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Karfreitag: Grüne bleiben fromm

Christuskirchen Foto: Ayla Wessel/Kulturagentür

Kaum hatte NRW-Grünen Chef Sven Lehmann laut über ein Ende der Karfreitagsruhe nachgedacht, kam Widerspruch: Aus der Grünen Landtagsfraktion.

In der Rheinischen Post hat der Vorsitzender der NRW-Grünen, Sven Lehmann, laut über die Karfreitagsruhe nachgedacht: „Jeder soll den Karfreitag  nach seiner Fasson begehen.“ Eigentlich logisch. Wer an Karfreitag seine Ruhe haben will, lässt an diesem Tag mal die Death-Metal-Scheiben im Schrank. Und wer Death-Metal hören will, soll das natürlich auch auf Konzerten oder im Club tun können und nicht nur in der eigenen Wohnung. Religion ist Privatsache und nicht die Sache des Staates. Ein Feiertagsgesetz damit so überflüssig wie alkoholfreies Bier.

Irrtum.

In einer gerade veröffentlichten Presserklärung widersprach die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Grüne), gleichzeitig auch kirchenpolitische Sprecherin und Parlamentarische Geschäftsführerin, Lehmann:

„Für mich als Christin ist und bleibt der Karfreitag ein Stolperstein in der Gesellschaft. Und das ist auch gut so. In unserem gesellschaftlichen Alltag nehmen Hektik und Konsum häufig viel Raum ein. Deshalb braucht diese Gesellschaft auch einen stillen Feiertag wie den Karfreitag, an dem sie auf sich selbst zurückgeworfen wird. Dieser Tag bietet allen die Gelegenheit, sich Zeit zur Besinnung zu nehmen und über die Werte menschlichen Zusammenlebens nachzudenken. Ob dies aus christlicher Motivation geschieht oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Jede und jeder kann diesen Feiertag individuell gestalten.
Wir als Grüne begegnen den Christinnen und Christen in Nordrhein-Westfalen mit der gleichen Toleranz und dem gleichen Respekt wie allen Anders- oder Nichtgläubigen. Zu diesem Respekt gehört auch die Achtung vor religiösen Feiertagen.
Am Feiertagsgesetz ist keine Änderung vorgesehen.“

Amen.

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82 Kommentare zu “Karfreitag: Grüne bleiben fromm

  • #1
  • #2
    Ben

    Ich will ja nicht spitzfindig sein, aber widerspricht sich die Dame nicht? Das deutsche Feiertagsgesetz ist eine eindeutige Bevorzugung der Christen. Jüdische, muslimische oder andere Feiertage spielen darin keine Rolle. Will man an dieser gesetzlich verankerten alleinigen Einflussnahme des Christentums auf unser aller Leben nichts ändern, kann man nicht zeitgleich von „gleicher Toleranz und gleichem Respekt“ sprechen…

  • #3
    Olaf

    Warum muss eigentlich das christliche Märchen von einem Mord und dem nachfolgenden Zombie als Anlass für einen stillen, zur Besinnung gedachten Feiertag herhalten?

    Da gibt es doch tolle Märchen und Erzählungen deutscher Dichter und Denker?
    Zum Beuispiel Hensel und Gretel, oder Rotkäppchen. In denen kommen Notwehr und Tyrannenmord vor.
    Viel besser geeignet um über die Annahme das „in unserem gesellschaftlichen Alltag […] Hektik und Konsum häufig viel Raum“ einnehmen nachzudenken.

  • #4
    Wolfgang

    @Ben

    Natürlich widerspricht sich Sigrid Beer; als Christin fällt ihr der Widerspruch nicht auf, als Politikerin ist sie evtl. daran gewöhnt widersprüchliches ohne mit der Wimper zu zucken unters Volk zu bringen (es wird schon keiner nachfragen/denken).

    @Werner Jurga
    Der war gut!

  • #5
    Martin Böttger

    Vielleicht sollte man für nächstes Jahr Karfreitag in allen Kulturhauptstadt-2010-Städten was gleichzeitiges illegales organisieren, so dass es zu Massenverhaftungen oder gar einer drohenden Überlastung der polizeilichen Einsatzkräfte (auch Polizisten machen Ostern gerne Ferien!) kommen muss – ein Aufstand der säkularen Kulturschaffenden! Das wär doch mal was. Muss ich jetzt zum Arzt, weil ich Visionen hab?

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin: Gute Idee. Und wenn sie alle verhaften geht die Party im Bau weiter!

  • #7
    Heinz Ketschup Schleuser

    Die Grünen wieder. Ich schlage einen Karfreitagskonsens vor. Schrittweiser Ausstieg aus dem Good Friday, Amtsverzicht von Bischof Meissner – dafür ziehen die Grünen Roth zurück. Ich hoffe das kommt durch die Zensur.

  • #8
    V'kar

    Ich hab letztes Jahr Karfreitag ein Konzert veranstaltet.
    War ne gute Sache, Polizei ist auch nicht vorbeigekommen.

  • #9
    Jan

    Wie schön, die Grüne Sigrid Beer bringt der Christin Sigrid Beer Toleranz entgegen. Ich selbst habe als Rechtshänder auch immer mehr Verständnis für meine undefiniert blau-grün-grauen Augen.
    Ist es nicht ein wenig unglaubwürdig, seine eigene Doppelrolle zur Toleranz zu verklären?

    In Wirklichkeit steckt doch ein Befehlston dahinter: Du, Atheist, hast Dich an folgendem Tag individuell zu besinnen, weil mein angeblicher Messias da seinen angeblichen Todestag hat, der selbstverständlich nie zweimal hintereinander auf denselben Tag fällt.
    Hektik und Konsum können ja gerne weiterhin wie an anderen Feiertagen auch durch geschlossene Geschäfte vermieden werden. Und selbstverständlich sollten religiöse Versammlungsstätten oder Privatwohnungen vollen Beschallungsschutz erhalten – wer daheim oder im Kreise der Gemeinde die Besinnlichkeit sucht, soll weiterhin geschützt werden. Wer sich aber bewusst anders entscheidet, dem muss das nicht verboten werden.
    Natürlich kann die Kneipe im Wohnhaus nicht die Musik voll aufdrehen, aber es gibt genug Diskos in gewerblichen und anderen entlegenen Lagen oder annähernd schalldichte Räumlichkeiten, in denen das niemanden stören sollte.

    Und genau darum geht es bei dem Konflikt, und daran spricht Frau Beer vorbei!
    Schutz der freiwilligen Besinnlichkeit, Abschaffung der Zwangsbesinnlichkeit für alle.

  • #10
  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Christian: Es ist ja keine Anti-Kirchen-Haltung. Wer Ruhe will, soll an Karfreitag Ruhe finden. Und wer es nicht will, soll machen können was er will. Niemand verlangt die Zwangsbespaßung ganzer Städte zu Karfreitag.

  • #12
    Jan

    @10/11
    Eben – es tut keinem Christen weh, wenn sein ungläubiger Nachbar am Karfreitag abends im Theater sitzt und vielleicht sogar lacht.
    Der jetzige Zustand ist eher eine Anti-Menschen-Haltung auf christlicher Seite.

  • #13
    ohno

    Manchmal ist es schlecht, wenn eine Fraktion eine Partei bremst. Hier ist so ein Fall. Diese Pro-Kirchen-Haltung gefällt mir nicht.

  • #14
    Angelika

    ich war noch nie in Israel, aber mir wurde erzählt, dass an Yom Kippur die Geschäfte geschlossen seien u. das Autofahren aus Respekt vor dem höchsten Feiertag fast völlig unterlassen werde (auch von den nicht Religiösen) – aber ist für euch ja kein Problem, ist ja weit weg …

  • #15
    Arnold Voß

    @ Jan

    Jan, das stimmt zwar, aber der religiöse Mensch neigt zum Beleidigtsein, wenn man seinen Glauben nicht ernst nimmt. Egal welcher Kirche er anghört.

