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Islamismus: Der rosa Elefant im Raum

Nina Scholz und Heiko Heinisch Fotos: Privat


Während ein entschlossenes Vorgehen gegen gewalttätige Jihadisten weitgehend Konsens ist sind radikale Islamisten, die ihre Ziele friedlich erreichen wollen zu Ansprechpartnern der Politik geworden. Nina Scholz und Heiko Heinisch zeigen in ihrem Buch „Alles für Allah“ die Gefahren dieser Entwicklung auf.

Dass Politiker auf die Idee kämen, mit der NPD  oder den Identitären darüber zu diskutieren, welche Inhalte der Politikunterricht an Schulen haben sollte oder wie man es vermeiden kann, dass ihre Anhänger in Schulen und in anderen öffentlichen Bereichen nicht dem Gefühl mangelnder Wertschätzung ausgesetzt sind sondern ihrem Streben nach Hegemonie ungehindert nachgehen können, ist eine absurde Vorstellung.

Geht es hingegen um Islamisten, zeigen sich viele Politiker und Regierungen deutlich offener. Wer nicht offen gewalttätig ist, wird als Dialogpartner akzeptiert. Eine gefährliche Entwicklung, die Nina Scholz und Heiko Heinisch in ihrem Buch „Alles für Allah“ beschreiben.

Der Islamismus sei der rosa Elefant im Raum, den viele versuchen würden zu ignorieren, wenn es um Integration gehe, aber den man nicht ignorieren könne, schreiben Scholz und Heinisch: „Der rosa Elefant im Raum löst sich nicht in Luft auf, wenn wir ihn ignorieren. Tatsache ist: Unter denen, die aus islamischen Ländern nach Westeuropa kamen und noch kommen, befindet sich eine signifikante Gruppe, die sich nicht integrieren will. Menschen und Organisationen, die eine konträre Auffassung vom guten und richtigen Leben vertreten, die der pluralistischen Gesellschaft nichts abgewinnen können, sondern sie als Gefahr für ihre Kinder betrachten und stattdessen eine Gesellschaft nach islamischen Regeln anstreben, werden sich weder durch Sozialarbeit noch durch Dialogrunden beirren lassen. Dies gilt umso mehr, wenn diese Einstellungen als „göttliche“ Gebote und Verbote sakralisiert und damit gegen Veränderungen immunisiert werden.“

Im Zentrum ihres Buches steht die wohl mächtigste Organisation des sunnitischen Islamismus: Die Muslimbrüder. Gegründet in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erlangten die Ideen ihres Gründers Hasan al-Bannā, ihres Vordenkers Sayyid Qutb und ihres heutigen Chefideologen Yusuf al-Qaradawi einen immer größeren Einfluss, wurden von anderen aufgegriffen und weiterentwickelt: Antisemitismus, die Ablehnung von Demokratie und Aufklärung und religiöser Fundamentalismus machen denKern dieses Denkens aus.
So lieferte Qutb die ideologische Grundlage für Terrororganisationen wie AL Qaida und den Islamischen Staat. Andere Teile der Muslimbrüder haben ein eher operatives Verhältnis zur Gewalt und setzen auf den Marsch durch die Institutionen. Ihr Ziel, ob realistisch oder nicht, ist die Weltherrschaft des Islams. Scholz und Heimisch zitieren passend Yusuf al-Qaradawi: „Ich erwarte, dass der Islam Europa erobern wird, ohne zum Schwert oder zum Kampf greifen zu müssen.“

Wer glaubt, das wäre nur das wirre Gefasel eines alten Mannes, irrt: Yusuf al-Qaradawi Agenda ist im Kern die des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der von verschiedenen Verfassungsschutzbehörden beobachteten Organisation Millî Görüş und von einigen Mitgliedern des Zentralrats der Muslime, dessen Vorsitzender Aiman Mazyek zum Talkshow-Inventar der Republik gehört.

Verschiedene Wege sollen die Muslimbrüder und ihre Bündnispartner zum Ziel führen: Ihre Anhänger sind in den unterschiedlichsten demokratischen Parteien aktiv, es wird versucht, auf den islamischen Schulunterricht oder die frühkindlichen Erziehung Einfluss zu nehmen und mit Geld und Anwälten wird daran gearbeitet, Eltern dabei zu unterstützen, ihre Kinder von Klassenfahrten oder dem Schwimmunterricht befreien zu lassen. Der Islam soll eine Sonderstellung in der Gesellschaft erhalten, von der aus dann die weitere Expansion erfolgen kann. Eine zentrale Rolle, führen Scholz und Heinisch aus, spielt dabei die Verhüllung der Frau:

„Ohne Kopftuch ist eine Frau unanständig und jedenfalls keine richtige Muslimin. Freiwilligkeit und Selbstbewusstsein lassen sich, wie man hier sieht, auch mit einem reaktionären Frauen- und Menschenbild vereinbaren. Ähnliches kann man in der rechten Szene unter sogenannten „identitären Feministinnen“ beobachten. Eine der Gründerinnen der Gruppe „Just Nationalist Girls“ sagte in einem Interview: „Wir streben nach einem ‚identitären Feminismus‘, der die Unterschiede zwischen den Geschlechtern klar anerkennt, aber dennoch Gleichberechtigung anstrebt.“ Während bei den Identitären das dahinterstehende Frauen- und Gesellschaftsbild problemlos durchschaut wird, ist Problembewusstsein gegenüber dem erwähnten islamisch-religiös begründeten „Feminismus“ kaum vorhanden.(…) Das Kopftuch ist nur das sichtbare Symbol für eine Gesellschaft, die auf der Segregation der Geschlechter aufbaut. Männer und Frauen sollen nach fundamentalistischer Lesart des Islam so weit wie irgend möglich voneinander getrennt werden.“

Das Buch von  Nina Scholz und Heiko Heinisch ist eine kompakte Einführung in die Geschichte der Muslimbrüder und mit ihrer Ideologie verwandten Organisationen. Es zeigt die Gefahren auf, die auch von zur Zeit auf Gewalt verzichtenden islamistischen Organisationen für eine aufgeklärte, demokratische Gesellschaft ausgehen. Und es liefert gute Argumente dafür, das Organisationen wie DITIB, der Zentralrat der Muslime oder Millî Görüş keine Ansprechpartner für demokratische Gesellschaften sein dürfen. Vor allem aus den Schulen muss man sie fern halten.

