Das ist nicht Marvin Wildhage. Wirklich nicht. Ich schwör‘! Grafik: DALL-E
Der niedersächsische Investigativjournalist Marvin Wildhage ist vor dem Amtsgericht München verurteilt worden, weil er sich beim EM-Eröffnungsspiel 2024 als falsches Maskottchen bis in den Innenraum des Stadions geschmuggelt hatte. Das Gericht sah darin Urkundenfälschung und Erschleichen von Leistungen. Die Strafe liegt bei 60 Tagessätzen zu je 150 Euro, also 9000 Euro, dazu sollen 5400 Euro aus Werbeeinnahmen eingezogen werden. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, und auch nicht zeitgemäß. Es ist zu hoffen, dass Wildhage die nächste Instanz anruft.
Der FC Bayern München ist raus aus der UEFA Champions League 2026. Nicht im Finale. Nicht Europas Krone. Kein Triple. Stattdessen: Ernüchterung nach dem Halbfinalrückspiel am Mittwochabend in der Allianz Arena, lange Gesichter auf den Rängen und hektische Schuldzuweisungen in alle Richtungen. Der Schiedsrichter? Natürlich. Das Pech? Selbstverständlich. Paris? Vielleicht einfach stark.
Doch womöglich liegt die unbequeme Wahrheit ganz woanders – nämlich tief verwurzelt im bayrischen Selbstverständnis.
Ab 2027 wird die Champions League für Fußballfans wieder zum finanziellen Hindernislauf. Kaum hat man sich an die aktuelle, ohnehin schon nervige Abo-Landschaft gewöhnt, platzt die nächste Rechtebombe: Die UC3, das gemeinsame Vermarktungsunternehmen von UEFA und EFC, verkauft die Königsklasse an Paramount+ und Amazon.
Vier Spielzeiten lang dürfen sich zwei US-Konzerne das europäische Premiumprodukt aufteilen – während wir Fans überlegen dürfen, welche Abos diesmal fällig werden. Wer die Champions League komplett sehen will, wird künftig mehrere Dienste stapeln müssen. Und günstig wird das garantiert nicht.
Ex-BVB-Coach Peter Stöger. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
An diesem Wochenende kann der BVB im Londoner Wembley-Stadion Sport-Geschichte schreiben. Im weltweit beachteten Finale der UEFA Champions League 2024 treffen die Dortmunder dort am Samstagabend auf Real Madrid. Bei einem Sieg winkt der zweite Titel im ehemaligen Europapokal der Landesmeister seit 1997, als die Schwarzgelben in München den haushohen Favoriten Juventus Turin mit 3:1 bezwangen. Dieser besondere Tag hat damals für hunderttausende strahlende Gesichter quer durch die Republik gesorgt, ist vielen speziell hier im Ruhrgebiet bis heute noch gut in Erinnerung.
Am Samstag kann sich ähnliches wiederholen. Im Falle eines Sieges gegen Real, so unwahrscheinlich er aus aktueller Sicht auch erscheinen mag, wäre eine riesige Fußball-Sause in Dortmund garantiert. Der so sehnlichst herbeigesehnte Auto-Corso ist auch schon geplant.
Und auch wenn die Enttäuschung nach einer drohenden Niederlage im Lager der Schwarzgelben natürlich groß wäre, wird die Saison in der Königsklasse allen Dortmundern mit ein paar Tagen Abstand in jedem Falle positiv in Erinnerung bleiben. Das ist wirklich schön. Wäre da nur nicht der enttäuschende Rest der Saison
Setzen BVB-Spieler Marco Reus (rechts) und seine Mitstreiter mal wieder ein Zeichen der Stärke? Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Auch wenn die zweiwöchige Spielpause in der Fußball-Bundesliga diesmal unbestritten deutlich interessanter und ereignisreicher war als üblich, sorgte die deutsche Nationalmannschaft mit ihren Auftritten am Samstag gegen Japan (1:4) in Wolfsburg und beim unerwarteten 2:1 am Dienstag gegen Frankreich in Dortmund, doch für reichlich Gesprächsstoff, werden sich Millionen von Fußballfreunden freuen, dass sich das Fußballgeschehen am kommenden Wochenende (endlich) wieder um die nationale Liga drehen wird.
