Christian Schaft, Vorsitzender der Linksfraktion im Thüringer Landtag, räumt ein, dass seine Partei ein Antisemitismusproblem hat. „Palästina-Gliederungen“ der Partei Die Linke werfen ihm dafür vor, die eigenen Genossen zu verraten.
Der neue Angriff auf den Thüringer Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei zeigt, wie wenig die Partei bei ihren angeblichen Selbstverständlichkeiten zusammenfindet.
Iron-Dome-Abfangrakete beim Start, Mai 2021 (Foto: IDF Spokesperson’s Unit, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons. Für das Querformat seitlich mit KI erweitert.)
In Osnabrück hoffen Beschäftigte von Volkswagen auf eine Zukunft nach dem Ende der Autoproduktion. Im Auftrag des israelischen Rüstungskonzerns Rafael sollen dort künftig Luftverteidigungssysteme und Komponenten gefertigt werden. Die Standortpläne sollen laut Betriebsrat rund drei Vierteln der Belegschaft eine Anschlussperspektive bieten.
IG Metall und Betriebsrat begrüßen die Pläne für den Standort. „Palästina-Gliederungen“ der Linkspartei verbreiten dazu ein blutendes VW-Logo.
Michel Friedman bei „Fridays for Israel“ an der Freien Universität Berlin am 10. November 2023. (Foto: Dr. Frank Gaeth, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
Michel Friedman hat die Nazis erlebt, die nach 1945 weiter deutsche Amtsstuben und Bildungsinstitutionen bevölkerten. Von ihren heutigen Nachahmern („billige Imitate“, wobei er „die Höckes“ erwähnt) lässt er sich nicht einschüchtern.
Ich hatte für den Abend des 10. September 2026 eigentlich etwas komplett anderes vor. Dann wurde mir der Beitrag eines Facebook-Freundes mit einem Hinweis auf das Gespräch in den Newsfeed gespült. Ich wollte mal „kurz reinsehen“. Daraus wurde nichts! Ich habe mir das komplette Gespräch angeschaut, etwas über eine Stunde lang, und schreibe jetzt diesen Beitrag, statt – wie geplant – etwas an meinem Fahrrad zu reparieren. Der jüdische Publizist und frühere CDU-Politiker (von 1994 bis 1995 war er Mitglied des CDU-Bundesovrstands) Michel Friedman hat meine Abendplanung etwas durcheinandergebracht:
Im SPIEGEL-Spitzengespräch nimmt Friedman die AfD und den zunehmend sorglosen Umgang mit ihr auseinander. Er erklärt, warum ihn die heutigen Rechtsextremisten persönlich nicht einschüchtern, er sie politisch aber für hochgefährlich hält. Auch Angela Merkel und Friedrich Merz bekommen ihren Teil ab.
Nur taugen deren Fehler für Friedman eben nicht als Entschuldigung, ausgerechnet den Gegnern der Demokratie die Schlüssel zur Macht auszuhändigen.
Gemeinsam. Gegeneinander. (KI-generierte Karikatur: Ruhrbarone / OpenAI; Eralp-Vorlage: Ferran Cornellà / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Karikatur ebenfalls CC BY-SA 4.0.)
Elif Eralp will ins Rote Rathaus. Die Neuköllner Linksjugend will eine Absage ans Mitregieren. Ein Bundestagsabgeordneter liefert den Zusammenhaltsspruch. Und die passende Gegenlektüre zum Jugendaufruf stammt aus der eigenen Fraktionsführung. Die Berliner Linke bietet ihren Wählern dieselbe Partei für entgegengesetzte Vorhaben.
Im Wahlkampf müssen Parteien erklären, was sie mit den Stimmen ihrer Wähler anfangen wollen. Die Linke Berlin führt vor, wie man diese Frage gleichzeitig in zwei Richtungen beantwortet. Eralp bewirbt sich um das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Die Linksjugend [’solid] Neukölln fordert Kandidierende in ihrem Aufruf vom 6. September 2026 dagegen auf, Regierungsbeteiligungen abzulehnen und Parlament sowie Wahlen für den Klassenkampf zu nutzen.