Heiko Heinisch und Nina H. Scholz: Alles für Allah: Wie der politische Islam unsere Gesellschaft verändert Wien/Graz 2019

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35 Kommentare zu “Islamismus: Der rosa Elefant im Raum

  • #1
    Gerd

    Sechs Kommentare zu eine Fußballspiel, aber hier eisiges Schweigen. Das zeigt wie richtig die Autoren liegen.

    "Der Islamismus sei der rosa Elefant im Raum, den viele versuchen würden zu ignorieren"

  • #2
  • #3
    Helmut Junge

    @abraxasrgb, eigentlich nicht. Hatte den Artikel nicht gelesen, weil ich dachte es ginge um Lyrik.
    Rosa Elefanten. Schwieriges Thema für mich. Und dazu noch eine Grippe. In solchen Fällen ist Fußball doch ok. Oder?
    Aber ich bin im Aufwind. Und dieses Thema kommt wieder. Ganz sicher.

  • #4
  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Gerd: Ich glaube das liegt eher daran, dass die meisten Ruhrbarone-Leser den Inhalt des Buches teilen. Viele Kommentare gibt es, wenn ein Text kritisch gesehen wird.

  • #6
    abraxasrgb

    Helmut
    Man kann die Realität ignorieren aber man kann nicht die Konsequenzen einer ignorierten Realität ignorieren. Ayn Rand
    😉

  • #7
    Helmut Junge

    abraxasrgb, kürzlich hat mir jemand gesagt, daß die Angst vor dem Islam ein ganz schlimmes Verbrechen wäre, und manch einer, der sich selber als bewährten Demokraten sieht, hat dazu genickt. Das klingt nicht wie "rosa Elefant", das klingt nicht wie ignorieren. Das klingt wie "bescheid wissen".

  • #8
    walter stach

    Angst vor d e m Islam?
    Ich gehöre zu denen, die diese Angst nicht haben -nicht haben können-, denn d e n Islam gibt es nicht.

    In dem von Stefan Laurin vorgestellten Buch nebst seiner kommentierenden Anmerkungen dazu geht es nicht um d e n Islam.
    Es geht expliziert um eine radikale Gruppierung innerhalb der sunnitische Glaubensgemeinschaft nämlich um die der sog. Muslimbrüder.

    Bezogen auf deren weltweite Aktivitäten gibt es nach meinen Kenntnis keine Gesellschaft, keinen Staat, der ihnen gleichgültig gegenübersteht ganz im Gegenteil. Das gilt auch für einige Gesellschaften und Staaten, in denen "der " Islam Staatsreligion ist.

    Wenn das Buch dazu beiträgt, daß sich "die " Gesellschaft, daß sich "die " staatlichen Organe u.a. in Deutschland, noch mehr als das seit einiger Zeit nach meiner Wahrnehmung der Fall ist,
    intensiver und radikaler mit den Gefahren aller radikal-fanatischer islamistischer Organisationen/Bewegungne befassen -u.a. mit der sog. Muslimbruderschaft und mit den ihnen "nahestehende Organisationen"- dann "umso besser" für den Fortbestand der freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft(en).

    Nach meiner Wahrnehmung gibt es dieserhalb in unserer Gesellschaft -in Deutschland, europaweit-
    eine weitestgehend deckungsgleiche Meinung, Damit läßt sich auch die "mangelnde" Resonanz auf die Buchbesprechung von Stefan Laurin erklären -sh. sein Hinweis unter -5-.

    Unterschiedlich scheinen nach wie vor und für mich selbstverständlich die Meinungen darüber zu sein, wie (!)Gesellschaft und Staat die "Gefahrenabwehr" organisieren und praktizieren sollten; unter
    anderem dann, wenn es um das Verbot von Kopftuch und/oder Ganzkörperverschleierung geht. "Gut so", daß "in diesem unseren Lande" solche Meinungsverschiedenheiten über das
    Wie der Gefahrenbekämpfung existieren und -noch- offen ausgetragen werden können.

    PS

    D e r Islam, d i e Ursache aller weltweiten Probleme, die die Menschheit im allgemeinen, die freiheitlich-demokratische Gesellschaften im besonderen bedrohen?
    So munitioniert "man" rechtsextremistische Gewalttäter -in Deutschland (sh.u.a. NSU) und weltweit (sh,aktuell Neuseeland.)

    "D a s " Christentum?
    "D a s " Judentum?
    Auch mit diesen unsäglichen Begrifflichkeiten wurden und werden verbale Schlachten geschlagen, um allgemein oder in konkreten Situationen "Stimmung" in der Gesellschaft/im Staat zu machen, ganz konkreter politischer Interessen wegen, und das stets mit der Folge, das "einschlägige"
    konkrete Mißstände und "einschlägige" eklatante "Fehleistungen", die es aufzuzeigen, die es zu bekämpfen gilt, nicht, nicht hinreichend, nicht faktenbezogen aufgedeckt und diskutiert werden (können).
    ( Wie wäre es z.B. um die AFD und z.B. auch den sog. Identitären bestellt, wenn es ihnen an den Begrifflichkeiten "das" Christentum, "das" Judentum, "der "Islam fehlen würde -oder an der Begrifflichkeit "die" Altparteien. Das aber nur so "nebenbei" angemerkt.)

    Und mit diesen unsäglichen Begrifflichkeiten ("der" Islam, "das " Christentum, "das " Judentum" ), besser wohl unter Berufung auf sie, wurden und werden bekanntlich nicht nur verbalen Schlachten geschlagen, sondern es werden unter Berufung auf diese Begrifflichkeiten Menschen ermordet, Terrorakte -sh. aktuell Christchurch-begannen und Kriege geführt;(demnächst (?) der große Krieg der sog. islamischen Welt gegen das sog. christliche Abendland) und das in aller Regel "ganz handfester" säkularer Interessen wegen -von Stämmen, von Herrscherhäusern, von Religionsgemeinschaften, von Parteien, von Handelshäusern, von Großinvestoren, von Ideologen jeglicher Ausrichtung.

    Trivialitäten?
    Ja, und deshalb nicht erwähnenswert? Könnte "man" meinen, aber….

    Robin, -4-.
    da gibt es doch keine Notwendigkeit für Dich, hier etwas zu erklären oder gar zu rechtfertigen.

    Ich gehöre neben vielen Anderen zu Deinen Fans bei den Ruhrbaronen, die sich darüber freuen, anhand der Kommentare von Dir über den Fußball im allgemeinen, über die DFB-Auswahl und z.B. über den BVB und über S04 konkret immer wieder diskutieren zu können. Hoffentlich wieder am Montag rückblickend auf das Bundesliga-Wochenende -22./24. 3. und vorausblickend auf das dann folgende Wochenende -sh……!!!!!

