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Grüne Duisburg sorgen sich um die Ruhrbarone

Die Grünen Duisburg machen sich Sorgen. Wegen uns. Brauchen sie nicht.

Matthias Schneider, der Sprecher der Grünen in Duisburg, ist schockiert: Über das Antisemitische-Flugblatt auf dem Server der Duisburger Linkspartei. Er verlangt Aufklärung, was immer gut ist, will aber natürlich keine Kosnequenzen ziehen. Eine mögliche Konsequenz wäre die Auflösung der Koalition seiner Partei mit der Fraktion der Linkspartei im Duisburger Rat. Und zwar nicht nur wegen dem Flugblatt. Hermann Dierkes, der Fraktionsvorsitzende der Linke im Rat hat mehrmals zum Israel-Boykott aufgerufen. Schneider scheint das egal zu sein. Sorgen macht er sich hingegen in einer Pressemitteilung über uns:

„Sorgen machen uns allerdings auch über die Methoden des Internet-Blogs ruhrbarone.de, der das Ganze aufgedeckt hatte“, so Schneider. „Warum hat man von dort nicht bei der Linkspartei nachgefragt? Und

warum haben sie große Teile des Hetzblattes selbst verbreitet?“ Nach Meinung der Grünen werde deutlich, dass hektischer Internet-Journalismus auch seine Grenzen habe.

Es gab für uns keinen Grund bei der Linkspartei nachzufragen. Wir hatten nach dem Hinweis eines Lesers das Dokument gefunden, es lag eindeutig auf der Site der Linkspartei. Uns war klar, dass wir die Geschichte  sofort  veröffentlichen und die Beweise sichern mussten. Auch um die Linkspartei daran zu hindern, den Vorfall zu vertuschen.

Wir haben auch kein „Hetzblatt“ verbreitet. Wir haben Hetze dokumentiert. Das nennt sich dann Aufklärung und gehört zu unserer Arbeit. Herrn Schneiders Berufung scheint eher das Werfen von Nebelkerzen zu sein. Wenn es für mehr nicht reicht – sein Problem.

Und an die Grenzen eines angeblich hektischen Internetjournalismus sind wir auch nicht gestossen. Wir haben das Stück mehrmals aktualisiert und gestern eine Zusammenfassung geliefert, in der auch die Reaktionen der Linkspartei vorkamen. Sorgen machen sollten sich hingegen die Wähler und Mitglieder der Grünen in Duisburg. Die Grünen sind dort  einer Koalition mit einer Fraktion und einem Kreisverband der Linkspartei, der seit Jahren durch antisemitische Politik auffällt.

Aber wundert mich die Mitteilung von Schneider? Nein, die froschfarbenen Totalausfälle in Duisburg haben auch Duisburgs OB Adolf Sauerland nach der Loveparade gestützt und ein Abwahlverfahren im Rat verhindert. Diesem Kreisverband und seiner Fraktion ekelt es eben vor nichts.

Um es klar zu sagen: Ich kenne viele Kreisverbände und Fraktionen der Grünen, die eine gute Arbeit machen. Mit engagierten und klugen und wenn es sein muss auch mutigen Menschen.  Die mitgeholfen haben, Umweltskandale wie Envio aufzudecken, auch wenn es für sie selbst riskant zu werden drohte. Die sich für andere einsetzen, die ehrlich sind. Die Duisburger Grünen haben mit diesen Männern und Frauen ausser dem Parteibuch nicht viel gemein.

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49 Kommentare zu “Grüne Duisburg sorgen sich um die Ruhrbarone

  • #1
    Christian

    „Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht“. (Kurt Tucholsky)

  • #2
    Heinz Ketschup Schleuser

    Unglaublich, damit stellt sich der Grüne aus Duisburg in eine Reihe mit Journalistenbeschimpfern wie Kiesinger, Strauß oder Nixons unsäglichem Vize Agnew: Schuld am Skandal sind also immer die ihn aufdeckenden bösen Journalisten. Aha, sehr durchtrieben. Sollte der Grüne bei dieser perversen Logik bleiben, sollten ihn die NRW-Grünen um Rücktritt bitten…

    Den Baronen gebührt großes Lob für die Aufdeckung des verlinkten Flyers.

