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Irgendwann reicht es jetzt aber mal, liebes Robert Koch-Institut!

Lothar Wieler vom RKI. Quelle: Wikipedia, Foto: Andrea Schnartendorff, Lizenz: gemeinfrei

Die Corona-Pandemie hat die Welt bekanntermaßen vor riesige Herausforderungen gestellt. Mit einer Situation wie dieser, war unsere moderne Gesellschaft bisher nie konfrontiert. Logisch daher, dass insbesondere in den ersten Wochen und Monaten viele Fehler im Umgang mit dem Virus gemacht wurden. Viele Erfahrungen mussten halt erst gemacht und aus den daraus resultierenden Fehleinschätzungen gelernt werden.

Insgesamt sind wir hier in Deutschland im internationalen Vergleich bislang meiner Einschätzung nach ganz gut durch die vergangenen gut 18 Monate gekommen. Und in Bezug auf die Fehler, die auch von den Experten des Robert Koch-Instituts gemacht wurden, war somit ein gewisses Maß an Toleranz und Verständnis angebracht. Doch neueste Meldungen sorgen dafür, dass das sprichwörtliche Fass wohl auch bei den geduldigsten Zeitgenossen in Bezug auf das von Prof. Lothar Wieler geleitete Institut endgültig überzulaufen beginnt.

Dass am Anfang der Pandemie zunächst nicht klar war, wie wirksam zum Beispiel die ‚Masken‘ beim Corona-Virus sind, war nachvollziehbar. Gewisse widersprüchliche Aussagen von Prof. Wieler und seinen Kollegen bei seinen Pressekonferenzen waren daher verzeihlich.

Im Laufe der ersten Wochen mussten mehrere Aussagen des RKI aktualisiert und angepasst werden. Hierfür wurde das Berliner Institut von Anfang an immer wieder heftig kritisiert. Mir persönlich war das zu extrem und deutlich zu fix. Mit einer Situation, mit der es so noch nie konfrontiert war, erst einmal umgehen zu lernen, das war etwas, für das ich viel Verständnis aufbrachte.

Insgesamt war und bin ich mit dem eher vorsichtigen Kurs in Sachen Pandemiebekämpfung durchaus einverstanden. Ich war in den ersten Monaten nach März 2020 lieber etwas ‚zu vorsichtig‘, als zu forsch. Mit der in diesem Frühjahr erfolgten Impfung steigerte sich mein Mut für eine Rückkehr zu mehr Normalität deutlich, auch wenn ich noch immer eher vorsichtig im Alltag bin. Deshalb konnte ich mir von Anfang auch den bei vielen umstrittenen SPD-Politiker Karl Lauterbach ganz gut als Gesundheitsminister vorstellen. Eine damals, aufgrund der schwachen Umfragewerte der SPD, lange Zeit abwegige Vorstellung, die nach der Bundestagswahl 2021 nun aber tatsächlich in Kürze Realität werden könnte. Aber das nur kurz am Rande mal mit erwähnt.

Was mich in diesen Stunden aber wirklich massiv aufregt, und auch meinen Geduldsfaden in Bezug auf das RKI so langsam aber sicher reißen lässt, das sind die anscheinend massiven Statistikfehler, die in den vergangenen Stunden in diskutiert wurden.

Übereinstimmenden Medienberichten zur Folge liegt die Impfquote in Deutschland bei den Erwachsenen wohl um bis zu fünf (!!!) Prozentpunkte höher als zuletzt vermeldet. Dieses Eingeständnis des Instituts sickerte am Donnerstag durch. Ob wir dem Ziel Herdenimmunität damit nun entscheidend näher kommen, oder auch nicht, das ist nicht entscheidend. Dieser Fehler zeigt, wie wenig man beim RKI wohl wirklich im Griff bzw. Blick hat.

Am Mittwoch hatte RKI-Boss Wieler gemeinsam mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf einer Pressekonferenz in Berlin noch massiv für neuen Schwung in der Impfkampagne geworben. Von diesem immensen Statistikfehler war da noch nichts zu bemerken. Die seit Wochen lahmende Impfkampagne sollte endlich wieder beflügelt werden. Versuche, die seit langem nur wenig Früchte tragen. Bei der deutlich höheren Impfquote ist das wohl längst nicht mehr so erstaunlich…

Zwar wurde schon länger gemunkelt, dass die Impfquote in diesem Lande höher liegen könnte als offiziell angegeben, doch plötzlich war der Fehler dann quasi offiziell. Das RKI selber hatte ihn in einer Umfrage festgestellt.

