Klopp holt die Deutschlandfahne zurück – und schreckt damit nicht vor Widerspruch zurück

Fußball und Patriotismus – ein manchmal echt kompliziertes Verhältnis. Foto: Robin Patzwaldt

Was für ein Auftakt! Jürgen Klopp ist noch nicht einmal richtig im Amt, da macht er bereits das, was man von ihm erwarten durfte: Er hält den Mund nicht, hat immer was zu sagen. Und das ist verdammt gut so.

Bei der Vorstellung seines ersten Kaders in Frankfurt hätte Klopp heute bequem über Spieler, Systeme und die kommenden Aufgaben reden können. Stattdessen ging es plötzlich um Deutschland, Nationalstolz und die Frage, wem eigentlich die schwarz-rot-goldene Fahne gehört. Willkommen im politischen Minenfeld der Bundesrepublik!

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Spahn hat es offenbar immer noch nicht verstanden

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Wenn es noch ein weiteres Beispiel dafür gebraucht hätte, warum Politiker etablierter Parteien bei vielen Bürgern zunehmend an Ansehen verlieren, Jens Spahn hat es heute prompt geliefert. Nach seinem Rücktritt als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag meldet sich der CDU-Politiker mit einer Entschuldigung zu Wort. Das ist grundsätzlich erst einmal erfreulich. Einsicht ist schließlich besser als Aussitzen.

Nur: Bei genauerem Hinsehen bleibt von dieser Einsicht leider erstaunlich wenig übrig.

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Die nächste Bildungs-Klatsche für Deutschland: Wie lange wollen wir noch zuschauen?

Die Kardinal-von-Galen-Schule in Waltrop. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Man könnte inzwischen fast die Uhr danach stellen: Eine neue Bildungsstudie wird veröffentlicht, Deutschland bekommt die nächste Ohrfeige – und anschließend versichern uns Politiker pflichtschuldig, dass man das Problem natürlich längst erkannt habe.

Diesmal sind die Ergebnisse der Pisa-Studie wieder besonders ernüchternd. In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichen deutsche 15-Jährige die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Erhebungen. Viel schlechter geht es also kaum noch.

Auch als jemand, der nicht unmittelbar am Schulbetrieb beteiligt ist, frage ich mich deshalb: Wie viele solcher Warnschüsse braucht dieses Land eigentlich noch?

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Wenn Lebensmittel plötzlich zu billig sind – Es muss schön sein, reich zu sein!

Gute Laune beim Lebensmittelkauf. Symbolfoto: Robin Patzwaldt

Es muss schön sein, reich zu sein. Man kann sich dann offenbar Gedanken darüber machen, ob Lebensmittel im Supermarkt vielleicht ein bisschen zu günstig sind. Für die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider von der CDU ist offenbar genau das ein Problem. Die Menschen würden in Umfragen zwar regionale und hochwertige Lebensmittel loben, an der Supermarktkasse aber trotzdem zum günstigeren Produkt greifen. Für Schneider ein Zeichen mangelnder Wertschätzung.

Ich muss gestehen: Bei solchen Aussagen reibe ich mir inzwischen verwundert die Augen. Natürlich kann man darüber diskutieren, wie Landwirtschaft in Deutschland vernünftig bezahlt werden kann. Natürlich haben regionale Produkte ihren Wert. Und natürlich ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, woher unsere Lebensmittel kommen. Aber zwischen dieser berechtigten Diskussion und der Aussage „Lebensmittel sind zu billig“ liegt ein ziemlich großer Unterschied.

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Baerbock macht den nächsten Job – die Neider stehen bereit

Annalena Baerbock. Foto: Roland W. Waniek

Als Annalena Baerbock im vergangenen Jahr ihren neuen Job bei den Vereinten Nationen antrat, war das für viele überraschend. Die ehemalige Außenministerin und Kanzlerkandidatin der Grünen übernahm das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung – eine international durchaus gewichtige Aufgabe.

Eigentlich hätte man also reichlich Stoff gehabt, über den man diskutieren konnte: ihre Qualifikation, ihre diplomatischen Fähigkeiten, ihre politischen Erfahrungen und natürlich die Frage, was sie in diesem Amt bewirken kann. Doch in Deutschland dauerte es nicht lange, bis eine andere Frage die Runde machte: Was verdient die Frau eigentlich?

Ich fand das schon damals bemerkenswert. Und inzwischen beschleicht mich der Eindruck, dass wir Deutschen bei diesem Thema offenbar nicht dazulernen wollen.

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Bellevue für eine Milliarde – und im Ruhrgebiet freuen sie sich über ein zugestopftes Schlagloch

Straßen voller Schlaglöcher gehören im Ruhrgebiet inzwischen längst zum Alltag. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt in diesen Tagen inzwischen tagtäglich Nachrichten, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob ich eigentlich noch in derselben Republik lebe wie die Menschen, die solche Entscheidungen treffen. Die geplante Generalsanierung von Schloss Bellevue gehört für mich eindeutig dazu. Eine Milliarde Euro soll das Ganze kosten. Eine Zahl mit neun Nullen. Da schluckt selbst der Taschenrechner.

