„Ich schäme mich nicht nur fremd, für dich, Freund Akif“

Thomas Hoofakif_ende

Es wird einsam um Akif Pirincci. Nach seiner gestrigen Hetzrede bei einer Pegida Kungebung in Dresden, bei der er unter anderem bedauerte, dass zur Zeit die Konzentrationslager geschlossen seien, hat sich heute Nachmittag der Bertelsmann-Verlag von dem Autor getrennt. Nun gehen auch die eigenen Leute von Bord. Der Administrator seines Blogs hat in einem offenen Brief die Zusammenarbeit aufgekündigt:

Und so schäme ich mich. Ich schäme mich nicht nur fremd, für dich, Freund Akif.

Ich schäme mich für mich. Dafür, dir bei der Errichtung deiner Plattform zur Verbreitung deines Unsinns behilflich gewesen zu sein, in der Hoffnung, dein Intellekt würde es begreifen, als ich dir sagte, dass 95% deiner Leser von rechten und ultrarechten verweisenden Webseiten kämen, und das du deren Hass schürende Vorurteile und Ängste befeuerst, da sie deine Polemik nicht verstehen.

Ich sehe, auch du verstehst nicht.

Lebewohl

Dein Webmaster Torsten

Ob das Pirincci stört, sei dahin gestellt. Morgen erscheint im Manuscriptum Verlag sein neues Buch mit dem Titel „Die große Verschwulung“ – da wird Pirincci der Rummel um seine Person recht sein. Ein neuer Admin wird sich da schnell finden lassen.  

Dem Chef des   Manuscriptum Verlags  gibt  der ehemalige Admin von  Pirinccis Blog die Mitschuld an dem Niedergang des einstigen Autoren von Katzen-Krimis. Über den  Manufactum Gründer und einstigen Grünen-Funktionär  Thomas Hoof schreibt er:

So kamst du wie gerufen für eine Gruppe Menschen rund um den Verleger Thomas Hoof, der, wie man schnell herausfindet, nicht nur der Gründer des Versandhandels Manufaktum, sondern auch Verleger im mittlerweile ausgegliedertem Manuscriptum Verlag ist. Und nicht nur das. Thomas Hoof ist auch einer dieser selbsternannten Mahner und Aufpasser des neorechten Spektrums. Einer, der sich kümmert um die Zukunft und mahnt vor dem Ende. Seine postapokalyptischen Sehnsüchte werden nun durch dich erfüllt, lieber Akif.

Zustimmen muss man dem Admin auch, was seine Prognose für die Zukunft  Pirinccis betrifft:

Und du wirst es erleben. So schnell, wie sie dich aus der Traufe der relativ unbedeutenden Schriftsteller in eine Bedeutungsebene gezogen haben, die deinem Intellekt keinesfalls entspricht, so schnell lassen sich dich auch wieder hineingleiten in den Modder und der Jauche, die dein Wirken mittlerweile umgeben.

Der  gestrige Auftritt  Pirinccis  hat seinen schon lange begonnen Abstieg erneut beschleunigt. Mal schauen, wo er enden wird. Die Gosse ist kein unwahrscheinliches Szenario.

 

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14 Kommentare

  1. #1 | André sagt am 20. Oktober 2015 um 18:03 Uhr

    Die NachDenkSeiten skandalisieren lieber eine Spiegel-Überschrift als die gefährliche, kriminelle Entwicklung des PEGIDA-Mobs…
    http://journalistenhatz.blogspot.ch/2015/10/pirinccis-kz-vergleich-sei-in-einem.html

  2. #2 | Rainer Möller sagt am 20. Oktober 2015 um 18:33 Uhr

    Pirincci hat polemisch insinuiert, (einige) heutige Politiker verhielten sich wie Gauleiter, und es tue ihnen leid, dass die KZs abgeschafft seien.
    Das darf natürlich nicht durchgehen. Schützt die deutschen Politiker vor ihren Wählern – was sonst könnte die Aufgabe eines "demokratischen" Journalisten sein?

  3. #3 | Sven sagt am 20. Oktober 2015 um 18:52 Uhr

    Andre, was sollen die Nachdenkseiten auch machen. Hat man sich einmal in das Netz der Putin Propagandisten eingegleidert, heißt es liefern.

  4. #4 | Sebastian Klein sagt am 20. Oktober 2015 um 18:54 Uhr

    Ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, was ich davon halten soll. Wenn ich jetzt lese, dass dieser Typ so krass übers Ziel hinaus geschossen ist, dass sogar Lutz Bachmann(!) sich für den Auftritt entschuldigt(!!!) (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/pegida-lutz-bachmann-entschuldigung-akif-pirincci-rede-dresden) frage ich mich doch, ob Akif Pirinccis nicht einfach nur ein unfassbar guter Troll ist, der Pegida den Spiegel vorhält, indem er sich maßlos überidentifiziert hat. Dazu passen würde, dass Bachmann behauptet, die Rede wäre so nicht abgeprochen worden.

    Ich wünschte mir, es wäre so. Aber angesichts von Pirinccis Büchern und der Tatsache, dass er noch nie hat durchblicken lassen, dass er lediglich eine Maske tragen würde befürchte ich, er meint das tatsächlich ernst und hatte nur zuviel Koks.