  • #16
    Jan

    @Arnold
    Es ist nicht beleidigend, wenn jemand am Karfreitag, hinter verschlossenen Türen eines Theaters oder einer Disko, die nicht in Wohngebiete schallt, Spaß hat.

  • #17
    Arnold Voß

    Jan, das sehe ich auch so. Aber der wirklich religiöse Mensch tickt einfach anders. Er ist auch dann beleidigt, wenn er gar nicht beleidigt wurde. Denn sein Gott sieht und hört alles. Auch die hinter den verschlossenen Türen. 😉

  • #18
    Jan

    @17
    Aber ist es denn auch nur im Entferntesten legitim, als Christ von Nicht-Christen zu verlangen, einen angeblichen Gott auf diese Weise zu verehren? Ist das nicht die schlimmste religiöse Nötigung?

  • #19
    Werner Jurga

    Nach meiner Erfahrung neigen alle Menschen zum Beleidigtsein, wenn man ihren Glauben (ihre Mythen, ihre „Werte“, etc.) nicht ernst nimmt. Da rauschen die Beliebtheitswerte in aller Regel richtig in den Keller. Aber es hilft ja nichts: die Aufgabe bleibt, Glauben als Aberglauben zu entlarven, Mythen zu jagen und „Werte“ auf ihre ideologische Funktion hin abzuklopfen.

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  • #21
    Torti

    @Jurga
    Was man an Ihnen immer sehr gut beobachten kann, wenn man Ihren Knötteropaarien widerspricht LOL…..

  • #22
    Helmut Junge

    Glücklicherweise können sich all die, die aus religiösen Gründen schnell beleidigt sind, sich untereinander nicht einigen.
    Denn wenn das geschieht, ist es um alle anderen bald geschehen.

  • #23
    Werner Jurga

    @ Torti (# 21):
    Das muss aber unter uns bleiben! Und lustig ist es auch nicht.
    (Wenn ich mir das damals erlaubt hätte, da wäre nicht groß diskutiert worden. Da wäre sofort …)

  • #24
    Arnold Voss

    @ Angelika # 14

    Die (ultra-) orthodoxen Juden nerven auch die liberalen Juden dort erheblich. Obendrein gehen sie aus religiösen Grund nicht zum Militär. Dafür machen sie aber den meisten Stress mit der Siedlungspolitik und sind zu keinen Konzessionen gegenüber den Palästinensern bereit. Eine gruselige Truppe. Wie alle religiösen Fundamentalisten dieser Welt.

  • #25
    Helmut Junge

    @Arnold Voß,
    Daß die Fundamentalisten in Israel allen anderen Streß machen war mir klar.
    Aber daß die nicht zum Militär gehen, also andere die Suppe auslöffeln lassen, die sie eingebrockt haben, wußte ich bisher nicht.
    Das ist ja interessant! Möglicherweise gilt das auch für andere Fundamentalisten?
    Vielleicht für alle?
    Vielleicht finden diese Menschen im Streßmachen ihre Erfüllung. Das sollte doch mal untersucht werden.

  • #26
    Werner Jurga

    @ Helmut Junge:
    Nee, nee, anderer Religion Fundamentalisten ballern durchaus schon mal etwas rum. Dieses Peacige beibt den jüdisch Orthodoxen vorbehalten. Wobei: Pazifisten sind das auch nicht. Wenn denen auf der Westbank ein Palästinenser komisch kommt.
    Aber zum Militär gehen sie halt nicht. Weil sie den Staat Israel ablehnen. Und Arbeiten tun sie auch nicht. Weil das unnötig von den Tora-Studien ablenken könnte. Aber vermehren tun sie sich; so viel Zeit muss sein.

  • #27
    Helmut Junge

    @Werner Jurga,
    also gibt es bei Fundamentalisten doch noch ganz individuelle Züge.
    Schade, ich hätte sie gerne in einen Topf gesteckt.

  • #28
    Himynameis

    @Arnold Voss/24: Auch wenns eigentlich nicht zum Thema passt, muss ich das jetzt mal korrigieren. Es ist schonmal sowas von falsch, „ultraorthodoxe“ mit orthodoxen Juden gleichzusetzen. Orthodoxe Juden gehen sicherlich zum Militär, ultraorthodoxe eher nicht, wobei einige durchaus „dienen“. Letztere sind wiederum in nicht geringen Teilen (sektenabhängig) zu so großen „Konzessionen“ gegenüber Palästinensern bereit, dass sie die Existenz des Staates Israel ablehnen. Das Ganze ist allerdings sehr fragmentiert und deutlich komplizierter als Spiegel oder Tagesschau es abbilden. Dieses ständige „Säkulare sind gut, Religiöse sind böse“ nervt, weil es nicht der Realität entspricht (weder bei den Juden noch bei den Arabern und vermutlich auch bei allen anderen nicht).

    Und vor allem: was Angelika schrieb, trifft zu. An Yom Kippur fährt keiner Auto in IL und alle Geschäfte sind geschlossen (in den arabischen Gemeinschaften siehts natürlich anders aus). Auch so ziemlich alle nicht-religiösen Juden nutzen den Tag, um mal abzuschalten, sich zu erholen oder wasweißichwas. Das finden nicht aushnamslos alle toll, aber es ist schon Konsens. Ich hab das selbst mal erlebt und es war sehr angenehm und einfach etwas Besonderes, wobei ich mit Religion nichts am Hut hab.

  • #29
    Arnold Voß

    @ Himynameis

    Natürlich habe ich vereinfacht. Ist hier halt kein Religions- oder Soziologieseminar. Ich wollte damit eine Tendenz ausdrücken. Je orthodoxer, je weniger bereit zu „dienen“, je weniger kompromissbereit gegenüber den Palestinensern, je mehr Stress für die Liberalen und die, die gar nicht religiös sind.

    In einigen Hotels in Israel gibt es Extra-Aufzüge , weil am Sabbath die Orthodoxen selbst die Benutzung dieses wichtigen Vertikal-Fahrzeuges nicht gerne sehen, bzw. verbieten. Die werden dann in Kraft gesetzt,während die anderen stillstehen müssen, damit die Fundamentalisten Ruhe geben. Es gibt sogar eine Rabbi-Debatte darüber. Das ist nur ein von vielen abstrusen Entwicklungen in Israel.

    Wieso es zur seelischen Einkehr notwendig ist das niemand Auto fährt will mir jetzt auch nicht so richtig in den Kopf. Überhaupt finde es nicht sonderlich demokratisch eine bestimmtes Wertgebäude anderen dadurch aufzuzwingen, dass man sie quasi für heilig erklärt und sich deswegen alle anderen fügen müssen.

    Für mich ist das einfach nur religiöser Verhaltensterror und nichts anderes. Ich als Nichtgläubiger komme auch nicht auf die Idee ein paar Tage der Ungläubigkeit auszurufen, an denen z.B. keine einzige Kirchenglocke ertönen oder kein einziger Muezzin seinen Gesang anstimmen darf, geschweige denn der Rest der Bevölkerung nach meiner Wertepfeife zu tanzen hat.

    Es mag eine Religion ohne religiösen Fanatismus geben, aber umgekehr gilt das nicht. Und bislang hat noch jede kirchlich/institutionell domestizierte Religion Fanatismus erzeugt. Nicht immer und natürlich nicht für alle, aber immer und immer und immer wieder. Da hilft leider auch ihr ganzes differenzieren nicht.

