26

Kulturausschuss stärkt Voges den Rücken

Die befürchtete Abrechnung der Politik mit dem Dortmunder Theaterindentanten Kay Voges blieb aus. Alle Parteien stärkten Voges gestern im Kulturausschuss den Rücken.

Im Vorfeld der gestrigen Sitzung des Dortmunder Kulturausschusses sorgte ein Artikel der WAZ für Aufregung. Ein ungenannter Experte der Dortmunder Kulturpolitik hatte Voges in dem Text für die schlechte Auslastung des Dortmunder Theaters verantwortlich gemacht.

In der Sitzung selbst war davon nicht mehr die Rede. Die in der Tat schlechten Besucherzahlen des Theaters und der Oper zu Beginn der Spielzeit wurden von Dezernent Jörg Stüdemann relativiert:  Zum einen wäre das erste Quartal einer neuen Spielzeit in allen Theatern eher schwach, zum anderen verhalte sich das Publikum nach einem Intendantenwechsel immer zurückhaltend. Stüdemanns Fazit: Kein Grund zur Sorge.

Im Januar lag dann auch die Auslastung des Theaters bei 80 Prozent. Eine sehr gute Zahl. In einer beeindruckenden Rede stellte sich Heinz Dingerdissen (FDP/Bürgerliste) vor Voges und dankte ihm und seinem Ensemble für die geleistete Arbeit. Die Redner der anderen Fraktionen schlossen sich Dingerdissen an.

Einhellig kritisiert wurde allerdings das Marketing für das Dortmunder Fünf-Sparten-Haus. Ulrike Märkel (Grüne) regte an, künftig auch ausserhalb Dortmunds für das Haus zu werben und verwies auf die bundesweit positive Resonanz der Arbeit von Voges in den Medien.

Ein Antrag von CDU und SPD, die in Dortmund eine informelle Koalition bilden, künftig wieder eine BvB-Revue in der Oper zu veranstalten, wurde indes von FDP und Grünen abgelehnt, fand aber die Mehrheit der Stimmen. Im Jahr der Meisterschaft, so Union und SPD, soll die Oper von der Fußballbegeisterung in der Stadt profitieren.  BvB-Fans könnten mit der Revue in die Oper gelockt werden.

Der denkwürdige Satz von Sepp Herberger, dass das Spiel 90 Minuten dauert, schien in dem Kreis unbekannt zu sein. Mal schauen wie gut die BvB-Revue läuft, wenn die Borussen die Meisterschaft verfehlen.

RuhrBarone-Logo

26 Kommentare zu “Kulturausschuss stärkt Voges den Rücken

  • #1
    Hans Czinzoll

    Die von Herrn Laurin befürchtete Abrechnung der Politik mit Herrn Voges blieb also aus. Die Rechtfertigung an dieser Stelle für die katastrophale Auslastung der Vogesstücke erfolgte nach dem bekannten Polittheaterschema:wenn der Wähler fernbleibt, ist er zu blöde”. Hier ist es der Dortmunder “Provinzbürger”, der den hehren Ansprüchen nicht genügt. Eine etwas ärmliche Erklärung, denn in beiden Fällen wird lediglich nach Steuergeldern gegeiert.

  • #2
    Perik Hillenbach

    @1: Es gibt keine “katastrophale Auslastung der Vogesstücke”. Das ist WAZ-Kolportage.

    Und der Dortmunder “Provinzbürger” bräuchte sich gar nicht als Provinzbürger angesprochen zu fühlen, würde er einfach mal in Voges’ Theater gehen. In “Heimat unter Erde” würde er dann sehen, dass dieses Theater für ihn, den Dortmunder Bürger gemacht ist. Ohne Schwellenangst, ohne Dünkel, ohne hehre Ansprüche, ohne Arroganz.