  • #9
  • #10
    walter-stach

    Nina -9-
    Na, wenn das so ist, dann…

    Mir scheint, "man" könnte -"man" sollte"?- sich ‚mal wieder die sog. Ringparabel aus Lessings Nathan vornehmen. Oder ist das – Nathan, die Ringparabel-, weil ein Produkt der Aufklärung in Deutschland, nicht mehr "in" ?Geht die Parabel heutzutage einigen (den meisten?) Menschen in Deutschland "nur tierisch auf den Sack"?
    Vermutlich ist das so!

  • #11
    walter-stach

    Nachtrag:
    Nina, es gibt rd. 1, 3 Milliarden Menschen islamischen Glaubens -Muslime also. Wenn es nicht der Respekt ist, der eine Äußerung wie " Der Islam geht mir einfach auf den Sack", fragwürdig macht, könnte die Zahl von 1, 3 Milliarden nachdenklich machen ob deren mögliche Reaktion auf diese und ähnliche Bemerkungen über ihren Glauben.

    Für den Kampf der vorgeblich christlich-abendländischen Welt gegen den Islam, gegen die islamische Welt, fehlt nur noch der selbsternannte oder der gewählte "Retter des Abendlandes", einem "Führer". Orban hat sich als bekennender Calvinist m.E. selbst bereits "Retter des Abendlandes genannt" – in der Nachfolge eines Karl Martells- und mit viel Zustimmung von Politiker, die im Zeichen des christlichen Kreuzes Politik machen.
    Ist es Zufall oder ist es naheliegend, daß von Orban bis……..die Islamhasser zugleich von einer antidemokratischen, völkisch-nationalistischen, antiliberalen Gesinnung getragen, gelenkt und geleitet werden?

    Ich weiß, daß es nichts bewirkt, wenn ich abschließend meine Sorge noch einmal formuliere:
    Im Widerstand, im Kampf gegen radikal-fanatische Islamisten kann und darf weder eine Gesellschaft, die ihre Freiheit und ihren Pluralismus, bewahren will , noch ein demokratischer Rechtstaat "Nachsicht" walten lassen , so wenige wie sie diese Nachsicht walten lassen darf gegenüber gegenüber den Rechtsradikalen mit denselben Zielen.

    Das darf aber m.E. nicht dazu führen, Menschen allesamt "nur" wegen ihres Glaubens nicht als gleichwertige und gleichberechtige Mitglieder einer Gesellschaft/eines Staates zu akzeptieren/zu respektieren oder deren Glauben "als solchen"…… zu diskreditieren -.sh. "geht mir tierisch auf den Sack".

  • #12
    Arnold Voss

    Aber Walter, natürlich gibt es den Islam, das Christentum und das Judentum, genauso wie es die Sozialdemokratie oder den Konservativismus gibt, auch wenn es da jeweils unterschiedliche Strömungen gibt. Es gibt immer auch das was alle verbindet und die gemeinsame Essenz ausmacht. Spätestens dann, wenn es einen gemeinsamen Feind gibt, bzw. Verfolgung herrscht, gibt es auf dieser Basis dann auch eine manchmal sogar weltweite Solidarität.

    Es gibt auch immer gemeinsame programmatische Grundlagen, die bei den Religionen natürlich anders konstituiert sind als bei Parteien. Die Bibel und der Koran sind nun mal wie der Talmud sogenannte heilige Schriften und gelten im Prinzip als ewig gültig. Aber sie haben genauso die Funktion der Integration wie ein Parteiprogramm, mit dem Nachteil allerdings, dass sie nur durch Neuinterpretation, und nicht durch reale Veränderung an die Gegenwart angepasst werden können.

    Das führt dazu, dass immer dann, wenn im Namen dieser Schriften Menschen diskrimiert, verfolgt, missbraucht und sogar umgebracht werden, es auf einmal nicht mehr den Islam, oder das Christentum gibt, sondern Leute gibt, die die heiligen Schriften falsch auslegen. Wenn aber die guten Dinge erwähnt werden, dann ist da genau das Islamische und das Christliche.

    Diese Relativierungen sind für Jemanden, der nicht dazu gehört, wunderbare Ausreden, weiter seiner Religion anzugehören, anstatt sich zu fragen, ob diese Teil der "heiligen" Schriften nicht schlicht verboten, bzw. geändert gehören. Und so lange diese Hasskapitel gegen Frauen, Andersgläubige und Schwule und der ganze patriarchale Schund nicht aus diesen Schriften verschwinden, überzeugen mich auch ansonsten so redliche Menschen wie du nicht. Im Gegenteil.

    Es sind gläubige Menschen wie du, die, willentlich oder nicht, dieses System der Heuchelei am laufen halten. Es sind auch deine Kirchensteuer gewesen, Walter, die auch all die religiösen Arschlöcher finanziert haben, die in den letzten Jahrzehnten in christlichen Einrichtungen all diese Unmenschlichkeiten und Greueltaten vollbracht, gedeckt und ungestraft gelassen haben. Du kannst in der Hoffnung auf Reformen gerne weiter deine Kirchensteuern entrichten. Aber du darfst dich nicht wundern, dass es Leute gibt, die das nicht verstehen, ja das sogar zum kotzen finden.

    Insofern kann es aus gutem Grunde auch Menschen geben, denen „der“ Islam auf den Sack geht. Denn es gibt keinen Islamismus ohne den Islam. Er basiert auch auf dem Koran, in dem auch genau die Sätze stehen, die zu den Taten der Muslimbrüderschaft und zu ihrem Herrschaftsanspruch geführt haben. Und so lange diese Sätze daraus nicht verschwinden, gibt es allen Grund auch diese Religion in Frage zu stellen. Religionsfreiheit ist nicht die Freiheit zur Unmenschlichkeit im Namen von Religion.

  • #13
    Nina

    @Walter
    Ich werde den Teufel tun und dem Islam Respekt zollen. Die Entwicklungen der letzten Jahre führen genau in eine Richtung-radikale Religionskritik.
    Ich erweise weder dem rückständigen Islam die Ehre noch dem widerwärtigen, kinderfressenden Katholizismus.