  • #3
  • #4
    mehrdad

    shame on you…die grünen sind echt wie eine wassermelone..aussen grün, innen dunkelrot und mit braune kerne.

    man stelle sich vor:

    ruhrbarone hätte ein hetzblatt auf der seite der NPD entlarvt. würden die grünen, die ihre mutter verkaufen, um an die macht zu kommen, ebenfalls sich ärgern und fragen, warum die ruhrbarone nicht die sache klammheimlich und ohne veröffentlichung mit der NPD zusammen geregelt hätte?

    nein. nur weil es um die rotfront geht, bei der die grünen fleissig mitmischen, ärgert man sich über die boten und nicht über die botschaft. würde es sich nicht um die SED sondern um die NPD handeln, wären die grünen sicherlich voll des lobes für die ruhrbarone.

    sorry, aber wer grün wählt, wählt heutzutage dunkelrot.

    und ein ganz dickes lob an das „ruhrbarone“ team. das internet ist wirklich ein alptraum für demokratiefeinde, die am liebsten alles vertuschen und verschleiern wollen.

  • #5
    Hardy Prothmann

    Guten Tag!

    Ich glaube, es hackt!

    „Hektischer Internetjournalismus?“, „Grenzen?“

    Fordert dieser Herr Matthias Schneider auch von anderen Medien, dass man bei Rechtsradikalen erstmal nachfragt, wie denn die Hakenkreuzbinde auf den Arm gekommen ist und wie man das mit dem „Ausländer raus“ denn gemeint haben könnte? Ob das aus „Unachtsamkeit“ oder aus „Vorsatz“ geschehen ist?

    „Es dürfe nicht sein, dass solches Material durch Unachtsamkeit oder Vorsatz einzelner Mitglieder verbreitet werde“, sagt Herr Schneider.

    Steht da wirklich „Unachtsamkeit“? Und „es dürfe nicht sein“

    Vielleicht sollte der gute Mann mal ins Strafgesetzbuch schauen?

    Ganz unabhängig von der absolut einwandfreien Berichterstattung hier bei ruhrbarone.de ist jeder Bürger verpflichtet, eine solche mutmaßliche Straftat umgehend zur Anzeige zu bringen.

    Und meint der Vorstand der Duisburger Grünen den Satz tatsächlich ernst: „Und warum haben sie große Teile des Hetzblattes selbst verbreitet?“

    Der Kollege Laurin wäre nicht schlecht beraten, wenn er diesen dummdreisten Satz abmahnen lassen würde. Zur Dokumentation der verformten Vorstellungen von Journalismus beim Duisburger Grünen-Vorstand.

    „Eine Qualitätskontrolle für die im Internet zugänglichen Inhalte, Dokument für Dokument, sei unabdingbar“, steht in der Pressemitteilung der Grünen weiter.

    Wie ist das gemeint? Was wird hier gefordert? Und Super-Zensur-Behörde? Oder einfach nur dummer Blödsinn?

    Wenn sich Herr Schneider schon „Sorgen macht“, dann sollte er in einen Spiegel schauen und sich ernsthaft fragen, ob er noch alle Sinne beisammen hat.

    Und falls ihm das gelingen sollte, wäre eine kurze Entschuldigung beim Kollegen Laurin angebracht und ein einfaches „Danke für die Aufklärung“.

    Bin schon auf das nächste Kapitel gespannt. Das scheint Pfeffer drin zu sein.

    Beste Grüße
    Hardy Prothmann

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  • #7
    Mao aus Duisburg

    Auweia. Da machen sich aber die Grünen in Duisburg zum Verteidiger der Linkspartei. Das dürfte den Grünen in der Landesregierung aber so gar nicht passen, denn das Verhalten der Grünen gegenüber investigativem Journalismus ist eines unserer Verfassungsgrundsätze. Dass ein Grüner Kreisverband nun ein verfassungsrechtlich verankertes Grundrecht in Frage stellt, müsste jetzt die Landesregierung und auch die Landtagsfraktion auf den Plan rufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Fraktionschef Priggen oder der Parteichef Lehmann das Verhalten der Duisburger Grünen goutieren werden….

  • #8
    Tamlin

    Nicht beschweren, dass der Internetjournalismus als ‚hektisch‘ hingestellt wird, sondern sich mal ein paar Minuten Zeit lassen, bevor man ‚Senden‘ klickt… Dann würde man merken, dass aus der Linkspartei eine Kinkspartei geworden ist, und die Linken sind in meinen Augen alles, aber nicht kinky 😉

    Aber das kann im schnelllebigen Internet natürlich mal passieren…

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Tamlin: Kinkspartei – blöder Fehler. Danke für den Hinweis. Peinlich. Vor allem wo ich die Kinks wirklich mag.

  • #10
    Henning

    da ist wohl jemandem vom andauernden Umfragehoch etwas schwindelig geworden. Wars ein partieller Blackout oder sollten die Grüns doch tatsächlich auch nur eine Partei wie alle anderen sein? Auch das Gutmenschentum stößt offenbar manchmal an seine Grenzen!

    grüße aus der Hauptstadt an die Ruhr
    Henning

  • #11
  • #12
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Uli @Mao: ich bin auch gespannt, ob es eine Reaktion auf den Text der Duisburger Grünen gibt. Warten wir es ab.