Auch am kommenden Spieltag der Bundesliga gibt es zahlreiche Themen, die es zu beobachten und zu diskutieren gilt. Borussia Dortmund zum Beispiel droht am Samstag fast schon die gesamten Hoffnungen der noch so jungen Saison in Richtung eine Deutschen Meisterschaft begraben zu müssen.
Seit Jahren schon spaltet ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann die Fußballfans im Lande. Immer dann, wenn die 59-Jährige Spiele live kommentiert, kocht das Internet regelrecht. Das war auch am vergangenen Samstag nicht anders, als Neumann das UEFA Champions League Endspiel zwischen Manchester City und Inter Mailand im sogenannten ‚Free-TV‘ begleitete.
Die DFL Deutsche Fußball Liga begrüßt die heutigen Beschlüsse des UEFA Club Licensing Committee zur Stärkung des „UEFA-Reglement zu Klublizenzierung und finanzieller Nachhaltigkeit“ sowie die Gründung einer Expertengruppe, die weitere regulatorische Anpassungen zur Kostenlimitierung ausarbeiten wird.
Zu den Mitgliedern des UEFA Club Licensing Committee gehören DFL-Geschäftsführer Axel Hellmann (als Vertreter des DFB) und DFL-Geschäftsleitungsmitglied Dr. Marc Lenz (als Vertreter der europäischen Ligen-Vereinigung European Leagues).
Erling Haaland, hier noch im Dortmund-Trikot. Archiv-Foto: BVB
Eigentlich könnte einem das 7:0 von Manchester City gegen RB Leipzig vom Dienstagabend in der UEFA Champions League hier im Ruhrgebiet ja herzlich egal sein. Leipzig ist außerhalb der eigenen Stadtmauern eh traditionell unbeliebt. Das Ausscheiden aus der Königsklasse dürfte von vielen Fußballfreunden im Lande daher vielleicht sogar mit einem schadenfrohen Grinsen im Gesicht quittiert worden sein.
Doch als BVB-Fan müssen einen die fünf Tore, die der Ex-Dortmunder Erling Haaland in diesem Spiel geschossen hat, schon nachdenklich stimmen. An der außergewöhnlichen sportlichen Klasse des jungen Norwegers gab es nie Zweifel. Auch bei den Schwarzgelben legte er ja bis zum vergangenen Sommer die eine oder andere Glanzstunde auf den Rasen.
Wer Haaland einst im BVB-Dress beobachten durfte, der dürfte von seiner Gala-Vorstellung gegen Leipzig wenig überrascht gewesen sein. Für den sympathischen Stürmer wird es viele in Dortmund freuen, dass sich seine sportliche Entwicklung so positiv fortsetzt. Auf den eigenen Verein wirft das jedoch zugleich ein eher betrübliches Licht.
Stimmung sah im Frankfurter Waldstadion früher auch schon mal so aus. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei
Man muss kein ausgewiesener Fan von Eintracht Frankfurt sein um sich in diesen Tagen für den Klub aus Hessen zu begeistern. Am Donnerstag schlug die Eintracht im heimischen Waldstadion den englischen Vertreter West Ham in der UEFA Europa League im Rückspiel des Halbfinales mit 1:0 und zog nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel souverän in das Finale um den Cup ein. Für die Eintracht wird es das erste europäische Finale seit 1980 sein. Eine sporthistorische Leistung also.
Vorbildhafter noch als die Leistung der Mannschaft auf dem Platz war dabei wieder einmal der Auftritt der Anhängerschaft, die das Stadion in der Mainmetropole in eine gigantische Fußballparty verwandelte. Insbesondere diese Entwicklung begeistert einen als neutraler Beobachter, waren die Fans der Eintracht in den vergangenen Jahren häufig doch noch alles andere als vorbildlich.
Profifußball ist, zuletzt auch bedingt durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg, hierzulande inzwischen mächtig in den Hintergrund geraten. Auch hier bei uns im Blog der Ruhrbarone. Es gibt jedoch Tage, da spürt man die große Fußball-Leidenschaft in dieser Region noch immer. Und das sogar, wenn gar kein Revier-Klub beteiligt war bzw. ist.
Heute ist es wieder einmal so weit. Alleine beim üblichen Stadtgang wurde ich von Mitmenschen etliche Male auf ein Spiel im UEFA Champions League-Viertelfinale hin angesprochen. Von der Überflutung meiner Timeline in den Sozialen Medien einmal gar nicht zu reden.