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Julis haben beschlossen: STERN muss sich bei Brüderle entschuldigen!

JulisBrd

Seit gestern ist es amtlich: Der Stern muss sich für seinen „Herrenwitz“ bei Rainer Brüderle entschuldigen. Das haben die Jungliberalen Rheinland-Pfalz am gestrigen Montag in einer Blitz-Umfrage beschlossen.

„Soll sich der STERN für seinen unfairen und kränkenden Artikel bei Rainer Brüderle entschuldigen?“ Facebook-Nutzer waren gestern dazu aufgerufen, darüber in einer Umfrage zu befinden. Gestern um 16:12 MEZ vermeldeten die Julis RP: „92% fordern mit uns eine Entschuldigung des STERN bei Rainer Brüderle. Es wurden zwar nur ca. 500 Personen befragt, aber es bestärkt uns in der Annahme, dass in der Bevölkerung der Wille zu differenzierten Auseinandersetzung vorhanden ist.“

Seitdem streiten sich die Experten: Wie schnell muss der Stern der Forderung nachkommen? Wie bindend ist er für das Nachrichtenmagazin? Und  wie sinnvoll kann eine „Blitz-Umfrage“ unter 500 Leuten aus dem Dunstkreis der Liberalen sein, vor allem, wenn die zu klärende Frage bereits eine Wertung enthält?

„Das war keine Umfrage unter JuLis, sondern unter Facebook-Nutzern. Die BILD kommt bei ca. 45.000 Befragten auf ähnliche Umfrageergebnisse“, stellt die liberale Jugendorganisation auf Facebook klar. Davon, dass 90 Prozent der Befragten bei der Bild-Umfrage nicht für eine Entschuldigung des Sterns bei Brüderle, sondern umgekehrt für eine Entschuldigung Brüderles bei der Stern-Journalistin gestimmt haben, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, lassen sich die Julis nicht beirren. Schließlich soll man keiner Statistik glauben, die man nicht selbst, nun ja, in die Welt gesetzt hat.

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13 Kommentare zu “Julis haben beschlossen: STERN muss sich bei Brüderle entschuldigen!

  • #1
  • #2
    TuxDerPinguin

    Der Stern solle sich “für seinen unfairen und kränkenden Artikel” entschuldigen?
    Der Stern darf sich meinetwegen täglich bei allen möglichen Leuten entschuldigen, weil in diesem Boulevard-heft ähnlich anderen Boulevard-heften wie der Bild oder dem Spiegel viel Schind getrieben wird.

    Aber warum für diesen Artikel? Warum ist er unfair und kränkelnd, wenn er nur vorgefallene Tatsachen widergibt?

    Normalerweise liegen nach Artikeln, die Politiker kritisieren, höchstens ne Stunde später Stellungnahmen von diesen vor, dass sie der Berichtserstattung widersprechen. Brüderle tat dies nicht, weil er dem Verlauf nicht widersprechen kann. Und mit seiner dokumentierten Uneinsichtigkeit, würde es nur noch mehr Artikel dazu geben. Also schweigt der Dinosaurier.

    Während seine Parteigenossen schon dran arbeiten die Reporterin, das Blatt, die Geschichte zu diskreditieren. Fühlt man sich immer wieder in sozialistische Länder versetzt, wenn die Partei über allem steht.

  • #3
    Launisch

    @Martin
    @TuxDerPinguin

    Was dort vorgefallen ist, wissen nur die beiden und das wisst auch ihr. Das Wort ist unschön, aber genau das ist mit “Opfer-Abo” gemeint: Frau ist Opfer und hat Recht; Mann ist Täter und lügt – auch hier offenbaren sich die bösen Geschlechterklischees. Paradoxer geht’s nicht, das muss man doch auch als Super-Gutmensch sehen…

  • #4
    Karsten

    @Launisch
    Deine Einstellung ist echt krass. Opfer (auch Frauen) bekommen leider fast nie Recht! Es gibt eine heftige Statistik aus den USA, die das belegt. Von 1.000 Vergewaltigungen werden nur 100 angezeigt, davon kommen nur 30 (meist Männer) vor Gericht und nur 10 werden verurteilt. Und von den 1.000 Vergewaltigungen gibt es ganze 2 Falschbehauptungen! Also 2 Promill. Ich befürchte, dass auch bei anderen sexistischen Übergriffen, die Quote nicht viel besser ist! Wenn eine Frau (oder auch ein Mann) einen sexuellen Übergriff aufzeigt, stimmt dies auch in 998 von 1.000 Fällen!