  • #30
    Angelika

    „Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten, am siebten Tag aber sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen.“ (Exodus 23,12)

    Tja, also das war revolutionär.
    Und das war gar kein „…religiöser Verhaltensterror“ (siehe #29 Arnold Voss), sondern ein Wohltat. Endlich ma Päusken nach all diese Maloche! …
    Durch die rabbinischen Debatten kamen dann immer weitere Ausfeilungen (Schabbat) dazu. Wer es nicht lebt, kann ja darüber hinwegsehen – ein Grund zur allg. Aufregung ist es ja wohl nicht …

    Und was heute in Israel geschieht, hat eben auch (auch, nicht nur – glücklicherweise — sonst wäre es ja ein Staat nur für die Ultraorthodoxen) mit Tora u. Talmud zu tun. Religion ist nicht nur Sache derjenigen, die glauben. Religion hat Geschichte, Kulturtradtition, Identität (Volk, Individuen) beeinflusst, wird es weiterhin tun (in Israel u. in and. Ländern).

    Aber zurück zum Ausgangspunkt der Diskussion – zum Karfreitag bzw. der auch staatl. gewünschten (ja geforderten) Karfreitagsruhe. Auch der nicht Religiöse wird m.E. durch rel. Traditionen beeinflusst – u. das, so meine ich, nicht unbedingt zu seinem Schaden. Denn, dass da am Karfreitag keine Glocken erklingen (was durch bestimmten anderen Lärm, der entfällt, wie z.B. Autorennen, Straßenfeste, Kirmes o.ä., noch mehr auffällt), macht das Geläut an Ostern bes. eindrucksvoll. Und ich meine nicht nur, ich weiß es aus vielen Gesprächen mit Nicht-Kirchenmitgliedern, mit Atheisten, dass eben diese Stimmung – Stille, dann Jubel (= Glockengeläut) der Seele gut tut.

  • #31
  • #32
    Olaf

    Angelika? 2011 aus der Bibel (oder jedes andere „heilige“ Buch) zitieren und daraus etwas für den Alltag ableiten wollen? Echt? Sollte man nicht machen … sowas geht immer nahch hinten los.

    1. Timotheus – Kapitel 2 11,12
    Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.
    Meine Schwestern würden mir, zurecht, was husten wenn ich oder jemand anderes das für voll nimmt.
    Im übrigen: Welche Seele? Noch so ein Konstrukt Menschlicher Einbildung …

    @Christian S. Ich vermute du verwechelst „Israel-Kritik“ mit Religionenkitik (alle!) anhand des Beispiel Orthodoxer Juden in Israel. Orthodoxe/Fundamentalistische Christen, Kopten, Mormonen, Brahamiten, Scientologen, „hierjedeweiteredertausendenreligioneneinfügendieesjegabundvermutlichgebenwird“ sind in doch nahezu beliebig Austauschbar.

  • #33
    Jochen Winter

    Ich habe einen Gegenvorschlag. Wenn sich jetzt alle von der christlichen Minderheit terrorisiert vorkommen. Geht an Weihnachten, Karfreitag, Ostern und an allen kirchlichen Feiertagen arbeiten. Arbeitsfrei zu haben, Party zu machen und gleichzeitig die christlichen Werte mit Füßen zu treten: Das geht nicht

  • #34
    Angelika

    #32 Olaf

    Mein Zitat (Exodus, siehe oben) passte m.E. sehr gut, denn A. Voss hatte ja auf die Sabbatruhe Bezug genommen.

    Und auch das von dir angeführte Zitat, weiß ich, dank meiner exegetischen Kenntnisse in den Kontext zu stellen. Aber die von dir erwähnte Stelle wurde ja wohl nicht zitiert, um sachlich zur Diskussion beizutragen.

  • #35
    Angelika

    Als Ergänzung zu dem Kommentar von Jochen Winter (#33):

    Warum in Dtl. eigentlich kein Geschrei, dass da an Fronleichnam, Christi Himmelfahrt usw. arbeitsfrei ist? Warum wird es von Nicht-Christen als so selbstverständlich angesehen, dass es einen zweiten Weihnachtsfeiertag (arbeitsfrei!), einen zweiten Ostertag (arbeitsfrei!) gibt. Im Nachbarland NL ist das nicht so.

    Aber im Nachbarland NL (mehrheitlich calvinistisch geprägt, auch wenn da in bestimmten Prov. viele Kath. wohnen) ist man (wie auch in GB) gewöhnt, nach der Arbeitszeit an einem Wochentag zum Wahllokal gesehen. Der Sonntag wird für so Profanes wie eine pol. Wahl nicht genutzt. Auch dies ein Beispiel wie rel. Traditionen den Alltag einer weitgehend säkularisierten Welt nach wie vor beeinflussen.

  • #36
    Angelika

    p.s.: Quatsch -> vertippt -> nicht „gesehen“, sonder -> zu gehen (und zwar zum Wahllokal …)

  • #37
    Helmut Junge

    @Jochen Winter 33,
    Vor dem Christentum wurde im römischen Imperium der 25. Dezember als Geburtsnacht des Mithras gefeiert. Wenn Ostern mit dem Passahfest zu vergleichen ist, gab es dieses Fest wohl auch schon vor dem Christentum.
    Einzig der Karfreitag scheint christlichen Ursprungs zu sein.
    Insofern ist Ihr Gegenvorschlag auf all diese Feiertage zu verzichten, nicht ganz akzeptabel.

  • #38
    Angelika

    #37 Helmut Junge an Jochen Winter

    Also das ist ja Haarspalterei. Auch wenn es bestimmte Hintergründe (Zeitwahl bestimmter Feste – Nutzung von Vortraditionen) gibt, so verbinden wir doch Weihn. u. Ostern mit christl. Lehre.

  • #39
    Olaf

    @Jochen Winter,

    Christliche Werte?
    Ich finde das niedlich das sich diese WischiWaschi-Religiösen die Ergebnisse der Aufklärung und dem niederriengen von organisierter Religion auf die eigenen Fahnen schreiben.
    Man möge doch bitte mal die gleichen Maßstäbe an den eigene Glauben anlegen wie bei der Abwägung ein Auto zu kaufen, eine Versicherung abzuschließen oder einen Fußballverein zu umjubeln.

    Im übrigen, als Atheist und Naturalist, darf ich an den kirchlichen Feiertagen die auch gesetzliche Feiertage sind garnicht arbeiten. Auch wenn ich wollte. Es ist mir gesetzlich Verboten (Arbeitszeitgesetz §9) und ich gehöre nicht zu einer der Ausnahmegruppen denen es gestattet wird (ArbZG §10), bzw. von denen es gefordert ist.

    Kommen wir auf das eigentliche Problem zurück (vor laute Bibelzitaten und ablenkenden Vorschlägen verliert man das ja schnell aus den Augen, das mit den stillen Feiertagen).
    Der Private Glaube ist nicht Privat solange Glaubensgemeinschaften mit Ihren Moralvorstellungen und in Urzeitlichen Texten begründeten Ausnahmeansprüchen die freie Entfaltung beeinflussen.

    Vielleicht gelingt es hier jemanden ja mal nachvollziehbar ein säkulares Argument _für_ einen stillen Feiertag zu finden der nicht schon beim schief angucken zusammenbricht. Ich bin gespannt.

    Ich habe nichts dagegen das jemand in ruhe und Stille in sich kehrt. Ich habe nur etwas dagegen das mir das selber Vorgeschrieben wird aufgrund Geschichten aus einem Märchenbuch.
    Das bauen eines Lebkuchenhauses wird ja auch nicht im Jugendschutzgesetz untersag weil dain Öfen installiert werden können in denen kleine Kinder für Hexen gebraten werden sollen.

