen Gastronomen eine Bier-Ausschank-Genehmigung erhalten. Fällt ein Feiertag auf diese drei Tage, können am darauf folgenden Wochentag der Ausschank nachgeholt werden. Das Landeskabinett, so steht es in der geheimen Vorlage, die ich habe, soll bereits am morgigen Dienstag bei einer Außensitzung des Kabinetts in Warstein den Beschluss fällen.
Aber bitte, bitte, nicht weitersagen. Das ist nur für Dich, Ruhrbaron, nur für Dich…. :-))))

HorstNRW
HorstNRW
11 Jahre zuvor

Das kann kein April-Scherz sein. Bütikofer und Rezzo werden die vegane Bewegung anführen.

Erdgeruch
Erdgeruch
11 Jahre zuvor

Noch lacht Stefan Laurin.

Der Wahrsager
Der Wahrsager
11 Jahre zuvor

Bin ich humorlos, wenn ich die Grünen doof, diesen Aprilscherz aber trotzdem nicht lustig finde? Ein einfaches Ja oder Nein reicht.

Jan
Jan
11 Jahre zuvor

@ Wahrsager: Ja.

Thorsten Stumm
Thorsten Stumm
11 Jahre zuvor

@Wahrsager
Nein, prophetische Aussagen sind immer humorlos. Und seit Kassandra nie scherzhaft gemeint. Maximal schelmisch….wenn man böses dabei denkt….

Sören
Sören
11 Jahre zuvor

Die Grünen Strippenzieher haben uns in der Hand. Sie sind einfach überall. Sogar das Fernsehen kontrollieren sie schon. Sie werden uns alle Umprogrammiere. Aaaag

jeriari
jeriari
11 Jahre zuvor

Tja, ein Aprilscherz, der mir im Halse steckenbleibt ( nichts gegen Vegetarier oder Veganer- finde ich gut). Bei der z. Zt. zu beobachtenden Gängelung des Bürgers durch den Staat, die generell durch das Vorschieben durchaus lobenswerter Absichten erfolgt, war ich zu meiner eigenen Überraschung gar nicht erstaunt, diesen Artikel zu lesen. Was kommt als nächstes? Bin ich bereits so abgestumpft gegenüber Eingriffen in meine privatesten Bereiche, bei denen ich früher auf die Strasse ging? Augen auf……

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

Nach neuesten Meldungen haben sich die Grünen um den Parteieintritt des noch amtierenden New Yorker Bürgermeisters Bloomberg bemüht. Sie sind angetan von den Gesundheitsbemühungen Bloombergs, der die New Yorker fast gänzlich vom Salz-, Zucker-, Tabak- und Fast-Food-Genuß geheilt hat (natürlich mit ein bißchen Bevormundung). Man ärgert sich schon länger bei den Grünen darüber, dass es hier in Deutschland an solchen umfassenden Gesundheitsmissionaren mangelt. Das Vermögen des Herrn Bloomberg stand dem Beitrittsangebot der Brünen allerdings nicht im Wege….

Arnold Voß
Arnold Voß
11 Jahre zuvor

Hört und seht was Gollum dazu sagt (leider mit kurzer Reklame davor) :

Klabauterpferd
Klabauterpferd
11 Jahre zuvor

Aprilscherz oder nicht – bei den Tofutaliban ist das schwer zu sagen.

Wer diese Launen der Natur schon live erleben konnte, weiß, dass keine Drogenhalluzination zu bizarr sein kann, um nicht irgendwie bei der Gesinnungsgestapo ins Parteiprogramm zu wandern.

Bald auch wieder voll im Trend: Lagerhaft für Regimekritiker.

Früher erschossen sich Versager in ihrem Bunker, heute dürfen sie ihre Psychosen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vorführen.