Nun bin ich kein medizinischer Experte und auch kein studierter Statistiker, doch eine so große Abweichung, die mochte selbst ich, der ich lange Monate ein Verfechter der vorsichtigen Corona-Politik des RKI war, nicht länger gleichmütig und still zur Kenntnis nehmen. Ein solcher Fehler ist schlicht unverzeihlich, auch wenn die Kernaussage nach Feststellung der höheren Impfquote natürlich eine positive ist. Doch wie kann Profis ein solch gravierender Fehler unterlaufen?

Diese Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen zeigt meiner Meinung nach inzwischen ganz klar, dass es höchste Zeit wird das RKI in Zukunft besser aufzustellen. Sei es die von einigen Politikern monierte zu große Nähe zum Gesundheitsministerium, oder der immer wieder kritisierte Umgang des RKI mit Statistiken und anderen Details der Corona-Pandemie.

Diese fortgesetzten Fehlleistungen sind so schlicht nicht länger akzeptabel, liebes RKI!

 

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28 Kommentare zu “Irgendwann reicht es jetzt aber mal, liebes Robert Koch-Institut!

  • #1
    Andi

    Hmm. Wenn ich die Wahl zwischen systematisch erhobenen Daten und einer Umfrage habe, würde ich zunächst immer noch mehr Vertrauen in die Daten haben. Und es ist lange bekannt, dass die organisatorischen Strukturen der Gesundheitsämter Schwachstellen aufweisen, die sicherlich die Datenerhebung beeinträchtigt haben werden. Beides zusammengenommen finde ich es jetzt eher positiv, dass die Zahlen nur eine Handvoll Prozentpunkte auseinanderliegen; einen "Skandal" würde ich bei vielleicht 15 Punkten erwarten, aber nicht bei 4-5. Von daher: Alles im grünen Bereich.

    Abgesehen davon ist auch eine Impfquote von 80% der Erwachsenen und ja lediglich 65% insgesamt in der Bevölkerung immer noch deutlich zweistellig vom Ziel entfernt, von daher ist der Unterschied 75 oder 80% ähnlich unerheblich wie es 13 oder 18% wäre; dieser Sturm im Wasserglas jetzt nutzt nur Impfverweigerern und Verschwörungsschwurblern.

  • #2
    Susanne Scheidle

    Ich weiß langsam auch nicht mehr, was ich davon halten soll… eine Menge der Pannen sind gewiss dem zähen Datenfluss in D geschuldet (ich sage nur: FAX!). Wie es heißt, liegt die Differenz vor allem in der Meldung der niedergelassenen Ärzte, die mit der Bürokratie nicht hinterherkommen. Eigentlich müsste man ja auf die richtigen Zahlen kommen, wenn man die Daten mit der Abrechnung bei den Krankenkassen abgleicht, allerdings wird soweit ich weiß mit den Kassen jeweils einen Monat später abgerechnet – und die Frage aller Fragen ist in D natürlich, ob das mit dem Datenschutz zu vereinbaren ist, ich verwette meinen Schädel darauf, dass da einige 150%ige schon wieder Bauchschmerzen haben…
    Dass da jedenfalls erste eine Telefonumfrage gemacht werden muss, geht gar nicht… vor allem, weil Telefonumfragen so ihre Tücken haben. Da sind wohl insgesamt etwas mehr als 1000 Anrufe ausgewertet worden und dann wurde das hochgerechnet. Jetzt ist natürlich die Frage, wer nimmt an so einer Umfrage überhaupt teil? Also wenn ich an den Apparat gehe und höre: "Guten Tag, wir sind vom ****Institut und machen eine kleine Umfrage, haben sie etwa 10 Minuten…" – dann unterbreche ich höflich und sage, dass ich an Umfragen grundsätzlich nicht teilnehme und wünschen noch einen schönen Tag… Würden also z. B. Impfgegner an der Umfrage teilnehmen, oder knallen die gleich den Hörer auf und wenn nicht, sagen die die Wahrheit? Nachprüfen kann das ja keiner.
    Also im Grunde sind wir nicht viel schlauer als vorher…