  • #40
    Olaf

    @Angelika
    Haarspalterei? Und warum verbindest du Weihn. u. Ostern mit christl. Lehre?
    Weil du, ohne dir es auszusuchen in einer Zeit an einem Ort geboren wurdest wo das grade en vouge ist.

    Ägypten ca. 3000 v.u.Z.: Horus ist en vouge
    Griechenland ca. 1200 v.u.Z.: Attis ist en vouge
    Persien ca. 1200 v.u.Z.: Mithra ist en vouge
    Indien ca. 900 v.u.Z.: Krishna ist en vouge
    Griechenland ca. 500 v.u.Z.: Dionesys ist en vouge

    Horus, Attis, Mithra und Dionesys teilen sich lt. Texten eine oder mehrer der folgenden Eigenschaften:
    Geboren durch eine Jungfrau
    Geboren am 25. Dezember
    Ein Stern im Osten bei der Geburt
    Haben Wunder vollbracht
    Waren tot für 3 Tage
    Wieder auferstanden von den toten

    Warum also sollte eine Geschichte, aus unendlich möglichen (Vorstellung ist unendlich), mehr relevanz haben als die andere? Weil das schon immer so war?

  • #41
    Angelika

    Hallo, Olaf!
    Unser Kulturkreis ist nun mal, ob es dir passt od. nicht, ist vollkommen belanglos, durch bestimmte (auch rel.) Traditionen beeinflusst, geprägt. Wir leben nicht in einem luftleeren Raum, ohne Beeinflussung durch die Vergangenheit.

    Du findest (vollkommen gleichgültig, was du glaubst, falls dich anzieht, was du ablehnst) in einem bestimmten Umfeld bestimmte Symbole, Metaphern usw. vor. Du findest dies bei Gebäuden, in Texten usw. – auch durch Feiertage, die anscheinend mehrheitlich gewollt sind (Traditionsbindung), sonst fände sich ja eine Mehrheit, diese abzuschaffen. Die Stille am Karfreitag ist Kulturgut so lange, wie sich kein nennenswerter Widerspruch (nennenswerter Widerspruch ist natürlich keine Diskussion bei ruhrbarone … – auch nicht irgendeiner, der mal à la spätpubertäre Anwandlung am Karfreitag bes. laut Musik hört …) regt, sich neue Traditionen bilden.

  • #42
    Helmut Junge

    @Olaf, ich weiß nicht,wie @Jochen Winter es findet, wenn @Angelika für ihn antwortet, aber wie Du an meiner Stelle geantwortet hast, finde ich ganz gut.
    Aber eigentlich wollte ich nur darauf hinweisen, daß es zu allen Zeiten, bei allen Völkern heilige Tage gab, an denen gefeiert wurde.
    Heilig waren sie, weil die Menschen sich umgeben sahen, von Geschehnissen, die sie sich nicht erklären konnten.
    Manchmal gab es einen Traditionsbruch und die heiligen Tage wurden umgedeutet, blieben aber weiterhin heilig.
    Heutzutage bahnen sich neue Traditionsbrüche an, sind sogar schon vollzogen.
    Aus der Sicht der meisten Menschen haben Feiertage einen unbekannten Hintergrund, aber sie bleiben erhalten. So, wie früher auch. Was wir hier in diesem Blog betreiben, ist eine Auseinandersetzung um die Interpretationshoheit darüber, wie wir diese Tage erleben wollen. Das ist aber immer schon so gewesen.
    Nur früher hat das manch einen Kopf den Gravitationskräften ausgeliefert. Heute gibt es schlimmstenfalls eine Anzeige wegen Störung.
    So, nachdem ich das geklärt habe, möchte ich noch etwas zu dem 25.Dezember sagen. Mithras war ursprünglich Sonnengott im alten Persien, bevor Zoroaster seine Vision Ahura Mazdas (der weise Herr) ewigen Kampf gegen seinen bösen Zwillingsbruder Angri manju (Ahriman) hatte.
    Die von Ahura Mazda geschaffene Menschheit sollte ihm in seinem Kampf beistehen, versagte aber, wegen ihrer Schlechtigkeit.
    Ahura Mazda kam in dieser Situation auf die Idee, ein Opfer zu bringen, nämlich seinen Sohn Mithras. Der wurde am 25.Dezember in einer Höhle geboren.
    Magier (Priester) brachten ihm Weihrauch Gold und Myhhre.
    Und so weiter.
    Diese Religion gelangte in veränderte Form über Legionäre nach Rom und wurde Staatsreligion. Der oberste Mithraspriester, genannt Pontifex Maximus trug zum Zeichen seiner Würde eine Mithra. In Rom war meist der Kaiser auch oberster Priester des unbesiegbaren Sonnengottes.
    Später, nachdem das Christentum durch Constantin zur Staatsreligion gemacht wurde, gelangte diese Würde samt Titel an den Bischoff von Rom.
    Der Feiertag 25.Dezember war im Volk verwurzelt. Er ließ sich nicht abschaffen.
    Auf diesen Tag wurde die Geburt von Jesus, von dem man kein Geburtsdatum kannte, festgelegt. Das war noch im 4.Jahrhundert.
    Der Tag war vermutlich arbeitsfrei.

  • #43
    Arnold Voß

    @ Christian # 31

    Christian, Dummheit ist, wenn man nicht liest bevor man sich ein Urteil bildet. Ehe sie sich also ein Urteil über meine „Israel Kritik“ bilden, sollten sie sich durchlesen was ich sonst hier zu Israel und nicht zur Religion schreibe. Im übrigen sind einige der Menschen die mir besonders lieb sind Juden. Aber es gibt auch Christen und Muslime darunter.

  • #44
    Angelika

    Ein m.E. interessantes Interview zum Thema Karfreitagsruhe:

    http://www.evangelisch.de/themen/religion/karfreitag-in-die-oper-nicht-zu-madame-butterfly38815

  • #45
    Arnold Voss

    @ Angelika #30

    „Und ich meine nicht nur, ich weiß es aus vielen Gesprächen mit Nicht-Kirchenmitgliedern, mit Atheisten, dass eben diese Stimmung – Stille, dann Jubel (= Glockengeläut) der Seele gut tut.“

    Wie man sich doch seine Welt aus ein paar Gesprächen basteln kann und sie dann auch noch für alle anderen als wohltuend erklärt. Ich fasse es nicht.

    Haben sie schon mal bei Glockengeläut versucht einen stillen aber doch zugleich klugen Gedanken zu fassen? Weil sie in sich eingekehrt sind um gerade das zu tun? Weil sie Ruhe gesucht habe, in den eigenen vier Wänden? Sich vom Getöse der Straße abgewandt haben? Und sie haben zu diesem Gedanken gefunden und verfolgen ihn, und dann beginnt das große Geläut? Lauter als der Straßenverkehr, lauter als Flugzeuglärm, dass jeder ihn auch hören muss und soll in der weiten Umgebung?

    Was für eine Borniertheit, dass nur Gläubige Ruhe und Meditation suchen. Dass man das nur im Kollektiv machen kann, zu vor langer langer Zeit festgelegten Rhythmen und Tagen. Oder weil es in einem Buch steht an das aus welchem Grunde auch immer alle glauben (müssen). Das überhaupt die Einkehr und die Seelenruhe an bestimmte Zeiten geknüpft werden kann. Einkehr marsch marsch! Ruhe marsch marsch! Und dann Jubel, marsch marsch!