  • #13
    Detlef Obens

    Die Anti-Semitismus-Debatte hinsichtlich der Linken in NRW, und darüber hinaus, geht weiter: Mittlerweile zieht es Kreise.

    Auf Facebook gibt es eine Gruppe „Stoppt den BAK Shalom“. Ein Who is Who der Linkspartei. Auf dieser Facebook-Seite kann man u.a. am 25.3.2011 folgendes lesen:

    „Chris Sedlmair (schreibt dort): Liste von Zionisten in der Linken… Danke, liebe Zionsanbeter, jetzt wissen wir wo die Feinde des Friedens in der Partei sind…“

    Viele bekannte Linke finden sich dort unter den Anhängern.

    Die Solinger Zeitung brachte bereits heute einen Artikel hierzu heraus:

    http://www.solinger-tageblatt.de/Home/Solingen/Antisemitische-Stroemungen-in-der-Linkspartei-1df814e3-1eca-420d-b12b-bf0567932b0a-ds

    Die Duisburger Koalition aus SPD-Grünen-und Linken darf sich Fragen gefallen lassen müssen!

  • #14
    NDM

    Ich würde sagen, einige *Reaktionen* waren und sind hektisch – und zwar Zweierlei Art.

    Einerseits von Leuten, die in der Linkspartei die Nachfolgepartei der NSDAP sehen wollen,

    andererseits von Leuten, die – überspitzt formuliert – tatsächlich in strukturantisemitischer Art an eine „Schmutzkampagne“ glauben, die den „antifaschistischen Kampf der Arbeiterklasse gegen den Vorposten des faschistischen, internationalen und imperialistischen Kapitals, namentlich Israel“ schwächen wollen, und als Urheber des Pamphlets schonmal vorsorglich den Mossad verdächtigen, dem sie ja alles zutrauen.

    Gut, das ist beides stark übertrieben dargestellt, aber zeigt in die beiden Richtungen, die ich meine.

    Aber nicht die Berichterstattung hier beim RB ist hysterisch. Die ist lediglich aktuell.

    Und warum sollte man nachfragen? Man hat doch Hohmann, Möllemann, Groth, Höger usw. auch nicht erst gefragt, ob sie es wirklich so gemeint haben, wie es von ihnen vernommen werden konnte. Warum sollte es ausgerechnet bei der Duisburger Linkspartei anders laufen? Das einzige, was man in allen Fällen nicht tun sollte ist, die jeweiligen Parteien in toto zu antisemitischen Parteien zu erklären. Anmerkenswert ist jedoch, dass sie alle ihr jeweils eigenes Biotop pflegen, in dem sich Kollektivismen, und dem logisch folgend auch Hass und Ablehnung, wohl fühlen und entfalten können. Und diese problematischen Biotope sollte man schon deutlich dokumentieren und kenntlich machen.

  • #15
  • #16
    Matthias Schneider, Duisburg

    Hallo Herr Laurin,

    erst einmal zur Klarstellung Ihrer Behauptung zur versuchten Abwahl des Duisburger OB damals. Sie behaupten oben:
    Aber wundert mich die Mitteilung von Schneider? Nein, die froschfarbenen Totalausfälle in Duisburg haben auch Duisburgs OB Adolf Sauerland nach der Loveparade gestützt und ein Abwahlverfahren im Rat verhindert. Diesem Kreisverband und seiner Fraktion ekelt es eben vor nichts.
    Auch das ist nicht korrekt. Die grünen Mitglieder haben für die Abwahl gestimmt (3) oder haben entschuldigt gefehlt (3).
    Dies läßt sich leicht hier:
    http://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/to0040.php?__ksinr=20049879
    nachlesen. Insofern haben wir weder den OB gestützt, noch seine Abwahl verhindert. Wer verhindert hat, das war die CDU mit all ihren Stimmen.
    Der Kreisverband der Grünen in Duisburg hat hingegen den OB mehrfach zum Rücktritt aufgefordert und tut dies auch heute noch. Diese Entscheidung wurde durch die Mitgliederversammlung der Duisburger Grünen ausdrücklich bestätigt.
    Auch das läßt sich alles auf unserer Web Site nachlesen.

