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Hambacher Forst: Viel Lärm um nichts

Hambi bleibt – Demonstranten freuen sich Foto. Weiermann

Viele zehntausend, irgendwas zwischen 20.000 und 50.000 haben gestern im Hambacher Forst ihren vermeintlichen Sieg über RWE gefeiert. Letztendlich haben nicht die Demonstranten und die Baumbesetzer gewonnen, sondern die Anwälte des BUND. So etwas machen sie routiniert auch ohne nennenswerte Protestbewegung wie beim Kraftwerk Datteln. Ein weiterer Beleg dafür, dass politische Debatten nicht mehr im öffentlichen Raum sondern in Gerichtssälen entschieden werden. 

Und ein Sieg für das Klima war es auch nicht. Ob in Hambach Braunkohle abgebaut wird oder nicht ist, weltweit gesehen, ohne jede Bedeutung. Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen. Im Handelsblatt konnte man gestern nachlesen, warum das so ist:

Weltweit ist ein Kohleausstieg aber überhaupt nicht in Sicht. Die 120 größten Kohlekonzerne haben aktuell knapp 1.400 neue Kraftwerke in 59 Ländern in Planung oder sogar schon im Bau. Damit kämen neue Kapazitäten von gut 670 Gigawatt dazu. Das entspricht einem Drittel der aktuell installierten Kapazitäten.(…) Die 120 aufgeführten Unternehmen stammen aus 42 Ländern. Besonders China steht am Pranger. Ein Fünftel der Unternehmen hat hier seinen Sitz. Die chinesischen Firmen bauen fleißig Kohlekraftwerke im Heimatmarkt. So sollen alleine dort 260 Gigawatt dazu gebaut werden

Ob in Deutschland ein paar Menschen mit Wursthaaren auf dem Kopf in Baumhütten sitzen oder nicht, ist, im globalen Maßstab, ohne jede Bedeutung.

Ja, die Zeit der Braunkohle geht in Deutschland zu Ende. Und da auch die Kernkraftwerke bald abgeschaltet werden, müssen Gaskraftwerke hochgefahren werden. Gruppen wie der BUND wollen, dass auch sie abgeschaltet werden, aber das ist zur Zeit vollkommen unrealistisch. Gaskraftwerke sind ideal dafür einzuspringen, wenn Solar- und Windenergie nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Der von ihnen erzeugte Strom ist allerdings teurer als der, den Braunkohle- und Kernkraftwerke liefern. Und er erhöht die Abhängigkeit von Putins Regime, dem größten Gaslieferanten Deutschlands. Die Preise werden also steigen – schlecht für alle, die wenig Geld haben, schlecht auch für die Industrieunternehmen, die im weltweiten Wettbewerb stehen und mit ihren Exporten den Wohlstand in diesem Land erwirtschaften.

Die Folgen weltweit: Deutschland wird als Wirtschaftstandort geschwächt,  weil seiner radikalen Energiewende kein anderes Industrieland folgt. Das mag den von ihrem Erfolg beseelten „Hambi-bleibt“ Aktivisten egal sein. Aber das ist naiv.

Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der IGBCE gab vor wenigen Tagen dem Tagesspiegel ein Interview. Der Gewerkschaftsführer sagte der Berliner Tageszeitung:

An den großen Industriestandorten dieses Landes blicken die Beschäftigten sehr genau darauf, welche Ziele die Verantwortlichen vorgeben und wie sie diesen Wandel in der Praxis gestalten wollen. Wenn deren Antwort nur heißt, Unliebsames abzuschalten und die Folgen zu ignorieren, dann kappen sie zentrale Wertschöpfungsketten und damit den Ast, auf dem wir alle sitzen.(…)
Es macht keinen Sinn, Klimafragen und soziale Fragen zu entkoppeln mit dem Ansatz „Da müssen wir eben durch.“ Oder dass man aus einem bestimmten Blickwinkel anderen Menschen immer neue Vorgaben macht, ohne diese zu beteiligen. Das ist mit meinem demokratischen Verständnis kaum noch vereinbar. Wir müssen aufpassen, dass eine zu sehr auf selbst gesetzte Klimaziele fokussierte Debatte nicht irgendwann radikalen Gegenpositionen Aufwind gibt, die niemand haben will. Donald Trump lässt grüßen.

Der vermeintliche Sieg der Hambi-Fans könnte sich also in wenigen Jahren in eine Niederlage verwandeln. Weltweit, also da, wo die Fragen des Klimas entschieden wird, die ohnehin eine globale ist, hatte er ohnehin keine Bedeutung.

RuhrBarone-Logo

88 Kommentare zu “Hambacher Forst: Viel Lärm um nichts

  • #1
    Maria

    Die Demonstranten zerstören den Wald und verjagen die Tiere, wo ist der Unterschied zu RWE?

  • #2
    Nina

    Hauptsache der Wald bleibt. Darum geht es.
    Baumbesetzungen haben ihren Anteil an dem Erfolg, da man dadurch Zeit gewinnen konnte. Kostbare Zeit für juristische Fragen.
    200 Hektar alter, gewachsener Wald ist nicht Nichts.
    Und RWE muss sich als Eigentümer gefallen lassen, dass es berechtigte öffentliche Interessen an dem Wald gibt.
    Lassen wir die Gerichte entscheiden, ich persönlich hoffe, dass am Ende der Wald erhalten bleibt.

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Nina: Das sehen die Besetzer anders: "Jede*r Mensch hier spricht nur für sich selbst. Wir sind kein Verein oder eine Organisation, sondern ein Zusammschluß von freien Menschen.
    Für uns ist klar, dass Umweltzerstörung und Herrschaft zusammenhängt. Nur in einem System, in dem einige die Macht haben, die negativen Folgen ihres Handelns auf andere abzuwälzen und den Profit für sich zu behalten, ist es für den Menschen sinnvoll, die Erde auszubeuten – weil sie*er so nicht unter den Konsequenzen leiden muss. Hätten die Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden oder die Menschen im globalen Süden, deren Heimat durch den Klimawandel überflutet oder unebewohnbar werden, ihre Zustimmung zum Braunkohleabbau geben müssen, so wäre er nie passiert. Nur weil einige ihre Profitinteressen mit Gewalt durchsetzen können, ist diese Zerstörung möglich.
    Deswegen ist für uns klar, dass der Kampf um Klimagerechtigkeit gleichzeitig ein Kampf um eine herrschaftsfreie Welt jenseits von kapitalistischen Zwängen ist."
    https://hambacherforst.org/besetzung/

  • #4
    Nina

    @1 Maria
    Nun ja, wenn RWE rodet, dann ist der Wald unwiederbringlich weg. Geholzt. Platt. Planiert. Fort. Ende. Aus. Vorbei.
    Nada. Niente. Ist nicht mehr.
    Von Spaziergängen und selbst Großdemonstrationen hingegen erholt sich so ein Wald.

  • #5
    Heike

    Man kann immer nur bei sich selbst anfangen. Mit dem Finger auf China zu zeigen bringt die Energiewende nicht voran. Wenn ein Land wie Deutschland nicht vorangeht, wer dann? Immer nur meckern ist einfach. "Danke" an alle, die gestern da waren. So muss die Welt unserer Kinder gestaltet werden!

  • #6
    Norbert

    1) Wie man daraus, dass eine Klage nicht abgelehnt wird ein Sieg ableiten kann, bleibt das Geheimnis der Menschen, die das behaupten.

    2) Wenn der BUND erfolgreich gegen Projekte klagen kann, sagt das vor allem, dass die Verantwortlichen sich nicht so genau mit der Rechtslage beschäftigt haben und der es wohl leider Klagen braucht, um gültiges Recht druchzusetzen – ein Kernelement des Rechtsstaates. Das sind keine sich in Gerichtssäale verlagernde politischen Debatten. Darüber könnte man vielleicht reden, wenn vor Gericht um Änderung von Gesetzen gerungen würde anstatt um rechtlich nicht legale Bauwerke.

    3) Es ist reine Mathematik, dass irgendwann mangels Kohle der Ausstieg kommen wird. Also wird irgendwann irgendein Land anfangen müssen, über die Zukunft nachzudenken. Wenn du sonst doch eher für Innovationen und Zukunftsorientierung zu sein scheinst, warum nicht beim Thema Energieversorgung?

    4) Sollten die Energiepreise tatsächlich steigen, spricht dass m. E. für eine Anpassung der unteren Löhne und Sozialleistungen und nicht für eine weniger umweltschädliche Energiegewinnung.

    5) Ich las die Tage im Handelsblatt eine Reportage, dass zunehmend die Produktion wieder zurück verlagert wird nach Deutschland, nur dann halt meist als High-Tech-Robotor-Produktion mit wenigen Überwachungskräften. Löhne und Energiekosten sind halt nur zwei Posten unter vielen, bei der Standortentscheidung. Wenn man sich die Exportzahlen anschaut, scheint Deutschland nicht der schlechteste Standort zu sein, auch wenn der eine oder andere Ruhrbarone bei seiner morgendlichen Jogging-Strecke einen anderen Eindruck haben mag.