  5. #5 | Klaus Lohmann sagt am 20. Oktober 2015 um 21:24 Uhr

    @#4: Richtig, Pirincci meint das genauso, lässt das ungeschminkt in seinen bisherigen Büchern durchblicken und ist vom jetzt schleimenden Oberbraunen Lutz Bachmann wohl nicht als Comedian zur PEGIDA-Demo eingeladen worden.

    Dass ein Nazi wie Rainer Möller unter #2 wieder mal versucht, Geschehenes und Verzeichnetes zu verleugnen oder zu relativieren, sollte Beweis genug für Pirinccis Ernsthaftigkeit in seinem verfassungsfeindlichem Hass sein.

  6. #6 | Gerd sagt am 20. Oktober 2015 um 21:40 Uhr

    Stefan, der hat nicht das getan, was ihm unterstellt wird:

    “Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn es gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.”

    Pirinçci nimmt mit seiner provokanten Überspitzung Bezug auf den Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU), der asylkritischen Deutschen nahegelegt hat, das Land zu verlassen.

    Pirinçci unterstellt Politikern wie Lübcke, dass sie unliebsame politische Gegner am liebsten in alter Nazi-Manier aus dem Wege räumen würden. Dies ist zwar immer noch nicht besonders geschmackvoll und mit Sicherheit auch nicht die intelligenteste Aussage, die der Bestseller-Autor je von sich gegeben hat, aber dennoch eine völlig andere Nummer als die ihm in die Schuhe geschobene Forderung nach der Inbetriebnahme von Konzentrationslagern.

    Zitat Ende

  7. #7 | Robert Niedermeier sagt am 20. Oktober 2015 um 22:45 Uhr

    Pikiert distanzieren sich die Neurechten von Akif .P., doch…
    >Wer im Dritten Reich als angeblicher Kulturbürger über den Vulgärantisemitismus des »Stürmers« die Nase rümpfte, fand in scheinintellektuellen Zeitschriften wie »Das Reich« andere Begründungen für die gleichen Verbrechen. Wer bei Pirinçcis Rede »Keine Hetze!« ruft und wieder bei Pegida mitläuft, muss sich vorwerfen lassen, nur wohlfeilere Worte und Begründungen für eigenen Hass zu suchen.<
    http://www.neues-deutschland.de/artikel/988559.der-stuermer.html

  8. #8 | Klaus Lohmann sagt am 21. Oktober 2015 um 00:28 Uhr

    @#6 Gerd: § 130 Abs. 3 und § 90b (evt. auch 90a) StGB geben – auch im Strafmaß – ausreichend her, keine Bange.

  9. #9 | Foggy sagt am 21. Oktober 2015 um 04:59 Uhr

    Auch wenn die KZ Aussage von den Medien aus dem zusammenhang gerissen wurde, war der Rest seiner Rede auch so harter Tobak. Einige der Probleme die PEGIDA anspricht sind real, nur leider nützt das nichts wenn sich ein immer größerer Mob Rechtsextremer anschließt.

  10. #10 | Links anne Ruhr (21.10.2015) » Pottblog sagt am 21. Oktober 2015 um 05:35 Uhr

    […] &quot;Ich sch&auml;me mich nicht nur fremd, f&uuml;r dich, Freund Akif&quot; (Ruhrbarone) – Der Webmaster von Akif Pirincci will nicht mehr f&uuml;r ihn arbeiten und begr&uuml;ndet das in einem offenen Brief. […]

  11. #11 | Rainer Möller sagt am 21. Oktober 2015 um 09:26 Uhr

    Die böswillige Fehlinterpretation des KZ-Zitats hat sich, dank Internet, ja nicht aufrecht erhalten lassen.
    Jetzt geht es also darum, dass Pirincci den NS bagatellisiert und "verharmlost" haben soll. (Zum Thema "Singularität des NS" hat Timothy Snider einige kritische Anmerkungen gemacht.)

    That's fine with me. Ich würde den Lübcke und ähnliche West-CDU-Politiker ohnehin nicht mit NSDAP-Politikern (Gauleitern o.ä.) vergleichen, sondern mit Ost-CDU-Poliikern. Das ist der gleiche haltlose und charakterschwache Typ, der sich an Denkmuster und Rhetorik der dominaten Linken anpasst und sich so gegen seine eigenen Wähler radikalisieren lässt. Wie die Ost-CDU 1946-1950ff. Ich hoffe doch, dass Klaus Lohmann mit diesem Vergleich einverstanden wäre.

  12. #12 | Gerd sagt am 21. Oktober 2015 um 20:42 Uhr

    "Ähnlich wie die Montagsdemonstranten(von Pegida) verteidigen die Mainstream-Demokraten immer nur die Meinungsfreiheit derer, die ihre Ansicht teilen."

    Quasi die angelsächsische Sichtweise in Sachen Meinung:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/neue_provokationseinheit_1_pirincci_oder_lasst_sie_stammeln

  13. #13 | abraxasrgb sagt am 21. Oktober 2015 um 20:58 Uhr

    Es wäre an der Zeit eine aktualisierte Version des Klassikers: "Wege in die Knechtschaft" (A. v. Hayek) zu schreiben.

    Der Ton wird rauher …

  14. #14 | Klaus Lohmann sagt am 21. Oktober 2015 um 21:30 Uhr

    @#12: Nein, mittlerweile "muss" eine liberale Gesellschaft "sowas" nicht mehr aushalten. Sie muss ihre liberale Verfassung ausüben, damit diese nicht durch Relativisten wie Sie oder Ihr Zitat-Autor ausgehöhlt und ausgewaschen wird.

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