Karsten
Karsten
11 Jahre zuvor

Ich habe gehört, die Grünen planen etwas noch perfideres. Sie wollen Fleischprodukte sporadisch vergiften. Das wird dann an die Medien gestreut und alle haben nun Angst, dass sie beim nächsten Biss in die Frikadelle sterben müssen. Denn ein Gegengift gibt es nicht. Besonders die Erzeugung der Angst spielt die größte Rolle. Ganz viele Menschen werden bei den Grünen eintreten und ihnen Geld spenden, damit sie damit aufhören. Mit dem Geld ist bereits (von mir) geplant eine bewaffnete Tierarmee aufzustellen, die dann auf großen Rachefeldzug gehen. Angeführt von Claudia Roth als maxima lider wird sie die Meute zuerst in den Ruhrpott schicken!

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

…aber mal Spaß beiseite – Lebensmittelkarten für Fleisch sind nicht nur ein April-Scherz:
sogenannte ernsthafte „Wissenschaftler“ aus Australien haben sich darüber schon Gedanken gemacht – Nahrungmittelrationierungen als Lösung für Übergewichtsprobleme.
Ihre Ideen – unter anderem:
„Hersteller sollen Warnhinweise auf ausgewählten Lebensmitteln und Getränken anbringen“
und als Krönung:
„Rationierung der Beschaffung von ausgewählten Nahrungsmitteln“

Na, wenn das den Grünen zu Ohren kommt….

https://theconversation.com/the-obesity-epidemic-too-much-food-for-thought-7969

KClemens
KClemens
11 Jahre zuvor

Netter Aprilscherz.

Dumm nur, daß man bei den Grünen nicht sicher sein kann, basierend auf einem April-1-Scherz so etwas tatsächlich in politische Resultate münden zu lassen.

Grabotki
Grabotki
11 Jahre zuvor

Klasse, gerade an Frikadellenrezepten wird nichts geändert

Ulrike Märkel
Ulrike Märkel
11 Jahre zuvor

Mein Tip: Bayrischer Krustenschweinsbraten

2 kg Schweinebraten aus der Schulter mit dicker Schwarte
1 EL Schweineschmalz
250 ml Wasser
1 Knoblauchzehe(n)
2 EL Butter, weiche
1 TL gehackter Kümmel
Salz und Pfeffer
1/2 l dunkles Bier (ich empfehle unbedingt Ettaler Kloster Dunkel zu nehmen!)

Zubereitung: Arbeitszeit ca. 30 Min., Kalorien: keine Angabe

Das Fleisch waschen und trocken tupfen und anschliessend die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig (keinesfalls Karos!) einschneiden. Braten von allen Seiten gut mit Salz und Pfeffer einreiben.
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen und in der Pfanne das Schweineschmalz erhitzen. Schweinebraten mit der Schwarte nach unten hineinlegen und anbraten – dann mit 250 ml Wasser übergießen. Mindestens 15 Minuten bei 220 Grad braten. Dann die Temperatur auf 180 Grad reduzieren, das Fleisch herumdrehen und weitere 2 Stunden braten. Dabei ab und zu mit heißem Wasser angießen, damit genug Soße entsteht und nix anbrennt. Die Knoblauchzehe schälen und hacken und mit 2 EL weicher Butter und dem Kümmel vermischen. 30 Minuten vor Ende der Bratzeit die Kruste damit dick bestreichen. Die letzten 20 Minuten den Ofen auf Oberhitze stellen und den Braten mit mindestens 1/2 Liter dunklem Bier begießen. Semmelknödel oder Kartoffelknödel und Blaukraut dazu reichen. An Guatn!

P.S: Der Test hat ergeben: Mit Biofleisch schmeckts am Besten 🙂

Stefan Laurin
Admin
11 Jahre zuvor
Reply to  Ulrike Märkel

@Ulrike: Kein Lorbeer?

Ulrike Märkel
Ulrike Märkel
11 Jahre zuvor

Nein, nur als Kranz für den Kopf – wenn’s gelungen ist!