    Matthias Schneider, Grüne Dusburg

  • #17
    Christian Spließ

    Gerade mal die Facebook-Gruppe angeschaut bzw. die Diskussions-Seite. (Also das, was man auch öffentlich einsehen kann, wenn man nicht den Button angeklickt hat.) Falls jemand immer noch der Meinung ist, es gebe kein Problem in der Linkspartei, sollte sich das auf jeden Fall mal anschauen.
    Und die Grünen haben sich schon in der Vergangenheit unter Janicki ja nicht gerade mit Großtaten hervorgetan – dass die in Duisburg jetzt „hektischen Onlinejournalismus“ unterstellen … dazu muss man echt nichts mehr kommentieren glaube ich.
    Ad Astra

  • #18
    Matthias Schneider, Duisburg

    Hallo Herr Laurin,

    Zum eigentlichen Thema.
    Sie können natürlich von morgens bis abends Rücktritte und Auflösungen von Kooperationen fordern. Das ist Ihnen freigestellt.
    Auch stelle ich natürlich den von Ihnen dankenswerterweise betriebenen investigativen Jounalismus nicht in Frage. Im Gegenteil. Da kann sich manch angestammtes Blatt eine Scheibe von abschneiden.
    Sorgen mache ich mir allerdings da, wo Sie Bericht und Meinung in einen großen Topf schmeißen. Sorgen mache ich mir da, wo Sie mit Unterstellungen und Provokationen arbeiten. Da überschreiten Sie meines Erachtens Grenzen. Wenn Sie das wollen, bitteschön. Dann müssen Sie aber auch Kritik einstecken können.
    Ich bin ja nun ganz bewußt nicht Mitglied der Linkspartei und muss diese auch nicht verteidigen. Wenn sie aber im Ursprungsartikel gleich bei der Ratsmehrheit Antisemitismus vermuten, ohne sich gefragt haben, wie diese rechte Hetzpropaganda auf den Server kam, erlaube ich mir, diese Herangehensweise zu hinterfragen.

    Matthias Schneider, Duisburg

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Schneider: Die Grünen haben als Fraktion nicht die Antrag zur Abwahl Sauerlands unterstützt. Die drei Fraktionsmitglieder die entschuldigt gefehlt haben (Da gibng es wohl um den innerparteilichen Frieden) galten als Sauerlandunterstützer. Sorry. Wer das Abwahlverfahren nicht aktiv unterstützt hat in dieser Situation dazu beigetragen, Sauerland zu stützen. Und drei Grüne Stimmen gegen ihn fehlten ja wohl auch. Ihre Fraktion war sich in der Abwahl Sauerlands nicht einig. Und sie hatten offensichtlich nicht das Format, so etwas durchzusetzen. Aber wie auch heute reichte es immerhin um eine kleine PR-Aktion zu starten. Damals galt sie der Gesichtswahrung ihrer Partei. Heute der Gesichtswahrung ihrer Partner von der Linkspartei.
    Was mich aber auch interessiert ist , wieso Ihre Fraktion eine Koalition mit einer Linksfraktion eingegangen ist, die von Hermann Dierkes geführt wird, der mehrmals zum Israel-Boykott aufgerufen hat und das Existenzrechts Israels als läppische Frage bezeichnet hat. Das ist doch auch eine spannende Frage. Oder sehen sie das anders?

  • #20
    Lotta

    „„Sorgen machen uns allerdings auch über die Methoden des Internet-Blogs ruhrbarone.de, der das Ganze aufgedeckt hatte“, so Schneider.“

    Irgendwie erscheint die Aussage dann diesbzgl:

    http://www.ruhrbarone.de/laurin-verpiss-dich-aus-do/

    in einem ganz seltsamen Licht.

  • #21
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Schneider: Wie viele Medien seit den 60er Jahren haben wir keine klare Trennung zwischen Kommentar und anderen Textformen. Und unsere Namen machen ja auch klar, wer hinter dem Text steht. Das Ist so neu also nicht. Darüber müssen Sie sich also keine Sorgen machen. Wenn SPD und Grüne allerdings mit einer Fraktion koalieren, die von jemanden geführt wird, der mehrmals zum Israel-Boykott aufgerufen hat und die Frage des Existenzrechts Israels als läppisch bezeichnet hat, ist es doch klar, dass diese Frage zumindest kein Hinderungsgrund ist. Also: Warum sind die Aussagen von Dierkes für sie kein Hinderungsgrund? Ist es ihnen egal, wenn jemand so etwas sagt? Finden sie es ok? Und wie sie auf den Server kam war doch klar: Über jemanden, der Zugriff auf den Server hat. Und dieser Text war ja auch nicht der einzige, in dem es um den Boykott Israels ging. Und jetzt hätte ich gere meine Frage beantwortet.