    Dann kommt da noch eine gewisse Verwirrung hinzu, auf welche absoluten Zahlen sich die Quoten beziehen. Einmal wird die %Zahl der Erwachsenen, also alle Ü18, angegeben, einmal die Quote der Gesamtbevölkerung, das wird in der Berichterstattung gerne mal vermischt, was auch nicht gerade zur Klarheit beiträgt.
    Es ist zum Verzweifeln…

  • #3
    Pascal

    Da Sie sich ja offensicht massiv auf das RKI eingeschossen haben, wäre es nützlich, wenn Sie Ihren Vorwurf gegenüber des RKIs auch ein wenig konkretisieren. Wie soll das RKI die Impfquote halbwegs korrekt berechnen, wenn die Meldung von Impfungen überhaupt nicht funktioniert (siehe zb [1])? Was konkret ist Ihre Kritik am RKI?

    [1] https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/daten-corona-impfung-101.html

  • #4
    abraxasrgb

    Och, das RKI liegt doch in Berlin, da geht es doch mitunter etwas seltsam zu 😉

    Da werden Wahlen geschätzt und vermutlich werden auch jeweils mehr Berliner geimpft, an Corona gestorben sein oder RRG gewählt haben, als der Stadtstaat Einwohner hat.
    RKI verstaatlichen! Uuuups ist es ja schon 😉

    Wir haben also Impfquoten wie Länder, die den Rückweg in die Freiheit geschafft haben?

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Schweden nicht ausgestorben sind 😉

  • #5
    DAVBUB

    @ 1, Andi: " Wenn ich die Wahl zwischen systematisch erhobenen Daten und einer Umfrage habe,…"
    Falls die Daten "systematisch" erhoben würden, würde ich Ihnen zustimmen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, daß das RKI, ebenso wie das BMG und alle anderen Beteiligten, von Beginn der Pandemie eher durch Glauben als durch Wissen geleitet wurden.

  • #6
    ccarlton

    Es ist ein Armutszeugnis, dass dieser Staat nicht in der Lage ist, genaue Daten über die Zahl der Geimpften zu erheben. Und es ist ein Skandal, dass dieser Staat trotzdem massiv Grundrechte seiner Bürger einschränkt und das mit einer angeblich zu geringen Impfquote begründet. Es ist auch skandalös, dass die selbsternannte vierte Gewalt das mit einem Schulterzucken abtut. Vermutlich will sie nicht den Falschen helfen, indem sie die Regierung kritisiert.(beliebtes Totschlagargument).

  • #7
    bbarton

    der einzige "Skandal" ist, dass der rechte Querdenker "ccarlton" hier kommentieren kann:

    na gut, wer auf Umweltverschmutzung steht, findet auch einen "ccarlton" klasse

  • #8
    Andi

    @ccarlton:
    <i>"Und es ist ein Skandal, dass dieser Staat trotzdem massiv Grundrechte seiner Bürger einschränkt"</i>

    Ein Skandal ist, dass Leute diesen Blödsinn immer noch lautstark behaupten, ohne dass es ihnen peinlich ist.

  • #9
    ccarlton

    Die regierungstreue Fraktion ist wie immer fest in ihrer Haltung, aber schwach im Wissen. Selbst die rechten und regierungskritischen Umtrieben völlig unverdächtige Wikipedia gibt zu, dass Grundrechte eingeschränkt werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionsschutzgesetz#Grundrechtseinschr%C3%A4nkungen

  • #10
    Joe

    Das Bemerkenswerteste an diesem Artikel sind für mich die Leserkommentare. Der Artikel von Robin Patzwald zur Rolle des RKIs ist wirklich ausgewogen und abwägend geschrieben und stellt wichtige Fragen, die hoffentlich jetzt von der neuen Bundesregierung aufgearbeitet werden. Aber scheinbar kann man den öffentlichen Diskurs über die Lehren aus Corona nicht mehr führen, ohne dass dieser sofort von 2 Extrempositionen dominiert werden.
    Position 1: Die restriktive Strategie von Bundesregierung und RKI ist trotz mittlerweile zahlreich nachgewiesener Fehleinschätzungen und Statistikpannen unantastbar und darf nicht kritisiert werden. Wer dies tut, ist Querdenker, rechtsradikal oder hilft zumindest diesen Leuten.
    Position 2: Die ganzen Coronamassnahmen waren eine Verschwörung gegen unsere Grundrechte und erfolgten von Anfang an in böser Absicht. Und ach ja: Corona ist nicht gefährlicher als eine Grippe.