Logermann
Logermann
11 Jahre zuvor

Ulrike ’19: Endlich mal ein leckeres und brauchbares Rezept in dieser Schießbude!

KClemens
KClemens
11 Jahre zuvor

@ Nansy #16,

fehlt nur noch, daß man in einem Abwasch das arbeitsscheue Gesindel mit Schwung zur Arbeit verpflichtet. Setzt man dann die bekanntermaßen und nachgewiesenen fetten Hartz4-ler auf Wassersuppe, bringt uns das richtig nach vorne.

Manchmal frage ich mich, ob solche „Wissenschaftler“ und „Experten“ und natürlich auch „*_Innen“, am Trauma der späten Geburt leiden und sich Ihre Expertise aus alten Dokumenten Nazideutschlands holen.

Sören
Sören
11 Jahre zuvor

Ziemlich gruselig was dieser April Scherz an Ressentiements unter Ruhrbaronen-Leser*innen frei legt.

Nicht das ich die Grünen toll finden würde aber wo dieser Hass her kommt kann ich nicht nach vollziehen.
Kommentar 14# liest sich wie die üblichen PI-News Kommentare. Feindbild: „Gutmenschen“ und Islam.
Und dann schön mit Nazis vergleichen um deren Verbrechen zu relativieren.
Aber was das schlimmste ist. Hier scheint das niemanden zu stören. Da wird sich lieber weiter über grüne „Volkserzieher“ aufgeregt denen man ja alles zu trauen würde. Merkt ihr noch was?

Für die Verteidigung von Schnitzel und Glimmstengel ist man hier offenbar zu jeder Querfront bereit.

Thorsten Stumm
Thorsten Stumm
11 Jahre zuvor

@Sören
Also den Grünen ist im Bezug auf Verbote und Volkserziehung nun wirklich alles zuzutrauen. Und auf die fachistischen Wurzeln einer naturnahen Autarkie-Politik hinzuweisen, ist vielleicht politisch nicht korrekt aber trotzdem wahr.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@Sören, du hast ja so recht. Es ist wirklich ziemlich gruselig, auf welche politischen Ziele sich die Grünen stützen.
Und Schnitzel und Glimmstengel sind nur ein kleiner Teil der grünen Bevormundungspolitik, da fallen mir spontan noch diese „Ideen“ der grünen Volkserzieher ein:

Verbot von Motorrollern, Verbot von Plastiktüten und Heizpilzen, Verbot von Süßigkeitenwerbung, Autowerbung, Zigarettenwerbung, verkaufsoffenen Sonntagen, Verbot von Billigflügen, Verbot von Ponyreiten, Verbot von Wildtieren im Zirkus, Wochenendfahrverbot, u.s.w.
Zum unfreiwilligen Veggie-Day fällt den Grünen dann noch folgende selbsterklärende Formulierung ein: „Die Ernährungssicherung ist eine politische Aufgabe und nicht allein ins Private abzuschieben…“
Was wir also privat essen, liegt nicht in unserer Entscheidungfreiheit, das muss dann wohl demnach die grüne Politik für uns entscheiden.

Muss man das noch näher erklären? Verbotspolitik und Nanny-State sind die Ziele der Grünen.

Also Sören, ich weiß auch nicht woher die Abneigung gegen die Grünen herkommt, muss sich wohl um eine Verschwörung handeln…. 😉

Harald
Harald
11 Jahre zuvor

Ne andere Idee. Zur Gesundheitsreform. Jeder der in einem Gebiet mit starker Feinstaubbelastung wohnt, muss demnächst höhere Kassenbeiträge zahlen. Da (das ja logisch) sein Risiko zu erkranken ja höher ist als das der Anderen. Und wer nicht umzieht, zeigt nicht genügend „Eigeninitiative“ und liegt der Geselschaft ja nur auf der Tasche. 😉

Aprilscherz oder nicht, von solchen Verhältnissen ist man hier nicht mehr weit weg.