    Dass das Dortmunder Publikum “provinziell” ist, würde ich als in 44137 Gemeldeter unterschreiben. Er benimmt sich nicht wie der Einwohner einer 600.000er Großstadt, das merkt man u.a. auch an seinem Galeriebesuch-, Kunstrezeptions- und Ausgehverhalten. Aber die Abscheu vor Gourmetküche ist wieder etwas typisch Westfälisches, das hat weniger was mit Dortmund als mit fehlendem Hedonismus und “in der Siedlung nicht auffallen wollen” zu tun und muss hier nicht verhandelt werden.

    Ich lebe gern in Dortmund, mag die Dortmunder und beobachte, dass die Stadt gewonnen hat, seit Voges hier ist. Mehr kann man von einem lebendigen Theater nicht erwarten.

    Warum muss man sich nur ständig mit Hans und Franz über Selbstverständliches unterhalten?

  • #3
    Hans Czinzoll

    #2 Bitte um Mitteilung der Anmeldeprozedur für den Benimmkurs für Einwohner einer (fast)600 000-Einwohner-Großstadt.

  • #4
    Dortmunder

    Ich guck´ mir in eineinhalb Stunden mal Voges´ “39 Stufen” an und werde dann heute später am Abend berichten. Als Kulturbanause mit BVB-Dauerkarte bin ich richtig gespannt.

  • #5
    Perik Hillenbach

    @3: Hans im Glück wird man, wenn man gelegentlich mal ne Süddeutsche statt der RN liest, mal ne Frankfurter Sonntagszeitung statt der BamS, als Urlaubslektüre vielleicht ein englischsprachiges Taschenbuch an den Strand mitnimmt, mal ein Gourmetmenü in vier Gängen bei Mario Kalweit versucht (der beißt nicht!), mal eine Rieslingverkostung oder ein Whiskytasting mitmacht, Sofia Copollas “Somewhere” in der Camera sieht statt Zweiohrhasen im Cinemaxx, die Ausstellung “Bild für Bild” im U besucht, nicht immer nur BVB-Shirts oder Karohemden von C & A trägt, sich vielleicht mal ein Maßhemd schneidern lässt, mal bei arte reinschaut, beim Libanesen 10 unterschiedliche Vorspeisentellerchen probiert, samstags auf den Markt geht und sich mit frischen Sachen selbst am Herd versucht, sich als Dortmunder für die Geschichte der Hanse oder für Herzog Wittekind interessiert, auch mal die Innenstädte, Kirchen und Plätze von Venedig, Würzburg, Braunschweig und Reims mit denen von Bochum oder Dortmund vergleicht, erkennt, welche Sichtachsen da fehlen und woran das liegt, statt Unheilig zu sehen lieber einem Songwriter im Subrosa zuhört oder gleich dem Small Beast für Fortgeschrittene huldigt —

    Großstadtleben ist Sophistication, sprich: Verfeinerung. Stoffe fühlen, Aromen schmecken, Farbschattierungen sehen, Geschichte atmen, den Sound of the City hören können. Das kann man alles lernen, dauert nur ein Leben lang.

    Mainstream kann lustig sein, ist und macht auf Dauer aber stumpf.

    Noch kürzer: Neugierig sein. Interesse zeigen. Offen sein.

  • #6
    Hans Czinzoll

    #5 Vermutlich finden Sie sich wirklich toll.Thema dennoch verfehlt, da die von Ihnen goutierten libanesischen Vorspeisen wahrscheinlich ( wie der übrige Kram, den Sie aufzählen ) nicht subventioniert wird. Erst denken – dann maßregeln.

  • #7
    Bernd Berke

    @Perik Hillenbach
    Mir hingegen gefällt diese verfeinerte Sicht der Dinge. Um es mal facebookisch verknappt zu sagen.

  • #8
    Frau Rose

    Erfreulich, wie die Politik reagiert hat!