    Ich empfinde beide Positionen als dermaßen borniert und antiaufklärerisch, dass ich mir sehr wünsche, die Politiker der neuen Bundesregierung blenden diese aus und arbeiten Corona emotionslos auf. Dabei wird m.E herauskommen , dass das RKI personell und organisatorisch neu aufgestellt werden muss. Besonders setze ich bei diesem Prozess auf die FDP.

  • #11
    Andi

    @ccarlton:
    Ja klar wurden Grundrechte eingeschränkt, das ist vom Grundgesetz auch ausdrücklich ermöglicht und passiert immer wieder. Anders würde es auch gar nicht gehen, nicht nur während einer Pandemie.

    Der Blödsinn ist die "massive Einschränkung", denn die hat schlicht nicht stattgefunden. Die Einschränkungen unterliegen der Verhältnismässigkeit, der Abwägung mit anderen Rechten und nicht zuletzt der direkten parlamentarischen Kontrolle.

  • #12
    Tagedieb

    Naja, es ist für alle politischen und Verwaltungsebenen wieder ein Trauerspiel, was die tatsächliche Zahl der geimpften Personen betrifft. Wahrscheinlih weiß man im BMG noch nicht mal, wie viel Dosen Impfstoff tatsächlich an die Impfzentren und über die Pharmagroßhändler und Apotheken an die niedergelassenen Ärzte verteilt wurden.
    Eigentlich müssten die Krankenkassen (gesetzliche wie private) genau wissen, wie viele ihrer Versicherten gegen Corona geimpft wurden. Wenn das BMG es nicht schafft, die Krankenkassen wenigsten um Herausgabe der Zahl der Versichten (und ihrer mitversicherten Familienangehörigen) zu bitten, die gegen Corona geimpft wurden, läuft da ganz viel schief.
    Das ist genauso schräg, wie dass der digitale Impfausweis als der allein seelig machende Freifahrtschein von Bundes- und Landesergegierunge gesehen wird. Ob die Angaben, die aus den Impfnachweisen der Impfzentren oder den Impfbüchern in den digitalen Impfnachweis überführt werden, kann auch keiner nachprüfen, denn die relevanten Daten dazu werden nicht für eine Überprüfung irgendwo gespeichert.

  • #13
    Andi

    @Tagedieb:
    "Eigentlich müssten die Krankenkassen (gesetzliche wie private) genau wissen, wie viele ihrer Versicherten gegen Corona geimpft wurden."

    Ich wurde in einem Impfzentrum geimpft, und nach meiner Krankenversicherung wurde dabei nicht gefragt.

