Fußball: Schiedsrichter Wolfgang Stark hat wahre Größe gezeigt

FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark. Quelle: Wikipedia Foto: Amarhgil

Einer der Aufreger des Fußballwochenendes war einmal mehr Schiedsrichter Wolfgang Stark. Er trug mit seiner schwachen Leistung unmittelbar zur zweiten Heimpleite von Borussia Dortmund in dieser Bundesligasaison bei. Dortmund dominierte Spiel und Gegner bis zur 36. Spielminute, als Wolfgang Stark auf Platzverweis für Nationalspieler Marcel Schmelzer und auf Handelfmeter für den VfL Wolfsburg entschied.

Die Kräfteverhältnisse auf dem Platz änderten sich durch diese offensichtliche Fehlentscheidung dermaßen, dass am Ende der Gast aus Wolfsburg überraschend das Spiel mit 3:2 für sich entscheiden konnte.

Ich muss zugeben, dass ich als BVB-Fan immer ein ungutes Gefühl habe, wenn der Schiedsrichter Stark für den BVB angesetzt wird.

Bereits in der Vergangenheit hatte dieser häufig mit umstrittenen Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht.

Zudem wurde ihm bereits des Öfteren Arroganz in Gestik und Mimik auf dem Platz vorgeworfen.

Ich persönlich kann mich an diverse gravierende Fehlentscheidungen des 43-jährigen Landshuters in den vergangenen Jahren erinnern.

Bisher hatte er nach den Begegnungen leider nur ganz selten die Größe sich zu Fehlern öffentlich zu bekennen. Ehrlich gesagt kann ich mich an gar keinen konkreten Fall erinnern, wo das geschah.

Aus für mich leicht nachvollziehbaren Gründen wählten ihn die Spieler in der Bundesligasaison 2010/2011 zum schlechtesten Schiedsrichter der Hinrunde.

Auch seine Leistungen bei der Europameisterschaft 2012 waren umstritten. Stark schied dort mit seinem Assistentengespann frühzeitig aus dem Turnier aus, wurde für KO-Spiele von der UEFA nicht mehr berücksichtigt.

In der letzten Woche habe ich mich daher nicht gerade gefreut, als ich auf der BVB-Homepage lass, dass Stark die Begegnung der BVB gegen Wolfsburg leiten sollte.

Na ja, das Ende vom Lied ist bekannt. Ein gut spielender BVB verlor (auch) durch Starks Fehlentscheidungen das Spiel. Ein Umstand, der mich Gestern Nachmittag ganz schön ‚auf die Palme‘ brachte.

Mir war sofort klar, und das äußerte ich auch lautstark im Umkreis meiner Freunde, mit denen ich das gestrige Spiel verfolgte, dass Stark den offenkundigen Fehler nach dem Spiel niemals zugeben würde, geschweige denn, dass er sich für seine schlimme Entscheidung entschuldigen würde.

Heute bin ich schlauer! Stark hat sich entschuldigt, seine Fehleinschätzung vor laufenden Kameras zugegeben! Und ich muss sagen, das rechne ich dem Mann wirklich hoch an.

Das ist sicher für ihn nicht einfach gewesen. Und egal was nun genau zur Änderung seines sonst häufig gezeigten Verhaltens geführt hat, diese Entschuldigung muss man ihm hoch anrechnen!

Klar, die drei Punkte bekommt der BVB dadurch auch nicht zurück. Einziger greifbarer positiver Effekt ist, dass Marcel Schmelzer wohl nicht für weitere Begegnungen durch die gestrige Rote Karte gesperrt werden wird.

Aber wenn ein Mensch, entgegen seines früheren Verhaltens, nun in der Lage ist eigene Fehler zuzugestehen, sich sogar vor einem Millionenpublikum dafür zu entschuldigen, dann verdient das zumindest Respekt!

Und auch wenn es mir aufgrund der bitteren Folgen für mein Lieblingsteam einigermaßen schwerfällt das neutral zu betrachten, Wolfgang Stark hat am Samstag  somit wahre Größe gezeigt.

Dafür hat er sich, zumindest nach der Begegnung, Gestern meinen vollsten Respekt verdient!

Schön, wenn auch 43-jährige FIFA-Schiedsrichter noch dazulernen, außerhalb des Platzes an Souveränität und Gelassenheit gewinnen können…

Ach, und jetzt fange ich doch schon wieder an mich über die nicht gewonnenen drei Punkte zu ärgern… 😉

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Walter Stach
Walter Stach
11 Jahre zuvor

Robin,
„Größe“ von Stark, sich zu seinem Fehler zu bekennen?

Etwas zu bekennen, setzt doch voraus, daß dieses Etwas bisher verborgen war, daß das Etwas im unklaren war, daß das Etwas in seiner Definition umstritten war.Was für Stark gestern Anlaß für seine Entscheidung war, ist niemanden verborgen , ist für niemanden unklar gewesen, ist für niemanden umstritten.Auch aus der Spielsituation heraus war da nichts Zweifelhaft, war da nichts strittig.

Folglich gab es und gibt es nichts zu bekennen.

