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Kultur: Corona, Clubs und ein Generationenbruch

Aalto-Theater, Essen Foto: Thomas Robbin Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Kultur gehört zu den Bereichen, die am meisten unter der Corona-Krise zu leiden haben. In den kommenden Monaten könnten vor allem zahlreiche Clubs und Konzertveranstalter für immer vom Markt verschwinden. Die Kulturpolitik hat die Möglichkeit das zu verhindern – wenn sie bereit ist, Mittel umzuschichten und sich stärker an der kulturellen Bedürfnissen der Menschen zu orientieren.

Im Jahr 2017 veröffentliche die nordrhein-westfälische Landesregierung den Landeskulturbericht. 272 Seiten voller Zahlen, viele davon sehr interessant. Abgesehen davon, dass er die Qualität und Vielfalt der Kultur in NRW preist, finden sich dort spannende Fakten über die aktuelle und wohl künftige Nutzung der verschiedenen Kulturangebote. Es gibt gute Gründe, diesen noch immer ziemlich aktuellen Bericht noch einmal zu lesen, denn seine Daten bieten eine gute Grundlage über die künftige Ausrichtung der Kulturpolitik in den Städten und im Land zu diskutieren – und da ich nicht glaube, dass sich NRW grundsätzlich von anderen Teilen der Republik unterscheidet, ist er auch bundesweit von Interesse.

In den kommenden Monaten werden wir auf allen Ebenen die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen. Bund, Land und den Städten brechen die Steuereinnahmen weg. Die Zahl der Arbeitslosen wird ebenso steigen wie die Zahl der Insolvenzen. Viele Menschen werden in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und auch die öffentlichen Haushalte werden große Probleme bekommen und das in einem Maße, wie es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr der Fall war.

Da Teile der Kultur von öffentlichen Geldern leben, wird der Druck auf Theater, Opern, Ballette und Museen zunehmen. Sie müssen zum einen härter mit anderen Institutionen und Angeboten um die knapperen Mittel streiten, zum anderen brechen ihnen die Einnahmen weg: Geschlossene Theater und Opern hatten nicht die Möglichkeit, die eingeplanten Einnahmen durch Kartenverkäufe zu erzielen und auch Aufführungen mit wenigen Zuschauern unter Corona-Bedingungen haben die Lage nicht grundsätzlich verbessert. Da die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen hoch ist, bleibt es abzuwarten, ob es schon in absehbarerer Zeit wieder zu einem Regelbetrieb kommen kann. Und das zum großen Teil ältere Publikum bereit ist, diese Risiken in größerem Umfang in Kauf zu nehmen.

Setzen  sich die traditionellen Anbieter in diesem Kampf um die knapper werdenden Mittel durch, werden sie es auf Kosten anderer, zum Teil unabhängiger und jüngerer Anbieter tun. Auf jeden Fall wird viel Geld von Institutionen gebunden, die an Bedeutung und Beliebtheit verlieren. Und dieses Geld fehlt, um anderen Anbietern zu helfen, die in einer existenziellen Krise stecken. Es besteht also die Gefahr, eine zum Teil überkommene Kulturlandschaft auf Kosten innovativer Anbieter zu stützen – und das an den Interessen der Menschen vorbei, die Kulturangebote nutzen.

Die Antwort auf die Frage, wer welche Kulturangebote nutzt, ist gut untersucht,  aber die Ergebnisse werden kaum veröffentlicht, stellt der Kulturbericht fest: „Der Großteil der Besucherstudien liegt nicht publiziert vor, sondern lediglich als „graue Literatur“ bei den jeweiligen Kultureinrichtungen.“ Ein Verdienst des Kulturberichts ist, dass er auf diese Studien  Zugriff nahm und sie mit Analysen des Instituts Allensbach ergänzte. Ein Ergebnis ist die Erkenntnis, dass es  einen Generationenbruch gibt:

„Vergleicht man die verschiedenen Altersgruppen über die Jahre hinweg offenbart sich zugleich: Während bei den im „klassischen“ Sinn kulturaktiven Menschen in jüngerem und mittlerem Alter die Partizipationsraten im Zeitverlauf sinken, steigen sie bei den Älteren an. Während 1994 noch 35 % der 14- bis 19-Jährigen häufig oder gelegentlich ins Theater oder in die Oper gingen, sind es in der jüngsten Umfrage nur noch 23 %. In der nächstfolgenden Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sinkt der Anteil im Zeitverlauf sogar noch stärker. Demgegenüber gilt bei den über 70-Jährigen das Gegenteil: 1994 besuchten 38 % die Oper oder das Theater, inzwischen ist der Anteil auf 43 % gestiegen.

