Hemmungslos verzockt? DAZN verdoppelt die Preise für Neukunden zum 01.02.2022

DAZN Logo Bild: DAZN Group Lizenz: CC BY-SA 4.0

„Der beste Zehner bleibt!“, mit diesen und ähnlichen Slogans warb DAZN für über Jahre für das eigene Streaming-Angebot. 10 €, unbegrenzter Konsum des „NETFLIX“ des Sports. Im Juni 2017 erklärte der damalige Geschäftsführer Rushton, man plane langfristig mit Preis von 9,99 € und wolle lediglich eine Inflationsanpassung vornehmen.

Immer wieder stand DAZN in der Kritik. Insbesondere bei zuschauerintensiven Spielen kam es zu Verzögerungen, Verbindungsabbrüchen und schlechter Bildqualität. Mehrfach konnten Fans die Spiele gar nicht verfolgen. Hinzu kam der Verlust der Premier League und die häufig eher als Nischenspiele der Bundesliga aufzufassenden Partien, die von DAZN übertragen werden. Auch gab es immer wieder Kritik am mangelnden Fachwissen der Moderatoren sowie der Strategie, Spiele „aus der Box“ zu kommentieren, statt aus dem Stadion.

Erst im August 2021 erhöhte DAZN die Preise von damals 11,99 € auf 14,99 €. Die nun geplante Preisanpassung zum 01.02.2022, nur ein halbes Jahr später, wirft Fragen hinsichtlich der finanziellen Planung und Zuverlässigkeit des Unternehmens auf. Im Jahr 2019 hatte die DAZN Group einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro eingefahren. Je nach Angebot wird DAZN damit erstmals teurer als der Konkurrent Sky.

Zunächst ist die Preisanpassung nur für Neukunden und Rückkehrer vorgesehen, für Bestandskunden gelten die Preise bis zum 31.07. unverändert weiter. Die schwammige Positionierung des Unternehmens sowie ausweichende Antworten auf wütende Kundenkommentare bei Social Media lassen aber nur den Schluss zu, dass auch Bestandskunden ab dem 01.08.2022 eine Verdoppelung der Preise ins Haus steht.

Ganz offenbar hat das Unternehmen den zu erwartenden Shitstorm bei Social Media ähnlich schlecht antizipiert, wie die eigene Kostenstruktur. Auf die Aussage, es sei der Plan gewesen „mit einem sehr niedrigen Preis in die Saison zu gehen, um Fans die Möglichkeit zu geben, DAZN kennenzulernen“ folgte der Vorwurf, den Kunden Lockvogelangebote verkauft zu haben, verbunden mit dem Hinweis auf die erst jüngst erfolgte Kostensteigerung.

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7 Kommentare

  1. #1 | Bochumer sagt am 26. Januar 2022 um 22:17 Uhr

    Die haben 1 Milliarde Verlust gemacht… ? Verbrennen die Geld um zu heizen? Ich denke, die Gruppe hat keine große Zukunft.

  2. #2 | Philipp sagt am 27. Januar 2022 um 11:22 Uhr

    Das Lustige/Traurige/Tragische/wasauchimmer an der Sache: Das erinnert alles so sehr an Leo Kirch und das Premiere Fiasko in den 90ern/00er Jahren.

    Plus ça change, plus c'est la même chose.

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Januar 2022 um 15:44 Uhr

    Mich wundert der neue Preis von DAZN nicht wirklich. Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren ja extrem erweitert. Da es inzwischen mit dem von Sky (im Bereich Sport) konkurrieren kann, ist auch der Preis in einer ähnlichen Höhe angelangt. Wenn inzwischen fast alles Ligen der Welt live und im Detail verfolgt werden können, etwas das früher undenkbar gewesen wäre, hat das eben seinen Preis. Man muss sich halt überlegen, wie viel man im Monat für die diversen Pay-TV bzw. Streaming-Dienste ausgeben kann bzw. mag und dann seine Wahl treffen.