  • #22
    Mao aus Duisburg

    Ich fass es nicht. Zuerst kritisiert herr schneider, dass die ruhrbarone einen dreisten skandal aufdecken, der bundesweit schlagzeilen macht. Eigentlich haetten die duisburger gruenen mal lieber genauer ihren koalitionspartner durchleuchtet, als es darum ging, die macht zu ergreifen. Und dann versucht herr schneider jetzt auch noch weiss zu machen, dass die drei stimmen wegen fehlens nicht dazu beigetragen haben, sauerland im amt zu belassen. Herr schneider, die drei haben nicht mitgestimmt, weil herr sauerland den gruenwn damals einen stadtdirektor-posten geachenkt hat. So viel zum thema gruene und wahrhaftigkeit. Ich kann nur hoffen, dass das verhalten der duisburger gruenen bald auf bundesebene thema wird. Die unterstuetzung rechtsradikalem gedankengut durch eine partei, die in BaWue gerade den ministerpraesidenten stellt, ist ein politisch einmaliger vorgang.

  • #23
    Dieter Carstensen

    Man könnte bezüglich Matthias Schneider auch fragen: Was hat denn der Schreibstil eines Artikels mit dessen Inhalt zu tun? Der Inhalt ändert sich doch nicht …

  • #24
    Johannes Rehborn

    Sehr geehrter Herr Laurin,

    ich kann ihnen nur zustimmen. Und das obwohl ich Mitglied der Grünen bin.
    Der Kommentar ist nur ein echter fail.

    Ich danke ihnen nochmal für die großartige Aufklärung. SO muss Internetjournalismus aussehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Johannes Rehborn

  • #25
    crusius

    Vielleicht interessiert sich Herr Schneider ja auch mal für das Verhältnis der Duisburger Linken zum dortigen „Netzwerk gegen rechts“. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang bspw. die Stellungnahme zur Teheraner „Holocaustkonferenz“ aus dem Jahr 2007:

    http://www.netzwerk-gegen-rechts.org/index.php?section=media2&act=download&path=/media/archive2/&file=erklaerung_zur_holocaustkonferenz.pdf

    Ich mag das hier gar nicht zitieren, so widerlich ist dieses Geschmiere (Relativierung des Holocaust inklusive). Mit Leuten, die mit Leuten reden, die sowas verfassen, möchte ich persönlich nicht gern an einem Tisch sitzen.

  • #26
    Fritz Wepper

    Entschuldigung, aber mit Schreibstil hat das alles mal gar nichts zu tun. Die Vermischung von Nachricht und Meinung ist keine Frage von Schreibstil. Das ist eine Vermischung journalistischer Formen. Die hat meines Erachtens auch Herr Schneider gemeint, von Schreibstil war hier nicht die Rede.

    Ich bin seit langer Zeit recht regelmäßiger Ruhrbarone-Leser. Es fällt mir aber in den letzten Monaten doch immer stärker auf, dass in den Beiträgen die Vermischung von Meinung und Nachricht immer ausgeprägter wird. Und da führen sich die Ruhrbarone leider immer öfter auf, als wären sie die einzigen, die den wahren Weg wissen. Gerade so, als wären die Barone die eigentlichen Ortsfürsten des Ruhrgebiets.

    Letztlich ist es ja Sache der Ruhrbarone, wie sie ihr Blog machen. Was den nachrichtlichen Teil dieser, nennen wir es mal: Linken-Affäre, angeht, haben sie bezüglich dessen, was sie wussten, ja offenbar auch korrekt informiert. Allerdings muss ich auch ganz klar feststellen, dass man selbstverständlich die „Gegenseite“ befragen muss, wenn man journalistisch sauber alle Seiten beleuchten will. Ansonsten ignoriert man verfügbare Informationen, die es dann zu bewerten gilt. Wenn Herr Laurin glaubt, es habe dafür keinen Grund gegeben, hat er entweder am Journalismus etwas nicht verstanden oder – und das ist mein persönlicher Eindruck – es hätte schlicht seinem Bestreben, den Duisburger Linken möglichst effektiv an die Karre zu fahren, im Weg gestanden. Und auch wenn ich da emotional bei ihm wäre, hielte ich das dennoch für den falschen Weg, denn das würde nicht nur den Duisburger Linken Schaden, sondern auch dem Ruf der Ruhrbarone. Meiner Meinung nach hat er sich angreifbar gemacht, und der Angriff kam prompt in Form einer Pressemitteilung der Grünen.