Die Analyse legt nahe, dass sich auch in diesem Verlauf primär Kohorteneffekte widerspiegeln: Die Jüngeren, die sich in den 1970erund 1980er-Jahren noch sehr der Kultur zugewandt hatten, sind älter geworden. Ihre bisherigen kulturellen Praktiken aber haben sie weitgehend beibehalten („Fahrstuhleffekt“). Dagegen zeichnen sich die nachwachsenden Kohorten durch ein geringeres kulturelles Engagement (jedenfalls mit Blick auf die hier abgefragten kulturellen Genres) aus. Dies bedeutet: Wenn dieses Engagement im weiteren Lebenslauf auf diesem niedrigen Niveau verbleibt, wird sich der Rückgang der kulturellen Teilhabe hinsichtlich der Nutzung von Kultureinrichtungen, besonders Theatern und Opern, weiter fortsetzen, es sei denn, es werden gezielte Bemühungen unternommen, um bei den Jüngeren die Aufgeschlossenheit für deren Nutzung zu fördern.“

Aber warum sollte man das tun? Es ist ja nicht so, dass die nachwachsenden Generationen kein Interesse an Kultur haben. Sie haben nur ein geringeres Interesse an bestimmten Formen der Kultur – die zudem noch für die öffentliche Hand besonders teuer sind. Für den Steuerzahler ist die Veränderung der Kulturinteressen erst einmal eine gute Nachricht.

Die Menschen mögen Kino und „populäre Kunstformen“, gehen also auch gerne in Pop-Konzerte, besuchen Clubs und Festivals. Bourdieu nannte diese Kulturformen illegitim, weil sie nicht zum klassischen bildungsbürgerlichen Kanon gehörten. Aber Kulturformen sind es – und sie werden von den Menschen geliebt.

Und auch die wachsende Zahl von „Menschen mit Migrationshintergrund“ sieht es nicht anders. Das Interesse und der Spaß an Kultur hängen sehr stark vom Angebot ab:

Wenn Theatern und Opern die Besucher in den kommenden Jahren ohnehin wegbrechen, macht es keinen Sinn, sie in der Krise in der heutigen Zahl zu erhalten. In wenigen Jahren werden sie ohnehin aufgrund des Besuchermangels Probleme bekommen. Ihre Zahl zu reduzieren und sie inhaltlich auf ein verändertes und deutlich diverseres Publikum  einzustellen, wäre vernünftig.

Und dem Publikum wäre auch geholfen, wenn der Staat seine Mittel verstärkt dazu nutzt, die Angebote über die Krise zu retten, die von ihm angenommen werden: Clubs, Konzertveranstalter – ihnen muss jetzt geholfen werden. Und sie müssen geschützt werden vor dem Verlangen städtischer Konzerthäuser, ihnen ihr Publikum streitig zu machen, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen Ein solcher Wettbewerb wäre nicht fair, der Staat hat nichts in Bereichen zu suchen, die ausserhalb von großen Krisenlagen gut ohne ihn funktionieren. Natürlich ist es illusorisch darauf zu hoffen, dass die Städte im Ruhrgebiet ihr Kulturangebot absprechen – diese Forderung verhallte schon vor 20 Jahren. Papiere, in denen die Theater Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloteten, verschwanden auch zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts in der Schublade.