  • #14
    DAVBUB

    @ 11, Andi : " Der Blödsinn ist die "massive Einschränkung",…"
    Das ist wohl eine Frage der Betroffenheit und Wahrnehmung.
    Ich wurde und werde seit dem 16.03.2020 an der Ausübung meiner gewerblichen Tätigkeit gehindert. Über sehr lange Zeiträume durfte ich sie nicht ausüben. Ich mußte MA entlassen und habe langjährige Kunden verloren.
    Über Monate wurde mir der Zugang zu meiner schwerkranken Mutter verwehrt; glücklicherweise ist sie nicht elend und allein verreckt wie so viele andere. Allerdings hat sie eine Depression entwickelt, die ihr mit sechsundachtzig Jahren schwer fallen wird zu bekämpfen. Wörtlich sagte sie(*1935) mehrfach:"Das ist schlimmer als im Krieg jetzt."
    Es wurde eine Ausgangssperre erlassen. Meine Bewegungsfreiheit wurde eingeschränkt.
    Aus den MA der Ordnungsämter sind mittlerweile Hilfspolizisten mit Handschellen und Schlaghandschuhen geworden.
    Das und vieles mehr empfinde ich schon als massive Einschränkung.
    "Die Einschränkungen unterliegen der Verhältnismässigkeit, der Abwägung mit anderen Rechten und nicht zuletzt der direkten parlamentarischen Kontrolle."
    Das mit der Verhältnismäßigkeit wird noch zu überprüfen sein. Falls das Bundesabnickgericht, gebrieft beim Dinner im Kanzleramt, endlich mal seine Arbeit macht.
    Und daß Gesetze und Grundrechte, die sonst nur mit Zweidrittelmehrheit geändert bzw. beschlossen werden können, mit der Regierungsmehrheit außer Kraft gesetzt werden, ist ein eklatantes Demokratiedefizit. Das kennt man sonst nur aus demokratisch noch durchaus entwicklungsfähigen Staaten.
    "Ja klar wurden Grundrechte eingeschränkt, das ist vom Grundgesetz auch ausdrücklich ermöglicht und passiert immer wieder."
    Wann denn? Selbst zu RAF-Zeiten wurden keine Ausgangssperren erlassen…

  • #15
    Gerhard Richter

    @ DAVBUB #14

    Danke für Ihre Geschichte! Haben Sie dafür irgendeinen für die Leser*innen nachvollziehbaren Beleg? Um den Eindruck zu vermeiden, es hier mit einem weiteren Querdenker zu tun haben, der seiner Phantasie freien Lauf lässt.

  • #16
    DAVBUB

    @ 15: Glauben Sie mir oder lassen Sie es, ist mir egal. Aber "Geschichten" wie die meine waren zuhauf in den Medien zu sehen, lesen und hören. Interessant ist vielmehr, daß dies der einzige Punkt ist, auf den Sie reagieren. I.Ü. gilt: Nicht jeder, der die Regierung und deren Handeln kritisch betrachtet, ist ein Queerdenker. Immerhin haben Sie sich das "rechter" gespart.
    Es gibt in D durchaus noch Menschen jenseits des Untertanentums einerseits und Queerdenkern andererseits. Um dies begreifen zu können, muß man allerdings a) zu selbstständigem Denken fähig sein und b) den guten Willen zur Diskussion, dem Austausch mitbringen. Schön zu sehen übrigens, daß Sie als Maler hier teilnehmen.

  • #17
    DAVBUB

    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus234032210/Dinner-im-Kanzleramt-Versuch-einer-Einflussnahme-der-Politik-auf-das-Verfassungsgericht.html
    https://www.focus.de/politik/deutschland/vor-prozess-gegen-kanzlerin-merkel-laedt-verfassungsrichter-zum-essen-spaeter-sollen-diese-ueber-sie-urteilen_id_13485292.html
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/macht-ein-essen-mit-merkel-verfassungsrichter-befangen-17435806.html
    Alles Queerdenker…

  • #18
    Tagedieb

    @#13 Andi:
    Oha, ich wurde schon nach meiner Krankenkassenkarte gefragt. Wurde das da wieder unterschiedlich gehandhabt? Meine Güte, kein Wunder, dass man nicht weiß, wie viele Personen geimpft wurden.

    Da kann man sich ja eine doppelte Impfung abholen und keiner merkt es.

  • #19
    Gerhard Richter

    @ DAVBUB

    DAVBUB: "Um dies begreifen zu können, muß man allerdings a) zu selbstständigem Denken fähig sein"

    Ich bitte um Verzeihung, ich kann nicht denken, schon gar nicht selbstständig.

    Und damit sind Sie bei mir unten durch. Sie sind ein "…". Auf hoffentlich nimmer Wiedersehen!

  • #20
    abraxasrgb

    Das ist die qualifizierte Meinung eines ehemaligen Präsidenten des BVG:
    https://www.nzz.ch/international/hans-juergen-papier-warnt-vor-aushoehlung-der-grundrechte-ld.1582544
    In dem Interview spricht es explizit von „schwerwiegenden Grundrechtseinschränkungen“.
    Das war übrigens schon 2020 … vor fast einem Jahr!
    Insbesondere sympathisch schon der damalige Appell an die rationale Abwägung, der Hinweis auf Freiheitsrechte insbesondere von Minderheiten und mangelnder Beteiligung des Parlaments!