  • #14
    walter-stach

    Arnold,
    ich bleibe dabei, daß es "den" Islam, "das" Christentum, " das " Judentum als heterogene, festgefügte, exakt auszumachende menschliche Gesellschaften, als soziale Einheiten, nicht gibt.
    Was mich dieserhalb "stört" ist folglich die "pauschale" die "pauschalierte" Verdammung eines jeden einzelnen Menschen, nur weil dieser gläubiger Muslim , gläubiger Christ, gläubiger Jude ist .
    Arnold,
    ich denke zudem mit Blick auf aktuellen Probleme, , daß z.B. vielen sunnitische Muslime schiitische Muslime als fremder (feindlicher ? ) gelten als als Christen , die in ihrem Land leben, so wie mir als kath. Chrissten mancher sog. evangelikale Chris fremder ist als der Nachbar muslimischen Glaubens.

    Arnold,
    ansonsten:
    Wir könnten auf Grund Deines Beitrages -Du als Atheist, ich als kath. Christ- wieder einmal damit beginnen, darüber zu streiten, ob es (ehe) ein Glück oder (ehe) ein Unglück für die Menschen ist, das es Religionen gibt, vor allem die sog. 5 Weltreligionen.
    Nicht streiten müssen wir Beide darüber, daß es in einem demokratischen Rechstaat keine "Ungleichheit vor dem Gesetz" geben darf je nach Religionszugehörigkeit oder zwischen Atheisten und Religiösen gleich welcher Glaubensrichtung und wir dürften uns darüber einig sein, daß es zum Selbstverständnis aller Menschen in einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft gehören sollte, Andersgläugiben, Atheisten, Agnostikern mit dem gebührenden Respekt hsein zu begegnen, denn sie sind allesamt Menschen wie Du und ich. Ich denke, daran zu arbeiten, sich dafür zu engagieren, lohnt sich -auch um den Fortbestand unserer Gesellschafts- und Staatsordnung zu gewährleisen -wenigstens für die nächsten -1oo ? – Jahre. Ich denke, dieserhalb ist zumindest seit dem Inkrafttreten des GG einiges Positive bewirkt worden -Gleichberechtigung der Frauen, Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben usw. -wider die sog. Gebote des alten Testamentes. Und Gleiches läßt sich z.B. für den Staat Israel feststellen und in einige Staaten, mit mehrheitlich Menschen muslimischen Glaubens. Dass es dieserhalb gravierende Unterschiede zwischen Gesellschaften und Staaten weltweit gibt, bleibt festzuhalten.
    Arnold,
    wenn ich mich nur auf Deutschland, auf Europa beziehe -u.a. deshalb, weil ich nichts von der Missionierung der gesamten Welt hin zu freiheitlichen Demokratie "im Sinne der sog. westlichen Welt "halte, dann gibt es gute Gründe zu der Feststellung, daß es über Jahre, Jahrzehnte gelungen ist, religiösen Überzeugen, alttestamentarische Ideen und Glaubessätze, die mit den sog. Menschenrechten unvereinbar sind, mittels staatlicher Normen zu elemenieren, was leider nicht immer zur Folge hatte, daß sie auch im staatliich nicht reglementieren gesellschaftlichen Leben gänzlich "ausgerottet" sind.
    Arnold,
    und deshalb gilt für jedermann/jedefrau, daß in unserem Staat " jeder nach seiner Fasson selig werden kann", wenn er und solange er die Prinzipien unser Verfassung achtet. Das gilt -selbstverständlich- auch für die Menschen muslimischen Glaubens.
    Und für radikal-fanatische Islamisten muß genaus so wie für jeden Rechtsradikalen klar sein, zweifelsfrei sein, daß der Staat mit allen seinen Mitteln und Möglichkeiten reagiert, wenn versucht wird, die Verfassungsordnung zu zerstören.

    Arnold,
    mittlerweile gibt es gute Gründen dafür, sich mit der Frage zu befassen, ob nicht wider die Verfassung und wider dessen, was in den letzten 7o Jahren in Deutschland bewirkt worden ist – sh. u.a. , Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen, sh. die Freiheit zur Religionskritik- nicht nur von radikal fanatischen Islamisten agiert wird, sondern zunehmend auch von "radikalen Christen" -u.a. im Umfeld der AFD, aber auch aus dem Umfeld von CDU/CSU.

    Arnold,
    ich habe also Probleme wenn es "pauschal" gegen "den" Islam, gegen "das" Christentum, gegen "das" Judentum geht und ich habe, wie bekannt, ein grundsätzliches Problem damit, wenn "die" Religionen pauschal als "das" Übel dieser Welt ausgemacht werden .
    Keine Probleme habe ich damit -im Gegenteil- , wenn es darum geht, das Primat der Herrschaftsgewalt eines Staates zu begründen und zu vertreten, wenn es darum geht, daß der Staat seine verfassungsrechtliche Grundlagen zu sichern hat -gegen alle (!!), die im Innern oder von Außen, diese seine Grundlagen bedrohen.

  • #15
    walter stach

    Nina,
    Arnold,

    unabhängig von grundsätzlicher Religionskritik, konkret unabhängig von der "Islamkritik" könnte es m.E. "die praktische Vernunft" gebieten, sich mehr als das der Fall zu sein scheint, der Tatsache zu stellen, daß weltweit rd. , 1, 3 Milliarden Menschen Muslime sind und "der " Islam in einigen Staaten sog. Staatsreligion ist, Staaten, mit denen im Interesse Deutschlands sachdienliche Beziehungen bestehen sollten, die möglicherweise nicht funktionieren können, wenn "unsererseits" der islamische Glauben per se verdammt, sozusagen als Teufelszeug gebrandmarkt wird.

    Zudem sollte all denen, die diese pauschale Kritik üben, und zwar auch mittels einer mir befremdliche erscheinenden Wortwahl, zu denken geben, ob sie und wie sie damit dazu beitragen könnten, denjenigen Islamhassern Argumente zu liefern, die ihrem Hass in Terrorakten und Massenmorden freien Lauf lassen -sh. die von Breivik und dem Massenmörder von Christchurch zu ihren Terrorakten verfaßten "Manifesten" sowie denjenigen Islamhassern "munitionieren", die mittels ihres Hasses versuchen, Menschen für ihre allgemeinen politischen Ziele zu gewinnen, auch wenn "man" diese "ansonsten" nicht teilt.