    6) Je höher die Energiekosten, desto höher der Anreiz, energieeffizient zu arbeiten. Effizienz dürfte dir doch sympathisch sein. Mittelfristig wird das auch dazu führen, dass Warenkreisläufe wieder regionaler organisiert werden, was zu einem geringeren Verkehrsaufkommen führen dürfte. Ist sinnvoller, als der weitere Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

  • #7
    Norbert

    @#1 Nach der Übersiedlung der Baumhäusler in ein Spießbürgerliches Leben kann sich der Wald wieder erholen. Wenn RWE da ein Loch buddelt, geht das nicht mehr.

  • #8
  • #9
  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael: An mir sind die Kommunen nicht beteiligt und Ulrich Sierau sitzt nicht in meinem Aufsichtsrat: https://www.group.rwe/investor-relations/corporate-governance/vorstand-und-aufsichtsrat

  • #11
  • #12
    Nina

    @3 Stefan
    Die politischen Motive der Menschen vor Ort interessieren mich nicht, ich muss sie auch nicht teilen. Mich interessiert der Wald.
    Und der muss bleiben.

  • #13
    Norbert

    @#3 Diese ach so freien linken Menschen haben aber erstaunlich oft eine sehr uniforme Meinung und geringe Toleranz gegenüber anderen Ansichten und eine Allergie gegen kritische Rückfragen.

  • #14
    Manny

    Wenn dieser ganze Zauber mit Kohle ausstieg und Atom ausstieg dem Land etwas nützen soll müssen wir erstmal eine Glasskuppel darüber bauen. Man sieht ja was die Belgier der erhobene Zeigefinger interessiert am maroden Atomkraftwerk. Energiewende ist gut aber alles mit Augenmaß.

  • #15
    Nina

    @8 Michael
    Wird das hier wieder persönlich? Lass Stefan Laurin in Ruhe.
    Kommen wir wieder zum Thema.
    Hambi bleibt.

  • #16
    anne

    Mein Dank an alle, die sich vorort für den Erhalt des Waldes einsetzen. Ohne euch wäre die Vernichtung des Hambacher Forsts besiegelt. Danke, danke, danke!!!

  • #17
    Markus

    Liebe "Gutmenschen",
    vielleicht ist ja bis zu euch noch nicht vorgedrungen, aber nach dem Abbau der Kohle wird das Gebiet Zug um Zug rekultiviert. Dies geschieht schon sehr früh, so sind zB. auf der Sophienhöhe im Vorfeld Ausgleichsflächen mit hunderttausenden Bäumen geschaffen worden. Dort sind unzählige Tierarten, umgesiedelte und eingewandert, heimisch geworden. Hier führen sogar BUND Mitglieder Besucher und zeigen seltene Tierarten wie zB. die Haselmaus und andere Spezies.
    Schon mal davon gehört das auch für die Windkraft kräftig gerodet wird?
    Das in Deutschland Waldwirtschaft betrieben wird?
    Das Zeitungen aus Papier bestehen, welches aus Bäumen gewonnen wird?
    Warum ketten sich die Ökoterroristen eigentlich nicht an die Druckmaschinen der großen Zeitungen?
    Geht doch heute auch alles Prima per E Medien.
    Wenn oft von Vertretern der Grünen oder Umweltverbänden behauptet wird, die Energie aus Braunkohle wird überhaupt nicht benötigt, dann könnten RWE und Co. ja ruhig mal drei Tage alles vom Netz nehmen. Nur sollten dann diese Damen und Herrn die volle Verantwortung für jegliche Folgen übernehmen.

  • #18
    Heinrich

    Herr Laurin,
    Menschen wie Sie sind der Grund, warum es so ist, wie sie es darstellen.
    Aber zum Glück gibt es auch Andersdenkende, deswegen sind die Flüsse sauberer als vor 25 Jahren, deswegen ist der Schnee in den ostdeutschen Industrieregionen nicht mehr schwarz im Winter.
    Spontan fällt mir Herr Fischer im Jahr 1984 ein.

  • #19
    Josef Weyrauch

    Das RWE sorgt für unseren Strom, wir sollten doch dankbar sein.
    Wir alle sollten uns Anbieter suchen die unsere Interessen vertreten. RWE baut Nähe Neuwied ein Kernkraftwerk zurück, nur für uns. Wir können auf die Herkunft von Strom Einfluß nehmen, dann wenn wir kaufen. Wir müssen nicht bei RWE kaufen.
    Wir müssen auch keine Politiker wählen die uns nicht vertreten. Jeder sollte einfach überlegen.

    Schönen Sonntag

    Josef

  • #20
    Cremer

    Im Moment ist es eine super Zeit für viele Braunkohlearbeiter ihren Job zu wechseln. Es werden dringend überall Fachkräfte gesucht. Vielleicht sind nur kleine Ergänzungsausbildungen erforderlich, wenn überhaupt. Und das würden die Firmen, die händeringend jemanden suchen, sicher gerne übernehmen. D.h. JETZT ist eine gute Zeit im Braunkohlebereich sozialverträglich Personal abzubauen und den Ausstieg anzufangen. Oder sie wechseln in den Bereich der erneuerbaren Energieen, der dringend ausgebaut werden muß. Hier könnte Deutschland wieder versuchen, eine Vorreiterrolle zu bekommen. Dazu müssen aber alte Zöpfe, auch die Verpflechtungen zwischen Poiltik-Braunkohle-Atomstrom abgeschnitten werden.
    Der Artikel oben ist voller Polemik und ohne Ideen. Schade.

  • #21
    Monika Schmitz

    Ich glaube den meisten ging es gestern darum ein Zeichen zu setzen. Unsere Politik wird doch nur noch von Lobiisten und Geld gesteuert. Die Politik interessiert sich schon lange nicht mehr für das Wohl des Bürgers und ganz bestimmt nicht für das Klima. Es geht weltweit nur um Macht und Profit in der Politik. Mein ganz großer Dank an die Aktivisten. Ohne eure Hartnäckigkeit hätte niemand vom Hambi berichtet, er wäre längst gerodet worden und die Politiker würden weiterhin sich die Zeit mit Personaldebatten schön reden.

  • #22
    walter stach

    Unabhängig von der Sache, um die es hier konkret geht:

    Für mich ist die hier diskutierte Entscheidung des OVG Münster eine unter vielen – u.a. auch solche des BGH und des BVerfG-, die mir zeigen, daß in Deutschland die sog. Dritte Gewalt, also die Judikative, funktioniert, u.a. und für mich vor allem dann, wenn es darum geht, Recht zu sprechen wider die Interessenslage von Großbanken und Konzernen und wider die damit einhergehende Lobby-Politik in den Parlamenten. Und das ist für mich angesichts der Gefährdung demokratisch-rechtstaatlicher Systeme in Europa -und in den USA- grundsätzlich wichtig und erfreulich!!
    PS
    In der Sache selbst – " Braunkohlefördung/Luftverschmutzung/Energiewende- bleibt abzuwarten, ob und inwieweit des Urteil über seine unmittelbare Wirkung hinaus – vorläufiger Stop der Rodung der Reste des sog. Hambacher – Forstes "so oder so" die einschlägige politische Debatte und damit die noch zu treffenden politischen Entscheidungen über die Terminierung des endgültigen Ausstieges aus der sog. Kohleverstromung beeinflussen wird -sh. u.a. die dazu zu erarbeitenden Vorschläge der sog. Kohlekommission . Erinnert sei daran, daß es dabei nicht mehr um das OB des Ausstieges aus der sog. Kohleverstromung in Deutschland, sondern nur noch über das Wann und das Wie.
    Dazu gibt es -sh.u.a. der o.a.Kommentar und die o.a. Disk.beiträge- beiderseits feststehende und jeweils für zweifelsfrei richtig gehaltene Meinungen, die man weiterhin vortragen wird in der Gewissheit, damit an der gegenteiligen Meinung nichts ändern zu können. Ich kann zur Zeit auch nicht erkennen, daß es dieserhalb -so oder so- alsbald zu relevanten "Kursänderungen" seitens der politischen Parteien kommen könnte.

  • #23
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Monika Schmitz: Auch BUND, NABU, Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe sind nichts anderes als gut finanzierte Lobbyisten.

  • #24
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Cremer Solarworld und viele andere Firmen sind trotz Milliardensubventionen längst pleite.