    Aber die Fußballgeschichte ist a bissl geschmäcklerisch, aber mei Dortmund und Fußball sind untrennbar… und einen passenden Autor dafür könnte man evtl. auch in der Dt. Autorenntionalelf (http://autonama.de/w2/) … wobei: ob die sich für eine Revue verdingen würden…

  • #9
    Frau Rose

    SRY, natürlich heißt es:
    ….Autorennationalelf (http://autonama.de/w2/) finden…

  • #10
    Dortmunder

    So, meine Kritik zu Voges´ Stück “Die 39 Stufen”.
    Ich sage nur ZWEI Worte: Hingehen, hingehen, hingehen.

    @Perik:
    Bisschen sehr viel dicke Hose, aber ansonsten fast alles richtig geschrieben. Muss gar nicht der Mario Kalweit sein, in einem lesenswerten Magazin namens “Dortmund geniesst” gibt es noch viele andere leckere Restaurant-Tipps jenseits von CmP und MCD. Einfach mal reinschauen 😉

  • #11
    David Schraven

    @ Perik

    du hast bei Deinem Weg aus der Provinz etwas beschrieben, was es hier in der Gegend kaum gibt. Das liberale Bürgertum

    Das Bürgertum gilt hier der Mehrheit als Schimpfwort.

    Das selbstbewusste Bürgertum ist aber Träger der Kultur – nicht nur des Theaters, auch der Aufklärung und der gesittteten politischen Auseinandersetzung.

    Das Bürgertum ist unverzichtbar.

  • #12
    crusius

    Oder wie Heinrich Mann eine seiner Figuren in “Der Untertan” sagen ließ: “Formen sind kein hohler Wahn.” (wenn ich mich recht entsinne, mit gespitztem Mund zu sprechen).

  • #13
    Berry

    “Im Januar lag dann auch die Auslastung des Theaters bei 80 Prozent.”

    ich habe noch überlegt, selbst hinzugehen. Aber ich konnte meine Stunden nicht umlegen.
    @Stefan Selbst da gewesen, oder v. “hören sagen?”

    Wurden die Zahlen von November und Dezember auch gegeben? Das wäre doch einfach gewesen. Frau Pesch war da und die Zahlen kann sich jeder Verantwortlicher vom Theater direkt vom Server holen.

    Warum hat das Theater die aktuelle Zahlen nicht sofort nach dem WAZ bericht raus gegeben? Das ist doch die normale Vorgehensweise? Der Redakteur wird spätestens am zweiten Tag aufgeklärt.

    Frau Pesch soll schon vor der Sitzung mit Bruno Knust verhandelt haben. Hier wurde auch schon interna ausgeplappert. 4000 EURO Gewinn soll ihm versprochen sein. WTF soll das bedeuten? Seid wann werden solche Fakten schon im voraus in der Presse angedeutet?
    Wenn ich Bruno wäre, würde ich jetzt das Doppelte verlangen (Frau Pesch kann nicht mehr zurück)
    Hat jemand eine Ahnung was ein Schauspieler Netto verdient? Im Monat? Ein Drittel etwa von diesem Tageshonorar. Also: was soll das?

    Und – lieber Stefan – soll er im Schauspielhaus oder in der Oper spielen?

    Ich hoffe in der Oper! Sonst wäre der Gesichtsverlust für Herr Voges erheblich.

    für mich gibt es viel unklares

    Übrigens – vor das wieder anfängt: das ist kein Kritik auf Herr Voges. Meine Fragen beziehen sich hauptsächlich auf die Politik.

    Was geht hier vor?

  • #14
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Berry: Ich war da. Die Zahl war 80 Prozent. Was die BvB-Revue betrifft: Als ich im Ausschuss war, war nur von der Oper die Rede. Die Knust-Nummer ist so gelaufen wie Du beschrieben hast.

  • #15
    F.-P. Seelig

    Lieber Herr Doddema,

    Sie fragten

    “Warum hat das Theater die aktuelle Zahlen nicht sofort nach dem WAZ bericht raus gegeben?”

    Ich weiß auch nicht, was das Theater nach dem Bericht herrausgegeben hat, oder nicht. Erlauben Sie mir aber nochmal, darauf hinzuweisen, daß der Bereich Schauspiel Anfang Januar die damals aktuellen Zahlen veröffentlicht HATTE.