    PS
    Nachdenklich stimmt mich auch, daß wenige Tage nach dem Massenmord an 5o Menschen muslimischen Glaubens durch einen Muslimhasser als Überzeugungstäter im Sinne " eines christlich-abendländischen Herrschaftsanspruches" in der sog. westlichen Welt -Deutschland eingeschlossen- nicht die Trauer über die Getöteten und das Mitleiden mit den Angehörigen den öffentlichen Diskurs bestimmt, sondern unverdrossen, ohne zumindest kurzes Innehalten,, immer radikaler der Glaube der getöteten Menschen wichtigster Bestandteil des öffentlichen Diskurses ist., ja weiterhin in der Gesellschaft diese pauschale Glaubenskritik mehrheitlich als Selbstverständlichkeit zu gelten scheint. Das kann ich nicht ändern. Das nehme ich zur Kenntnis, Dass ich darüber nachdenke, wollte ich hier nur anmerken, wohlwissend, die pauschalen Islamkritiker und schon gar nicht die Islamhasser damit ebenfalls zu einer ähnlichen Nachdenklichkeit anregen zu können.

    Nina,
    Arnold,
    die Zustimmung der Mehrheit -im Lande, hier im Blog- erhaltet Ihr für Eure Position, nicht ich für die meine. Auch insofern besteht also kein Anlass für Euch, mich mit meiner Meinung "übermäßig" kritisch zu befassen.

  • #16
    ke

    Was geht mir auf den Sack? Das sind eigentlich Sonderwünsche, die mit der Religionsfreiheit begründet werden (Kleidung, Pausen, Räume, Essen, …). Das hängt einfach damit zusammen, dass ich eine starre Regelwelt nicht mag und bei angeblichen religiösen Regeln auch keinen Sinn erkenne.
    Die meisten Religionsgruppen unterstützen diese Sonderwünsche gegenseitig, da sie Angst haben, sonst ihrerseits Privilegien zu verlieren.

    Bzgl. von extremen Gesinnungen ist es mir egal aus welcher Richtung hier unser Staat und insbesondere die Menschenrechte angegriffen werden.
    Hier heißt es: Wehret den Anfängen und schaut in alle Richtungen.
    Das kann auch durchaus auch eine Urheberrechtsreform sein, die die Meinungsfreiheit einschränken wird und eine hervorragende Basisinfrastruktur für jede mögliche extreme Regierung mit Neigung zur Überwachung/Meinungskontrolle schafft.

    Dann gibt es das Reisen. HIerbei fallen Länder, die keine besonderen Highlights bieten aus der Liste, wenn es massive Probleme im Bereich der Rechtssicherheit oder von Menschenrechtsverletzungen gibt. Ein Auspeitschen bei Sex vor der Ehe oder Steinigungen sind ein absolutes No go. Diese Länder werde ich nur unter einem extremen persönlichen ZUsatznutzen anderer Art besuchen.
    Damit fallen schon einige Urlaubsziele aus der Liste.

    Final geht es darum eine Haltung zu zeigen und auch rote Linien zu demonstrieren. Unsere Politik zeigt sich in den letzten Jahren durch eine extreme Flexibilität ohne jede Grundhaltung aus. Probleme gibt es nicht, alles ist toll, und man kann doch über alles hinwegsehen.
    Mit dieser Haltung werden wir gegenüber Menschen aus autoritären Strukturen bzw. gegenüber Menschen mit einem ausgeprägten Ehrgefühl keine gute Verhandlungsposition haben.

  • #17
    walter-stach

    Ke
    Ja, das sind für mich allemal nachvollziehbare persönliche Wahrnehmungen, Einschätzungen und Positionierungen.

    Zu den Reisezielen:
    In Staaten, in denen der Islamismus Staatsdoktrin ist, reise ich schon seit langer Zeit nicht mehr.
    Allerdings gibt es leider, wenn die Achtung der Menschenrechte, wenn der Grad der Pressefreiheit, wenn die Unabhängigkeit der Gerichte und der Richter mitbestimmend sind bei der Auswahl eines Reisezieles, auch EU-Staaten, die ich zu meiden suche -Ungarn, Polen!

    Und selbst Reiseziele in Sachsen, Sachsen-Anhalt gehören bei mir mittlerweile zu denen, die mich ehe abschrecken als reizen. Warum? Ich fühle mich dort unwohl, weil ich die Bilder, die Worte, die Gesten Rechtsradikaler z.B. bei den Pegida-Aufmärschen , nicht zu verdrängen vermag. Sie haben mich erschreckt und sind als Schrecken stets präsent, u.a. eben auch dann, wenn ich über eine Reise nach Sachsen/Sachsen-Anhalt nachdenke. Wäre es vernünftig, trotzdem oder gerade deshalb in Ländern zu reisen, wenn "man" damit aus den genannten Gründen emotionale Probleme hat? Das könnte durchaus so sein.

  • #18
    ke

    @17 W Stach
    Ich reise gerne durch Deutschland und mag insbesondere die versch. Landschaften. Deutschland bietet einfach viele verschiedenartige Landschaften auf kleinem Raum und viel Geschichte.
    Dies gilt natürlich auch für den Osten. Ich mag die Gegend und beobachte gerne die Entwicklungen.

    In Deutschland gilt es natürlich auch, unsere Standards zu verteidigen und aktiv für sie einzutreten. Das gilt aber überall. Final natürlich auch am Tresen auf Malle :-).

  • #19
    walter stach

    Ke
    Keine Frage, auch für mich nicht, daß die sog. östlichen Bundesländern auch kulturell, auch historisch, auch landschaftlich, auch städtebaulich sehr viel Schönes, sehr viel Bedeutsames, sehr viel Interessantes zu bieten hat.
    Ich habe eine gewisse Vorliebe für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die Inseln Rügen und Usedom und den Dars eingeschlossen.
    Aber meine stets schönen Aufenhalte u. a. in Dresden und Magdeburg verblassen hinter der häßlichen Fratze, die mir Menschen in Sachsen während ihrer Pegida-Auftritte gezeigt haben.
    Und Erinnerung daran ,z.B. in der wunderschönen Stadt Dresden, will ich nicht aufkommen lassen während eines Besuches dieser Stadt.