Das ist ein Aufruf der Jugendgruppe, kein Beschluss des Landesverbands. Politisch macht es die Sache trotzdem reizvoll: Die einen sammeln Stimmen für den Einzug ins Rathaus, die anderen Argumente gegen den Einzug.
Kirill Dmitrijew (Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Ausschnitt, mit KI ins Querformat erweitert.)
Kirill Dmitrijew will ein russisch-deutsch-amerikanisches Wirtschaftsforum für 2027 unter Beteiligung der AfD vorschlagen.
Putins Sondergesandter für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit liefert damit die nächste Freundlichkeit aus Moskau. Die Glückwunschkarte an die AfD bekommt einen Geschäftsteil.
Ein Wagen, zwei Richtungen. (KI-generierte Karikatur: Ruhrbarone / OpenAI; Eralp-Fotovorlage: Ferran Cornellà / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Karikatur ebenfalls CC BY-SA 4.0.)
Für die weitere Selbstzerlegung braucht die Berliner Linke sowieso keine musikalische Begleitung mehr. Elif Eralp (Die Linke) möchte Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Die Linksjugend Neukölln fordert die eigenen Kandidierenden dagegen auf, eine Regierungsbeteiligung auszuschließen.
Die Spitzenkandidatin bewirbt sich ums Rathaus. Der Nachwuchs übt schon Opposition gegen ihren Einzug.
Unsere Frist endete am 9. September 2026 um 14:00 Uhr MESZ. Bis 14:42 Uhr lag uns weder eine Antwort noch eine Eingangsbestätigung vor. Die öffentliche Empörung ist dokumentiert. Die Auskunft zu unseren Fragen steht aus.
Der Eintrag des Palästinakomitees im städtischen Adressverzeichnis am 9. September 2026. (Screenshot: Stadt Stuttgart)
Der Verfassungsschutz beobachtet das Palästinakomitee Stuttgart als Verdachtsfall. Die baden-württembergische Landeshauptstadt führt den Verein in ihrem Adressverzeichnis und verlinkt seine Website; 2022 hatte das Komitee seine Aufnahme vor Gericht erstritten.
Nun wirbt das Komitee für eine Demonstration am 7. Oktober 2026, bei der der Jahrestag des Hamas-Massakers zur Anklage gegen Israel wird. Eine gerichtliche Verpflichtung zur Aufnahme ist allerdings kein politisches Gütesiegel für den aktuellen Aufruf.
Sevim Dagdelen (BSW): „Waffengeschenke an die korrupte Ukraine endlich stoppen und den Krieg durch Verhandlungen beenden!“ (Foto: Roland W. Waniek)
Sevim Dağdelen will nach der Wahl in Sachsen-Anhalt die Waffenhilfe für die Ukraine stoppen. Alice Weidel wirft der Bundesregierung „Volleskalation“ vor. Putins Sonderbeauftragter antwortet der AfD-Chefin mit einem ausdrücklichen Lob für sie und ihre Partei.
Die Ukraine soll weniger Unterstützung bekommen. An freundlichen Worten aus Moskau fehlt es dagegen nicht.
Lea Reisner warnt in einem englischsprachigen X-Beitrag vom 7. September 2026 vor einer Machtübernahme durch Faschisten. Die Regierungsparteien würden ihnen Deutschland samt Europas stärkster konventioneller Armee und einer bereits vorhandenen „Geheimpolizei“ überlassen, schreibt sie.
Auf die Nachfrage, weshalb Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst unter Kommunisten besser aufgehoben wären, antwortet die Linken-Bundestagsabgeordnete: „Naja, wir würden sie abschaffen 🫠“. Die über die NRW-Landesliste gewählte Politikerin ist Sprecherin ihrer Fraktion für internationale Beziehungen. Für eine sicherheitspolitische Erklärung reichen offenbar fünf Wörter und ein schmelzendes Gesicht.