    Um eines klarzustellen: Selbstverständlich hat Herr Laurin richtig gehandelt, als er Strafanzeige stellte. Selbstverständlich muss man über so etwas berichten, anstatt es (wie es sich Herr Schneider offenbar gewünscht hat) totzuschweigen. Und selbstverständlich muss man das seltsam finden, wenn all das, was da passiert ist, keine personellen Konsequenzen hat und die Grünen plötzlich wieder die bösen Medien, wenn auch diesmal die neuen, für den eigentlichen Skandal zu halten scheinen. Die Form, in der hier aber berichtet wird, halte ich nach wie vor für problematisch. Themen setzt man nicht mit Meinungen, Themen setzt man mit Themen. Ich würde mir wünschen, wenn sich die Ruhrbarone wieder etwas mehr darauf besinnen würden, was journalistisch richtig ist, und nicht, was andere Medien auch machen.

  • #27
  • #28
    teekay

    Gruen, rot, schwarz, braun und was weiss ich nicht noch fuer Farben sind ja im Spiel. Was ich wirklich traurig finde an der gesamten Diskussion ist, welches Licht das auf Kommunalpolitik wirft, auch wenn es natuerlich um konkrete Personen, Parteien und Duisburger Eigenheiten geht. Haben die Leute eigentlich noch Zeit Politik fuer Buergerinnen und Buerger zu machen? Was soll ich denn einem jungen Menschen sagen, der die Debatte hier mitliest und sich dann fragt, warum er ueberhaupt noch waehlen gehen soll, geschweige den politisch aktiv werden soll? Am meisten tut mir lokale Politik leid, die auf dem untersten StuPa-Niveau angelangt ist…

  • #29
    Himynameis

    Herr Schneider, am peinlichsten finde ich, dass Sie das Flugblatt als „rechte Hetzpropaganda“ bezeichnen. Das zeigt leider, dass Sie gar nichts kapiert haben. Das Teil ist nicht rechts, sondern antisemitisch und auch Linke sind nicht gegen Antisemitismus immun. Gerade die Fehleinschätzung, dass dem doch so sei, führt ja leider immer wieder zu Ausfällen aus dem extrem linken Spektrum. Antsemiten, das sind die Anderen, das können gar nicht wir sein.

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  • #31
    crusius

    @29 Die Farbenlehre in diesem Skandal (so darf man das wohl mittlerweile nennen) ist ein wenig komplizierter. Wikipedia nennt Radio Islam, von deren Website der bei der Linken Duisburg zu findende Text ursprünglich stammt, rechtsextrem (http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Islam). Folgt man dem von mir unter #25 eingestellten Link, wird aber deutlich, daß das Duisburger „Netzwerk gegen rechts“ – nach unbestätigten Einschätzungen eng verknüpft mit dem „Initiativ e. V.“ – wohl dem „antiimperialistischen“ Lager der Antifa zuzuordnen ist, das – entweder aus ideologischen oder taktischen Gründen, das soll meinetwegen der Verfassungsschutz entscheiden – Verbindungen zum arabischen Antisemitismus im Namen eines „antiimperialistischen Anti-anti-Islamismus“ für vertretbar hält. Einer der Akteure dieser Szene in Duisburg taucht übrigens zuletzt im Netz als Praktikant der Linken NRW auf. Und noch ein Schmankerl zum Schluß: die „antizionistische“ Facebook-Gruppe, der Wolfgang Zimmermann, Fraktionsvorsitzender der Linken im NRW-Landtag, aus Versehen beigetreten sein will, verzeichnet – fast möchte man sagen, natürlich – auch Ralf Michalowsky als Mitglied. Von dem war hier, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, auch schon des öfteren die Rede.

  • #32
    crusius

    Der Herr Schneider soll halt Neues Deutschland lesen, da kriegt er den Journalismus, den er verdient. Leseprobe:

    Das Flugblatt, das offen antisemitisch-verschwörungsparanoid ist, wurde offenbar am Abend des 31. Januar auf die Webseite der Duisburger LINKEN hochgeladen. Ohne Wissen der dortigen Aktivisten, die sich entsetzt zeigten, dass solche Inhalte auf ihrer Webseite veröffentlicht wurden. Aufgefallen sei das Flugblatt deshalb nicht, weil es auf einer Unterseite der Duisburger Linksjugend [solid] verlinkt war. Um diese Seite habe sich die Partei nicht weiter gekümmert, so Pressesprecher Horst Werner Rook. Im und um den KV gibt es eine Reihe scharfer Israel-Kritiker.

    Mittlerweile kennt man die IP-Adresse, unter der sich der Täter zu diesem Zeitpunkt im Internet bewegte. Nun gehen die LINKEN davon aus, dass darüber »ermittelt werden kann, wer das Flugblatt ins Netz gesetzt hat«.

