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Mach Dich schön für die Asche, Alter

Das Ascheplatzbuch von Thomas Kiewaldt ist klasse

Das Ascheplatzbuch von Thomas Kiewaldt ist klasse

Thomas Kiewaldt hat ein Buch über Fussball geschrieben. Das ist an sich nichts besonderes. Es gibt hunderte Bücher über Fussball. Aber das Buch von Thomas ist etwas besonderes. Es beschreibt 20 Jahre kicken in der untersten Liga. In der Ascheplatzliga. Da wo alles weh tut. Das Spielen – und das Zuschauen. Das Buch von Thomas heißt: „Ich mach mich schön für meinen Gegenspieler“.

Thomas Kiewaldt schreibt über seine Mannschaft „Wilde 13“. Er hat sie damals Anfang der Neunziger Jahre mit einigen Kollegen gegründet, weil sie alle keine Lust hatten auf die normalen Vereine, mit ihren Strafkatalogen und Schuhputzzwängen. Thomas und Co haben deshalb ein eigenes Team angemeldet in der untersten Liga von Sprockhövel. Sie haben gekickt, zwei Pokale gewonnen – einen bei einem Turnier der lokalen jungen Union und einen bei irgendeinem anderen Turnier. Das war’s. Aufgestiegen ist die wilde 13 nie. Und absteigen ging nicht. Thomas sagt: „Wir wollten einfach in keinem normalen Verein spielen.“ Die Wilde 13 war keine Punker-Truppe, kein alternativer Verein. Es waren schlicht Kollegen auf einer Wellenlänge, die den Kick liebten.

Thomas Kiewaldt beschreibt in einer schönen Sprache das Lebensgefühl rund um die Kickermannschaft. Oft sind die Personen nicht einfach zuzuordnen. Manchmal fängt eine Geschichte holprig an, weil man nicht weiß, um wen es eigentlich geht. Aber an und für sich ist das auch total egal, weil Thomas authentisch schreibt. Er schafft es, dieses Gefühl aus der Kabine, auf dem Platz zum Leser zu transportieren. Diese unendliche unzusammenhängende Story, vom Abend in der Kneipe und dem Wiedersehen auf dem Platz. Diese zweite Heimat, die sich um eine funktionierende Mannschaft bildet. Von diesen Treffen im Haus der Wilden 13, von den Mannschaftsbussen, von den geklauten Bierkästen und den verschiedenen Charakteren, die eine Truppe ausmachen: den Abwehrmann, der in seiner ganzen Karriere nur zwei Tore schoss, den Torwart, der sich hinter der Gardine versteckte, damit er nicht morgens zum Spiel raus muss. Thomas sagt: „Fussball ist so was wie der rote Faden in meinem Leben.“

Das Buch erschien zur Auflösung der beiden Herren-Mannschaften der Wilden 13. Die Geschichte ist zu Ende – oder auch nicht, weil es gibt jetzt eine Traditionsmannschaft der Wilden 13, die sich zu Turnieren trifft. Nur noch das Damenteam kickt in der Liga weiter.

Thomas Kiewaldt hat sein Buch im Selbstverlag herausgegeben. Er wollte es zur 20 Jahr-Feier des Clubs verkaufen. Und war überrascht, dass es darüber hinaus Anerkennung findet. „Ich hab nicht damit gerechnet, dass sich Leute dafür interessieren.“

Ich habe das Buch „Ich mach mich schön für meinen Gegenspieler“ von Thomas Kiewaldt in einem Rutsch durchgelesen, und wünsche mich seither zurück auf die Asche. Mit elf Kollegen gegen elf Gegner. Das Ergebnis ist egal. Hauptsache es wird gekämpft.

Thomas Kiewaldt schreibt gerade an seinem neuen Buch: “Ein mittlen Jägermeister aber nich so kalt wegen mein Magen” – Geschichten aus Bochum Langendreer, aber auch Sprockhövel und nicht zuletzt Hattingen, über große Lebensziele mit nichts dahinter.

Das Ascheplatz-Buch kann man eigentlich nur direkt bei Thomas Kiewaldt kaufen.

Am besten über seine E-mail-adresse: popet (at) gmx.de

Den Preis muss man mit ihm direkt verhandeln.

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