Arnold Voß
Arnold Voß
11 Jahre zuvor

Darf ich darauf hinweisen, dass die Grünen eine Partei sind die man, wie jede andere Partei in einer Demokratie, wählen oder auch nicht wählen kann. Volksererzieher die man (ab)wählen kann sind aber keine Volkserzieher bzw. können sie es nur werden, wenn sie in einer Demokratie die absolute Mehrheit erreichen könn(t)en.

Dann aber wäre die Mehrheit der Wähler mit dieser Volkserziehung einverstanden, was wiederum nichts anderes heißt als das dann die Wähler selbst die eigentlichen Volkserzieher sind und die Grüne Partei nicht mehr und nicht weniger als ihr Erfüllungsgehilfe sein würde.

Die Grünen scheinen mir also nur ein Ersatzfeind in dieser Debatte zu sein. Eine Projektionsfläche hinter der eine gesellschaftliche Tendenz steht, deren Ausdruck sie zwar darstellen, deren Ursache sie aber keineswegs sind.

Es wäre jenseits diese herrlich sarkastischen Aprilscherzartikels und der ebenso sarkastischen Reaktionen also sinnvoll mal tiefer in die gesellschaftlichen Hintergründe einzudringen, die speziell in Deutschland in den letzten Jahren eine solche Tendenz ermöglicht und publizistisch erstaunlich erfolgreich gemacht haben.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@Arnold Voß #28

So ganz kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen.

Natürlich kann man die Grünen wählen oder auch nicht wählen – da sie aber (wie auch die FDP) in einer Koalition stets nur der kleine „Partner“ sind, ist das keine Frage von Mehrheiten durch Wählerstimmen. Im Gegenteil, wie wir bei Rot/Grün ja schon mehrfach erleben durften, wackelt hier der grüne Schwanz mit dem roten Hund! Auch wenn die SPD nicht ohne Tendenzen zur Volkserziehung ist, im Interesse des Machterhaltes macht sie fast jeden Verbotsunfug der Grünen mit.

Dass die Menschen heutzutage oft genug bereit sind, ihre Freiheit für eine vermeintliche Sicherheit zu opfern, darüber ist ja nun schon häufig geschrieben worden (dazu gehören auch die ständig verschärften Sicherheitsgesetze). Auch die Vorstellung von der absoluten Gesundheit, bei der manche Menschen vergessen, dass es diese absoluten Gesundheit gar nicht geben kann, gehört dazu. Man schränkt sich selber ein, in der Hoffnung auf ein paar gewonnene Lebensjahre, und vergisst dabei selbst zu Leben.

Es scheint manchen Menschen ein unwiderstehliches Bedürfnis zu sein, ihren Mitmenschen beizubringen, wie sie zu leben haben. Dieses Bedürfnis kann sich bis zum missionarischen Eifer steigern. Es geht dann nicht mehr nur darum, die Mitmenschen mit sachlichen, logischen Argumenten zu überzeugen, in der Hoffnung, dass sich die Mitmenschen diese Argumente zu eigen machen und ihr Verhalten ändern, sondern sie durch Druck zu Verhaltensänderungen zu zwingen.
Dieser Druck kann verschiedene Formen und Steigerungsstufen aufweisen: finanzielle Massnahmen (Steuern = „Strafsteuern“), soziale Ächtung und Diffamierung, oder Gesetze, die das Verhalten einschränken oder ganz verbieten.

Der New Yorker Bürgermeister Bloomberg ist ein typischer Vertreter für Nanny-State und Volkserziehung: Verbote, Verbote bis hin Zwangskursen in Krankenhäusern für Mütter, damit sie ihren Kindern die Brust geben.