  • #20
    abraxasrgb

    Wo wir gerade alle so in "Ostalgie" schwelgen: Früher war das wiedervereinigte Berlin meine mentale Heimat (und Ruhr meine emotionale). Seit der Bionade-Bidermeier im Prenzlauer Berg und am Pfefferberg eingezogen ist und der Alex zum Schlachtfeld mutiert, fühle ich mich neuerdings oft in Bayern oder der Schweiz sehr wohl 😉

  • #21
    Ke

    #20
    Ja, failed City Berlin
    Die Flucht nach Bayern , spätestens wenn die Kinder kommen , habe ich im Bekanntenkreis auch

  • #22
    walter stach

    -20-
    Berlin (West)…..
    Das war zwar nicht meine zweite Heimat, aber ich war seit Mitte der 195oer Jahre regelmäßig zweimal pro Jahr für einen Woche in Berlin; also sowohl vor als auch nach dem Mauerbau und nach deren "Fall". In den letzten Jahren habe ich stets in einem Studienzentrum in Kreuzberg (Mariannen-platz) unmittelbar an der Mauer gewohnt, gelebt, gearbeitet – und abends -meistens in Kreuzberger-Kneipen "heftig gesoffen".
    Dieses Berlin gibt es nicht mehr – leider-. Trotzdem bin ich dann und wann immer noch gerne in dem "neuen Berlin", allein schon der Museen wegen.

    Und Bayern?
    Ein wunderschönes Land mit Menschen, deren Eigenheiten, deren Dialekt(e), deren Sitten und Gebräuche ich zu schätzen weiß -trotz FCB und CSU-.

  • #23
    Helmut Junge

    Ich faß es nicht! Bei so einem Thema kommt man auf Urlaubsfahrten! Sagt mal!
    Aber gut, kann ich auch.
    Ich fliege dieses Jahr mal nicht, sondern fahre ins Altmühltal. Aber nächtes Jahr in die Gegend von Greifswald an die Ostsee um Bernstein zu suchen, aber auch weil ich mir das Tllensetal ansehen möchte. Dort hat nämlich in der Bronzezeit etwa zeitgleich mit der Schlacht von Kadesch und der Schlacht um Troja, die drittgrößte Schlacht der Antike stattgefunden. Weltweit natürlich!
    Wenn man es überspitzt darstellen will, ist die Gegend also uraltes "Kulturland".
    Nach diesen genannten schlacht war die friedliche hochkulturelle Bronzezeit zu Ende, und für etwa 600-800 Jahre haben die Menschen fast alles vergessen, was sie bis dahin wußten, und ein tiefdunkles Zeitalter begann, bis die ersten Griechen schreiben gelernt hatten. warum es diese Kriege gab, ist bisher unbekannt. Nicht mal die Auswirkungen waren bisher klar. Dabei könnte es doch sein, daß wir heute kurz vor einer ähnlichen Situation stehen. wer glaubt, daß wir aus der Geschichte lernen könnten, sollte diese vernichtenden Einbrüche der Kultur gut studieren. Zufällig liegt das Tollensetal in Deutschland. Allein das sollte nachdenkenswert sein.

  • #24
    walter stach

    "Der Hass auf Muslime hat Struktur"
    -In vielen Medien fehlt es nach dem Attentat von Christchurch am Bewußtsein dafür, dass sie selbst Teil des Problemes sind"-.

    Überschrift nebst Unterzeile eines (Meinungs-) Beitrages von Julia Ley und Nabila Abdel Aziz in der TAZ.
    -taz. freitag, 19.märz 2019, medien 17

    Ich zitiere den Inhalt des Schlußkapitels dieses (Meinungs-)Beitrages:

    Um zu verhindern, dass Anshcläge wie der in Christchurch auch bei uns passieren bräuchte es eine breite Debatte über Islamfeindlichkeit in allen großen Institutionen. Leider sind wir davon weit entfernt. Einigen Politikern fällt es schon schwer, das Motiv des Täters als das zu benennen,was es ist : antiuslimischer Rassismus. Viele Journalisten haben das getan. Es wird Zeit, dass sie auch nach den strukturellen Ursachen dieses Rassismus fragen -und dabei die eigene Arbeit nicht aussparen."

    Da ich hier bei den Ruhrbaronen mehrfach eine sinngemäß gleiche Meinung geäußert habe, aber damit hier bei den Ruhrbaronen nicht nur ein "einsamer Rufer in der Wüste"war und weiterhin -vermutlich- sein werde, sondern zudem auf meine Meinung mit z. T. hasserfüllten Kommentare reagiert wurde- jedenfalls nach meinem Empfinden- ,"tut es gut" , lesen zu können,
    daß ich mit meiner Meinung zwar hier bei den Ruhrbaronen, aber nicht immer und über all in den Medien ganz allein dastehe.

  • #25
    ke

    @24 W Stach:
    Ich habe mehrfach eine 360 Grad Sicht auf extreme Gruppierungen eingefordert.
    Wir müssen endlich begreifen, dass Gegen Rechts Konsequenzen braucht, alle rechte Richtungen umfassen muss und final eine 360 Grad Sicht auf extreme Gruppierungen darstellen muss.

    Mir ist nämlich egal, wie sich eine Gruppe definiert, um andere zu bekämpfen, zu schädigen.

    Ferner mag ich mein freies Leben, für das unsere Vorfahren viel investiert haben. Wir müssen aufpassen, dass wir es nicht aufgeben.

  • #26
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @walter stach: Es gibt keinen antimuslimischen Rassismus. Islam ist ein Religion, keine Ethnie. Wie kann in Deutschland jemand wie Pierre Vogel oder Sven Lau Opfer von Rassismus sein? Es gibt Rassismus und es gibt Islamfeindlickeit, aber keinen antimuslimischen Rassismus. Oder glaubst Du, dass ein arabischer Christ keine Angst vor Nazis haben muss? Im Gegenteil: Der muss Angst vor Nazis und Islamisten haben.

  • #27
    ke

    In der muslimischen Welt gibt es dann auch noch den einen oder anderen Konflikt.

    Insgesamt wird jeder seine Gruppe definieren, mit der er seine Interessen auch mit Gewalt durchsetzen kann.

    Deshalb muss in alle Richtungen geschaut werden und gehandelt werden.

  • #28
    thomas weigle

    Die meisten Muslime werden doch durch die Taten anderer Muslime Opfer. Das wird gerne vergessen, wenn es um muslimische Opfer geht. Da richtet sich der Blick seltsamerweise immer nur auf westlich-weiße Täter. Gerne auch auf die IDF, da wird dann auch gerne zusätzlich von Apartheid schwadroniert.

  • #29
    walter stach

    Ke
    Werde ich mißverstanden?