  • #25
    Guido Köllen

    Die Industrie ist ein global Player. Es interessiert nicht, ob der Mann an der Maschine Franz-Josef, Makele oder Zedung heißt.
    Es entscheidet, wie hoch Gewinnmarge am Ende des Fertigungsprozesses aussieht.
    Die ist traditionell dort höher, wo die Löhne und Energie billiger sind.
    Wenn Zedung auch noch die Qualität hinbekommt und die Politik mitspielt oder daran genug mitverdient, dann hat Franz-Josef fertig.
    So geht Industriedarwinismus.

  • #26
    TheDJ

    @ Nina : Ist schon komisch… Vor ein paar Jahren noch hat man kaum einen Menschen in diesen Wald gesehen…….und jetzt ist er so Wichtig?

  • #27
    Norbert

    @ #21 Monika Schmitz

    Einfach keine Geldanlagen bei den großen Banken und ihren Töchtern tätigen und kein Auto besitzen. Damit entzieht man den größten Lobbygruppen im Rahmen seiner Möglichkeiten die Macht. Die bekommen ihre Macht ja nicht per Amazon-Bestellung ….

  • #28
    Norbert

    zu #26: Wieviele der Hambi-Fans können die ökologische Qualität des Waldes wirklich bestimmen?

  • #29
    Klaus Lohmann

    @#14 Manny: ????? Weil die Belgier mit ihren maroden Meilern Russisch-GAU-Roulette spielen, müssen wir unsere wieder hochfahren??

    @Stefan Laurin: "Solarworld und viele andere Firmen sind trotz Milliardensubventionen längst pleite" – Wie so viele andere Firmen – auch aus Brick+Mortal-Branchen -, die während der "New Economy"-Dunkelphase den Hals nicht vollbekommen hatten.

  • #30
    Manni

    „Hambi bleibt“, hört sich an wie ein kleines Rehkitz…
    Wahrscheinlich suggeriert genau das mit Wirkung auf die Menschen, sich für den Wald hier einzusetzen.
    Alle hier, die sich Aktivisten und Naturschützer schimpfen, wisst ihr eigentlich was ihr der ganzen Region hier antut? Glaubt ihr wirklich das ihr die Welt retten werdet mit euren „Aktionen“? Der kleine Wald wird global gesehen, den Klimawandel nicht verhindern können. Wenn ihr was sinnvolles machen wollt, dann rettet den Regenwald, das ist die Lunge unseres Planeten. Wenn ihr sonst noch was machen wollt, fahrt nach Tihange und demonstriert gegen das marode Atomkraftwerk. Sollte das zum Supergau werden, wird Euch „Hambi“ auch nicht retten können. Aber da habt ihr ja alle keine Eier in der Hose, da gehen die Behörden anders mit Euch vor.
    Schon mal was von Rekultivierung gehört? Bäume werden da neu gepflanzt und da entstehen auch Wälder, siehe Sophienhöhe.
    Aber wahrscheinlich ist Euch grundsätzlich wichtiger, gegen Werte vorzugehen, die schon unsere Großväter geschaffen haben, die ihr hier mit Füßen tretet. Vorallem auch Aktionen gegen den Staat zu führen, die Euch einfach berechtigen, diese Folgenlos durchzuführen. Auch da tretet ihr unseren Rechtsstaat mit Füßen.
    Dass viele Familien hier im Rheinischen Revier und auch viele Geschäftsleute und Firmen ihren Unterhalt mit Arbeit verdienen müssen, kommt Euch, angeblich Studierenden, nicht in den Sinn. Auch diese tretet ihr mit Füßen.
    Euch ist es ja eh egal, ihr lebt ja sooo schön. Mit Arbeiten habt ihr ja nichts im Sinn. Lieber schön im Wald spielen und gegen alles andere sein.
    Macht weiter so und sägt schön an dem Ast wo ihr selber drauf sitzt!
    Ein sehr besorgter Bürger…

  • #31
    Juri Hertel

    @Autor:

    Das Handelsblurp als Quelle propagandistischer Kohlewerbung ist bekannt.
    Sie haben die dort gemachten Angaben offensichtlich nicht ueberprueft.

    Der HB Artikel bezieht sich auf uralte Werbung ("Wachstumsprognosen") von teilw. bereits bankrotten Firmen die damals versuchten mittels futuristischer Geldvermehrung Spekulanten zu koedern.
    Einige Bloedmaenner sind ja auch drauf reingefallen….. 🙂

    Hie die offiziellen chinesischen (Kohleenergie-)Szenarien:

    http://boostre.cnrec.org.cn/wp-content/uploads/2017/10/CREO-2017-booklet-EN-20171222.pdf

    Fuer aktuelle chinesische Energienachrichten hier:

    https://chinaenergyportal.org/cnrec-publishes-china-renewable-energy-outlook-2017-full-report/

    Alte Kohlekraftwerke schliessen in China schneller als neue in Betrieb genommen werden, die durchschnittliche Auslastung ist unter aller Kanone:

    https://chinaenergyportal.org/in-the-first-three-quarters-of-2017-2-4-gw-of-backward-coal-fired-power-units-have-been-shut-down/

    Der chin. CO2 peak soll noch vor 2030 erreicht werden, evtl. ist es schon so weit.

  • #32
    Michael Prinz

    Und nochmal für die Dummen hier: das ist kein Wald, das ist ein Forst, wie der Name schon sagt. Ein von Menschen zur wirtschaftlichen Nutzung bepflanzten Gebiet. Schon beim Pflanzen der Setzlinge zur Rodung vorgesehen. Soviel mal dazu.
    Spätestens im nächsten Sommer wenn der Forst durch die normale Tagebau sümpfung vertrocknet ist, reicht ein Blitz und das blödsinnige Thema hat sich hoffentlich von selbst erledigt und wir haben wieder Ruhe hier in unserer Gegend.
    Glückauf

  • #33
    Lisa

    Manche Kommentare seitens der sogenannten Umweltschützer sind schon merkwürdig. Der Wald soll bleiben, sagen sie. Trampeln aber zu Tausenden ständig hindurch, beschädigen Bäume, stören Tiere, sorgen allgemein für mehr Unruhe, als dort jemals war. Glückwunsch! Wenn das so weitergeht, erledigt sich das Problem von selbst. Dann haben sie den Wald selber zerlegt…

  • #34
    Jan

    @Heike: Leider gehen wir nicht voran, sondern marschieren in eine Sackgasse. Die Verquickungen mit Öko-Romantik und antikapitalistischem Geklingel machen sachgerechte Lösungen schwer.

  • #35
    Lisa

    Danke Herr Prinz für Ihren Kommentar. Sie sprechen Tausenden aus der Seele.
    Ein herzliches Glückauf

  • #36
    Hausfrau

    @Stefan Laurin:
    Sie hören sich an wie praktisch die Mehrheit meiner Bekannten und Freunde:
    Man könne ja doch nichts ändern. Wer sich selbst beschränke, um die Umwelt zu retten, ist der Dumme, denn die Großen machen ja doch so weiter bzw. die Mehrheit macht ja doch so weiter – siehe Kohleverstromung in der ganzen Welt.

    Und es wird so kommen:
    Sie und die Mehrheit meiner Bekannten werden weiter nihilistisch und verweigernd auf dem Sofa sitzen, so lange, bis WIR die Nachrichten bilden, die sagen: "Jetzt ist die Mehrheit auf der Welt gegen Kohle und für Bäume und jetzt haben es all jene geschafft, die an sich und an das Gute im Menschen (Ja, verdammt, das GUTE IM MENSCHEN) geglaubt haben."

    Und was wird dann passieren? : Dann waren Sie, Herr Laurin, und die Mehrheit meiner Bekannten schon immer im Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse, innerlich und so, und Sie haben schon immer genauso für das Richtige gekämpft.

    Denn in Wahrheit wollten Sie uns – das werden Sie uns dann sagen – mit Ihren pessimistischen Unkenrufen doch nur aufrütteln!

    Sie wollten uns nur motivieren, über den Tellerrand zu schauen und nicht beim Hambacher Forst stehen zu bleiben…..

    Habe ich recht?

    Dann sagen Sie es doch bitte gleich. Dann muss ich hier nicht sauer werden…..

  • #37
    Manni

    @ Michael Prinz
    Danke für die Belehrung des Unterschiedes Wald und Forst!

    Wieder einem „Dummen“ was beigebracht

  • #38
    Klaus Lohmann

    @Michael Prinz: Sicherlich finden Sie Stein-/Kiesvorgärten und Sichtbeton völlig geil, stimmt’s?
    @Lisa: Wald wächst nach, wenn man ihn nicht wegbaggert – lernt man im Vorschulkindergarten.