    4. Januar 2011, Schauspielintendant Voges: 70,5 Prozent

    Diese wurden auch von der Presse publiziert, z.B.

    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/kultur/100-Tage-Kay-Voges;art13731,1144103

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/kultur/Schauspiel-Dortmund-Kay-Voges-zieht-sein-Resuemee-nach-100-Tagen-id4124958.html

    Ich möchte mich also erneut Ihrer Einschätzung von vor ein paar Tagen anschließen.
    Daß Michael Kohlstadt DREI Wochen nach diesen offiziellen Zahlen (27.1.) mit veralteten Zahlen operiert (z.B. Schauspiel 45 Prozent), ohne jegliche Erwähnung neuerer, um dann daß Fazit zu ziehen, dem kompletten Theater Dortmund “laufen die Zuschauer davon”, muß Provokation sein.

    Und im dann folgenden Artikel zur Kulturausschußsitzung schreibt Michael Kohlstadt aktuelle Prozentzahlen erneut nicht, obwohl sie ja, wie wir jetzt von Stefan Laurin wissen, konkret auf der Sitzung genannt worden sind (80 Prozent) – und noch besser sind als die Zahlen von Anfang Januar.

    Im gesamten Artikel findet sich nur ein einziger Satz zur aktuellen Situation, ein indirektes Zitat von Herrn Stüdemann

    “Alle Sparten außer dem Musiktheater seien inzwischen wieder im Aufwind.”

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/BVB-Revue-soll-im-Theater-Quote-machen-id4234072.html

    Warum schreibt Michael Kohlstadt keine neuen Prozentzahlen? Ignoriert er sie? Auch falls das Theater unmittelbar nach dem Kohlstadt-Artikel keine neuen Zahlen herausgeben hat – im Kulturausschuß wurden sie genannt.

    Michael Kohlstadt aber erwähnt sie nicht.

    Ich kriege langsam den Eindruck, daß Michael Kohlstadt einfach will, daß die Dortmunder denken, keiner geht ins Theater, und Voges und alle am Theater Dortmund leisteten schlechte Arbeit.

    Warum tut er das?

    Darf ich Sie als langjährigen Kulturschaffenden in Dortmund nochmal um Hilfe bitten? Was denken Sie? Ich bin wirklich ratlos.

    Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man Voges für Dinge kritisiert, die man einfach falsch fand – wie Sie es tun, wenn Sie auf die Sache mit den ehemaligen Schauspielern hinweisen.

    Aber Voges zu kritisieren für Sachen, die er offenbar richtig macht (ein Programm anzubieten, was nicht nur interessant ist, sondern auch für ein gut gefülltes Haus sorgt) – das ist doch eine sehr eigenartige Vorgehensweise für einen guten Journalisten einer seriösen Tageszeitung.

    Wünsche Ihnen einen schönen Freitag!

    F.-P. Seelig

  • #16
    F.-P. Seelig

    Lieber Herr Doddema,

    noch zu einer anderen Frage von Ihnen zum Thema BVB Revue:

    “Hier wurde auch schon interna ausgeplappert. 4000 EURO Gewinn soll ihm versprochen sein. WTF soll das bedeuten? Seid wann werden solche Fakten schon im voraus in der Presse angedeutet?”

    Wenn ich mir die Westfälische Rundschau von heute anschaue, ist es Bruno Knust, der die Presse informiert, oder wie Sie es formulierten, ‘Interna ausplappert’:
    “Bruno Knust redet Tacheles.”

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/BVB-Revue-vor-Rueckkehr-ins-Stadttheater-id4242034.html

    Vielleicht ist das auch des “Pudels Kern” hinter der ganzen eigenartigen Vorgehensweise von Michael Kohlstadt und der WAZ Mediengruppe?