    1.
    Ich engagiere mich -hier bei den Ruhrbaronen und vor allem alltäglich- für ein radikales Vorgehen durch Gesellschaft und Staat gegen alldiejenigen, die aus welchen Gründen auch immer (!!) versuchen, die Grundwerte einer freiheiltlich pluralistischen Gesellschaft und das Fundament des demokratischen Rechtstaates zu zerstören und zu ersetzen durch……..? Durch was auch immer.

    2.
    Zugleich versuche ich immer wieder meine Auffassung darzulegen -und zu begründen- , wonach der Kampf von Gesellschaft und Staat gegen einen radikal-fanatischen Islamismus nicht einschließen darf, nicht enschließen kann Menschen deshalb zu diskriminieren, zu diskreditieren, ja durch Terrorakte massenmörderisch zu töten, weil sie muslimischen Glaubens sind oder zumidnest zu versuchen, Letzteres zu relativieren oder rechtfertigen zu wollen mit dem Bemerken: " Die (die Muslime) sind doch selber schuld". Und das Ganze ist – und ich meine mehr und mehr – geprägt von Hass, von Hass auf alle Menschen muslimischen Glaubens.

    Mir scheint, daß diese meine Position hier bei den Ruhrbaronen regelmäßig nicht verstanden wird oder nicht verstanden werden will. Das nehme ich zur Kenntnis. Ich kann daran nichts ändern. Ich werde jedoch weiterhin meine oben erneut umschriebene Auffassung nicht ändern.
    Ich habe auf den (Meingungs-(Beitrag) in der TAZ, wie unter -24- erklärt, nur deshalb hingewiesen, weil er in meinem Sinne zur Nachdenklichkeit anregt über den Umgang der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland – nicht nur seitens der AFD- mit Menschen muslimischen Glaubens.

    Deshalb,

    Stefan Laurin,

    gehe ich auf Deine zutreffend Kritik an dem in dem zitierten Beitrag verwandten Begriff "antimuslimischen Rassismus" nicht weiter ein.
    Es geht mir -und offensichtlich auch den Verfassern des Beitrages- letztendlich darum, zur Nachdenklichkeit darüber anzuregen, ob der begründete, der m.E. zwingend gebotene Widerstand in Gesellschaft und Staat gegen jede Art, gegen jede Form des "radikal-fanatischen
    I s l a m i s m u s " auch nur ansatzweise dazu mißbraucht werden darf, Hass zu begründen, Hass zu rechtfertigen, Hass zu legitimieren nebst allen seinen Auswirkungen bis hin zu Terrorakten (sh. ua. Brevik, sh. NSU, sh. jetzt Christchurch -) gegen Menschen allein deshalb, weil sie muslimischen Glaubens sind.

    Ich denke schon, daß es im Sinne des (Meinungs-)Beitrages in der TAZ naheliegt, auch die Medien daran zu erinnern, welchen Beitrag sie zum Hass auf Muslime leisten, wenn sie z.B. den Terrorakt in Christchurch zu relativeren oder mit allem möglichen zu erklären versuchen , nur nicht damit was er ist:

    "Ein Terrorakt aus Hass gegen Menschen, nur aus dem einen Grunde :Weil sie muslimischen Glaubens sind – und deshalb , und nur deshalb zu vernichten sind."

    Stefan Laurin,
    ich gehe nicht weiter auf Deine berechtige Kritik an der verwendeten Begrifflichkeit in dem TAZ Beitrag nähert ein.
    Denn diese Kritik und meine evtl. Einlassungen darauf könnten ein weiterer Beitrag dazu sein,
    a.)
    vom Wesenskern diesen Terroraktes (sh ähnlich im Falle Brevik, sh ähnlich im Falle des NSU) abzulenken :
    Pauschaler, abgrundtiefer Hass auf allen Menschen ihres ( muslimischen) Glaubens wegen

    und
    b-)
    von der Nachdenklichkeit und der Diskussion darüber , ob und inwieweit in "der" Politik und in "den " Medien in der der sog. christlich-abendländischen Gesellschaft – eben auch in Deutschland- dazu beigetragen wird, den "radikal-fanatischen Islamismus" gleichzusetzen mit dem muslimischen Glauben, die "radikal-fanatischen Islamisten" mit allen Menschen muslimischen Glaubens.

    Und wenn das so weitergeht mit "dieser Gleichsetzung", mit der Hinnahme all ihrer Folgen?

    Zumindest , so meine ich, könnte es , primär im Interesse der Menschen muslimischen Glaubens , aber letztendlich im Interesse der Gesamtgesellschaft geboten sein, über denkbare Antworten auf diese Frage nachzudenken und darüber, wie einem "Weiterso" begegnet werden könnte, sollte oder müßte. ,

  • #30
    walter stach

    Thomas Weigle,
    ich lasse mich ‚mal durch Deinen Beitrag zu einer Frage provozieren:

    Wenn denn Muslime "meistens" durch Muslime umgebracht werden -sh.u.a. die Kämpfe der Sunniten gegen Schiiten- und wie wenige im Verhältnis dazu durch Nichtmuslime mittels Terrorakte oder durch individuelle Tötungsdelikte z. B. in Deutschland durch Rechtsradikale, sind dann diese Terrorakte, diese Morde durch Nichtmuslime an Muslime entschuldigt, gerechtfertigt oder zumindest als Bagatelle abzutun?
    Oder muß ich Deinen Beitrag all den Einlassungen zurechnen, die dazu dienen, von Terroranschlägen gegen Muslime -Brevik, NSU, jetzt in Christchurch- abzulenken?

  • #31
    ke

    #30 W Stach
    Es geht um keine Ablenkung etc., sondern es geht mir einfach nur darum, dass die Welt deutlich komplexer ist.
    Ich mag keine Fokussierung auf Christen, Weißee, Schwarzen, … als Opfer. Womöglich noch mit Aufrechnungen über die gesamte Menschheitsgeschichte. Dafür sind alle Gruppen zu heterogen.

    Es gab und gibt immer wieder durchgeknallte in allen Gruppen, ebenso haben genügend bekannte Experimente gezeigt, dass es ziemlich einfach ist, Zustände wie in autoritären Staaten herzustellen. Die Rezepte sind historisch bekannt.

    Offen ist nur, ob diese neuen Führer noch in der Lage sind große Massen zu mobilisieren. Das kann durch totale Abschottung geschehen, was aktuell durch ein freies Internet und globaler Kommunikation schwieriger wird. Aber auch in der EU wird an Mechanismen gearbeitet, Strukturen von Anonymität von freier Meinungsäußerung einzuschränken. Urheberrecht war auch schon bei Whistleblowern und Journalisten immer wieder ein Hebel, Terrorakte sind ein anderer.
    Wie kann es auch sein, dass jemand im Jahr 2019 live filmt, ohne dass ein Unternehmen oder Staat sofort eingreift!