    Hm, da scheinen mir DAVBUB und ccarlton näher an der Einschätzung eines fachkundigen Verfassungsrechtlers zu sein, als seine Widersprecher.

    Manchmal ist das Attribut „rechts“ nur die erste Silbe von rechtsstaatlich? 😉

    Übrigens hat der bayerische Verwaltungsgerichtshof gerade aktuell schon einzelne Maßnahmen Söders / MP als gegen das Übermaßverbot verstoßend zurückgewiesen. Spät, aber immerhin. Die Mühlen der Justiz werden an vielen Dingen noch lange mahlen …leider viel zu langsam …

  • #21
    Andi

    @DAVBUB:
    "Ich wurde und werde seit dem 16.03.2020 an der Ausübung meiner gewerblichen Tätigkeit gehindert. Über sehr lange Zeiträume durfte ich sie nicht ausüben. Ich mußte MA entlassen und habe langjährige Kunden verloren.
    Über Monate wurde mir der Zugang zu meiner schwerkranken Mutter verwehrt; […]
    Es wurde eine Ausgangssperre erlassen. Meine Bewegungsfreiheit wurde eingeschränkt."

    Ja, weil es eine ansteckende Pandemie gibt, die für viele Menschen tödlich verläuft und bei der es entscheidend ist, Kontakte zu reduzieren. Die Grundrechtseinschränkungen sind das Mittel dazu, und sie ist an die Dauer der Pandemie gekoppelt. Sie sind insofern drastisch, als die Situation drastisch ist. Sie gehen jedoch nicht über das Nötige hinaus. (Ich würde sogar sagen: Sie blieben – und bleiben – dahinter zurück.) Dass du deine Tätigkeit (ich nehme an, Gastronomie…?) nicht ausüben konntest, hat vermutlich Menschenleben gerettet, mindestens aber Menschen vor schweren Krankheitsverläufen mit Langzeitfolgen bewahrt. Dass du deine Mutter nicht sehen konntest, indirekt auch. Und dass du nicht in Urlaub fahren konnest ebenfalls.

  • #22
    DAVBUB

    @21, Andi: Es kann sein, daß durch die Maßnahmen Leben gerettet wurden oder schlimme Verläufe vermieden worden sind. Kann aber auch ganz anders gewesen sein. Wir wissen es nicht. Das ist die Crux: Es wird viel geglaubt, aber wenig gewußt. Evident ist die Wirkung von Abstand und Schutzmasken. Ebenso, daß man sich an der frischen Luft nur anstecken kann, wenn einem jemand mit einer hohen Virenlast ins Gesicht atmet. Das war aber nicht das Thema Ihres Kommentars und meiner Antwort darauf: Es ging um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen und deren demokratische Legitimation. Sie bejahen dies, ich nicht. Da werden wir nicht zusammenkommen. I.Ü. bevorzuge ich das Du bei Familienmitgliedern und Freunden.

  • #23
    abraxasrgb

    Wenn ich mich richtig erinnere hat Deutschland offiziell nie eine "zero covid" Strategie gefahren (ehrlich gesagt sehe ich keinerlei Strategie …), sondern einen "flatten the curve", um das Gesundheitswesen nicht komplett zu überlasten. Punktuelle Spitzenlasten gab es schon vorher und wird es auch wieder geben.

    Jetzt, da die überwiegende Mehrheit geimpft ist, gibt es meiner Meinung nach und den vergangenen offiziellen Verlautbarungen übrigens auch, keinerlei Grund mehr, für irgendwelche Einschränkungen.
    Leider hat sich die mediale Agenda mittlerweile zu einem unausgesprochenen zerocovid entwickelt, was eine Perpetuierung der Einschränkungen mit sich bringt.
    Neben 3G gibt es auch 1G … schlichtweg gesund 😉

    Wer jetzt noch Coronoia schiebt, der soll dann einfach zu Hause bleiben.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Schweden, Dänen, Norweger etc. nicht ausgestorben sind 😉

  • #24
    Susanne Scheidle

    @ DAVBUB #14
    Ach… Sie haben langjährige Kunden verloren? Wie das? An den Pandemiemaßnahmen kann es schließlich nicht gelegen haben, davon war die Konkurrenz schließlich auch betroffen…