    Michael Kohlstadt:
    27.1. –> “Theater Dortmund laufen die Zuschauer davon”
    1.2.—-> “BVB-Revue soll im Theater Quote machen – Um dem von der WAZ dokumentierten Besucherschwund am Theater entgegenzuwirken”

    (Sie und ich wissen aber – einen “Besucherschwund” (im Schauspielhaus) gab es zum Zeitpunkt des ersten Artikels längst nicht mehr. Was Michael Kohlstadt wusste. Es stand in seiner eigenen Zeitung drei Wochen vorher.
    Und es gibt ihn auch jetzt noch nicht. Es gab ihn vor drei Monaten.)

    Westfälische Rundschau
    3.2. —>”Bruno Knust redet Tacheles”

    Wenn sich mein Eindruck erhärtet, daß hier ein komplettes Theater in einem falschen Licht dargestellt wird (indem gesagt wird, keiner geht hin, obwohl längst das Gegenteil der Fall ist), nur damit die BVB Revue nochmal dort gezeigt werden kann – bin ich schon schwer enttäuscht.

    Ich möchte von der Presse seriös informiert werden. Beeinflussungs-Versuche lehne ich dagegen klar ab.

  • #17
    Berry

    lieber Herr Seelig,

    manchmal kann man die Sachen nicht immer so sagen, wie sie möglicherweise sein könnte.

    Wenn ich hier schreibe was ich denke, könnte man mich möglicherweise für Verleumdung anklagen. Aber die Sache stinkt irgendwie. Leider finde ich den Bericht von der Rundschau (von heute) nicht im Internet. Das sollten Sie mal lesen. Sehr interessant was Bruno Knust von den Verhandlungen berichtet. Interessant? Erschütternd.

    Auch bei der Kulturausschusssitzung sind diese Zahlen nicht in Papierform abgegeben (Herr Laurin kann mich gerne korrigieren, wenn es der Fall gewesen sein soll) Normalerweise wäre das passiert.

    Diese Zahlen sind ansatzweise/andeutungsweise genannt. Diese 80% erst nach einigem Hin- und Her. Keiner wollte es genau sagen. Schon gar nicht auf Papier. Warum nicht? In bestimmten Kreisen besteht zweifel, ob die Zahlen stimmen. Das könnte (lesen sie richtig: könnte) die Erklärung sein

    Warum sagt Herr Stüdemann “Alle Sparten außer dem Musiktheater seien inzwischen wieder im Aufwind.” Warum hat keiner von den ausschussmitgliedern nachgefragt wo die Zahlen sind?

    Herr Laurin schreibt: Ein ungenannter Experte der Dortmunder Kulturpolitik hatte Voges in dem Text für die schlechte Auslastung des Dortmunder Theaters verantwortlich gemacht.

    Dieser ungenannter Experte sass aber im Saal. Warum outet er sich nicht.
    Herr Kohlstadt war der Überbringer dieser Botschaft. Mehr nicht. Er sollte nicht gehängt werden. Warten wir die neuen Zahlen ab. Wenn sie überhaupt kommen. Vielleicht wird entschieden, die Zahlen erst am Ende der Spielzeit raus zu geben?

  • #18
    Berry

    die Knust Nummer!

    Ich habe oben folgendes geschrieben:
    Frau Pesch soll schon vor der Sitzung mit Bruno Knust verhandelt haben. Hier wurde auch schon interna ausgeplappert. 4000 EURO Gewinn soll ihm versprochen sein. WTF soll das bedeuten? Seid wann werden solche Fakten schon im voraus in der Presse angedeutet?

    Stefan Laurin hat es bestätigt. Gehe ich mal davon aus, dass es so stimmt.

    Was steht heute in der Rundschau!?
    Herr nust hat das Angebot anfang Januar bekommen die Oper zu mieten. Für sage und schreibe 50.000 EURO pro Abend. Nicht Freitag oder Samstag – nein für Montag oder Dienstag. Die Nebenkosten betragen dann etwa 15.000 (zwischen 10 und 20.000 EURO) Das Opernhaus hat etwas mehr als 1000 Sitzplätze (ich glaube aus Erinnerung 1100, können aber auch 1300 sein)
    Die Karten müssten dann um die 50 Euro liegen und Herr Knust wäre pleite wenn es daneben geht, wenn es voll auf geht hätte er zwar nichts verdient – nur ein bißchen ruhm.

