Keine Spur nach Bankraub in Gelsenkirchen-Buer

Diese Filliale in Gelsenkirchen Buer ist ausgeraubt worden | Foto: Peter Hesse

Es ist ein Mammutprojekt für die Polizei: Ab Montag wollen Ermittler tausende Opfer des spektakulären Sparkassen-Einbruchs vernehmen. Dafür hat die Polizei sogar zusätzliche Büroräume angemietet.

Die Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen war über Weihnachten geschlossen. In dieser Zeit – vermutlich an den Feiertagen oder am darauffolgenden Wochenende – schlugen die Täter zu. Unbemerkt drangen sie durch die angeschlossene Tiefgarage in die Bank ein, bohrten sich mit schwerem Gerät in den Tresorraum und knackten mehr als 3000 Schließfächer. Der Schaden ist enorm: Die Beute soll mehr als 100 Millionen Euro wert sein. Entdeckt wurde der Coup erst am 29. Dezember.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei nun von den Geschädigten selbst. Ab Montag beginnen die Vernehmungen der Schließfachbesitzer – ein Vorhaben, das sich über mehrere Wochen ziehen dürfte. „Die sehr umfangreiche Geschädigtenvernehmung erforderte eine aufwendige logistische Planung, die nun umgesetzt wird“, teilte die Polizei Gelsenkirchen mit. Denn die Ermittler stehen vor vielen offenen Fragen. Vor allem treibt sie um, wie es den Tätern gelang, sämtliche Sicherheitssysteme zu überwinden und sich offenbar über viele Stunden – möglicherweise fast zwei Tage – ungestört in Bank und Tresorraum aufzuhalten. Am Ende waren rund 90 Prozent der insgesamt 3250 Schließfächer aufgebrochen.

Klar ist schon jetzt: Auch juristisch bahnt sich Ärger an. Mehr als 150 Geschädigte sollen bereits anwaltlich vertreten sein. Die Juristen prüfen mögliche Pflicht- und Sorgfaltsverletzungen der Sparkasse – und stellen unbequeme Fragen. Etwa: Wie konnten Einbrecher fast 46 Stunden lang unbemerkt in der Bank arbeiten? Noch gibt es keine Antwort darauf. Extra dafür wurde nun eine Telefonhotline eingerichtet (0209/3651661). Betroffene können dort unter Angabe ihrer Schließfachnummer einen Termin vereinbaren. Zum Gespräch sollen sie sämtliche Unterlagen und Belege zum Inhalt ihres Schließfachs mitbringen – und möglichst allein erscheinen.

Von den Tätern gibt es noch keine Spur | Foto: Peter Hesse

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