Daß Stark sich für diese offensichtlich, für jedermann erkennbare eklatante Fehlentscheidung entschuldigt hat, ist richtig, aber ebenso selbstverständlich.

Vielleicht läßt sich ja recherchieren, wie oft Stark in seinem Schiedesrichterleben bereits eklatane Fehlentscheidungen wie die gestern getroffen hat;es waren nach meiner Erinnerun einige. Ich kann mich z.B. an ein Spiel erinnern,das er in Spanien gepfiffen hat und nach dessen Ende allesamt erklärt haben: „Nie mehr ein Spiel mit dem Schiedsrichter Stark“.

Da bisher niemand erklären kann, wo die Ursachen für die eklatante Fehlentscheidung von Stark gestern in DO liegen, sollte Stark selbst einmal darüber gründlich nachdenken, auch mit Blick auf vergleichbare Fehlentscheidungen in der Vergangenheit. Konsequenz? Bei „Bekenntnissen und Entschuldigugen“ bei derart krassen Fehlenscheidungen darf es nich bleiben!

Jochen Hoff
11 Jahre zuvor

Cui bono? Er hat wieder mal ein Spiel verpfiffen und weil es diesmal so offentsichtlich war entschuldigt er sich hinterher. Das ist geschickt gemacht. So kann er weiterpfeifen und immer wieder Spiele manipulieren. Es ist ander Zeit das Schiedsrichterunwesen in Deutschland mal genauer zu untersuchen. Wer erinnert sich nicht an Herrn Hoeneß https://duckhome.de/tb/archives/779-Uli-Hoeness-will-Sonderregeln-fuer-den-FC-Bayern.html der sogar vor den Schiedsrichtern des DFB seine Wünsche direkt vortragen durfte.

Der deutsche Fußball braucht endlich unabhängigere Schiedsrichter, was aber natürlich auch einen unabhängigeren DFB vorraussetzt.

Schmitd - Walter
Schmitd - Walter
11 Jahre zuvor

Ganz stark – Herr Stark

theo
theo
11 Jahre zuvor

„Einziger greifbarer positiver Effekt ist, dass Marcel Schmelzer wohl nicht für weitere Begegnungen durch die gestrige Rote Karte gesperrt werden wird.“

Immerhin. Die Herrschaften vom DFB geben sich gnädig. Ich möchte an eine Sache im Frühjahr 2012 erinnern: Im Spiel Köln vs Berlin stellt Schiri Winkmann Podolski vom Platz (wegen angeblicher Rudelbildung mit Tätlichkeit). Fernsehbilder beweisen: Podolski hat gar nichts dergleichen getan, Winkmann gibt seinen Fehler zu, Poldi bekommt dennoch eine Spielsperre aufgebrummt.

Ich bin für die Einführung des Videobeweises. Früher, als die Bilder noch schwarz-weiß waren und man nicht viel erkennen konnte, war das Schicksalhafte im Fußball noch unausweichlich und somit hinzunehmen. Heute ist es doch absurd, derart offensichtliche Fehlentscheidungen nicht korrigieren zu können. Spielunterbrechungen gibt es im Fußball auch ohnedem schon zur Genüge, selbst das wäre also kein ernsthaftes Gegenargument.

Und: die ein oder andere Strafraumschwalbe könnte endlich mal geahndet werden.

Schiri Stark und seine Kollegen haben übrigens nicht nur die Tat von Schmelzer falsch gesehen. Das Abseits zuvor ist ihnen auch nicht aufgefallen.

Norbert Hanhart
Norbert Hanhart
11 Jahre zuvor

Respekt???? Nicht die Bohne! Schon wieder hat der bekennende Bayern-Fan Stark ein Spiel des BVB verpfiffen und die Meisterschaft maßgeblich beeinflusst. Jeder Depp hat gesehen, dass die Hand allenafalls p0assiv im Spiel war – da kann auch der fiese Stark zugeben, was jeder gesehen hat. Viel Interessanter ist, dass dieser Arroganzling in Schwarz unseren BVB schon so oft eklatant benachteiligt hat – wer erinnert sich nicht an Boris Rupperts Sendeverbot nach dem Spiel gegen Leverkusen („Wolfgang Stark, Du Arschloch!“) und gegen Hoffenheim wars auch schon ganz, ganz übel. Hier muss der DFB wirklich reagieren, denn von unparteiisch, kann bei diesem Typen definitiv keine Rede sein!!!!

Ulrich
Ulrich
11 Jahre zuvor

Wahre Größe?

Hätte Wolfgang Stark seinen Fehler zugegeben dann hätte er sich vollkommen lächerlich gemacht, er wäre Gefahr gelaufen seine Karriere selbst zu beenden. Dass er seinen Fehler zugegeben hat diente lediglich der Schadensbegrenzung.