In Deutschland sind die Grünen die politischen Vertreter dieser Geisteshaltung – dabei ist es nebensächlich, ob sie mehr Ursache oder mehr Verstärker dieser Tendenzen zur Volkserziehung sind. Um das Beispiel mal auf die Spitze zu treiben: Wenn immer mehr Menschen die Todesstrafe für Verbrecher fordern, müssen sich demokratische Parteien nicht zwangsläufig zum Sprachrohr dieser Strömung machen.

Wenn ich Ihre Formulierung aufgreifen darf: die Grünen sind nicht der Ersatzfeind dieser Debatte, sie sind der Feind eines eigenverantwortlichen Lebens…

KClemens
KClemens
11 Jahre zuvor

@Arnold Voß #28,

Interessant ist auch die Tatsache, daß die Grünen zwar ganz beachtliche Wahlerfolge erzielen konnten, jedoch vom selbstverkündeten Mantra, man sei eine „Volkspartei“, weit entfernt sind.

Manfred Güllner hat das in seinem Buch „Die Grünen“ recht anschaulich dargelegt, in dem er anhand von Daten aus Umfragen belegen kann, daß z.B. die dringenden Anliegen der Grünen sich nicht in den Themen wiederspiegeln, die die Menschen mehrheitlich bewegen.

Und wie man nicht nur hier, sondern auch in anderen Foren oder Blogs im Internet nachlesen kann, ist auch die Mehrheit der Foristen durchaus der Meinung sind, die Grünen neigten zu undemokratischen Verhalten und Nanny-Politik.

Im krassen Gegensatz dazu die Mehrheit der „veröffentlichten“ Meinung, primär in den GEZ-Medien und weiteren Flaggschiffen wie Spiegel, SPON, SZ, etc. pp.

Da kann es dann schon vorkommen, daß im ÖR plötzlich 16.000 Tote durch Fukushima verursacht wurden.

Je länger ich über die Grünen und deren Ausgangsbasis nachdenke, umso mehr bin ich der Überzeugung daß es niemals darum ging den „Muff von 1000 Jahren unter den Talaren“ zu beseitigen, sondern ohne jedwede Anstrengung und mit hohem leistungslosem Einkommen sich selbst in die Schar der Talarträger einzureihen.

Arnold Voß
Arnold Voß
11 Jahre zuvor

@ Nansy @ KClemens

„Um das Beispiel mal auf die Spitze zu treiben: Wenn immer mehr Menschen die Todesstrafe für Verbrecher fordern, müssen sich demokratische Parteien nicht zwangsläufig zum Sprachrohr dieser Strömung machen.“

Das genau würden aber weder Bloomberg in New York noch die Grünen in Deutschland je tun, und deswegen hinkt dieses Beispiel. Gesundheit ist dagegen ein ideologisch erstmal sehr unverdächtiges Feld um sich zum Sprachrohr zu machen, ja sogar die treibende politische Kraft auf diesem Feld zu werden.

Wer wollte denn dem Ziel eines gesunden Lebens grundsätzlich widersprechen. Diese Ziel ist quasi aus sich selbst gut, weil es dagegen kein sachliches Gegenargument geben kann, es sei denn die Wissenschaft würde z.B. eindeutig nachweisen können, dass Rauchen keinen Krebs verursacht.

Das Freiheit auch und gerade bedeutet, dass man sich wissentlich ungesund verhält, bzw. den Wert der Gesundheit gegenüber anderen Werten und/oder Lebensqualitäten relativiert, ist dagegen für viele Menschen nur schwer nachzuvollziehen.

Das Überlegenheitsgefühl der Gesundheitsapostel liegt also nicht unbedingt in einem strukturellen Hang zur Volkserziehung sondern ist dem Thema selbst inhärent. Zugleich lässt sich mit ihm eine bestimme Wählerklientel binden, die anscheinend in Deutschland immer größer wird.