  • #39
    Juri Hertel

    PS

    Hier noch aktuellere Infos zum chin. Kohlekraftmarkt:

    http://boostre.cnrec.org.cn/wp-content/uploads/2018/07/China-Energy-Policy-Newsletter_July-2018.pdf

    Curtailment bei den grossen EE Stromerzeugern wurde von 17% (2016) auf etwa 9% aktuell runtergeschafft und soll bis 2020 ganz eliminiert sein.
    300GW Kohlekraftkapazitaeten sollen geschlossen werden und duerfen mit neuen Anlagen ersetzt werden. Das wird sich in den allermeisten Faellen aber nicht lohnen da anliegende Kohleminen ebenfalls schliessen (siehe Hambach/Rurgebiet) und die EE ihren Siegeszug forsetzen.

    Europa’s Kohlehaefen sind mit billigsten Dreck verstopft, noch ankommende Kohlefrachter werden zurueck geschickt:

    https://www.hellenicshippingnews.com/european-coal-market-struggles-with-surge-of-off-spec-flows/

    Ein aehnliches Bild ergibt sich bei Betrachtung des indischen Markts:

    https://www.montelnews.com/en/story/asia-coal-demand-drives-panamax-rates-up-75/938117

    Die asiatischen Maerkte folgen den frueheren Groessen USA und Europa:

    https://www.eia.gov/energyexplained/index.php?page=electricity_in_the_united_states

    Europas letztes Kohlekraftwerk wurde gerade genehmigt aber Geld ist keins da um es zu bauen:

    https://af.reuters.com/article/energyOilNews/idAFL8N1W73EV

    Es sind Wahlen in Polen, da wird viel auf Pump versprochen:

    https://af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFL8N1W70MJ

    Kommentar:

    https://www.montelnews.com/fr/story/polish-regulator-slams-ministry-dual-role-as-soviet-relic/938676

  • #40
    Asteri1412

    Das ist nicht ganz richtig: der Name des angeblichen Forstes war ursprünglich „Bürgewald“.

  • #41
    Manni

    @ Lisa

    Und jetzt werden wieder Baumhäuser gebaut.
    Baumaterial? Vor Ort gefällte Bäume aus dem Wald, ich meinte natürlich aus dem Forst 😉
    Da stellt sich mir nur die Frage was den die Umweltschützer wirklich wollen…

  • #42
    Norbert

    @ #30
    Naja, die Welt rettet man nicht durch die eine Aktion sondern durch ein über viele Bereiche abgestimmtes Verändern. Das Lösen des Klimaproblems in andere Länder verlagern. Eine gute Idee. Klappt ja mit Giftmüll und so auch schon gut. Auf Bildern vom Tagebau sieht man vor allem teure und große Maschinen, die von wenigen Menschen bedient werden. So viele Arbeitsplätze sind das sicherlich nicht.

    @ #32
    Und, sagt die begriffliche Unterscheidung was aus über die ökologische Qualität?

  • #43
    Lisa

    @Klaus Lohmann: stimmt, Wald wächst nach oder wird wieder aufgeforstet. Ich bin in einem Ort mit großem Wald aufgewachsen, der auch der Kohle geopfert wurde. Und siehe da, es steht schon wieder ein neuer Wald, dank RWE. Anscheinend haben Sie sich noch nie mit den Themen Rekultivierung und Wiederaufforstung beschäftigt. Genau das würde in Hambach auch geschehen. Davon abgesehen, auch wenn ich tatsächlich nicht im Vorschulkindergarten war, weil es sowas zu meiner Zeit nicht gab, berechtigt das immer noch niemanden, ohne Sinn und Verstand durch einen Wald zu trampeln und zu zerstören und andererseits nach Umweltschutz zu schreien und den Buhmann anderen zuzuschieben.

  • #44
    thomas weigle

    #32 Ja sicher ist ein Forst meistens zur Rodung und wirtschaftlicher Ausnutzung vorgesehen worden. War das vor 100 oder 200 Jahren? Was viele der Axt an die Baumleger nicht begreifen wollen oder können, ist, dass Forsten eine Generationen übergreifende Angelegenheit ist. Wenn heute ein Forst gepflanzt wird, dann werden die Enkel, eher die Urenkel des Eigentümers erst entscheiden können, was mit dem Holz tatsächlich passiert. Ob`s stehen bleibt oder eben tw. einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt wird. Wieder anpflanzen von Laubbäumen ist nicht ganz so einfach, nur 2% der Setzlinge, so ein Forstbesitzer letzt in einer Sendung im ÖR, kommen überhaupt nur durch.
    Und ob die für die Anlegung des Forstes Verantwortlichen eine Rodung zwecks Braunkohleabbau vorgesehen hatten.?Weiß man es?

  • #45
    Michael Prinz

    @Klaus Lohmann
    Nicht wirklich. Lieber vernünftig versiegelte Flächen, damit meine Autos zum protzen auch alle vor meine Hütte passen und anstatt Sichtbeton viel Holz. Gerne Lärche, natürlich NICHT aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
    Und der Klimawandel ist auch eine Lüge der Ökoterroristen. Wir leben Erdgeschichtlich gesehen einfach am Ende einer Eiszeit, da ist es normal, daß es wärmer wird.
    So!
    Und jetzt weiter schön die Leute beleidigen wie Lisa weil Sie eine andere Meinung wie Sie haben, Herr Lohmann.
    In den ehemals Rot-Grün regierten Ländern lernte man sowas leider eben nicht! Der Lehrplan meiner Kinder bestand "Dank" des Grün geführten Ministeriums für Bildung nur aus Drittem Reich, und das in allen Fächer. Ausser natürlich Naturwissenschaften, die wurden vernachlässigt, wenn überhaupt gelehrt.
    Übrigens die gleichen Grünen, die dem Rahmenbetriebsplan Inklusive Abholzung des Hambacher Forst als Regierungspartei zugestimmt haben.
    Das hat der schmierige Grüne mit den langen Haaren, der jetzt mit am lautesten am schreien ist anscheinend vergessen.
    Gefundene Rechtschreib oder Grammatikfehler resultieren aus der Autokorrektur meines Smartphone und dürfen gerne behalten werden.
    Glückauf

  • #46
    Klaus Lohmann

    @Lisa: "Genau das würde in Hambach auch geschehen" – frühestens in 30-40 Jahren (also minus eine halbe Umtriebszeit) und als Buchen-Monokultur, wie so häufig auf NRWs "Kulturstrauch"-Flächen seit den Industrialisierungs-Anfängen.

    @#45 Michael Prinz: Wie könnte *ich* Jemanden beleidigen, der hier mit den "Dummen" und über "schmierige Grüne" spricht und es den Grünen verdankt, dass er einfach Alles übers Dritte Reich weiß???

  • #47
    Norbert

    Offensichtlich sind jetzt alle Waldexperten. Also ich traue mir nicht zu, die ökologische Qualität eines neu aufgeforsteten Waldes durch Spazierengehen mit einem alten Bestandswald zu vergleichen, egal ob der auf dem Acker vor etlichen Jahrzehnten als Forst angelegt wurde oder ein wirtschaftlich genutzter Wald ist. Ich halte es aber für naiv, die Komplexität des Waldes mal eben nachzubauen.

  • #48
    thomas weigle

    Wenn Menschen, Politiker gar, ihre Meinung ändern, ist das natürlich höchst verachtenswert, logo. Andere bleiben stur immer bei einer einmal vorgefassten Meinung, egal wie dumm sie sich auch erweisen mag. Da räsoniert man doch lieber über "einen schmierigen Grünen mit langen Haaren." Fehlt nur noch der Hinweis auf`s Arbeitslager, wohin nicht wenige Spießbürger vor 50 Jahren Gammler und Studenten, und gewiss auch schmierige Grüne, hätte es die schon gegeben,wünschten.

  • #49
    ke

    Hilfe! Wie kann man sich nur so am Nasenring durch die Manage führen lassen. Es geht um ein paar Bäume am Rande einer Mondlandschaft und nicht um den Bayrischen Wald.

    1) Wir retten das Klima nicht. Allein wenn es um CO2 im Kohlebereich geht, ist unser Verbrauch total unerheblich. https://de.wikipedia.org/wiki/Kohle/Tabellen_und_Grafiken
    Beim Auto ist aktuell wieder der Benziner in. Scheiß auf CO2. Wir müssen diesen komischen Messwert in einigen Städten einhalten, warum auch immer.
    2) Eine Klage für den Lebensraum eines Tieres, das dort leben soll, stoppt den Ausbau und vernichtet riesige Summen an Kapital. Nur warum durften dann immer wieder Aktivisten und Demonstranten in diesen Mega-Natur-Wald? Sie bauen jetzt wohl sogar wieder Baumhäuser. Hoffentlich sind die genehmigt. Das ist doch ein Witz und es geht nicht um diese Bäume.
    3) Braunkohle ist eine CO2 Katastrophe, aber sie ist der einzige wirtschaftlich verstrombare heimische Energieträger für die Grundlast.
    4) Woher soll der Strom kommen? Die Windräder und Solardächer werden natürlich alle mit Rohstoffen hergestellt, die aus dem Supermarkt kommen und nicht aus Bergbau-Regionen und die Herstellung ist auch total ökologisch korrekt.