  • #46
    Angelika

    @A.Voss
    vielleicht bin ich ja so blöd, weil ich zu sehr dem Klang/dem Lärm (wie auch immer …) von Glocken ausgesetzt war …
    Vielleicht bekommen Sie es ja partout nicht hin, das Anrede-Sie groß zu schreiben (und zwar nie, nicht nur im letzten Kommentar!), weil auch Ihr Gehirn (Sie schildern es ja eindrucksvoll) durch Glockengeläut malträtiert wurde …
    Wer weiß …
    Sollten Glocken unsere Gehirne geschädigt haben, dann wäre das allerdings fatal. Und die Stille am Karfreitag wäre doch dann eine Erholung für Ihr Gehirn, für meines.
    Da wird es also, wenn Sie die Musikanlage nicht aufdrehen, keine Löcher in Wände bohren o.ä, am Karfreitag (Glockenklang ist da ja nicht!) still sein. Sie werden einen Gedanken finden, diesen verfolgen, bis in die Tiefe hinein verfolgen. Nichts wird Sie stören. Karfreitagsruhe eben!

  • #47
    Arnold Voss

    @ Angelika # 41

    „Unser Kulturkreis ist nun mal, ob es dir passt od. nicht, ist vollkommen belanglos, durch bestimmte (auch rel.) Traditionen beeinflusst, geprägt. Wir leben nicht in einem luftleeren Raum, ohne Beeinflussung durch die Vergangenheit.“

    Aha! U n s e r Kulturkreis! Da Leben wir nun mal drin! Ob es dir passt oder nicht, Olaf! Und wenns Olaf nicht passt? Muss Olaf dann woanders hin, Angelika? Und die die aus anderen Kulturkreisen in unserem Kulturkreis leben, sollen die gleich mit ihm gehen?

    Nein, wir Leben nicht im luftleeren Raum, Angelika.Wir leben nicht ohne den Einfluss der Vergangenheit. Aber wir leben nicht in einer Kaserne. Wir bestimmen unser Verhältnis zur Vergangenheit selbst. Jeder für sich und nicht sie für alle anderen, Angelika. Sie haben keine Hoheit über die Vergangenheit.

    Traditionen sind änderbar. Schon mal was von gehört? Traditionen haben keinen Ewigkeitsstatus, und es kann verschiedenen Traditionen nebeneinander geben. Können sie sich das vorstellen? Ne b e n einander, nicht ü b e r einander und die ihrige natürlich ganz oben.

  • #48
    Arnold Voss

    @ Angelika #46

    Wenn sie das große Sie der Anrede hier verlangen, dann sollten Sie vielleicht zuerst mal sagen wer Sie sind. Ich weiß nicht mal ob sie eine Frau sind. Weil sie sich hier nicht trauen unter ihrem richtigen bzw. vollen Namen zu schreiben.

    Ansonsten denken sie noch mal nach. Könnte es sein, dass ich das sie, weil ich es immer klein schreibe, aus Prinzip klein schreibe? Dass es also nichts mit ihnen zu tun hat? Schauen sie mal in den entsprechenden Merkbüchern nach. Es ist sogar offiziell erlaubt, wenn man es immer tut. Ansonsten ist das hier ein Blog und kein Schönschreibseminar.

    Niemand hat ihnen hier Blödheit unterstellt. Nur Borniertheit. Die Borniertheit die darin zum Ausdruck kommt, dass wenn man selbst das Glockengeläut als schön, ja erhaben, ja als Jubel empfindet, es sich nicht vorstellen kann, dass andere vielleicht nicht so empfinden könnten. Das es möglich ist, dass andere Leute anders empfinden als man selbst. Anders hören als man selbst. Dass man sich darüber auch noch lustig macht, weil man sich in der Mehrheit wähnt.

    Für Leute die nebenan den Bohrer schwingen oder die Stereoanlage bis zum Anschlag aufdrehen, ja selbst für den Straßenverkehr gelten Regeln, was die Lärmbelästigung betrifft, Angelika. Für die Kirche offensichtlich nicht. Da habe ich Lärm als Jubel zu empfinden. Immer. Da gibt es keine Ausnahme. Das ist nun mal so.

  • #49
    Angelika

    Ein Kommentar von Sandro Schmidt zum Thema Karfreitagsruhe:
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10027&detailid=876276

  • #50
    Olaf

    Angelika, welchen Kulturkreis meinst du denn nun?
    Den Flickenteppich aus 16 Verschiedenen Regelungen und Gesetzen zur Feiertagsruhe und Tanzverbot?
    Den Kulturkreis deutschsprachiger Länder in Europa in dem es Tanzverbote (Stille Feiertage) in Deutschland und seitdem zuletzt das Kanton Luzern im Jahr 2009 sein Tanzverbot aufgehoben hat nur noch im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Schweiz, aber nicht in Österreich gibt?

    Oder den Kulturkreis in dem das Tanzverbot ein Ausdruck der Solidarität der Jugend mit der kämpfenden Front ist wie sich NS-Propagandist Walter May-Hermannstadt am 11. April 1943 äusserte?

    Deine Strohmannargumente kannst du dir schenken. Ich habe nie behauptet das es in NRW, Deutschland und Europa keine Spuren und geschichtliche Verwebung des Christentum gibt.
    Ich lehne lediglich den religiotisch wiedersinnigen Schluss ab, aufgrund der Polularität einer Religion in der Vergangenheit, in der Gegenwart und Zukunft Sonderrechte jedweder Art für eben jene Religion zu gewähren.

    Ich bin weiter darauf gespannt welche säkularen Argumente für die Einschränkung meines Grundrecht auf freie Entfaltung sowie Religionsfreiheit (hier dann Freiheit von Religion) existieren.

  • #51
    Olaf

    aufgrund der Polularität einer Religion in der Vergangenheit
    Hach, da waren mein Hirn und die Finger noch nicht ganz wach. War ja auch tanzen, vergangene Nacht.
    Muss natürlich
    aufgrund der Popularität einer Religion in der Vergangenheit heissen.

  • #52
    Angelika

    #50 Olaf: „…Ich lehne lediglich den religiotisch wiedersinnigen Schluss ab, aufgrund der Polularität einer Religion in der Vergangenheit,…“ Es ist Samstagmorgen und man kann es ruhig angehen lassen – erst Kaffee, dann tippen …

  • #53
    Angelika

    „Angelika, welchen Kulturkreis meinst du denn nun?
    Den Flickenteppich aus 16 Verschiedenen Regelungen und…

    Oder den Kulturkreis in dem das Tanzverbot ein Ausdruck der Solidarität der Jugend mit der kämpfenden Front ist wie sich NS-Propagandist Walter May-Hermannstadt am 11. April 1943 äusserte?…“ (#50 Olaf)

    Wie du bei diesem Thema auf NS-Propaganda kommst, ist mir schleierhaft.
    Ich klinke mich, bevor es für mich noch undurchsichtiger wird, aus der Diskussion aus.

  • #54
    Olaf

    Angelika
    Wie du bei diesem Thema auf NS-Propaganda kommst, ist mir schleierhaft
    Tanzverbote/Stille Feiertage haben eine Historie. Teil dieser Historie ist die NS-Zeit und die populäre Instrumentalisierung von stillen Gedenken und der Einkehr.
    Zugegeben, NS-Zeit ist unangenehm. Besonders aus Sicht der Kirche die, in meinen Augen, in der Zeit dieser massiven und unbegreiflichen Verbrechen eine wiederliche Bigotterie zur Doktrien erklärte.
    Wer Historie und Tradition in Zusammenhang eines Kulturkreises anführt darf die dunkelste Zeit in der jüngeren Geschichte nicht auslassen.