    Hier die Quellen:
    http://theenlivenproject.com/the-truth-about-false-accusation/
    http://bjs.ojp.usdoj.gov/index.cfm?ty=dcdetail&iid=245

  • #5
    BillBrook

    Launisch: das Brüderle lügt hat niemand behauptet, ausser dir du bist der Einzige.

  • #6
    TuxDerPinguin

    @Launisch “Mann ist Täter und lügt”
    falsch. Brüderle hat nicht gelogen. Er hat bisher dazu ja nix gesagt. Und auch sonst niemand hat dem geschehenem bisher widersprochen. Also kann man die zitierten Sätze und Handlungen als wahr betrachten.
    (abgesehen davon, dass deine Verallgemeinerung von dir selbst ad absurdum gestellt wird, weil du die Frau nicht als Opfer und Brüderle als Täter siehst, und damit die Verallgemeinerung nicht stimmen kann)

    Herr Brüderle ist mir aber auch ziemlich egal. Ich hab den schon vor der Geschichte hier im Kommentarbereich als Dinosaurier für seine politische Ansichten betitelt, den die FDP entmachten muss, um wieder eine Rolle zu spielen (woran ich Interesse hab). Nach diesem Vorfall ist das noch wichtiger. Zumal Rösler nicht auf meinen Tipp hörte, wirklich zurückzutreten, um den Dinosaurier in die Führungsrolle zu zwingen. Nach der Blamage bei der anstehenden Bundestagswahl wär er weggewesen und man könnte die FDP wieder aufbauen. So zieht er und die anderen Dinos die FDP noch länger hinab.

    und danke für das Kompliment, dass ich ein super guter Mensch bin. Ich tu mein bestes. Würde das Kompliment gerne zurückgeben, aber ich kenne Sie leider nicht, und kann das nicht beurteilen.

  • #7
    Walter Stach

    Forderung der JULIS:”ist’s schon Wahnsinn, hat es doch Methode”.

    (Auf eine Pflicht des STERN, sich bei Brüderle zu entschuldigen, kann man nur kommen, wenn………..-ja, wenn eigentlich?)

  • #8
    torsten

    Kleine Recherchehilfe: Die Julis beziehen sich – korrekt – auf eine bild.de-Umfrage, nicht auf die Emnid-Umfrage für Bild. Insofern ist der Vergleich passend, weil beides online und nicht repräsentativ.

  • #9
    Kurt

    @6 TuxDer Pinguin: Wenn niemand widerspricht, wird etwas also wahr? Nunja, wenigstens einer in dieser Affäre, der offen ausspricht, dass ihn die Unschuldsvermutung einen Dreck interessiert.

  • #10
    paule t.

    Viel interessanter als den Herrenwitz selbst finde ich die Reaktionen. Ob Brüderle sich tatsächlich so verhalten hat oder nicht, könnte man noch dahingestellt sein lassen (dass er sich nicht äußert spricht allerdings für sich) – wichtiger als der Einzelfall ist, dass es offenbar enorm viele Frauen gibt, die derlei erleben; dass muss sich ändern!

    Aber auch die unterstützenden Reaktionen sind hochinteressant: Brüderle mag sich so verhalten haben oder nicht, es mag ein Ausrutscher sein oder öfter vorkommen – diejenigen, die das berichtete Verhalten rechtfertigen, tun das in entspannter Situation und mit kühlem Kopf zu Hause am Schreibtisch, und nicht in Weinlaune abends an der Bar. Die outen sich nicht als mögliche und vielleicht nur ausnahmsweise, sondern als willentliche und bewusste Sexisten, die meinen, mit Frauen müsse man ja wohl so umgehen dürfen. Möge es bei Wahlen so berücksichtigt werden.

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  • #12
    Ulrich

    Machen wir doch eine Massenentschuldigung daraus: Der Stern entschuldigt sich bei Brüderle für den Artikel über ihn, Rösler entschuldigt sich bei ihm für seine vietnamesische Abstammung die Brüderle zu seinem Vergleich zwischen deutscher Eiche und asiatischem Bambusrohr verleitete und Finanzminister Schäuble bedauert seinen aggressiven Gesichtsausdruck: http://gloomer.wordpress.com/2009/11/22/schaeuble-darf-sitzen-und-bruederle-muss-stehen/

  • #13

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