    Das größte Problem ist, dass die Politik hier eine Situation geschaffen hat, die in unserem Land nahezu nichts mehr ermöglicht. Viele schwärmen vom Rechtsstaat. Nur schafft dieser Recht oder kann nicht einfach gewürfelt werden. Das geht schneller und ist wahrscheinlich genauso gerecht.

    Dass mit sachlichen Argumenten wenig zu holen ist, zeigen die letzten Wochen. Warum meckern dann alle über die Fake News aus Amerika, wenn wir doch konsequent die Wissenschaft verdrängen und gefühlte Fakten mögen.

    BTW: Wie viele Tonnen CO2 hat wohl diese Mega-Demo am Naturschutzgebiet in die Luft geblasen oder sind alle ohne Ressourcenverbrauch angereist?

  • #50
    Juri Hertel

    FAZ:

    " Der Hambacher Forst ist derzeit ein Wallfahrtsort."

    ( http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/hambacher-forst-auf-der-richtigen-seite-der-abbruchkante-15826200.html )

    Eine Wallfahrt findet in der Tat statt , bis nach Katowice soll es gehen:

    https://www.oikoumene.org/en/press-centre/news/ecumenical-pilgrims-start-journey-to-advocate-for-climate-justice-at-un-climate-talks

    Reiner Priggen von den Gruenen/NRW sieht die Gruenen ueberholt durch zu-Fuss-gehende Pilgerer:

    https://twitter.com/hashtag/Lpt18nrw?src=hash

    RWE ist am Arsch, ist der Kevin der Energieversorgung:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/kommentar-zum-hambacher-forst-rwe-allein-am-kohle-pranger-15823437.html

  • #51
    Klaus Lohmann

    @ke: "Konsequent" wird die Wissenschaft, in diesem Fall die Geographie, z.B. dann verdrängt, wenn man einen partiell 12.000 Jahre alten *Wald* (Hambacher Forst) mit einem *Gebirge* ("Bayrischer Wald" als Teil des "Böhmerwalds" oder auch als eigenständiger Gebirgskamm) vergleicht.

  • #52
    Klaus-Peter

    Schlecht recherchierter Artikel. Allein in China werden hunderte im Bau befindliche oder geplante Kohlekraftwerke nicht mehr gebaut und Milliarden Investitionen in den Sand gesetzt um im Klimaschutz voranzukommen. (Quelle: Greanpeace und https://www.tagesschau.de/ausland/klimakonferenz-china-101.html)

  • #53
    thomas weigle

    @ke Gewürfelt, mit gezinkten Würfeln allerdings, hat das Politbüro unseligen Angedenkens, die brauchten keine Richter zu fürchten, die ihnen in ihre Umwelt zerstörerische Suppe spuckten. Dort konnte man besichtigen, was eine Industriepolitik anrichtete, die nach dem Motto verfuhr, nach uns die Sintflut und alle anderen machen es eh genauso.
    Nur weil Ihnen Richterentscheidungen nicht passen, wollen Sie eine der wesentlichen Errungenschaften der Aufklärung durch Würfel ersetzen. Kann man machen, nur fürchte ich, dass es auch dann viele Entscheidungen gibt, die Sie genau so empören. Es sei denn, Sie würfeln selbst.

    Wenn auch alle immer so gedacht hätten wie Sie, dann würden in unseren Flüssen immer noch Badeverbote bestehen, wie es bspw. am Main zwischen Mündung und Aschaffenburg 1959 verhängt worden ist. Ich erinnere mich noch gut an die Massen von toten Fischen, die eine schaurige Faszination auf viele Mainanwohner ausübten, darunter auch auf mich im kindlichen Alter.
    Die Fledermauspopulation wird die zeitweiligen Baumbewohner überleben, eine Meinung wie die Ihrige zum Abholzen, wenn sie denn zum Tragen kommt, aber sicher nicht.
    Sie erinnern sich vielleicht dunkel daran, was uns gerade die Stromwirtschaft für dunkele Zeiten menetekelte, wenn nicht flächendeckend AKWs das Land überziehen würden. Und es gab nicht wenige Wissenschaftler die dies mit "Fakten" untermauerten. Letztlich war das Fake Science.
    Wie viele "Expertisen" ließ früher die Tabakindustrie produzieren, dass es keinen Zusammenhang zwischen Rauchen und bspw Lungenkrebs gäbe? Was wurde Readers Digest verlacht und verhöhnt, das frühzeitig auf diese Zusammenhänge hinwies. Usw, usf.

  • #54
    Juri Hertel

    @Autor:

    Die Aussage in Ihrem Artikel bezueglich zu hochgefahrenen Gaskraftwerken ist definitiv falsch:

    " Und da auch die Kernkraftwerke bald abgeschaltet werden, müssen Gaskraftwerke hochgefahren werden. Gruppen wie der BUND wollen, dass auch sie abgeschaltet werden, aber das ist zur Zeit vollkommen unrealistisch."

    Beachten Sie die Angaben bei ISE:

    https://www.energy-charts.de/energy_de.htm?source=all-sources&period=monthly&year=2018

    und machen Sie bitte Quellenangaben.
    Die Stromerzeugung durch Erdgas im laufenden Jahr 2018 liegt bei 28TWh, so niedrig wie seit 2015 nicht mehr.

    Evtl. ist der gestiegene EE-Beitrag verschlafen worden?:

    https://www.pv-magazine.com/2018/08/14/when-the-wind-doesnt-blow-dont-worry-the-sun-shines/

    Evtl. wurde auch der private Gasverbrauch mit dem gesamten Gasverbrauch verwechselt ( https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/10/PD18_378_85.html ) was aber bei Beruecksichtigung des gesamten Energieverbrauchs Privater wurst ist.

    Wie gesagt: bitte machen Sie Quellenangaben bei Aussagen wie " Und da auch die Kernkraftwerke bald abgeschaltet werden, müssen Gaskraftwerke hochgefahren werden. "

    Der Stromverbrauch in Deutschland wie auch in Europa geht kontinuierlich zurueck. Trotz zunehmender Elektrifizierung von Verkehr und Waerme:

    https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Electricity_production,_consumption_and_market_overview/de&oldid=396954#undefined

    Noch nie lieferten Atom- und Kohle- und Gaskraftwerke so einen geringen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland und Europa wie zZ. – und das mit kontinuierlich abnehmender Tendenz.

  • #55
    Thommy

    @Laurin

    1.
    Ullrich Sierau schreibt man mit Doppel-l. Er kann da sehr ungehalten werden,….

    2.
    So im Sinne von Transparenz – wir stehen ja alle auf unabhängigen Journalismus- wie geht’s dem persönlichen Depot nach der Gerichtsentscheidung?

  • #56
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thommy: Ich besitze keine einzige Aktie. BTW: Die Unterstellung, nicht jeder der irgendwelchen Grünen-Unsinn nachplappert sei gekauft, ist schon etwas dreist – und ein Zeichen geistiger Schlichtheit.

  • #57
    Anderer Max

    Ist der Ruf erst ruiniert …
    Scheiß doch drauf, Massentierhaltung, Waldrodungen oder ungelöste Atommüllendlagerfragen – Global gesehen ist das alles nur unwesentlich. Andere sind viel schlimmer.
    Wollen wir unsere Kinder so erziehen, ja?
    Der eine Wald ist global gesehen egal, also scheiß drauf.
    Die 3 Uranbrennstäbe sind nur ein Promill des Welturanbrennstabbestands und daher völlig unwichtig!
    Deutschland ist nur der drittgrößte Braunkohleabbauer der Welt, es gibt also noch zwei schlimmere, bitte den Fokus darauf konzentrieren.
    Das ist doch kein Argument, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Ein bisschen edgy in anderen Zielgruppen wildern scheint momentatn en vogue zu sein.
    Kontroverse Artikel bringen mehr Interaktion und somit mehr Werbewert für den Blog.
    Ich werde das Gefühl nicht los, hier geht es nur um Provokation der Provokation wegen.
    Aber das liegt vermutlich an der geistigen Schlichtheit der Öko-Lobbyisten, gelle?

  • #58
    Juri Hertel

    Baseballdailydigest empfiehlt seinen Lesern: kauft RWE Aktien!

    https://www.baseballdailydigest.com/2018/10/07/rwe-ag-sp-rweoy-receives-consensus-rating-of-buy-from-analysts.html

    Xinhua sagt: lass es!

    http://www.xinhuanet.com/english/2018-10/06/c_137513676.htm

    Um 10% sind die abgegangen binnen 24h am letzten Handelstag:

    https://www.google.com/search?q=RWE+shares&client=firefox-b&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwjfsa7vpPbdAhWECMAKHeHED8YQ_AUICSgA&biw=1112&bih=888&dpr=1

    Wie doof muss der Stadtkaemmerer sein um diese Aktie zu halten? Doof wie eine Baseballmuetze oder wie ein ‚Anglerhuetchen‘?