    Struktureller Rassismus in D?
    Den gibt es aus meiner Sicht in kleinsten Gruppen.
    Offen ist, wann ein Diskriminierung anfängt?
    Sind es schon die Nachbarn, die gerne auf der Straße oder in Läden überwiegend Deutsch hören wollen? Sind es diejenigen, die Frauen gerne in einer frei gewählten Kleidung und in frei gewählten Jobs sehen wollen? Sind es diejenigen, die wollen, dass bspw. Homosexuelle ohne Nachteile leben wollen ….. Ich habe genügend Beispiele im Privaten und im Job erlebt, wo Neueinsteigern in D mit allen mitteln geholfen wurden, die zur Verfügung standen. Insbesondere, wenn sich Menschen um Sprache, Verstehen der Kultur etc. bemühen.
    Ich habe aber auch oft genug erlebt, dass die Personen, die es schwieriger mit Anpassungen haben, wenig Unterstützung erhalten haben. Für mich ist das auch dadurch erklärbar, dass der Stress aus welchen Gründen auch immer zunimmt und dass nahezu jeder im familiären Umkreis genügend Probleme hat, die eigentlich mehr Zeit erfordern würden. Sportvereine können überall ein Lied davon singen, wie schwer es ist, Menschen zur regelmäßigen Mitarbeit zu engagieren.

    Ich hatte darauf hingewiesen, dass bspw. das Christchurch Attentat im Radio am frühen morgen nicht das Nummer 1 Nachrichtenthema war. Es waren Friday for Future Demos
    Da frage ich mich allerdings, was in der Nachrichtenredaktion früh Prioritäten gesetzt werden.

  • #32
    thomas weigle

    @ Walter Stach Hast Du auch nur einmal ein ähnlich lautes Protestieren von den üblichen Verdächtigungen gehört, wenn es um bspw. Ehrenmorde geht, hier oder in den Palästinensergebieten? Oder wenn angebliche oder auch wirkliche Kollaborateure in Gaza gelyncht werden. Da alleine schon geht es um ganze andere Opferzahlen als hier bei uns hierzulande.
    Die meisten hier bei Ruhrbarons beziehen deutlich Stellung gegen Ausländerhass und die daraus resultierenden Verbrechen, weil es "unsere", also deutsche Verbrechen sind. Auch ich tue dies, wie Du wohl weißt.

  • #33
    walter stach

    Ke
    1.
    Ich weiß nicht, nicht erahne nicht einmal, warum Sie meinen, mir gegenüber erklären zu sollen, daß es "nicht um Ablenkung" geht.
    Ich habe lediglich gegenüber Stefan Laurin (!) bemerkt, daß ich nicht auf seine -m.E.- berechtigte – Kritik an dem von der TAZ verwandten Begriff "antimuslimischer Rassismus" näher eingehen will, weil eine diesbezügliche Diskussion gemessen am "Wesenskern " des hier aufgeworfenen Problematik mir nebensächlich erscheint.

    2.
    Ansonsten sehe ich nicht, daß es irgend einen Sinn machen würde, meine Meinung hier erneut vorzutragen und zu begründen über
    "antimuslimische Agitation in Deutschland in (Teilen) Poltik und (Teilen) der Medieen
    "latenten Rassismus in Deutschland"
    "wachsenden Antisemitismus in Deutschland"
    "völkisch-nationalistische Erregungen/Bewegungen in Deutschland"
    "Propagieren faschistischen Gedankengutes in Deutschland ohne Folgen"

    und konkret darüber,
    daß die mörderischen Terrorakte gegen Menschen muslimischen Glaubens -sh. u.a. Brevik, NSU, Christchurch- nach meiner Wahrnehmung (!) politisch, medial – auch in den von mir sog. a sozialen Netzwerken- heruntergespielt, relativiert, verharmlost werden, teilweise sogar auf Verständnis stoßen: "…selber schuld".

    Und mir scheint, daß es auch keinen Sinn macht, hier meinerseits zu versuchen, meine Meinung zu den Ursachen all dessen, was ich hier erneut als für mich problematisch umschrieben habe, erneut und zum X-ten Male vorzutragen sowie über denkbare Folgen all dessen für die Menschen in Deutschland -und darüber hinaus- sowie für die freiheitlich-pluralistischen Gesellschafts-/Staatsordnungen zu räsonieren; also lasse ich es.

    Thomas Weigle,
    -32-
    erster Absatz
    Das ist och exakt erneut ein Beispiel dafür, was mich nachdenklich stimmt, nämlich die schon als Gewohnheit zu bezeichnende Reaktion auf Terrorakte gegen Menschen muslimischen Glaubens: " "Hast Du schon ‚mal ähnliche…." oder wenn…….und dann geht es um ganz andere Opferzahlen" ……

    Thomas Weigle,
    meine Meinung -sh. dazu auch die vorangegangen Anmerkungen zum Beitrag von Ke- trage ich vor, um deutlich zu machen, daß es auch andere als die dazu in den betr. "Themenfeldern/Problembereichen" hier mehrheitlich vorgetragenen Meinungen gibt, nicht um "Andere " überzeugen zu wollen und schon gar nicht, um irgendwie deren "politisch/moralische" Grundeinstellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen/Geschehnissen/Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, geschwiege denn diese "zu beurteilen"; zumal , so meine Wahrnehmung, Du und ich oftmals -nicht immer- zu gesellschaftspolitisch relevanten Fragen weitgehend übereinstimmende Meinungen vertreten.

    PS
    Und jetzt bin ich ‚mal wieder einen Monat weg -jedenfalls von den Ruhrbaronen-.

  • #34
    walter stach

    Thomas Weigle,

    Glückwuschen ! Champ.lig-Platz!!! Es ist zwar noch nicht Schluß in Frankfurt, aber…

    Auch am Ende der Saison eine Champ.platz?
    Dafür spricht derzeit Vieles, vor allem die beständig gute Form der Eintracht und die Schwächen der Konkurrenten.
    Es ist zwar noch nicht Schluß in Frankfurt, aber……..

  • #35
    thomas weigle

    Ja,@Walter Stach, die oftmalige Übereinstimmungen zwischen uns sehe ich auch. Was die SGE angeht, das halt ich ja kaum mehr aus, unglaublich.

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