    Das hat er dann abgelehnt. Verständlicherweise. Frau Pesch hat dann NACH der Sitzung am Dienstag ein Angebot von 15.000 EURO gemacht. (zzgl Nebenkosten) Auch das ist viel zu viel, aber schon verhandelbar. Herrlich ne, diese Zahlen alle öffentlich. Aber normal ist es nicht.

    Vergleich: Westfalenhalle I ist für 40000 EURO zu mieten

  • #19
    Berry

    toll, Sie haben den Rundschaubericht gefunden!

    Bitte eine Sache nicht vermischen Rundschau und WAZ stehen auch (obwohl es schwestern sind) in Konkurrenz

  • #20
    Frau Rose

    @Berry: Wieso werde ich eigentlich das Gefühl nicht los, dass Sie einen Skandal heraufbeschwören wollen, wo wohl keiner ist und/oder Ihnen Voges und sein Team irgendwie ein Dorn im Ausge sind. Warum auch immer. Ferner, dass es Ihnen wohl recht wäre, wenn man Voges kurzfristig vor die Türe setzen würde. Aber Gott sei Dank ist das Schauspiel Dortmund kein Fußballverein, wo man hin und wieder einen solchen Umgang mit Trainern pflegt…. Außerdem: Wie gut die Arbeit von Voges und seinem Team ist, davon konnte man sich erst gestern wieder bei den letzten beiden Veranstaltungen von “Stadt ohne Geld” überzeugen – es war gerammelt voll & tosender Applaus am Ende.

    Btw: Haben Sie eigentlich mal wirklich quer durch die Lünener Bevölkerung gefragt, was sie davon halten, dass man ihnen die “Liebesperlen” vorgesetzt hat. Einige sind nämlich gar nicht begeistert darüber ….

    Zu den Zeitungsartikeln kann und will ich weiter nichts sagen, denn in Papierform
    sind diese “Blättchen” Gott sei Dank i.d.R. hier nicht zu kaufen und daher bekomme ich höchstens mit, was mir online mehr oder minder über den Weg läuft.

  • #21
    Berry

    Argumentum ad personam
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ad_personam

    Dies nimmt oft die Form von Beleidigungen („Idiot“, „Dummkopf“, „Amateur“) und Werturteilen über die Argumentation an („Schwachsinn“, „Geschwätz“, „naiv“, „Ausrede“, „Verschwörungstheorie“).

    Frau Rose,
    wenn Sie anfangen sachlich zu Diskutieren bin ich gerne bereit, meinen Beitrag zu leisten. So kostet mir das zuviel energie

  • #22
    Frau Rose

    @Berry: Ich würde ja gerne mit Ihnen sachlich diskutieren, aber Sie verweigern sich doch diversen sachlichen Argumenten und Fragen…. Und diesen Wiki-Hinweis empfinde ich ein wenig lächerlich, da ich Sie weder beleidigt noch Ihre Beiträge als “Geschwätz” o.ä. abgetan habe. Wenn, dann finde ich Ihre Herangehensweise/ Ihre Kritik an Voges und seinem Team, zumindest wie es hier im Blog nachlesbar ist, lediglich zu einseitig.

    Aber wie können gerne noch mal von vorne anfangen… Und verstehen Sie mich bitte nicht falsch, so wie der eine die Farbe Blau mag, ein anderer vollkommen auf Gelb oder Grün “abfährt” so sind im “restlichen Leben” die Geschmäcker (incl. der Kunst und Kultur) oftmals auch einfach verschieden. Der eine mag bspw. Thomas Mann, dem anderen ist es zu hölzern. Und der nächste ist vernarrt in seine “Tim und Struppi”-Hefte usw. usw.