  • #59
    Juri Hertel

    Wir bleiben dran:)

    RWE verkauft Braunkohlestrom an die Brennstabfabrik Gronau:

    https://www.freitag.de/autoren/evastegen/hambacher-braunkohle-fuer-uran-zentrifugen

    Gronau verkauft aber immer weniger Brennstaebe:

    https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/3499128-Bundestagsabgeordnete-besuchen-Urenco-Kein-angereichertes-Uran-aus-Gronau-fuer-Doel-und-Tihange

    Die EPRs sollten auch mal aus Gronau versorgt werden, die verbrauchen praktisch nichts … 😉

    https://www.spglobal.com/platts/en/market-insights/latest-news/electric-power/100418-finnish-olkiluoto-3-nuclear-unit-tests-slipping-behind-schedule-tvo

    https://www.montelnews.com/en/story/fessenheim-closure-no-longer-tied-to-epr-start-up–minister/940651

    Also das Braunkohlestrom mal das Klima schuetzt, wer haette es gedacht ?
    Und jetzt bleibt der Dreck wohl im Boden.

  • #60
    thomas weigle

    @ Juri Härtel Dunkel erinnere ich mich daran, dass die Herren der Stromindustrie seinerzeit, natürlich wissenschaftlich unterfüttert, von einer Stromerzeugung durch die Erneuerbaren von maximal 10% ausgingen.
    Letztlich sind aber die Wissenschaftler, die einen menschlichen Einfluss auf`s Klima als erwiesen ansehen in der Mehrheit.Der Laie kann das glauben oder nicht. Wobei es natürlich bequemer ist, denen zu glauben, die dem Ende der Eiszeit die Klimaveränderung zuschreiben. Diese "Erkenntnis
    erordert aber keine Verhaltensänderung. sonder begünstigt ein WEITERSO.!!
    Wenn hier die ruhrbaronische Industrielobby den Niedergang der Montan- und anderer Industrien beklagt und "schmierigen Grünen" die alleinige Verantwortung zuschiebt, ist das natürlich ein wenig schlicht. Dieser Niedergang hat mit den Grünen eher wenig zu tun, sondern war und ist v.a. ein Ergebnis des kapitalistischen Wettbewerbes. Die Zechen wurden nicht dicht gemacht, weil ein paar Grüne in Landesregierungen mit taten. .Das sind fake news. Die Grünen haben bspw. sogar die Kröte Garzweiler schlucken müssen. Das leere Opelwerk in Bochum ist nicht die Folge rot-grüner Politik, ebenso nicht die industrielle Öde in. Rheinhausen, und und und und.

  • #61
    egghat

    Ob wir Plastiktüten in die Umwelt werfen oder nicht, macht weltweit gesehen keinen Unterschied.
    Ob unsere Diesel stinken oder nicht, ein Softwareupdate bekommen oder nicht, macht weltweit gesehen keinen Unterschied.
    Ob wir Plastikmüll recyceln oder nicht, macht weltweit gesehen keinen Unterschied.
    Ob wir Gentechnik in Pflanzen zulassen oder nicht, macht weltweit gesehen keinen Unterschied.
    Nicht einmal eine AfD an der Macht würde weltweit gesehen keinen sonderlich großen Unterschied machen (Umkippender Sack Mehl in Europa aus chinesischer Sicht).

    Nur: Was ist das für ein Argument? Wir machen nix, weil die anderen auch nix machen? Photovoltaik ist heute in großen Teilen der Welt die billigste Energiequelle. Leider nicht rund um die Uhr. Und den Markt für Photovoltaik gibt es nur, weil Deutschland den Markt geschaffen und mit Milliarden angeschoben hat. Die Energiewende ist in dieser Hinsicht ein Erfolg, ob die Werke, die die billigsten Solarzellen produzieren in China oder in Deutschland sitzen. Jede Zelle spart CO2. Produktion in Deutschland wäre natürlich optimal, aber hej, auch mit chinesischen Zellen sinkt der CO2-Ausstoß. Und das war das Ziel.

    Das einzige wirksame Mittel gegen die Klimaerwärmung ist eine WELTWEITE CO2-Steuer (oder ein CO2-Emissionshandel, der den Vorteil hätte, dass die armen, wenig energieverbrauchenden Länder Zertifikate übrig hätten und über den Kauf Einnahmen generieren könnten). Hätte man ja auch mal erwähnen können. So ist mir der Artikel zu destruktiv.

  • #62
    Reinhard Junge

    Mit der Analyse der Weltlage in Sachen Braunkohle habt ihr zugleich gezeigt: Der RWE ging es hier nicht um die Rettung der Energie, sondern um die Durchsetzung des Hausrechts in der Art von Großgrundbesitzern. Motto: Was wir mit unserem Eigentum machen, geht das dumme Volk nichts an. Und Umweltschutz ist den RWE-Bossen offenbar auch scheißegal. Mit dem hämischen Verweis darauf, dass der Stopp für die Sägefetischisten ja nur der Justiz und den Anwälten zu verdanken sei, ignoriert ihr die Tatsache, das der Prozess von Umweltachützern angestrengt wurde. Die Demonstrationen haben aber gezeigt, dass große Teile der Bevölkerung von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, sich gegen die Bevormundung durch die Braunkohlenmafia und die mit ihr verbundenen Politiker zu wehren. Euer Spott richtet sich damit gegen Grundprinzipien der Demokratie. Ihr solltet euch statt Ruhrbarone besser Kohlebarone nennen.

  • #63
    roland

    Da sitzen tatsächlich,so ist mein Eindruck,die falschen, an den Hebeln der Macht.Das wimmelt ja hier ,von selbsternannten Energieexperten.Umweltschützern in Spe und Leuten die meinen,nur ihre Ansicht sei die richtige.Danke allen Kommentatoren für die umfassende Aufklärung.Zu den schmierigen Grünen noch.Den Hofreiter mag ich auch nicht.Dieser Man ist völlig fehl am Platz.

  • #64
    walter stach

    Schnellstmögliches Ende der Braunkohleverstromung……??
    1.
    Ich gehe davon aus, daß der aktuelle Sonderbericht des IPCC zum Klimawandel " Wasser auf die Mühlen" aller Befürwortern des schnellstmöglichen Ausstieges aus der Braunkohleverstromung sein wird.

    2.
    Ich gehe zudem davon aus, daß die Parteien, für die die Meinung der Bürger als potentielle Wähler bestimmend für ihre jeweilige Positionierung ist, dann und wann auch wider ihre Überzeugung in der Sache, hier in Sachen Klimawandel/sofortiger Kohleausstieg-, sehr nachdenklich sind und noch nachdenklicher werden angesichts der jüngsten Wählerumfragen.
    Forsa -18% für "die Grünen" -auf Bundesebene
    FG Wahlen – 18 % "für die Grünen" -in Bayern.

    Und bekanntlich propagieren " die Grünen" in besonderem Maße den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.

  • #65
    thomas weigle

    Wieso eigentlich bringen die Braunkohlenfans ihre Anhänger nicht auch mal auf die Straße? Eine Solidemo für den gebeutelten Stromkonzern. Zeigen, dass die Volksmassen hinter der Braunkohle und RWE stehen.

  • #66
    ke

    @51 K Lohmann:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerischer_Wald
    "Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem sich nordwestlich, jenseits der Cham-Further Senke anschließenden Oberpfälzer Wald sowie dem südlich von Passau und jenseits der Donau gelegenen Neuburger Wald das größte zusammenhängende Waldgebiet Bayerns"

    @51 T. Weigle
    Ich kann nicht erkennen, dass die unendlichen langen und oft vielfachen Verfahren zu irgendeinen positiven Effekt führen.
    Es sieht für mich eher danach aus:
    Kippe einem Gericht einen Sack Akten vor die Tür und du kannst alles verhindern.

    Gerichte sind unabhängig, sie haben viel Zeit und eine enorme Macht. Dabei sollten sie eigentlich Probleme lösen, indem sie Entscheidungen fällen. Nur das passiert nicht.

    —-
    Vielleicht sollten wir Deutschland teilen und jeder kann wählen, wo er leben möchte.
    Entweder bei den total politisch korrekten Ökos mit ihrer eigenen Weltanschauung. So mit Solarstrom und Windrädern, die dann von Betroffenheitsbeauftragten gebaut werden und offene Grenzen haben, oder in einem modernen Staat, der sich der Globalisierung stellt.

  • #67
    Horst Schulte

    Beide Seiten glauben die wesentlichen Argumente auf ihrer Seite zu haben. Außerdem wird plötzlich die Demokratie bemüht.