  4. #4 | eugen. stolz sagt am 20. Februar 2022 um 16:00 Uhr

    Warum müssen immer zwei Kommentatoren ununterbrochen kommentieren. Völlig überflüssig und total nervig. (Bayern – Fürth). Das Geld könnt ihr Euch sparen. Freunden und Bekannten geht es genauso, bitte dringend ändern.

  5. #5 | karl Krabetzki sagt am 4. März 2022 um 22:00 Uhr

    Den Verein gibt es nicht mehr lange.

  6. #6 | Salah sagt am 10. März 2022 um 13:46 Uhr

    Eigentlich schreibe ich für solche Dienste keine Kommentare, aber da ich heute mal Zeit dafür habe…..
    Alle Streamingdienste haben in den letzten Wochen/Monaten ihre Preise stark angehoben Prime, DAZN, Für jeden sollte doch klar sein, dass die Preise steigen mussten, da ja unverschämt hohe Rechtegebühren bezahlt werden müssen, damit unsere armen Sportler auch das nächste Jahr mit ihren geringen Gehältern überleben können. Durchschnittliche Zweitliga Fussballtreter verdienen ja inzwischen ca. 5 bis 6 mal soviel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Ersteliga dementsprechend mehr und das wird ja zu einem erheblichen Teil von den Rechteinhabern bezahlt. Ist doch toll, jeden Monat ca. fast 70 Euro vom verdienten Geld an dem Millionengehalt der Superstart beteiligt zu sein…
    Immer schön Trikots kaufen, ins Stadion rennen und im TV die ganze Aufbereitung noch mal anschauen. Vielleicht sollten die Konsumenten mal über einen langen Zeitraum diese Gesellschaften und Vereine mit Enthaltung sanktionieren, damit die mal von dem Ross runterkommen. Ich bin eigentlich Fussballfan und habe lange Zeit auch Leistungsfussball gespielt, aber das ist ja nicht ehr zu ertragen das Gejammere. Wegen mir können die Vereine auch pleite gehen, trifft ja keine armen Spieler wie Arbeitnehmer, die wegen Corona Kurzarbeitergeld bekommen haben oder Krankenschwestern die wirklich arbeiten müssen.
    Das gleiche gilt natürlich auch für die Rechteinhaber, die meinen man könnte die Kunden wie eine Weihnachtsgans ausnehmen. Fussball ist nicht wirklich wichtig und mir fällt es schon seit langer Zeit immer leichter darauf zu verzichten (außer Amateurfussball), weil der Sättigungsgrad schon längst erreicht ist. Keiner braucht Fussball von Freitag bis Montag oder Champions-Leage Achtelfinale auf 4 Tage gestreckt und auf zwei Wochen. Deswegen abonieren die Leute diese Dienste ja auch nicht und deswegen fahren die Anbieter ja auch Mega Verluste ein. Premiere/Sky schon seit Jahren, DAZN auch und Prime funktioniert nur, weil das quersubventioniert wird mit den anderen Angeboten von AMAZON.
    Kein Spieler ist 200 Millionen wert, aber das Geld scheint ja auf Pump da zu sein. Paradox wenn in Spanien Mega-Verluste der Vereine über Banken finanziert werden und deren Bankpleite dann von Rettungsschirmen abgefangen werden, deren Zeche die Steuerzahler bezahlen. Geht das auch mit den Schulden von ganz normalen Bürgern?
    Viel Spaß beim Nachdenken

  7. #7 | DEWFan sagt am 10. März 2022 um 15:28 Uhr

    Es gibt doch günstige Alternativen:
    – sporttotal.tv zeigt die meisten Spiele kostenlos oder max. 3 – 5,- € pro Spiel.
    – sportdeutschland.tv u.a. mit Handball Bundesliga der Frauen, auch kostenlos und ohne Anmeldung.
    – Ruhrnachrichten.de im Digitalabo für 15,- € / Monat, besonders empfehlenswert für Fußballfans aus dem Raum Dortmund.

    OK, die genannten Alternativen zeigen jetzt NICHT Fußball Bundesliga, Euro Leage und Champions Leage. Aber seien wir mal ehrlich: um Flanken ins Nichts und Steilpässe ins Toraus zu "bewundern", reicht der Amateurfußball doch auch, oder nicht?

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