    Arnold Voss drückte das hervorragend aus:

    Wir bestimmen unser Verhältnis zur Vergangenheit selbst. Jeder für sich und nicht sie für alle anderen, Angelika. Sie haben keine Hoheit über die Vergangenheit.

  • #55
    Jochen Winter

    Liebe Teilnehmer an der Diskussion: Ich schreibe jetzt hier keinen Satz mehr zum Thema. Die Argumente werden immer undurchsichtiger, viele prahlen mit ihrem biblischen Halbwissen, andere haben einen Hasskomplex gegen alles Christliche und der Ton wird sehr schnell persönlich.
    Das ist keine Diskussion mehr für mich. Frohe Ostern! Der Friede des Auferstandenen sei mit Euch meine Brüder und Schwestern 🙂

  • #56
    Katharina

    Zugegeben, habe nicht alles gelesen.
    Aber, Olaf 50 schreibt für die Religonsfreiheit und die Freiheit VON Religion.
    Die haben Sie doch, Olaf, seit dem 14. oder 15. Lebensjahr.
    Sie haben die Freiheit, sich gegen Relgion und Glauben auszusprechen und zu verhalten. Sie müssen gar nichts mitfeiern, Sie haben doch bestimmt den Mut, NEIN zusagen.
    Christen, und es gibt viele Christen in Deutschland, möchten ihre Feiertage
    feiern. Zeigen Sie Toleranz und lassen Sie den Christen die wenigen Tage im Jahr, an denen man sich auf sich selbst, seinen Lebensweg oder Lebensstrategie und auf seinen Glauben besinnen kann und will.
    Es sind nicht viele Tage, die man Ihnen da aufdrücken will. Bei gutem Willen ließe sich das aushalten.
    Auch Christen sind im Alltag gefangen, müssen Kämpfe, Streß und Hindernisse überwinden. Christen bekommen viel Gegenwind im Alltag und haben oft
    Schwierigkeiten, den Alltag mit ihrem Glauben zu verbinden.
    Außerdem gibt es in unserer Zeit soviel Hektik, Streß und Lärm, es tut gut,
    nicht immer und überall beschallt zu werden. Wo und wann ist es im Alltag, in den Straßen und Häusern ruhig.
    Während für die Moslem aus allen Richtungen immer mehr Rechte gefordert werden, sollen die Christen auf immer mehr verzichten.

    TOLERANZ für ALLE, auch für Christen! Auch Christen sind Menschen!

    Übrigens, Christen werden auch verfolgt, gefoltert und getötet.
    Darüber wird kaum berichtet. Wer verteidigt diese Opfer?

  • #57
    Ben

    @Katharina: Ich bin zwar nicht Olaf, aber ich antworte trotzdem mal: Toleranz zeige ich jeden Sonntagmorgen, wenn ich vom Kirchengeläut wach werde und im Sommer das Fenster schließen muss, um noch bisschen länger schlafen zu können. Ich zeige sie dadurch, dass mir öffentlich geförderte (und somit unter anderem aus meinen Steuern finanzierte) Prozessionen, Kirchentage, Papstbesuche und der übrige Kram herzlich egal sind…

    Toleranz für alle forderst Du, aber eigentlich willst Du nur Toleranz für Christen. Was ist so schlimm daran, wenn ein Christ einen stillen Tag daheim verbringen will, ich aber tanzen gehen will? Wo bleibt da die christliche Toleranz? Warum muss ich einen stillen Zwangstag haben, wenn ich eigentlich etwas anderes machen will?

    Stille ist oftmals sehr gut, ja. Aber ist es nicht ein Gebot der individuellen Freiheit mich selbst dazu entscheiden zu können, wann ich diese Stille genießen will?

  • #58
    Katharina

    Hallo Ben,
    es gibt 365 Tage im Jahr. Muß es unbedingt Karfreitag sein?
    Warum so fixiert auf diesen Tag?
    Ich habe Respekt vor gläubigen Menschen.
    Ich respektiere den Freitag für die Moslems, den Samstag, Sabbat für die Juden und den Sonntag für die Christen.
    Jeder Gläubige soll sein Glauben ausleben können.
    Die Nichtgläubigen haben genug Auswahl und Tage, ihren Nichtglauben auszuleben.
    Warum so fixiert auf Christen?
    Es gibt genug Menschen in unserer Gesellschaft, die das Bedürfnis nach Ruhe nicht respektieren. Die ohne die Gesetze noch rücksichtsloser lärmen würden.
    Das hat nichts mit dem Glauben zu tun, da gibt es Menschen jeder Coleur.

  • #59
    Helmut Junge

    @Katharina,
    Es ist nicht so, daß Olaf den Christen verbieten möchte, ihren Karfreitag zu feiern,
    sondern Christen wollen, daß Olaf am Karfreitag nicht tanzen darf.
    Dafür, anderen etwas zu verbieten, kann doch nicht Toleranz beansprucht werden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

  • #60
    Katharina

    Noch einen Tip, es gibt Ohrstöpsel.
    Ich muß sie tragen, wenn ich Bus oder Bahn fahre und neben, vor mir, hinter mir
    Menschen ihre Musikvorlieben unbedingt lautstark mit anderen teilen wollen, ob diese das nun mögen oder nicht.
    Erfordert sehr viel Toleranz.

  • #61
    Ben

    @Katharina: Warum wir so fixiert auf die Christen sind? Liegt vermutlich daran, dass keine andere Religion in Deutschland so hofiert wird. Oder ist Jom Kippur in Deutschland etwa ein gesetzlicher Feiertag? Nein, also brauchst Du diese Pseudodiskussion um Respekt für andere Religionen nicht anzuführen. Der deutschen Gesetzgebung sind jüdische und muslimische Feiertage herzlich egal und deshalb arbeiten wir uns hier am Christentum ab. Dass wir diese merkwürdige Sonntagsruhe haben, finde ich im Übrigen – angesichts der bestehenden Ausnahmeregelungen – ebenfalls reichlich diskussionswürdig und inzwischen überholt.

    Dass nur das Gesetz die Menschen im Zaum hält, das wage ich jetzt aber ernstlich zu bezweifeln. Doch das ist eine Diskussion, die in die Soziologie gehört, nicht hierher.

    Was nun mein persönliches Problem mit dem Karfreitag anbelangt (abgesehen davon, dass dieser Tag ja nicht der einzige stille Feiertag ist), so muss man wohl wissen, dass ich am Tag drauf Geburtstag habe. Gerne hätte ich meine Freunde eingeladen mit mir zu feiern…

    Und zu deinem Tipp mit den Ohrenstöpseln: Es ist zwar bemerkenswert wie Du das Bild einer fast apokalyptischen Bedrohung durch Lärm zeichnen willst, aber glaub mir, man kann mit dem bisschen akkustischer Belästigung auch ganz gut ohne Ohrenstöpsel leben. Im Übrigen ist die Benutzung solcher ja auch kein Zeichen von Toleranz, sondern eine Art der Verdrängung. 😉

    Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen Dir noch einmal durchzulesen, was Helmut Junge geschrieben hat. Das trifft nämlich den Nagel auf den Kopf.

  • #62
    Olaf

    Es sind nicht viele Tage, die man Ihnen da aufdrücken will. Bei gutem Willen ließe sich das aushalten.

    Während für die Moslem aus allen Richtungen immer mehr Rechte gefordert werden, sollen die Christen auf immer mehr verzichten.
    Katharina, um mal ganz durchsichtige Argumente zu nutzen:
    Keine Extrawürste, für niemanden. Keine staatlich gewährten Extrawürste für Katholiken, Protestanten (bzw. jede weitere Splittergruppe die man für gewöhnlich als Christen bezeichnet), Juden, Muslime, Atheisten, Shintoisten, Aladuristen, Mormonen, Wicca, Sikhis, Satanisten, Buddhisten, Baha’i, Zeugen Jehovas, Rastafari, Falun Gong, Taoisten, Episcopale, Scientology, Zoroastrianisten … [uvm.].