    So ähnlich wars auch, als Merkel die Energiewende mit dem Atomausstieg verkündete. Viele waren nach Fukushima dafür. Was ist von der Begeisterung geblieben?

    Ernüchterung und Ärger, weil die Strompreise so teuer geworden sind. Und die Politiker die Energiewende nicht hinbekommen hätten.

    Jetzt geht es um ein Stück alten Wald. Es ist so einfach dafür zu sein, dass der Wald nicht abgeholzt wird. Wer möchte so einen Wald einfach plattmachen? Und jeder Hambi-Fan ist außerdem überzeugt davon, dass der Betrieb der Kraftwerke in der Region überflüssig ist, weil die Deckung des Bedarfs auch ohne diese "Drecksschleudern" möglich ist.

    Wer das infrage stellt, hat den Schuss nicht gehört. Er wird als Unterstützer "der Konzern", des Großkapitals diffamiert, dass er die "Zwangsenteignung von Tausenden von Familien" unterstütze (doch, solche Dinge werden behauptet) und seine Argumente werden u.a. mit der Behauptung entwertet, dass er für ein paar Arbeitsplätze die Zukunft der Welt aufs Spiel setzt.Ja, diese Argument gibt es. Und Stefan Laurin hat einige (nur einige) davon aufgeführt.

    Vermutlich wird der öffentliche Druck durch geschickte Kampagnen der üblichen Verdächtigen ausreichen, um den Kohleausstieg viel schneller "hinzukriegen" als es 2016 (Rot – Grüne Beschlüsse im NRW – Landtag – mancher erinnert sich vielleicht?) den Anschein hatte.

    Dann haben wir gewonnen!?

    Wir verzichten auf Atomenergie, auf Steinkohle und auf Braunkohle und – man muss ja ambitionierte Ziele haben – wenig später auch auf Gaskraftwerke. Wenn es dann mal dunkel in der Bude bleibt oder ein paar der ungefähr 250.000 Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie des Landes verloren gehen (die 4000 Kumpel nicht mitgezählt, weil sie ja ohnehin zu 2/3 schon fast an der Altersgrenze sind…) können wir ja wieder auf die Straßen gehen und gegen die Nichtsnutze in "der Politik" protestieren, die einfach nichts gebacken kriegen.

    Dann maulen wieder alle im Chor herum und keiner will mehr was davon wissen, mit welchen gefühligen Argumenten der Ausstieg aus der Kohle in diesen aufgeregten Zeiten betrieben wurde.

  • #68
    ke

    #63 W Stach:
    Wie sieht denn die Alternative aus?
    Solar und Wind und die Speicher kommen aus dem Zauberhut?

    Solar und Wind müssen dann natürlich noch umweltschonend produziert werden. 🙂
    Es bringt ja global nichts, wenn die Landschaft am anderen Ende der Erde und an den Stadtorten ruiniert wird.

  • #69
    ke

    #66 H Schulte:
    Der schnellere Atomausstieg durch Frau Merkel war aus meiner Sicht richtig.
    Das Unglück in Japan hat gezeigt, dass auch in einem Hochtechnologieland durch einen GAU erhebliche Schäden entstehen können. Dass die so sicheren Reaktoren keine Chance gegen ein Erdbebeben in einem Erdbebengebiet hatten, hat für mich gezeigt, dass die Technologie nicht zu verantworten ist.
    Deshalb ist dieser Schritt richtig.

    Wir müssen nur sehen, dass wir eben nicht ohne Strom sind und dass wir auch sichere Leitungsnetze haben. Das ist nach meinen Kenntnisstand nicht der Fall. Ebenso ist davon auszugehen, dass an jedem Trafo, Stromleitungsstandort irgendwelche Käfer, Vögel oder Erdkernwürmer gefunden wird, die schützenswert sind und mind. eine viele Jahrzehnte lange gerichtliche Klärung der Standorte erfordern.

    Dagegen können wir, nur Lösungen finden wir nicht. Die Rheinbahn hat schon Probleme, Bahnen in der richtigen Breite zu bestellen.

  • #70
    Klaus Lohmann

    @ke: Wenn schon zitieren, dann bitte richtig: "Der Bayerische Wald oder Bayerwald ist ein etwa 100 km langes und bis 1456 m ü. NHN hohes Mittelgebirge [..] Geologisch und geomorphologisch gehört er zum Böhmerwald – dem höchsten Rumpfgebirge des Böhmischen Massivs"
    Man beachte die Differenzierung zwischen "ist" und "bildet". Merkels Hände "bilden" manchmal eine Raute, "sind" aber keine.

  • #71
    ke

    @70 K Lohmann:
    Auf jeden Fall ist dort richtig viel Wald und nicht nur eine Fläche Bäume, die kleiner ist als manches Wäldchen in Dortmund. Also eine Fläche, die sonst eher nicht interessiert. Aber jetzt ist es halt der Hambi und die Fledermäuse, falls es sie gibt, können sich vermutlich auch wieder über viele Aktivisten freuen, die direkt vor der Haustür die Natur zerstören, weil sie meinen, auf Bäumen leben zu müssen.

  • #72
    Klaus Lohmann

    @ke: Eine Fläche, die *WEN* nicht interessiert? Die, die wie Sie "nicht interessiert" sind, mögen mit Steingärten und betonierter, "naturnaher Landschaft" glücklich sein – oder zur "anderen Seite" wechseln, wenn der Baumbestand im Bayrischen Wald als nächstes dran ist. Dann ist es aber – siehe Hambacher Forst, der vor der Gier von RWE zwanzig mal größer war als heute – schon fast zu spät. Aber Hauptsache, der "schmierige Grüne" klingelt nicht an Ihrer Haustür.

  • #73
    ke

    @72 K Lohmann:
    Viel Spaß beim Leben ohne Ressourcen-Verbrauch aus der Natur.
    Aufs Heizen im Winter müssen Sie dann wahrscheinlich verzichten. Zumindest fällt mir aktuell keine Energie ein, für die nicht irgendwie Natur zerstört wird.
    Selbst die alte Kuhstall-Heizung funktioniert nur, weil die Tiere beim Fressen Natur zerstören.

    BTW: Wie soll man ohne Naturverbrauch überhaupt leben?

  • #74
    Klaus Lohmann

    @ke: Richtig. Solarzellen machen die Erde bei zuviel Verbrauch dunkel und kalt, Windenergieverbrauch lässt Segler und Surfer stranden (aber verschont im Herbst die Bäume!) und Wasserkraftkonsum senkt den Meeresspiegel… Moment mal, gute Idee;)

    Stichworte wie "Erneuerbar" und "Nachhaltig" scheinen Ihnen auch im 21. Jahrhundert nicht allzu viel zu sagen.

  • #75
    ke

    @74 K Lohmann:
    Solarzellen entstehen aus dem nichts inkl. der Verteiltechnik und der Elektronik und sie brauchen auch keine Ressourcen.

    Windenergie verbraucht ebenfalls keine Fläche und keine Wege zu den Standorten. Das Fundament entsteht aus dem Nichts, der Turm und die Generatortechnik ebenfalls.

    Es läuft doch aktuell ein "Ich bin dagegen". Gegen Pumpspeicher wurde natürlich auch demonstriert:
    https://www.zeit.de/2010/48/Pumpspeicherkraftwerk

    Woher soll der Strom denn kommen? Ich möchte ihn nutzen und als Lebewesen gehört es dazu, Natur zu nutzen.

    Aktuell überwiegen bei mir die Vorteile der Braunkohleverstromung. Die die dagegen sind, soll auch Lösungen mit einer Gesamtkostenrechnung inkl. Total-Ressourcenverbrauch präsentieren. Wenn sie besser sind, können sie realisiert werden. Bisher kenne ich aber keine überzeugende Lösung. Die Windräder in den Feldern benötigen auch jeweils Wege, Fundamente etc. In den Wäldern und im Wattenmeer sind die Vogelschredderanlagen auch nicht ohne Auswirkungen.
    Eine Stromleitung verschwindet auch nicht, wenn man sie nicht sieht. Das Vergraben ist nur wahnsinnig teuer. Die Schneise benötigen wir trotzdem.

  • #76
    Klaus Lohmann

    @ke: All Ihre "Sekundär-Rohstoffe" (von denen nur ein Teil natürliche Ressourcen verbrauchen) kommen bei der Braun- und Steinkohle sowie bei Öl und Gas als Kostenfaktor noch *zusätzlich* zum ersatzlosen Verbrauch des jeweiligen Primärrohstoffs – oder holen Sie die selbstgebuddelte Braunkohle mit der Schubkarre vom Forst ab und brennen sie dann im Wohnzimmerkamin weg???