Wenn Gesundheit dann noch mit bio und bio mit klimaschonend gleichgesetzt wird ergibt sich ein sich gegenseitig verstärkendes Mobilsierungscluster, dass es so historisch noch nie gegeben hat und das zugleich, zumindest in Deutschland, nur die Grünen authentisch an sich binden können.

Das und nicht der strukturelle Hang zur Volkserziehung scheint mir der Hauptgrund zu sein, dass sich bei den Grünen die Politiker immer mehr durchsetzen, die von der überzeugungsorientierten Gesundheitsvorsorge zum Lebensstilver- oder -gebot überwechseln und dafür auch noch mehrheitlich beklatscht werden.

Der Hauptgrund für dieses Medien-Bravo und der diesbezüglich immer aggressiver werdenden Volksmeinung scheint mir eine in Deutschland tiefsitzende Verbotskultur zu sein, die sich trotz der 68/Kulturevolution anscheinend nicht gänzlich verflüchtigt hat, ja über das ideologisch neutral erscheinende Thema Gesundheit sogar eine Revival erlebt, dass ironischer Weise auch von vielen Alt68gern mitgetragen wird.

In den USA liegen die Gründe wohl mehr in einer Wiederkehr des Puritanismus und dem völlig überteuerten mehrheitlich privaten Gesundheitssystem. Letzteres zwingt die nordamerikanischen Durchschnittsverdiener schon lange bei Strafe ihres ökonomischen Fastuntergangs dazu, wenn irgendwie möglich erst gar nicht ernsthaft krank zu werden.Fitness- und Gesundheitswahn wurden so zum unhintefragten Lebensstil der Mehrheit der Mittelschicht und vor allem der sozialen und ökonomischen Aufsteiger.

Thorsten Stumm
Thorsten Stumm
11 Jahre zuvor

@KClemens

hierzu ein schöner Beitrag von Spiegel TV

https://www.spiegel.tv/-/filme/unter-linken-jan-fleischhauer/

KClemens
KClemens
11 Jahre zuvor

@Adrian Voß #31

Es geht den Staat absolut nichts an, was jeder einzelne „Volkskörper“ zu seinem Schaden oder Nutzen veranstaltet.

Der Staat, bzw. dessen Organe haben die Rahmenbedingungen lt. GG zur Verfügung zu stellen, bzw. dafür zu sorgen, daß diese im Rahmen des GG funktionieren.

Und gerne wird von Foristen darauf verwiesen, daß man alles machen könne, was man wolle, solange andere dadurch nicht geschädigt werden und verweisen flugs aufs GG um die Richtigkeit und Wichtigkeit der Aussage zu untermauern.

Dumm nur, daß das GG aber das Verhältnis zwischen Staat, bzw. seinen Organen und den Bürgern regelt.

Insofern kann hier durchaus eine Mehrheit für die Todesstrafe sein, sie widerspricht dem GG und hätte somit keine Chance. Außer man änderte das GG.

Es geht weder Herrn Bloomberg noch die Grünen an, was Joe und Annemarie essen, trinken oder rauchen. Und was die vermutete Mehrheit Ihrerseits bzgl. der Zustimmung zu Verboten betrifft, betrifft es nur die Mehrheit in der „veröffentlichten“ Meinung.

Also das, was man im ÖR und einigen Leitmedien zu lesen bekommt. Und das sind in der Regel Horrormeldungen. Wie z.B. vorgestern die Meldung, daß jeder Deutsche statistisch 137 Liter Alkohol pro Jahr konsumiere.

Ich habe nicht gesehen, daß man diese Meldung mal sachgerecht aufbereitet hat. Erstens handelt es sich um 137 Liter alkoholische Getränke. Teilt man diese 137 Liter durch 365 Tage, ergibt sich rechnerisch die Menge von 0.375 Liter.

Und das ist etwas mehr als in ein Kölschglas reinpasst.

Damit macht man aber keine Schlagzeilen und erst recht keine weiteren Fördergelder locker.