Aber jetzt an Opern und Theater zu sparen um zum Beispiel für Clubs die Mieten zu übernehmen, bis sie wieder unter, hoffentlich irgendwann eintretenden, normalen Bedingungen, öffnen können, Konzertagenturen zu stützen, das würde Sinn machen. Die einen werden etwas abgeben müssen, die anderen werden etwas bekommen – aber am Ende werden die Menschen sich freuen, dass die Kulturangebote noch da sind, die sie lieben und nicht die, von denen eine kleine, immer älter werdende Schicht eines sich selbst für gebildet haltenden Bürgertums glaubt, sie müssten ihm von der Allgemeinheit finanziert werden, denn auch mit dieser Legende räumt der Bericht auf: „Aus der AWA wird überdies ein paradoxer Befund deutlich: Weil die Jüngeren durchschnittlich über ein höheres formales Bildungsniveau verfügen als die Älteren und weil die jüngeren Kohorten eine nachlassende kulturelle Partizipation mit Blick auf den Besuch von Theatern und Opern zeigen, ist zugleich eine überproportionale Erosion der kulturellen Partizipation in den höheren Bildungsgruppen festzustellen.“

Und wenn auch noch Geld gespart werden kann, wäre das gut – denn das wird bald sehr knapp sein.

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18 Kommentare zu “Kultur: Corona, Clubs und ein Generationenbruch

  • #1
    discipulus senecae

    "Es besteht also die Gefahr, eine zum Teil überkommene Kulturlandschaft auf Kosten innovativer Anbieter zu stützen …"

    Besonders faszienierend finde ich, wie der Autor es schafft, sich den Schaum seiner sattsam bekannten Verachtung gegenüber traditionellen Kulturleistungen von der Feder zu wischen!

    Nehmen wir – nur mal so als Gedankenexperiment – an, die öffentliche Hand hätte etwa vor 40 Jahren – also 1980 – die kulturellen Zuschüße bei der bürgerlichen "Hochkultur" zugunsten einer egalitären, vorgeblich innovativen "Massenkultur" eingespart. Was wäre die Folge gewesen? Gäbe es jetzt hochsubventionierte Clubs, in den denen Leute um die 60 in grausam knallbunter Glitzermode ihre nicht mehr ganz so gelenkigen Körper zu Klängen von Boney M, Supermax oder Donna Summer verrenken würden?

    Genesis (mit Peter Gabriel), Pink Floyd oder Emersdon Lake and Palmer gibt es schon lange nicht mehr. Würden jetzt die "Bochumer Rockmusiker" hochsubventioniert deren Alben in irgendeiner öffentlich finanzierten Großhalle nachspielen, deren Publikum inzwischen auch eher über 50 Jahre alt wäre?

    Nina Hagen war vielleicht ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung einer populären Musikkultur in Deutschland. Aber niemand wird ihren Liedchen eine die Jahrhunderte überdauernde Genialität unterstellen.

    Die Inhalte des klassischen Bildungsbürgertums waren, sind und bleiben undemokratisch; das hat selbst Josef Stalin eingesehen.

    Aber ohne Bach, Beethoven und Wagner keine Harmonielehre, keine musikalische Formsprache und kein musikalisches Drama. Und somit auch keine Populärmusik egal zu welcher Zeit.

    Und ohne Shakespeare, Schiller oder Tschechow kein Kino, keine Netflix-Serien und auch keine Comics.

    Es wäre noch viel etwa zum Verhältnis der öffentlichen Hand zum Bundesligafußball und dessen mehr oder weniger verdeckter Finanzierung zu bemerken. Oder dazu, wie viele ökonomische Studien die Bedeutung der sog. "weichen Standortvorteile" hervorheben. Oder daß viele Leute eben erst in einem gewissen Alter und auch ohne bildungsbürgerlichen Hintergrund feststen, daß ihnen die "klassische Musik" etwas zu sagen hat.

    Doch das würde zu weit führen.

    Stefan Laurin hat am 5. September 2012 in einem Kommentar festgestellt: "Das Konzerthaus (Bochum) ist so überflüssig wie ein Kropf!" Diese Meinung hat er wohl nicht geändert, und von daher hat mich auch sein Beitrag nicht überrascht.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @discipulus senecae: Es geht darum, in der Krise die Pleite von Clubs abzuwenden – nicht sie dauerhaft zu finanzieren. Und später entscheidet dann wieder der Markt, wer überlebt oder untergeht.