    Aber zurück zum Thema:
    Es mag sein, dass das Team von Voges zu Beginn einige Fehler gemacht hat. Damit meine ich, was man über die Art und Weise der Trennung von den “alten Schauspielern” lesen konnte. Betone: lesen konnte – ich war in diese Vorgänge nicht persönlich involviert, habe also keine Innenperspektive. Andererseits hat Voges diesen Schritt auch irgendwann sehr gut erklärt, indem er sagte (zumindest ist es so nachzulesen), dass er mit einem Team zusammenarbeiten möchte, dass ihn versteht – also seine Sprache spricht und seinen Kunstanspruch auch umzusetzen vermag. Dies finde ich vollkommen legitim! Außerdem sind doch solche Intendantenwechsel auch Neuanfänge. Das im Zuge eines solchen Neuanfangs u.a. auch “alte Stücke” aus dem Programm verschwinden, kann ich ebenfalls gut nachvollziehen.

    Zum aktuellen Programm: Ich persönlich finde es spannend, qualitativ hochwertig und am Puls der Zeit (und nehme gerne dafür u.a. die Anreise von Frankfurt in Kauf!). Und mit dieser Meinung scheine ich wohl auch nicht ganz alleine zu stehen, denn wie ich jetzt mehrmals entweder beim Kartenkauf oder eben live erleben durfte, die Veranstaltungen sind teils ausverkauft – zumindest sehr gut besucht. Auch die Resonanz im deutschsprachigen Feuilleton ist – wie schon öfters hier erwähnt – äußerst positiv. Sollte man sich darüber nicht freuen?

    Stichwort: Dortmund – internationales Kreativzentrum. Dies kann man aber nur werden bzw. sein, wenn man sich nicht im “provinziellem Künstler- und Kulturdenken” verstrickt. Und da finde ich, dass Voges mit seinem Programm einen sehr guten Weg eingeschlagen hat und vor allem auch, weil er ein junges Publikum anspricht. Dieses junge Publikum ist wichtig, wenn Dortmund zu einem kreativen und lebendigen Ort werden möchte.
    (Dies bedeutet jetzt aber nicht, dass man seine Wurzeln verleugnen soll – stellen Sie sich mal Bayern und Tirol ohne Tracht und die Berge vor – aber extra-inszenierte Almabtriebe (Geld, Geld, Geld) sind hingegen nicht meines)

    Ich persönlich empfinde das Schauspiel auch nicht als das heilige Nonplusultra der Dortmunder Kulturlandschaft, aber als einen sehr wichtigen Baustein in eben dieser Landschaft und darüber hinaus – eben weil es nach so kurzer Zeit über die Reviergrenzen von Kulturschaffenden und Theater Interessierten wahrgenommen wird und nach meinem Geschmack einfach gut ist (Entschuldigung, wenn ich mich wiederhole).

    Und ich finde, dass man sich mit Institutionen wie dem Schauspiel Dortmund oder aber dem Ballett, was u.a. aus Steuermitteln subventioniert wird, durchaus auch mal etwas inhaltlich “Sperriges” leisten darf, muss und sollte. Immerhin gibt es auch so was wie einen Bildungsauftrag… und werden wir nicht mit Events etc. von allen Seiten zugeschüttet? Muss alles leicht konsumierbar sein? Und mich bitte auch da nicht falsch verstehen, ich gönne bspw. jedem seine TV-Soap oder den Besuch des Musikantenstadl’s o.ä.

    Ferner sind Sie bislang noch nicht der Frage nachgekommen, warum Voges als “Gegen die Wand”-Fahrer installiert worden sein soll. Für ein “Gegen die Wand”-fahren ist sein Programm m.E. qualitativ zu hochwertig und innerhalb der kurzen Zeit zu erfolgreich. Oder sollte die hochwertige Qualität das hier diskutierte “Problem” darstellen? – Dies wäre dann sehr, sehr traurig und würde m.E. bedeuten, dass Sie den Dortmundern in Sachen Kultur sehr wenig zutrauen.
    Es mag sein, dass das bisherige Dortmunder-Schauspiel-Publikum mit dem Programm von Voges erst “warm” werden muss/te und vielleicht deshalb anfangs fern blieb. Manchmal muss man eben beiden Seiten Zeit lassen, um sich aneinander zu gewöhnen – an dieser Stelle sei an den kleinen Prinzen und den Fuchs (http://derkleineprinz.rainbownet.ch/index2.php) erinnert.