Ich darf Ihnen das Buch von Güllner wirklich ans Herz legen. Wenn Sie das Geld selbst nicht ausgeben wollen, lassen Sie sich halt einfach damit beschenken oder leihen Sie aus.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@Arnold Voß #31

Mein Beispiel – auf die Spitze getrieben – mit der Forderung nach der Todesstrafe, bezog sich auch nur auf ihr Argument, dass „die Wähler selbst die eigentlichen Volkserzieher sind und die Grüne Partei nicht mehr und nicht weniger als ihr Erfüllungsgehilfe sein würde“.
Nochmal, es ist keine Entschuldigung für eine Partei, wenn sie jeder extremen Strömung der Wähler „nachläuft“ – was aber im Fall der Grünen so auch nicht zutrifft, da sie diese den Trend selber anheizen.

Der Volkserzieher Bloomberg in New York geht inzwischen selbst vielen gesundheitsverliebten Landsleuten nur noch auf die Nerven, nachdem sie gemerkt haben, wie dieser Zwangsbeglücker funktioniert. Typische Aussage von Bloomberg zu seinen Gesundheitszwangsmaßnahmen: Wenn ich mit der einen Sache fertig bin, fange ich sofort mit der Nächsten an…“
Ich empfehle hierzu ein Interview mit Jeremy Irons: „It´s the Nanny State“
https://dickpuddlecote.blogspot.de/2013/04/jeremy-irons-its-nanny-state-it-is.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+DickPuddlecote+(Dick+Puddlecote)

Zitat: „Wer wollte denn dem Ziel eines gesunden Lebens grundsätzlich widersprechen. Diese Ziel ist quasi aus sich selbst gut, weil es dagegen kein sachliches Gegenargument geben kann,..“
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Manfred Lütz dazu: „Wir leben in der Epoche der Gesundheitsreligion. Alle Riten der Altreligionen sind inzwischen ins Gesundheitswesen übergegangen….“
https://www.welt.de/wams_print/article988310/Der-Gesundheitswahn-verdirbt-uns-das-Leben.html

Interessant ist dazu ist auch die Definition von Gesundheit durch die Weltgesundheitsorganisation. Die Gesundheit des Menschen ist laut WHO ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Was heißt vollständiges Wohlbefinden? Wer würde von sich behaupten, sich vollkommen wohl zu fühlen? Sozusagen total gesund zu sein? Und ist man tatsächlich bereits krank, wenn man sich nicht 100%ig gesund fühlt? Gesundheit ist nichts Absolutes. Es gibt keine totale Gesundheit, es sei denn, jeder Mensch wäre mehr oder weniger krank. Die traditionelle Definition von Gesundheit wird hier ersetzt durch eine moderne, extensive Form des allgemeinen Wohlbefindens. Diese Neukonzeption der Gesundheit erlaubt dem Staat, einen viel stärkeren und direkteren Eingriff in die Persönlichkeitssphäre seiner Bürger, von denen er immer weniger toleriert, dass sie sich außerhalb der von Experten aufgestellten Normen bewegen.

Gesundheit ist inzwischen kein ideologisch unverdächtiges Feld mehr.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@KClemens:

Da Sie die Meldung, daß jeder Deutsche statistisch 137 Liter Alkohol pro Jahr konsumiere, ansprechen:
Ich empfehle zum Thema Alkohol diesen schönen Beitrag:

https://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/000909

KClemens
KClemens
11 Jahre zuvor

danke für den Link. Aber sowohl dieser Artikel wie auch der Autor sind mir wohlbekannt….

🙂

Arnold Voß
Arnold Voß
11 Jahre zuvor

@ Nansy

Danke für den Link mit Jeremy Irons. Ich kenne die Situation in New York sehr gut und er spricht mir aus der Seele, obwohl ich Nichtraucher bin.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

Kleiner Nachtrag: Auch sehr schön….

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