  • #3
    Pater Busoni

    Warum kaufen sich wohl so viele Politiker einen Doktor-Titel?
    Weil es akademisches Flair im Publikum verbreitet.
    Warum lassen sich insbesondere Lokalpolitiker so gerne im Theater oder der Oper ablichten?
    Weil es intellektuelle Kapazitäten beim Publikum vortäuscht.
    Der Teil gilt aber auch immer für die ortsansässige Bourgeoisie. Kein Direktor "Haste-nicht-gesehen" mitsamt Gattin wird auf die Oper verzichten.
    "Soft Skills" beziehen sich auf die Finanzelite einer Stadt, garantiert nicht auf den Bodensatz.

  • #4
    Bochumer

    Die offiziellen Kultur-Angebote werden subventioniert, weil die Elite sich damit vom gemeinem Volk absetzen kann. Es geht doch da nicht um Inhalte oder Angebote für viele. Die Elite will gemütlich ausgehen, ohne auf die Unterschicht zu treffen.

  • #5
    AntiAndi

    Interessant wäre, die im Hinblick auf die öffentlich finanzierte Kultur erhobenen Zahlen auch im Hinblick auf die Pop-Kultur zu sehen. Da sieht es vermutlich nämlich gar nicht so anders aus. Wer regelmäßig Pop- und Rockkonzerte (insbesondere in kleineren Locations) besucht, wird schnell feststellen, dass sich das dortige Publikum eher im Bereich 40-60 Jahre und darüber bewegt als darunter.
    Und wenn über "Clubs" im Sinne von "Discos" gesprochen wird, dann sind darunter zwar sicherlich auch Kulturanbieter, aber sie sind auch ganz sicher nicht in der Mehrheit leider.

  • #6
    AntiAndi

    Andere Zahlen, die der Autor geflissentlich verschweigt: 20 Millionen Besuche in öffentlich finanzierten Theatern im Jahr. 110 Millionen Besuche in Museen. Da kann man sich doch auch mal freuen, dass Deutschland so eine breite Elite hat.
    Nicht zu vergessen, dass die öffentlich finanzierte Kultur auch ziemlich viele feste Arbeitsplätze schafft: Allein bei Theatern und Orchestern sind das rund 45000. Alles sozialversicherte, Steuern zahlende Angestellte, wenn auch zumeist nicht sonderlich gut bezahlt.

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @AntiAndi: Es geht um die zukünftige Entwicklung – Ihre Zahlen stehen nicht im Widerspruch zu denen des Landes NRW.

  • #8
    AntiAndi

    Einen Widerspruch wollte ich da auch gar nicht suggerieren. In einem journalistischen Kontext wäre es aber sicherlich relevant auch mal die absoluten Zahlen zu nennen, von denen der prognostizierte Rückgang ausgeht. Zumal Sie schreiben: "und das an den Interessen der Menschen vorbei, die Kulturangebote nutzen." Eine solche Behauptung sollte schon belegt werden. Da stehen nun die 20 Millionen Theaterbesuche und die 110 Museumsbesuche (die möglicherweise in den nächsten 20-30 Jahren weniger werden, weil ein Teil der wegsterbenden Klientel nicht ersetzt wird). Lassen wir mal die freien und privaten Theater und Ensembles beiseite, die hier noch gar nicht eingerechnet sind. Aber wäre es nicht schön, da mal eine halbwegs belastbare Zahl zu haben, wie es bei Club-, Pop-Konzert- und Discobesuchen aussieht, die ja offensichtlich Ihrer Meinung auf größeres Interesse stoßen. Und gibt es da möglicherweise einen viel rasanteren Publikumsschwund? Oder wie ist es zu erklären, dass in den vergangenen zehn Jahren die Club- und Diskothekenszene in NRW zusammengeschmolzen ist?

  • #9
    Arnold Voss

    Sagen wir es mal so: Auch Kultur hat ihren Preis und er sollte auch von denen, die sie genießen, fair bezahlt werden. Das ist allerdings z.B. bei Theater, Oper und Museum selten der Fall. Wenn es aber in nach Corona Zeiten so wäre, würde das Bochumer Theater, das Musikzentrum und das Kunstmuseum nicht leerer, respektive voller sein als vor Corona, weil die meisten ihrer Nutzer den höheren Preis bezahlen können und werden. Dann kann es immer noch Tage mit freiem Eintritt und durchgehend ermäßigte Karten für Studenten und Sozialhilfeempfänger sowie preiwertere Jahreskarten geben.