    Die Öffnung des Schauspiel-Hauses für externe Veranstaltungen, um u.a. Einnahmen zu erzielen und/oder einfach um das Angebot zu erweitern, ist bestimmt ein interessantes Thema. Und da kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Voges da offene Ohren hat. Aber bei solchen Entscheidungen spielen eben unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Und wie wäre es auch hier mit ein wenig Zeit und einem Schritt nach dem anderen?

    Zur Kommunikation mit den Zahlen rund um die BVB-Revue kann ich nichts sagen, klingt aber unglücklich gelaufen oder von irgendeiner Seite bewusst forciert. Vielleicht auch beides.

    Und last but not least: Das Marketing, welches als zu wenig präsent kritisiert wurde. Wird nicht auch daran (mittlerweile) gearbeitet? Und schauen Sie sich doch mal das aktuelle Programmheft an – steht es mit seinen “schräg angeschnittenen Seiten” nicht für etwas Neues? Ich nehme es zumindest gerne in die Hand! Und m.W. gibt es auch unterschiedlichste Marketingideen, u.a. auch im Bereich des Merchandising. Aber so was will eben auch finanziert werden und vermutlich geht es da aber um mehr als nur Product-Placement und (Aus-)Verkauf von gewinnversprechenden Merch-Artikeln. Aber das ifuk ist bestimmt ein guter Berater 😉

    Meine Bitte an Sie, lieber Berry, ist einfach nur, nicht nur einseitige negative Kritik zu betreiben bzw. sich nicht nur auf jenen Journalisten zu beziehen, der …. mhm, nein, da spare ich mir jetzt einen Kommentar., ebenfalls einseitig zu agieren scheint.
    Prinzipiell halte ich es in Diskussionen gerne mit Offenheit und lasse da im Sinne von Hegels Dialekt auch (andere) Argumente zu, sofern sie nicht einer “Scheuklappen-Perspektive” und/oder einer Ideologie entspringen.
    Und wenn es Ihnen mehr um den Tanz in Dortmund als um Voges und sein Team geht, so benennen Sie dies bitte.

  • #23
    Frau Rose

    Und eigentlich fände ich es sehr angenehm, wenn sich auch wieder mehr in die Diskussion einbinden würden – ein reges Kulturleben hat zumindest m.E. auch mit einer gewissen Lebensqualität zutun… da muss es doch noch mehr Meinungen geben.

  • Pingback: Kay Voges: “Theater, Museen und Büchereien sollten für alle kostenlos sein” | Ruhrbarone

  • #25
    Frau Rose

    @Berry: Sie sind mittlerweile sehr still geworden – warum?
    Haben Sie evtl. doch erkannt, dass die Zahlen, Themen und Qualität des Theaters um Voges herum doch besser ist, als was diverse Berichte usw. vermitteln wollten und auch Sie kritisierten?

    Und haben Sie ggf. die Tage mal “Die Zeit” aufgeschlagen oder heute in Kulturzeit auf 3sat reingeschaut, wo vom Postmigrantischem Theater die Rede ist. Es lebe die Kultur in Berlin, will aber sagen, was in Berlin gefeiert wird, gibt es bereits auch in Dortmund. Bspw. mit “Heimat unter der Erde” und dies mit klarem lokalen Bezug, dabei die Literatur nicht vergessend. Ebenso präsent ist aber die Thematik der Nordstadt. Und insgesamt auf einem Niveau, was zu einem weiteren Theaterbesuch einlädt – was will man mehr?

  • #26

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.