    Ich schreib’s gern nochmal: Das mit den *Erneuerbaren* Energien scheint außerhalb Ihres Begriffshorizonts zu liegen. Niemand behauptet, Energie muss zwingend aus dem Nichts entstehen, aber die große Mehrheit in der Wissenschaft weiß um die Endlichkeit der "traditionellen" Energievorräte und um das Problem, *rechtzeitig* vor deren Erschöpfung die Investitionen für die Nutzung neuer Energieformen abgeschlossen zu haben. Sonst wird’s wirklich dunkel.

  • #77
    Nazienkel

    "Weltweit, also da, wo die Fragen des Klimas entschieden wird, die ohnehin eine globale ist, hatte er ohnehin keine Bedeutung."

    Hach ja, stimmt ja, Deutschland ist ja kein Teil der Welt.

    Menschen mit ‚Wursthaaren‘ haben ja schon immer nix zu melden, solche ohne dafür Aussicht auf ne Praktikantenkarriere bei Broder.

    Vielleicht sollten die Texte von Stefan Laurin doch endlich mal als Satire gekennzeichnet werden?

  • #78
    Juri Hertel

    Das NICHTS stellt rd 10% der deutschen Braunkohlefoerderung dar.

    Wert: ca € 1 Millionen, die hat Ecosia geboten:

    https://de.blog.ecosia.org/1m-hambach/

    RWE macht aber lieber zu:

    http://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/Ecosia-will-RWE-den-Hambacher-Forst-abkaufen

    Als Greenpeace anbot Vattenfall den Ossidreck abzukaufen lehnte Vattenfall ab.
    Nun hat der Mafiakonzern Leag kein Geld fuer den Rueckbau:

    https://www.freiepresse.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaft-regional/gutachter-leag-fehlen-noch-milliarden-fuer-revier-sanierung-artikel10331961

  • #79
    Juri Hertel

    Das NICHTS ist bereits auf dem Weg:

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/erklaervideo-klimafolgen-fuer-die-nordseekueste-100.html

  • #80
    thomas weigle

    Die Stromkonzerne und ihre Helfershelfer in Politik und Medien haben über Jahrzehnte hin mit Nachdruck behauptet, dass die Lichter ausgehen, wenn ihre Vorstellungen nicht 1:1 umgesetzt würden. Wurden sie dann aber nicht, weil einige ans Nachdenken kamen. Lichter aber sind bspw vor einigen Jahren in Teilen des Münsterlandes ausgegangen, weil der Wind Strommasten wie Streichhölzer geknickt hat.
    Womit wir wieder beim Klima wären.

  • #81
    Stephan

    Es geht offensichtlich einigen nur darum irgendetwas zu einem Thema zu sagen. Die Aktivisten wissen oft selbst nicht genau warum sie da sind und worum es geht. Habe mich mit einigen unterhalten. Wir müssen uns entschieden ob wir eine Wirtschaftsnation bleiben und das Kapital dafür haben wollen Menschen aus Kriegsgebieten zu helfen, unsere älteren Mitmenschen einen verdienten Lebensabend und unseren Kindern ein Einkommen zu sichern oder selbst ein dritte Welt Land werden wollen. Es ist keine Lösung Wälder ( ein Hektar pro Windrad) zu roden und Vogelschwärme durch den Fleischwolff zu drehen oder Solarzellen aus dritte Welt Ländern zu importieren ( Umweltbilanz läuft gegen null). Warum nehmen wir uns nicht die Zeit nachhaltige Lösungen zu erschaffen. Aber hierfür brauchen wir Kapital, Zeit und Energie. Und ich bin mir sicher das die AKW aus Belgien die schlechteste Lösung zur Versorgungssicherheit sind.

  • #82
    ke

    @81 Stephan:
    Ich habe von einem Hambi Demonstrant am Sa gehört, dass man einfach demonstrieren muss und deshalb auch mal eben vom Pott zu den geschützten Fledermäusen fahren muss. Scheiß auf den CO2 Ausstoß, der für die Weltrettung erforderlich ist.

    Sonst teile ich ihre Einschätzung zur Energieversorgung. Ich bin pessimistisch was die Versorgungssicherheit betrifft. Da ich die Einschätzung, dass die Steuerungssysteme nicht für die vielen Kleinerzeuger gemacht wurden, für sehr plausibel halte.

    @80 T Weigle
    Die Geschichte mit den Strommasten lag wohl eher am Wetter und an dem Zustand der Masten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnsterl%C3%A4nder_Schneechaos

  • #83
    Stephan

    Eines vielleicht noch. Warum spricht niemand über die grossflächige Rodung in Brühl für einen Freizeitpark?

  • #84
    ke

    @83 Stephan:
    Was ist mit den vielen Flächen entlang der A2, die mit Lagerhallen versiegelt werden?
    Es gibt jetzt schon zu viel Verkehr auf den Autobahnen mit zu schweren Autos. Die vielen Baustellen dort sorgen auch ständig für Verkehrsopfer.

    Dann haben wir an der Dortmunder Stadtgrenze in direkter Nähe zum Kanal mit viel Natur den Bereich Groppenbruch.
    https://www.dortmund24.de/dortmund/natur-soll-industrie-weichen-dortmunder-einwohner-fuerchten-plaene-aus-waltrop/

    Es bleibt zu hoffen, dass auch diese wertvolle Fläche geschützt wird. Noch mehr Verkehr verkraftet der Bereich sicherlich nicht und viele Anwohner wurden schon durch den A2 Ausbau vertrieben.

    Es gibt viel zu tun und zu optimieren. Aber alles konzentriert sich auf ein paar Bäume im Niemandsland.
    Auf zusätzliche Lagerhallen und LKWs können wir sicherlich verzichten. Auf eine gesicherte Stromversorgung aber nicht.

  • #85
    Klaus Lohmann

    @ke: Die 23 ha des NSG Groppenbruch haben nichts mit der im Artikel erwähnten reinen Ackerfläche "Im Dicken Dören" direkt westlich der Mengeder Str. zu tun. Monieren kann man einzig die geplante Flächenversiegelung dieses einen Ackers und dass die wenigen Anwohner im Ortsteil Groppenbruch bei Realisierung des Vorhabens auf eine große Montagehalle gucken werden.

    Ansonsten blitzt hier das alte Kirchturmdenken wieder durch, gelle?

  • #86
    ke

    @85 K Lohmann:
    Kennen Sie das Gebiet überhaupt? Es geht ja nur um knapp 1/6 der Fläche (nutzbar) (23ha insgesamt), die im Braunkohlerevier für Wirbel sorgt. Aber im Pott ist das natürlich Kirchturmdenken. Schöner kann man sich nicht entlarven.

    Zwischen Rheda und Dortmund an der A2 entsteht eine versiegelte Fläche nach der anderen. Die A2 erstickt im Verkehr. Die Anwohner haben schon jetzt in und um Dortmund extrem viel LKW Verkehr, aber das ist ja egal.

    Übrigens gibt es zwischen Mengede und Ickern ein sehr schönes Waldgebiet mit vielen überschwemmten Flächen, das direkt an die landwirtschaftlichen Flächen und dann auch an dem geplanten Industriegebiet angrenzt. Was dann in dem Industriegebiet passiert, ist eine andere Sache. Die Auffahrten zur A2 sind auf jeden Fall schon jetzt total überlastet.

  • #87
    ke

    @85 K Lohmann.
    Ich hatte nichts vom NSG Groppenbruch geschrieben. Nur von einer aus meiner Sicht schützenswerten Fläche direkt am Kanal in direkter Nähe zu einem sehr interessanten Wald.

  • #88
    Klaus Lohmann

    @ke: "Kennen Sie das Gebiet überhaupt?" – Ja, deshalb vergleiche ich auch nicht Äpfel (Hambacher Forst) mit Birnen ("altindustrielle" Ackerfläche).

    Es gibt ein mehrere hundert Meter entferntes NSG "Groppenbruch" und einen – nicht mehr als andere ländliche Vororte schützenswerten – Ortsteil Groppen*bruch* mit normaler Wohnbebauung, beides auf Dortmunder Stadtgebiet.

    Die für einen ortsansässigen LKW-Fertigungsbetrieb geplante Erweiterungsfläche heißt "Im Dicken Dören", ist ein staubiger, 15 ha großer Acker mit ein paar Bäumen als Randbewuchs und befindet sich auf Waltroper Gebiet am Rande einer Waldfläche, in deren Mitte der Groppen*bach* fließt. Weder diese Waldfläche noch das NSG noch der Dortmunder Ortsteil werden von der Planung direkt tangiert, der zusätzliche Verkehr wird ausschließlich über die Mengeder Str. geleitet, die beide Städte verbindet.

    Wenn Dortmund im Vorfeld der notwendigen Regionalplan-Änderung entsprechende Erörterungs- und Gesprächstermine mit den Waltroper Stadtplanern verpennt oder als unwichtig betrachtet, müssen sich die Mengeder Anwohner nicht wundern, wenn Waltrop dann allein mit dem RVR konsequent weiterplant.

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