    Doch ob das betroffene Telekom-Unternehmen noch nach einem Vierteljahr die zur IP-Adresse gehörenden sensiblen Kundendaten gespeichert hat, ist mehr als fraglich. Der Täter könnte zudem anonym von einem Internet-Cafe aus agiert haben.

    Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/196551.linke-gegner-reiben-sich-die-haende.html

    Die armen Aktivisten werden sich beim nächsten Stammtisch die Stirn wischen, daß sie nochmal glimpflich davon gekommen sind. Und am Ende wird’s wohl der Mossad gewesen sein.

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  • #34
    Katharina

    An 19 und 22:

    Zutreffend, genau so war es.

    Herr Schneider wachen Sie auf, lassen Sie das Schönreden.

    An den 3 Grünen-Stimmen ist die Abwahl gescheitert.

    Glauben Sie, wir Bürger vergessen das. Da nützt all´das Schöngerede nicht.

    Janicki und ihr Lebenspartner und OB Sauerland, da war doch mal was.
    Pöstchenschacherei und vor lauter Dankbarkeit kann man nicht abwählen.

    Und Kantel, Greulich und Janicki sitzen immer noch fest im Sattel, wie OB Sauerland auch, als wäre NICHTS geschehen.

    Zur Normalität übergehen, bei 21 Toten und über 500 Verletzten…………….

    Watergate_Affäre: Nicht der ist schuld, der die Tat begangen hat,
    sondern der, der sie aufdeckt.

    Brauchen wir nicht, wollen wir nicht.

    Wachen Sie auf Herr Schneider, es geht nicht gut.

  • #35
    Katharina

    an 28
    Haben die Leute eigentlich noch Zeit Politik fuer Buergerinnen und Buerger zu machen?

    Nein, haben sie nicht. Sie sind nur mit sich selbst beschäftigt.

    an 26
    Selbstverständlich muss man über so etwas berichten, anstatt es (wie es sich Herr Schneider offenbar gewünscht hat) totzuschweigen.

    Mit dem Totschwiegen haben wir Übung in Duisburg, der ganze Stadtrat schweigt zu 21 Toten und über 500 Verletzte.

    Wozu führt das?
    Zur Lähmung und zu solch fragwürdigen Koalitionen.
    Das ist eine Spirale nach unten.

  • #36
    allemachtdendrähten

    Ich kenne S. Laurin aus seiner Zeit bei Marabo und vom 26.Juni 2010 aus Gelsenkirchen. Da habe ich als Verantwortlicher wieder mal eine Pro Palästina Demo angemeldet und durchgeführt, die naturgemäß auch und gerade gegen die Palästina Politik Israels gingen. Übrigens aus gutem Grund nicht als Mitglied der Linken, der ich einmal war, sondern unter meinem Namen. Über diese Demo, die teilnehmermäßig besser nicht angemeldet worden wäre schrieb S.Laurin auch in den Ruhrbaronen. Der Artikel war hart und herzlich aber wahrheitsgemäß und das reicht mir. Ansonsten ist die Site Ruhrbarone im Gegensatz zu so manchen Presseerzeugnissen lesenswert und das ist schon ein Ereignis das selten geworden ist.

  • #37
    Michael Kleine-Möllhoff

    Leider kann man zu leicht über das Ziel hinausschießen.

    Kritischer Journalismus ist in unserer Medienlandschaft dringend erforderlich. Was ich nicht brauche sind Artikel deren Meldungen nicht von Meinungen getrennt sind. Alle Linken sind Antisemiten… Die Duisburger Grünen…
    Einzelne Personen machen noch nicht die ganze Partei oder Fraktion aus. Gerade weil Meinungsverschiedenheiten bei Linken und Grünen nicht nur in Hinterzimmern ausgefochten werden alle zu disqualifizieren hat mit kritischem Journalismus eben nichts mehr zu tun.

    Zum Journalismus gehört immer auch die ganze Recherche. Dazu zählt auch die Nachfrage bei den Betroffenen. Wenn dies fehlt kann man schon leicht von hektischerm Internet-Journalismus ausgehen. Daher kann ich #26 nur zustimmen: Ich würde mir wünschen, wenn sich die Ruhrbarone wieder etwas mehr darauf besinnen würden, was journalistisch richtig ist.

  • #38
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael Klein-Möllhof: Wo bitte steht, alle Linken sind Antisemiten? Das habe ich natürlich nie geschrieben? Und das Grüne und Linke keine Politik im Hinterzimmer machen, glauben Sie doch wohl nicht selbst? Und zum Rest ist alles gesagt.