Natürlich kann man jetzt einwenden: Das Gebäude muss saniert werden. Es ist historisch, denkmalgeschützt, technisch veraltet und muss modernen Sicherheits- und Energiestandards entsprechen. Und natürlich entscheidet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht persönlich, ob irgendwo ein Bauauftrag vergeben wird. Die Bundesverwaltung plant, der Bundestag bewilligt die Mittel.

Alles richtig. Und trotzdem bleibt bei mir ein ziemlich ungutes Gefühl.

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Ich frage mich inzwischen wirklich: Was kommt eigentlich nach Merz?

Das Bundeskanzleramt in Berlin – Wer soll hier eigentlich nach Friedrich Merz einmal einziehen? Foto: Robin Patzwaldt

Ich gebe es zu: Die Frage „Was kommt nach Merz?“ beschäftigt mich inzwischen mehr als die Frage, ob Bundeskanzler Friedrich Merz die Kurve vielleicht doch noch bekommt. Denn daran habe ich zunehmend Zweifel.

Zu oft haben wir hier im Blog bereits über seine Ankündigungen, seine Widersprüche und seine bemerkenswerte Fähigkeit geschrieben, Kritik nicht als Warnsignal, sondern offenbar als persönliche Zumutung zu betrachten.

Dabei wollten nach Jahren des politischen Durcheinanders viele Menschen in diesem Lande, dass da endlich einer kommt, der Probleme nicht nur verwaltet, sondern tatsächlich anpackt. Ich hatte diese Hoffnung zumindest teilweise auch. Inzwischen ist davon jedoch so gut wie nichts mehr viel übrig.

Besonders bitter

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Immer nur Bayern – Da kriege ich das Kotzen

An der Geschäftsstelle des FC Bayern München. Foto: Robin Patzwaldt

Keine zwei Wochen mehr, dann rollt der Ball auch in der 1. Fußball-Bundesliga wieder. Eigentlich ein Grund zur Freude. Ich versuche mich dieser Tage tatsächlich schon ein wenig auf die neue Saison einzustimmen und irgendwo zwischen Transfers, Aufsteigern, Außenseitern und der Hoffnung auf ein bisschen Spannung so etwas wie Vorfreude zu entwickeln.

Doch dann begeht man den Fehler, sich durch die großen Sportseiten und Fußballsendungen zu klicken. Und plötzlich bekommt man den Eindruck: Die Bundesliga besteht aus genau einem Verein. Dem FC Bayern München.

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Die AfD im Glück: Ihre Gegner helfen kräftig mit

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt. Foto (Ausschnitt): Roy Zuo Lizenz: CC BY-SA 4.0

Seit Jahren macht mich der ungeschickte Umgang vieler politischer Gegner mit der AfD sprachlos. Na gut, fast sprachlos. Denn irgendwie komme ich doch immer wieder dazu, mich hier im Blog daran abzuarbeiten. Eine wirklich überzeugende Erklärung für dieses Dilemma habe ich allerdings bis heute nicht gefunden. Und eine Lösung schon gar nicht.

Nun liefert der „Spiegel“ mit seinem aktuellen Titel über Ulrich Siegmund, den AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, allerdings wieder einmal Anschauungsmaterial, das (auch) mich ratlos zurücklässt. „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ steht auf dem Cover. Gemeint ist das vermutlich als Warnung. Herausgekommen ist jedoch etwas, das für Siegmund und seine Partei kaum besser hätte laufen können.

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Ich möchte in keinem amthorisierten Land leben!

In die Nähe des Kanzleramtes hat es Philipp Amthor schon geschafft. Foto: Robin Patzwaldt

Dass die Pressekonferenz zur Regierungsumbildung am Freitag in Berlin mächtig in die Hose ging, das habe ich hier im Blog schon gestern anhand des großen Unterschieds zur viel Optimismus und Aufbruchsstimmung verbreitenden Antrittspressekonferenz von Bundestrainer Jürgen Klopp thematisiert.

In der Öffentlichkeit fiel dem Kanzler im weiteren Tagesverlauf zudem die Berufung von Carsten Linnemann zum neuen Gesundheitsminister auf die Füße, von dem ein Interview aus dem Vorjahr aufgetaucht ist, in dem er sich sinngemäß als ungeeigneten Gesundheitsminister bezeichnet hat. Tja, dumm gelaufen. Auch die scheinbar verschobene Umbesetzung des Postens des Verkehrsministers erwies sich als Stimmungskiller für die Union in Berlin.

Ein Thema aber wurde bisher trotz seiner abschreckenden Wirkung in der Öffentlichkeit aufgrund der Brisanz der anderen Themen weitestgehend vernachlässigt: die Beförderung von Philipp Amthor.

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