    Ich respektiere den Freitag für die Moslems, den Samstag, Sabbat für die Juden und den Sonntag für die Christen.
    Mit Verlaub, nein. Du störst dich nur nicht an ihnen. Oder legst du Freitags zum Mittagsgebet die Arbeit nieder um die Moslems zu respektieren? Betätigst du Samstags keine Schalter, zündest kein Streichholz an, gehst nicht ans Telefon […] um den Sabbat zu wahren? Natürlich machst du das nicht.

    es gibt 365 Tage im Jahr. Muß es unbedingt Karfreitag sein?

    Siehe oben. Keine Extrawürste, für niemanden. Auch nicht mal einen Tag hier, oder da. Garkeinen.

    Es gäbe aber durch die gesamte Bevölkerung, unabhängig jedes Glauben ausreichend Anlässe Verstorbener und Opfer zu Gedenken. Sagen wir z.B. wir wollen den Opfern von Krieg und Tyrannei auf der ganzen Welt gedenken und geben diesem einen gesetzlichen Rahmen. Wir könnten diesen Tag nennen, hrm, mal nachdenken … Gedenken an Menschen die wirklich gelebt und durch Krieg und Hass gestorben sind … ich hab’s! Wir nennen diesen Tag Volkstrauertag! Was?! Den gibt es schon?! Hach …

    Christen bekommen viel Gegenwind im Alltag und haben oft
    Schwierigkeiten, den Alltag mit ihrem Glauben zu verbinden.

    Und womit? Mit Recht … das mag man nun bitte nicht falsch verstehen. Es geht nicht darum DAS Menschen glauben, es geht darum WAS Menschen glauben. Die lächerlichen Geistergeschichten. Den Hokuspokus um literatische Figuren und den Realitätsverlust, die kognitive Dissonanz. Vielleicht muss ich das nochmal, zu Verdeutlichung darstellen: Diese Aussagen beziehe ich auf alle Religionen. Ich bin da Tolerant und lehne alle Extrawürste durch den Staat für alle Religionen und Weltanschauungen ab.

  • #63
    Ulrich

    Jetzt muss ich auch noch zwei Bemerkungen von mir geben:
    Einerseits: Freut Euch doch über den freien Tag, und da wir ihn den Christen zu verdanken haben, könnten wir Nicht-Christen an diesem freien Tag doch auch ein bisschen Rücksicht auf sie nehmen. Ich bin sehr dafür, dass auch einige jüdische und muslimische Feiertage zu offiziellen Feiertagen erklärt werden. (Gerne auch von anderen Religionen, aber da kenn ich mich bisher zu wenig aus.)
    Andererseits: An diesem Tag feiert die offizielle Christenheit ein Menschenopfer, das als Voraussetzung dafür gilt, dass ihr Gott sich mit den Menschen wieder versöhnt und dass die Menschheit „erlöst“ wird. Dies empfinde ich als eine grausame archaische Vorstellung, die eigentlich zum Protest herausfordert.
    (Immerhin gibt es auch schon einige Theologen, die diese Vorstellung nicht mehr teilen.)

  • #64
    Olaf Mertens

    Während für die Moslem aus allen Richtungen immer mehr Rechte gefordert werden, sollen die Christen auf immer mehr verzichten.

    Da fällt mir wieder der kurz durch die Medien gejagte Vorschlag (Ströbeles?) ein, in Deutschland einen muslimischen Feiertag einzuführen, was natürlich nicht ging, denn wir haben ja schon praktisch jeden 3. Tag einen Feiertag – die Wirtschaft wäre augenblicklich abgestorben und verödet…
    Wie schön und vor allem wie christlich wäre es gewesen, wenn Christen da gesagt hätten – wir treten einen unserer zahlreichen Termine ab, zugunsten eines Feiertags für (deutsche!) Menschen anderen Bekenntnisses. Wäre doch eine schöne symbolische Handlung zur Förderung des gegenseitigen Respekts gewesen, die praktisch NIX gekostet hätte. Und mir persönlich fiele es dann gleich noch leichter die Totenruhe am Karfreitag zu achten.

    Zum Karfreitag in der vorliegenden Debatte – der ist für mich ein Tag relativer Ruhe. Hab ich nix gegen. Könnte ein Gewinn sein…

  • #65
    Katharina

    Es steht jedem frei, zu glauben oder nicht.
    Der Gläubige ist frei, zu glauben und seinen Glauben zu leben.

    Bei 365 Tage im Jahr und sind es vielleicht 5-7 Tage im Jahr,
    die das Christentum, katholisch und evangelisch, für sich in Anspruch nimmt.
    Was für ein Verhältnis! Das bißchen soll noch genommen werden.

    Der Sonntag, als Ruhetag ist schon in Frage gestellt. Das halte ich auch für falsch, denn es tut den Menschen gut, wenn sie einen Tag zur Ruhe kommen und mit Freunden oder Familie einen gemeinsamen Tag verbringen können.
    Vor allen Dingen, sich entschleunigen können. Kommt auch der Arbeitskraft zugute. Aber das ist ein anderes Thema.

    Einen schönen Sonntag für alle, jeder nach seinen Wünschen+Vorstellungen.

  • #66
    Arnold Voß

    @ Katharina

    „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Jean-Jacques Rousseau

    Liebe Katharina, ich will am Freitag nicht muslimisch, am Samstag nicht jüdisch und am Sonntag nicht christlich sein, noch mich den enstprechenden Regeln fügen. Ich will nicht das a n d e r e r Leute Religion m e i n Leben bestimmen. An keinem Tag der Woche. An keinem Tag des ganzen Jahres. Und ich habe ein Recht darauf. Ob sie es glauben oder nicht.

  • Pingback: sectio aurea » Tanzfreies NRW – Argumentesammlung

  • #68
    Olaf

    Katharina … du forderst weiterhin eine Sonderbehandlung für eine, in dieser Region populäre, Spielart von Religion. Diese Sonderbehandlung ist nicht gerechtfertigt.
    Bei 365 Tage im Jahr und sind es vielleicht 5-7 Tage im Jahr,
    die das Christentum, katholisch und evangelisch, für sich in Anspruch nimmt.
    Was für ein Verhältnis! Das bißchen soll noch genommen werden.

    In einem Staat in dem die Kirche keine Staatskirche sein soll und die belange der Kirche getrennt sind von denen des Staates steht es der Kirche nicht zu mehr, besser oder anders behandelt zu werden als jeder anderen Weltanschauung.

    Ein Tanzverbot von Gründonnerstag 18:00 bis Karsamstag 06:00 Uhr (Regelung aus NRW) ist ein staatlich verordnetes Verbot aus religiösen Gründen. Staat und Religion sind laut Grundgesetz aber voneinander getrennt.
    Ich fordere nichts weiter als das diese Trennung vollzogen wird und mir keine Regeln auferlegt werden die ausschließlich metaphysisch (übernatürlich) begündet werden können.

    Es gibt einen guten Grund warum es gesetzlich kein Verbot gibt am Karfreitag Fleisch zu essen. Aus dem gleichen Grund darf es nicht verboten sein zu tanzen, ein Theaterstück aufzuführen, ein Konzert zu veranstalten, sich generell zu amüsieren.

  • #69
    Ben

    @Katharina: Du missverstehst uns immer noch: Wir wollen Dir deinen Feiertag nicht nehmen. Wir wollen nur nicht dazu gezwungen werden ihn mitfeiern zu müssen.