  • #39
    Hafenstaedter

    In einem Punkt muß ich der zitierten Erklärung der Grünen widersprechen. Die Ruhrbarone haben nicht „große Teile des Hetzblattes selbst verbreitet“. Sie bieten das komplette Original zum Download an unter:

    http://www.ruhrbarone.de/wp-content/uploads/2011/04/flugblatt_011.pdf

    Zum Zwecke der Dokumentation wären die präsentierten Bildschirmfotos vollkommen ausreichend gewesen.

    In einschlägigen Neonazi-Foren wird diese Datei inzwischen verlinkt. Man findet diese Datei außer bei den Ruhrbaronen nur noch bei dem Urheber der Datei, dem Holocaustleugner und Nazi Ahmed Rami. Dessen Seiten werden aber bei google geblockt.

    Ich bitte die Ruhrbarone, ihren Furor Teutonicus ein wenig zu mäßigen, kurz nachzudenken, und die Datei von ihrem Server zu löschen. Oder wie wäre es mit einer Selbstanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft?

    Beste Grüße
    Euer Hafenstaedter

  • #40
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hafenstaedter: Ich habe den Link vor ein paar Tagen gelöscht und das Dokument in WordPress auch. Aber ich maile jetzt auch noch einmal unseren Provider an, dass er es auch vom Sever nehmen soll und frage ihn, warum es da noch liegt. Ich hab da wohl was falsch gemacht. Vielen Dank für den Hinweis.

  • #41
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hafenstaedter: Jetzt hat unser Provider es rausgenommen. Ich weiß nicht, warum mein Löschversuch nicht geklappt hat. Noch einmal vielen Dank für den Hinweis.

  • Pingback: Furor Teutonicus « Hafenstadt

  • #43
    Helmut Junge

    @allemachtdendrähten#36
    Du hast ja damals auch dadurch, daß du eine propalästinensische Position ohne antisemitische Hetze vertreten hast, zumindest für die Linkspartei, Neuland betreten.
    Nur kommt dann wohl keiner zu so einer Demo.

  • #44
    Dirk Haas

    @#39, 40: Oha. Das wird wohl als ironische Fußnote der Geschichte haften bleiben. So ganz falsch lagen die Duisburger Grünen mit ihrer „Sorge“ demnach nicht.

  • #45
    Mir

    @18, 37, 40
    Diese Plattform ist ein Blog. Sicherlich sind die Beiträge mit Meinung und Meldung vermischt. Die Beiträge sind nicht objektiv, genau das Gegenteil ist der Fall. Sollte der Leser nicht vergessen. ABer hierbei kommt dann doch manchmal des öfteren erstaunliche Infos zu Tage. Und die Meinungsvielfalt ist doch spannend. Die Autoren sind meistens auch unabhängiger was zum Beispiel Parteipolitik angeht. Ich finde so ein Blog, eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz zu anderen Nachrichten Medien. Vor allem eine Bereicherung.

    Wer Hintergrundwissen zu einem Thema sucht, muß sich schon die Mühe machen und noch andere Medien heranziehen, vielleicht auch mal die Print Ausgabe einer Zeitung lesen.

  • #46
    allemachtdendrähten

    Wenn ich die Printausgabe einer unabhängigen Zeitung lesen will, dann muss ich sehr lange suchen. In der Republik gibt es ein Monopol an Meinungsmache und Springer (BILD) und der Bodo Hombach Konzern (WAZ) sind da federführend. Da ist es kein Wunder das sich immer mehr Leser von den Prints verabschieden und woanders ihr Wissen suchen. Zumeist im Internet.

  • #47
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @allemachtdenräten: Wenn ich eine unabhängige Zeitung will muss ich nur an den Kiosk gehen. Das Angebot in Deutschland ist groß, die Konkurrenz hart und die Qualität hoch.

  • #48
    Arnold Voss

    @39/40/44

    Hafenstaedter, Dirk, warum sollte der Leser sich dieses Flugblatt nicht runterladen dürfen? Ich habs getan und gelte hier mit Sicherheit nicht als Antisemit. Es ist für mich vielmehr ein Dokument erster Güte was die enge Verbindung von Antisemitismus und Antizionismus betrifft. Im übrigen wird Niemand dadurch zum Täter, wenn er ein Tatwerkzeug für alle sichtbar hochhält und darüber ausführlich spricht und diskutiert.

    Der Antisemitismus hört auch nicht dadurch auf, geschweige wird er auch nur gebremst, wenn solche Dokumente aus dem Internet gänzlich verschwinden bzw. gelöscht werden. Das einzige was da hilft ist die systematische Aufdeckung, die offensive Auseinandersetzung und die unmittelbare Verbindung zwischen Dokument und aufklärender Kommentierung.

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