    Im übrigen ist natürlich schön, dass Sie wissen, wer Gerhard Richter ist – obwohl ich nicht glaube, dass der hier kommentierende Gerhard Richter wirklich DER Gerhard Richter ist…
    Allerdings hört sich das so an, als ob Sie eine gewisse Verachtung gegenüber Malern hegen.
    Wie auch immer, offensichtlich wissen Sie nicht, dass auch Künstler (wenn auch vielleicht nicht DER Gerhard Richter) von den Maßnahmen schwer getroffen wurden, übrigens ohne dass da – von einigen bemerkenswert dümmlichen Ausnahmen (#allesdichtmachen) abgesehen – die große Welle gemacht wurde.
    Was das betrifft, kann ich im Gegensatz zu Ihnen durchaus mitreden.

    #16
    Ja, Geschichten wie Ihre waren zuhauf in den Medien, ich erinnere mich da besonders an eine Friseuse, die so medienwirksam auf YouTube in die Kamera geheult hat, dass man den Friseuren flugs eine Extrawurst gebraten hat.
    Das waren doch nicht etwa Sie?

  • #25
    Arnold Voss

    Hallo Andi, Hallo Gerhard Richter,
    wovon habt IHR die letzten 18 Monate gelebt? Wurde euer Gehalt ohne Einschränkungen weiter bezahlt? Seid ihr Rentner und braucht keiner Arbeit mehr nachgehen? Seid ihr Beamte oder im öffentlichen Dienst beschäftigt und hattet nicht nur keine Einschränkungen durch die Corona Maßnahmen sondern dazu noch Corona Gehalts / Arbeitreduktions Boni? Oder habt ihr die ganz Zeit Kurzarbeitsgeld bekommen während ihr nicht gearbeitet habt?

    Wenn ihr hier schon von anderen Beweise verlangt und große Sprüche über das Leben Retten verbreitet, wäre es doch angemessen, sich mal an die eigene Nase zu fassen, bzw. über sich selbst Auskunft zu geben, anstatt anderen gleich den schwarzen Peter des Querdenkers in die Schuhe zu schieben. Es ist nämlich leicht reden und schreiben, wenn man selbst von den Einschränkungen nur unwesentlich und erst recht nicht existentiell betroffen war und ist.

  • #26
    DAVBUB

    @24, Susanne Scheidle: Das waren Gewerbetreibende, die ihre Betriebe geschlossen haben. Oder die Firmenstruktur so umgebaut haben, daß sie unsere Dienstleistungen nicht mehr benötigen.
    Und viele meiner Mitanbieter haben aufgegeben.
    Was den Rest Ihres Kommentars angeht: Weder habe ich mich über Künstler i.A. geäußert, noch wollte ich mit Ihnen in einen Opferwettbewerb eintreten. Lassen Sie Ihren Frust bei anderen, im besten Fall den richtigen, ab.
    "…ohne dass da – von einigen bemerkenswert dümmlichen Ausnahmen (#allesdichtmachen) abgesehen – die große Welle gemacht wurde."
    Das habe ich aber ganz anders in Erinnerung. Die "Kulturschaffenden" waren mit die ersten, die nach staatlicher Unterstützung gerufen haben. Hartz IV wurde als Almosen abgetan, mindestens € 1000.- im Monat sollten es schon sein.

  • #27
    Andi

    @Arnold Voss:
    Ich habe die ganze Zeit weiter arbeiten können, für etwas mehr als ein halbes Jahr war Arbeitszeit und Gehalt aber auf ca. ein Drittel reduziert. Beweise habe ich hier nicht verlangt; ich habe DAVBUB lediglich aus Neugier gefragt, um die Situation besser nachvollziehen zu können.

    @DAVBUB:
    Ich habe das Internet so kennengelernt, dass Duzen der Standardfall ist und die Anrede im förmlichen "Sie" als mindestens überheblich wenn nicht gar gleichbedeutend mit einer Beleidigung betrachtet wird.

  • #28
    DAVBUB

    @ Andi, bin halt ein alter, weißer Mann. Für mich ist das Sie ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit anderen gegenüber.

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