  • #70
    Helmut Junge

    @Ben,
    und wenn das nun gar kein Mißverständnis ist?

    So viele Leute können das doch nicht mißverstehen, daß der Olaf eigentlich nur tanzen möchte, wenn er da gerad Lust drauf hat, und daß da andererseits bestimmte Leute sagen:
    „Das darfst Du ja auch, aber nicht an solchen Tagen, die wir zum Besinnungstag erklären.“
    Dann diese Diskussion, in der von den Gegängelten Toleranz gegenüber den Gänglern gefordert wird, und diese Hartnäckigkeit, bei sonst eigentlich umgänglichen Leuten, macht mich allmählich sehr nachdenklich.
    Und kam mir so ein merkwürdiger Einfall.
    Was wäre, wenn all die vielen Antworten die von „Pro Tanzverbot“ bisher kamen, nach der Entschlüsselung einen gemeinsamen, einzigen Klartext zeigten?
    Der könnte lauten:
    „Wir sind die Borg, Widerstand ist zwecklos.
    und wenn ihr erst assimiliert seid, werdet ihr alles verstehen, denn dann seid ihr wie wir.“
    Hießen nicht etliche Päpste Borg,
    Borgia, oder so ähnlich?
    Fragen über Fragen.

  • #71
    Olaf

    Helmut, du meinst sowas wie:
    http://i.imgur.com/4f71a.jpg in Verbindung mit http://i.imgur.com/5zhAG.jpg …? 😉

  • #72
    Ben

    @Helmut Junge: Ich wollte tatsächlich zunächst auch etwas von einem absichtlichen Missverstehen schreiben, denn nur so ließe sich diese Beharrlichkeit, unseren Wortlaut zu ignorieren, in Einklang mit dieser „Christen als Opfer“-Argumentation bringen, habe das dann aber doch nicht getan, da ich den Vorwurf etwas hart und ein wenig intolerant fand. 😉

    Aber am Ende muss ich Dir dann doch zustimmen.

  • #73
    Helmut Junge

    Die Stellvertreteridee war doch einfach genial! Aber auch die ist, neben der Kleidung, schon älter als das Christentum, und trifft ja heute nicht bei allen Christen auf Gegenliebe. Schisma, Krieg, bis hin zum äußersten Gegengebet, aber natürlich auch Barmherzigkeit und Tanzverbot. Alles drin, sehr komplex das Thema.

    In Ungarn wird morgen über eine neue Verfassung abgestimmt.

    „Nichtregierungsorganisationen kritisieren zudem, dass die Verfassung von einer starken „christlich-rechten Ideologie“ geprägt sei, durch die Atheisten, Homosexuelle und alleinerziehende Eltern benachteiligt würden.“

    http://de.news.yahoo.com/2/20110417/tpl-tausende-demonstrieren-in-ungarn-geg-451fab7.html

  • #74
    Katharina

    “Wir sind die Borg, Widerstand ist zwecklos.
    und wenn ihr erst assimiliert seid, werdet ihr alles verstehen, denn dann seid ihr wie wir.”
    Hießen nicht etliche Päpste Borg,
    Borgia, oder so ähnlich?
    Fragen über Fragen.

    Das kenne ich aus der Stalin-Ideologie.
    Wir werden euch Unwissenden zu eurem Glück zwingen.

    So verstehe und erlebe ich das Christentum nicht.
    (Ich weiß Kreuzzüge, Hexenverbrennung usw., möchte doch mal hoffen,
    daß die Zeiten vorbei sind, oder kommen sie aus anderen Richtungen wieder).

    Scheinbar habe ich das GEN für Altersstarrsinn.

    Jeder kann doch Karfreitag machen, was er will, nur eben leiser. Ist das so
    schlimm/schwer ? Mir scheint, es geht eigentlich um Anderes.

  • #75
    Olaf

    Jeder kann doch Karfreitag machen, was er will, nur eben leiser.
    Nein. Du, bist nicht starrsinnig. Du bis realitätsignorierend. Nicht leiser oder beschaulicher. Verboten.

    Deshalb sind am Karfreitag von 0 Uhr bis zum nächsten Tag 6 Uhr zusätzlich zum allgemeinen Sonn- und Feiertagsschutz folgende Veranstaltungen nicht gestattet:

    Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen (Großmärkte bis zum nächsten Tag 3 Uhr),
    sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und -leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden,
    der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten,
    musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb,
    alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen,
    alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen sowie
    die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet anerkannt sind.
    Darüber hinaus sind Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, sind während der Hauptzeit des Gottesdienstes, 6 bis 11 Uhr, verboten. Öffentlicher Tanz ist bereits am Gründonnerstag, 21. April 2011, ab 18 Uhr verboten.

    http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/nachrichtenportal/nachricht.jsp?nid=127136

    Das Ordnungsamt Mülheim kündigt für Karfreitag Kontrollgänge in Discos, Spielhallen und Gaststätten an. Damit wolle man Flagge zeigen. Die örtlichen Kulturveranstalter planen indes, ihr Programm dem Feiertag angemessen anzupassen.

    http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/Ordnungsamt-in-Muelheim-plant-Kontrollgaenge-an-Karfreitag-id4489267.html

    Und noch weiteres: http://www.google.de/search?hl=en&q=verbote+karfreitag

  • #76
    Angelika

    Sven Lehmann verfasste einen interessanten Artikel:

    http://sven-lehmann.eu/2011/04/15/wespennest-karfreitag/

    (und auch die Kommentare zum Artikel sind m.E. lesenswert)

  • #77
    Ben

    @Katharina:

    „Mir scheint, es geht eigentlich um Anderes.“

    Es tut mir echt leid, Dich jetzt hier mal enttäuschen zu müssen, aber es geht in der Tat nur um den Zwang, der hier seitens des Gesetzes ausgeübt wird, dass man sich als Nicht-Gläubiger dem Programm der Gläubigen zu unterwerfen hat. Warum Du dennoch ständig mit dieser Opfer-Rhetorik auftrittst, will mir nicht in den Sinn.

    „Jeder kann doch Karfreitag machen, was er will, nur eben leiser. Ist das so
    schlimm/schwer ?“

    Ein zweites Nö, aber darauf hat ja schon Olaf hingewiesen. Man darf eben an diesem Tag nicht das machen, was man mag, sondern wie man sich zu verhalten und seine Freizeit an diesem Tag zu gestalten hat, wird einem per Gesetz diktiert. Gäbe es eine Bitte seitens der Kirchen an diesem Tag ein wenig ruhiger zu feiern und etwas mehr Rücksicht zu nehmen, dann hätten die meisten hier damit wohl kein Problem. Des Pudels Kern, scheint mir, willst Du geflissentlich ignorieren.

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  • #81
    awmrkl

    Hallo,

    Es ist noch ca. eineinhalb Monate bis Ostern/Karfreitag, und ich denke, es wird Zeit, dieses Thema (mal wieder) aufzuwärmen – ist ja nicht so, daß es bislang irgendwie befriedigend gelöst wäre!

    Ich kann jetzt nicht für NRW sprechen (bin in BY), aber verfolge sehr interessiert die Vorgänge dort.

    Und als bekennender Laizist denke ich, dieses Thema -stellvertretend für viele andere- muß wieder auf die Tagesordnung, notfalls immer wieder!

    Danke jedenfalls für Euer Engagement.

    PS: Ja klar bin ich Atheist, und es stört mich ungemein, daß irgendeine Sekte mit Hilfe ihres Märchenbuchs oder anderen Behauptungen anderen vorschreiben will, wie sie zu leben/sich zu verhalten haben. Ich halte hier mal inne, sonst werd ich gleich gesperrt 😉

  • #82

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