  • #10
  • #11
  • #12
    AntiAndi

    Weil es den Zugang zur Kultur und Bildung für viele Menschen erschwert bzw. unmöglich macht. Kann man natürlich gut finden, dann findet man aber auch Schulgebühren und Studiengebühren gut. Das ist dann eine andere Gesellschaft ohne den Versuch (wenigstens) von Chancengleichheit.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @AntiAndi: Die jungen Gebildeten gehen auch nicht mehr in die Oper.

  • #14
    Wolfram Obermanns

    Gebildet?
    Wer Rigoletto für die Eisdiele am Opernplatz hält, kommt für einige Jobs nicht mehr in Frage. Daß darf man gerne für unfair halten, ändert aber nichts am Ergebnis.
    Die Frage nach der Tradition von Hochkultur und ihrer Pflege, und was der Wert dieses kulturellen Erbes ist oder sein könnte, sollte bei der Gesamtbilanz schon noch eine Rolle spielen. Der extrem exklusive Zugang zu dieser Kultur, wie er in USA zu beobachten ist, scheint mir nur eines von vielen Merkmalen einer Klassengesellschaft zu sein.

  • #15
    Peter Ansmann

    Deutschland hat, soviel ich weiß, eh die. größte (Mit Abstand!) Operndichte weltweit. Das Abo für die Oper in Duisburg hab ich mir jetzt – früher hatte ich eines – wegen Corona gespart. Aber Sinn macht ein Opernhaus in Duisburg und eines direkt im Umfeld (Düsseldorf) eigentlich nicht. Dann fährt man halt einmal im Monat nach Düsseldorf.

    @Stefan Laurin:

    Weiß nicht: Also bei Oper waren in Duisburg früher auch junge Leute anzutreffen. Ich hatte mein Abo ab meinem 25. Lebensjahr. Und – ich glaube das Theater Oberhausen war es – mit "modernen" und aufgeppepten Aufführungen, erreicht man auch junge Zuschauer. Ich hab glaube ich den Hamlet in Duisburg – performed by Oberhausen – dreimal gesehen. Jedesmal volles Haus. Niedriger Altersdurchschnitt.

  • #16
    Arnold Voss

    @ AntiAndi # 12

    Haben sie meinen Kommentar nicht richtig gelesen? Die meisten Kulturmotivierten können sich höhere Preise sehr wohl leisten. Nicht sie sind zu fördern sondern die, die sie sich nicht leisten können, obwohl sie sehr motiviert sind. Die anderen werden Kultur umso mehr zu schätzen wissen, je mehr sie über den Preis spüren, welche Aufwände und Leistungen von Künstlern und Veranstaltern dahinter stecken. Mal einfach so hingehen um gesehen zu werden wird dann zwar weniger, dafür werden die, die trotz des höheren Preises hingehen, umso aufmerksamer und interessierter sein, was wiederum der Kultur selbst gut tun wird.

  • #17
    Thomas Wessel

    Klassische Unterscheidung: die zwischen Besuchen und Besuchern resp –innen. Subventionierte Häuser arbeiten, weil sie Sicherheiten bieten können, mit Abos, dh die absoluten Besuchszahlen wird man, geht es um tatsächliche Portemonnaies, durch 3 oder 4 teilen müssen, der Faktor ist geschätzt. Hier wird eine Kulturelite subventioniert, völlig klar.

    Nichts gegen Kultureliten, das Komische ist, dass diese eine so tut, als sei sie keine. Das macht die Diskussion seit Jahrzehnten so falsch: „Hoch“-Kultur behauptet, sie sei „hoch“, hat aber keinen Stolz mehr auf sich selbst. Stolz verstanden als Bewusstsein, den eigenen Geschmack als etwas Persönliches zu begreifen und eben darum im eigenen Haushalt zu belassen und nicht in den öffentlichen abzuschieben.

  • #18
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Wolfram Obermanns: Firmen haben Logen in Fußballstadien. Kein Mensch stellt einen Top-Ingenieur nicht ein, wenn er Rigoletto nicht kennt. Das sind Legenden aus früheren Zeiten.

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