Ich habe viele Spiele gesehen die von Wolfgang Stark im Westfalenstadion geleitet wurden. Aber ich kann mich nur an eines erinnern wo er wirklich völlig unauffällig und unparteiisch auftrat, und das war das Spiel gegen Gladbach in dieser Saison. Ich vermute Stark versucht um jeden Preis sich nicht von der Atmosphäre bei BVB-Heimspielen beeindrucken zu lassen. Das führt dann dazu dass er regelmäßig überkompensiert und die Gastmannschaft bevorzugt. Dazu kommt sein Drang zur Selbstdarstellung. Zweiundzwanzig Spieler auf dem Platz, Zwei Trainerstäbe und zahlreiche Ersatzspieler auf der Bank, über achtzigtausend Zuschauer im Stadion, und alle nur Statisten in der großen Ego-Show des Wolfgang Stark.

Das konnte man auch gestern Nachmittag erleben. Während Dortmunder Spieler mit gelben Karten diszipliniert wurden weil Stark versuchte so seine Autorität die er selbst zerstört wiederherzustellen hatte insbesondere ein Diego Narrenfreiheit. Spielerisch hat der Mann internationale Klasse, aber menschlich ist der Mann unterste Schublade. Er „zeichnete“ sich durch zahlreiche Schwalben aus, und wenn Dortmund einen Freistoß zugesprochen bekam sprintete er zum Ort des Geschehens und blockierte er den Ball ohne dass Stark irgend etwas dagegen einzuwenden hatte. Der Tiefpunkt war etwa eine viertel Stunde vor Spielende erreicht als Stark bei einem Freistoß in der Nähe des Wolfsburger Strafraums zunächst einmal freundlich mit Diego plauschte und dann langsam mit dem Spieler in Richtung auf den Wolfsburger Strafraum zu schlenderte. Als Götze dann den Freistoß ausführte ohne dass der anderweitig beschäftigte Stark den Ball freigegeben hatte sah der Dortmunder die gelbe Karte. Es wäre schön gewesen wenn der Schiedsrichter gegen die wiederholten Spielverzögerungen und das unsportliche Werfen von Bällen von der Wolfsburger Bank auf das Spielfeld ähnlich rigoros vorgegangen wäre.

In anderen

Ulrich
Ulrich
11 Jahre zuvor

Sollte natürlich heißen „hätte Herr Stark seinen Fehler nicht zugegeben …“

Robin Patzwaldt
11 Jahre zuvor

Ich erinnere mich an diverse Schiris die bei ähnlich klaren Fehlentscheidungen anschließend entweder den ‚Hinterausgang‘ gewählt haben, Interviews komplett ablehnten, oder ihre Entscheidungen auf Biegen und Brechen zu rechtfertigen versuchten. All das hat Stark diesmal eben nicht gemacht. Er hat sich der, für ihn sicher äußerst unangenehmen, Situation nach dem Spiel (diesmal) gestellt.
Bei aller berechtigten Kritik an Starks Leistung am Samstag, er hätte sich anschließend nicht unbedingt so selbstkritisch äußern müssen. Das hatte ich auch von ihm schon ganz anders in Erinnerung. Aber natürlich würde auch ich lieber zukünftig andere Schiedsrichter in Dortmund sehen…Keine Frage!

Walter Stach
Walter Stach
11 Jahre zuvor

Robin, ich bleibe dabei:

Es wäre an der Zeit, einmal lückenlos aufzulisten, welche skandalösen Entscheidungen Stark als Schiedsrichter bisher national und international getroffen hat.Ich bin mir sicher, daß das, was da zusammenkommen wird, in Quantität und Qualität weit über das hinausgeht, was wir Fans gemeinhin mit menschlichlichen Fehlverhalten zu erklären und zu entschuldigen bereit sind, und zwar auch dann, wenn es uns schwerfällt.

Nur bei Herrn Stark geht es nicht, nicht mehr, darum, daß „Schiedsrichter auch nur Menschen sind, die Fehler machen“, für die sie sich entschuldigen können, aber nicht müssen.

Ursachen für die Häufung krasser Fehlentscheidungen durch Herrn Stark?

Ich kenne die nicht. Ich laß mich auch nicht auf Vermutungen ein.

Es wäre jedoch naheliegend, wie bei jedem Menschen, der für sich, in welcher Situation auch immer, eine Häufung von ihm getroffener eklatante Fehlentscheidungen feststellt, daß auch Herr Stark einmal gründlich über die Ursachen seiner Fehlentscheidungen nachdenkt und sich danach selbst fragt,ob und welche Konsequenzen durch ihn zu ziehen wären.

Geschehen wird aber in Sachen Stark nichts. Weder durch Herrn Stark selbst noch durch den DFB.
-Es ist ja auch für den DFB viel bequemer, z.B. Trainer aufzufordern, über ihr Verhalten nachzudenken und ihnen mit Sanktionen zu drohen, obwohl das Verrhalten eines Trainers am Spielfeldrand noch kein Spielergebnis enscheidend bestimmt hat; auch nicht das Verhalten von Morinho, von Klopp, von……………….-.

Also……bis zum nächsten Schiedsrichterskandal mit dem Hauptdarsteller Stark.

Richtisch!!!
Richtisch!!!
11 Jahre zuvor

Dem ist absolut nichts hinzuzufügen!!! Klasse Beitrag!!!

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